Überfordert im Job - Depression zugeben?

Eisbärchen
Hallo an alle,

mir gehts grad gar nicht gut. Heute war das Nachholgespräch mit der Sozialberatung in meiner Firma. Ich hatte 1 Std Zeit, hab ein bisserl über mich erzählt und was war, natürlich kamen gleich die Tränen. Wie ich das hasse!
Der Berater hat mir stark dazu geraten, mich krank schreiben zu lassen. Er hat mir erklärt, dass ich auf zu hohem Level arbeite, heisst über meine Kräfte lebe, was letztendlich irgendwann zum Zusammenbruch führen wird.

Am Montag hatte ich ein super Gespräch mit meiner Therapeutin. Ich dachte, jetzt geht es bergauf, ich schaffe es manchmal schon, mich aus Panik-/Angstsituationen durch Beobachtung und damit Neueinordnung der Situation, zu beruhigen.
Grad ist mir in der Arbeit wieder alles zu viel. Die paar Tage Krankheit haben dazu geführt, dass wieder so viel angefallen ist. Und ich krieg den Haufen einfach nicht kleiner, weil dauernd neue Dinge dazukommen und ich die Woche auch noch 2 Tage auf einen Kurs gehe.

Wie soll das alles nur weitergehen? Mitte März werd ich an Krampfadern operiert - da wäre ich dann mal 2 Wochen aus dem Verkehr gezogen. Schaffe ich es, bis dahin durchzuhalten? Sollte ich versuchen durchzuhalten? Was würde mir helfen, dass es mir besser geht? Würde es mir helfen, wenn die Arbeit kurzfristig nicht wäre? Wie lange bräuchte ich, um wieder leistungsfähig zu sein? Hätte ich eine Chance in der gleichen Abteilung oder habe ich mit dem Psycho-Stempel keine Möglichkeiten mehr? Wie soll ich halb-gesund daheim rumsitzen und damit klar kommen, dass meine Arbeit nicht gemacht wird und weiterhin aufläuft oder wie meine eh schon überlasteten Kollegen das mit übernehmen sollen?

Bei mir dreht sich alles im Kreis, ich weiss nicht weiter. Jetzt hab ich vor 2 Wochen Citalopram bekommen, dachte, jetzt würde es bergauf gehen. Hmhhh....

Jetzt werd ich erstmal noch die Betriebsärztin besuchen (Vorschlag vom Sozialberater) und schaun, was sie so rät.

Euch einen schönen Abend und danke fürs Lesen!

Viele Grüße
Eisbärchen

07.02.2012 23:44 • #46


M
Hallo Eisbärchen,

Zitat von Eisbärchen:
Wie soll ich halb-gesund daheim rumsitzen und damit klar kommen, dass meine Arbeit nicht gemacht wird und weiterhin aufläuft oder wie meine eh schon überlasteten Kollegen das mit übernehmen sollen?
Da solltest Du dir mal vorerst keinen Kopf drum machen! Es ist jetzt an der Zeit, dass du an dich denkst!
Zitat von Eisbärchen:
Jetzt hab ich vor 2 Wochen Citalopram bekommen, dachte, jetzt würde es bergauf gehen.
Eisbärchen, ein bischen Geduld noch . Es kann ca. 4 - 6 Wochen dauern, bis das Citalopram richtig wirkt. War bei mir auch so und jetzt geht es mir damit sehr gut.

08.02.2012 11:08 • #47


A


Hallo Eisbärchen,

Überfordert im Job - Depression zugeben?

x 3#3


Anima
Liebes Eisbärchen,

es ist meiner Meinung nach ganz eindeutig, dass Deine Depression schlichtweg da ist und auch nicht durch noch so großen Willen einfach beiseite geschoben oder komplett saniert werden kann.

In der Sozialberatung wurde Dir der richtige Rat gegeben! Du bist einfach noch nicht so weit und ich zweifle leider auch ein wenig daran, dass die Medikamente alleine das Allheilmittel dafür sein werden. Du hast Angst und kein Gefühl für Deine Belastbarkeit. Das klingt alles andere als nach gesund, auch nicht nach halb-gesund.

Jetzt muss ich erst einmal noch nachlesen, wie Deine Therapie bisher verlaufen ist, ob Du jemals in einer Klinik o. ä. warst, ich habe gerade einen Hänger.

08.02.2012 19:14 • #48


Eisbärchen
Hallo Martina

Zitat von Martina:
Eisbärchen, ein bischen Geduld noch . Es kann ca. 4 - 6 Wochen dauern, bis das Citalopram richtig wirkt. War bei mir auch so und jetzt geht es mir damit sehr gut.

Danke, ich versuche durchzuhalten und schwenke solange die weisse Flagge (vielleicht lässt man mich dann in der Arbeit in Ruhe?).

Hallo Anima,

Zitat von Anima:
dass Deine Depression schlichtweg da ist und auch nicht durch noch so großen Willen einfach beiseite geschoben oder komplett saniert werden kann.

Du hast recht, ich scheine an dem Punkt zu sein, an dem ich keine Kraft mehr hab, meinen Willen aufzubringen und so zu tun, als ob ich alles schaffen würde.

Zitat von Anima:
Du bist einfach noch nicht so weit und ich zweifle leider auch ein wenig daran, dass die Medikamente alleine das Allheilmittel dafür sein werden. Du hast Angst und kein Gefühl für Deine Belastbarkeit. Das klingt alles andere als nach gesund, auch nicht nach halb-gesund.

Ich nehme ja nicht nur Medikamente, ich bin ja seit April 2011 in Therapie. Und eigentlich dachte ich, schon auf einem ganz guten Weg zu sein. Warum gibt's immer dann einen Rückschlag, wenn man meint, es wird gerade besser? Ich dachte bislang wirklich, dass ich es schaffe, gleichzeitig an meinen Themen zu arbeiten und arbeiten zu gehen, d.h. der schwierigen Situation nicht aus dem Weg zu gehen. Ist der Weg nicht zu einfach?

Zitat von Anima:
Jetzt muss ich erst einmal noch nachlesen, wie Deine Therapie bisher verlaufen ist, ob Du jemals in einer Klinik o. ä. warst, ich habe gerade einen Hänger.

Nein, ich wurde bislang nur ambulant von einer Psychotherapeutin behandelt. Und dann eben medikamentöse Behandlung meiner Neurologin, die schon letztes Jahr darauf drängte, dass ich mich krank schreiben liesse. Das habe ich doch dann tatsächlich für 1 Woche gemacht (länger hätte ich mir das nicht zugestanden - muss ja immer funktionieren).

Danke für Eure Unterstützung - tut mir grade total gut!

Liebe Grüße
Eisbärchen

08.02.2012 23:15 • #49


M
Hallo Eisbärchen,

Zitat von Eisbärchen:
Ist der Weg nicht zu einfach?
Das ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Bei meiner ersten sehr heftigen Episode war ich immer wieder monatelang out of order. Jetzt bin ich auch wieder in Behandlung und nehme Antidepressiva's., schaffe es aber noch zu arbeiten. Ich vermute, dass ich dieses Mal früh genug wieder zu meiner Psychiaterin gegangen bin - bevor ich ganz im Keller war. Das kann aber beim nächsten Mal wieder ganz anders aussehen.

09.02.2012 14:41 • #50


Eloise
Hallo Eisbärchen,

ich hab dir ja schon gesagt, dass ich es bewundere, dass du noch arbeiten gehst, aber genauso würde ich es bewundern, wenn du sagst ich schaffe es nicht gesund zu werden, wenn ich im Job bin und dich krankschreiben lässt.

Du scheinst da auch so ein wenig trotzig zu sein. So mit dem Fuß aufstampfen und sagen Das hat jetzt aber zu funktionieren. Ich habe mich heute z.B. über meinen Bauch geärgert. Der tat weh und wollte doch in der Therapie über wichtige Dinge reden. Was fällt dem Bauch ein, weh zu tun? Was fällt der Seele ein, einem da Stolpersteine in den Weg zu legen, wenn man es doch versuchen will?

Vielleicht sollten wir manchmal ein wenig mehr auf uns hören, als mit aller Macht und Kraft versuchen Dinge zu erzwingen, Dinge am Laufen zu halten.

Jetzt mal ganz ehrlich: es muss doch für eine Firma, also auch für deine, möglich sein, dass jemand Arbeiten übernehmen kann. Es kann doch nicht sein, dass wirklich alles liegen bleiben würde, wenn du dich krank schreiben lässt. Was ist, wenn du - Gott bewahre - einen schweren Unfall hast? Dann bleibt das doch auch nicht liegen und sie warten ab, ob die Frau Eisbärchen in einem Jahr eventuell wieder fit ist.

In meinem Job kann ich zum Teil Sachen garnicht liegen lassen. Die müssen am gleichen Tag raus. 8 Jahre lang wurde mir vermittelt, dass ich da sein muss, dass ich machen muss - nun binich seit letztem Jahr November Arbeitsunfähigkeit und hey, die Firma ist noch nicht pleite, also scheint wer meinen Job zu machen.

Was ich damit sagen will: wenn du die Kraft, die du in den Job steckst, brauchst um gesund zu werden, dann nimm sie dir!

Liebe Grüße

Eloise

09.02.2012 18:26 • #51


Anima
Hallo Eisbärchen,

es funktioniert nicht immer parallel! Für mich war der Weg in die Tagesklinik genau der richtige Weg, denn ich habe die Möglichkeit, viel aufzuarbeiten und immer Ansprechpartner.

Wie lange warst Du bist jetzt krank geschrieben? Nur 1 Woche????
Denke immer daran, dass Depression keine Erkältung ist, sondern sehr ernst zu nehmen. Du merkst, wie Du selber schreibst, dass Deine Kraft verloren geht - das ist nur natürlich. Du kannst also weiter arbeiten und Dir weiter Kraft enziehen, oder Du kannst Dich in eine Behandlung begeben und dann wieder weiter arbeiten, wenn Du gesund bist.
Du tust Dir keinen Gefallen, wenn Du nicht Deinem Gefühl folgst - und Dein Gefühl ist, dass es Dir nicht gut geht.

10.02.2012 19:11 • #52


Eisbärchen
Guten Abend, ihr Lieben,

heute Abend habe ich doch wieder ein bisschen Zuversicht, die nächsten Tage zu überleben ;-).
Die letzten 2 Tage war ich auf einer Schulung Persönliche Arbeitstechniken. Ich fand es total spannend zu sehen, wie es Kollegen mit der Arbeitslast geht und letztendlich zu erfahren, dass von den 12 anwesenden Leuten auch schon 2 einen Burnout hatten. Ich habe viel über Arbeitsorganisation, Prioritäten setzen, Tagesplan aufstellen, am Ende des Tages Zeit für ein Fazit nehmen (d.h. auch wirklich Erfolge feiern), sinnvolle Outlook-Funktionalitäten einsetzen, .... gelernt. Und auch viel dazu, Nein zu sagen, für sich selbst zu sorgen und eine angemessene Work-Life-Balance hinzubekommen.

Meine nächsten Schritte, die ich mir vorgenommen habe:
- Meine Aufgaben alle aufzuschreiben (ein Teil steht schon auf dem Papier), diese in Wichtigkeit und Dringlichkeit zu kategorisieren und damit in A-D Aufgaben zu unterteilen.
- Outlook aufräumen: Briefsymbol ausschalten, Regeln hinterlegen für z.B. Mails, in denen ich in CC stehe, ...
- Nächste Woche zu entscheiden, ob ich mich nun krank schreiben lasse und damit mir erstmal Spielraum zu geben, mich zu erholen und an mir zu arbeiten. (Mo hab ich Therapie, Di bin ich bei der Betriebsärztin und Mi bei der Familienberatung - das sollte als Basis einer Entscheidung doch ausreichen)

Hallo liebe Eloise,

Zitat von Eloise:
Vielleicht sollten wir manchmal ein wenig mehr auf uns hören, als mit aller Macht und Kraft versuchen Dinge zu erzwingen, Dinge am Laufen zu halten.

Ja, das sollte ich mir mal hinter die Ohren schreiben. Ich bin halt (leider) sehr pflichtbewusst.

Zitat von Eloise:
Du scheinst da auch so ein wenig trotzig zu sein. So mit dem Fuß aufstampfen und sagen Das hat jetzt aber zu funktionieren.

Hmhh, ist das wirklich Trotz bei mir? Ich bin halt jemand, der niemanden zur Last fallen will, der seine Pflichten kennt und möglichst perfekt erledigt, der sich nicht hängen lässt. Aber bei einem hast Du auf alle Fälle recht: ich möchte es nicht wahrhaben, dass ich nicht mehr richtig funktioniere.

Zitat von Eloise:
Jetzt mal ganz ehrlich: es muss doch für eine Firma, also auch für deine, möglich sein, dass jemand Arbeiten übernehmen kann. Es kann doch nicht sein, dass wirklich alles liegen bleiben würde, wenn du dich krank schreiben lässt. Was ist, wenn du - Gott bewahre - einen schweren Unfall hast? Dann bleibt das doch auch nicht liegen und sie warten ab, ob die Frau Eisbärchen in einem Jahr eventuell wieder fit ist.

Ja, so wichtig bin ich nicht, dass ich nicht ersetzbar wäre. Aber meine Kollegen sind halt auch komplett Land unter. Ich hab halt dauernd Angst um meine Zukunft: was wird denn, wenn ich länger weg bin? Werde ich noch ernst genommen? Haben die Kollegen das Gefühl, dass ich sie im Stich gelassen habe und sind daher eventuell sauer? Vielleicht geht's mir noch nicht schlecht genug, dass ich meine Bedenken ganz schnell beiseite schieben kann, da es einfach keine Alternativen gibt ;-).

Zitat von Eloise:
Was ich damit sagen will: wenn du die Kraft, die du in den Job steckst, brauchst um gesund zu werden, dann nimm sie dir!

Danke, ich werde darüber nachdenken.


Hallo liebe Anima,

Zitat von Anima:
Wie lange warst Du bist jetzt krank geschrieben? Nur 1 Woche????
Ja, exakt 1 Woche. Und dazu musste mich meine Neurologin auch überreden ;-). Ich genehmige mir anscheinend nicht, zu schwächeln.

Zitat von Anima:
Denke immer daran, dass Depression keine Erkältung ist, sondern sehr ernst zu nehmen. Du merkst, wie Du selber schreibst, dass Deine Kraft verloren geht - das ist nur natürlich. Du kannst also weiter arbeiten und Dir weiter Kraft enziehen, oder Du kannst Dich in eine Behandlung begeben und dann wieder weiter arbeiten, wenn Du gesund bist.
Du tust Dir keinen Gefallen, wenn Du nicht Deinem Gefühl folgst - und Dein Gefühl ist, dass es Dir nicht gut geht.


Ja, das stimmt, ich fühle mich grade total ausgelaugt, fertig, traurig - einfach am Boden!

Liebe Grüße und danke an Euch alle! Mir tun Eure Anregungen, Eure Worte und Eure Anteilnahme sehr gut .

Eisbärchen

10.02.2012 22:10 • #53


Eloise
Zitat von Eisbärchen:
Zitat von Eloise:
Jetzt mal ganz ehrlich: es muss doch für eine Firma, also auch für deine, möglich sein, dass jemand Arbeiten übernehmen kann. Es kann doch nicht sein, dass wirklich alles liegen bleiben würde, wenn du dich krank schreiben lässt. Was ist, wenn du - Gott bewahre - einen schweren Unfall hast? Dann bleibt das doch auch nicht liegen und sie warten ab, ob die Frau Eisbärchen in einem Jahr eventuell wieder fit ist.

Ja, so wichtig bin ich nicht, dass ich nicht ersetzbar wäre. Aber meine Kollegen sind halt auch komplett Land unter. Ich hab halt dauernd Angst um meine Zukunft: was wird denn, wenn ich länger weg bin? Werde ich noch ernst genommen? Haben die Kollegen das Gefühl, dass ich sie im Stich gelassen habe und sind daher eventuell sauer? Vielleicht geht's mir noch nicht schlecht genug, dass ich meine Bedenken ganz schnell beiseite schieben kann, da es einfach keine Alternativen gibt ;-).

Mh, so unterschiedlich sind die Standpunkte. Ich würde ja sagen, gerade weil du wichtig und nicht ersetzbar bist, solltest du dir keine Sorgen darum machen ob die Firma nun zusammenbricht oder nicht. Du bist in erster Linie Mensch, nicht Arbeitnehmer. Und als Mensch bist du wichtig und unersetzlich. Ohne den Menschen, gibt es auch keinen Arbeitnehmer.
Aber ich verstehe auch deine anderen Gedanken. Die hatte ich auch. Doch im Grunde ist das etwas, über das sich die Geschäftführung Gedanken machen muss. Als Mitarbeiter kann man sich nicht einfach einen Ersatz einstellen oder jemanden der einem zuarbeitet. Die Geschäftsführung kann das.

Toll, dass du aus der Schulung soviel mitnehmen konntest. Das hilft sicherlich. Die Arbeit wird zwar nicht weniger, aber du siehst vielleicht ein wenig Land.

Die Entscheidung, ob du dich nun krankschreiben lässt oder nicht, triffst du auf jeden Fall nicht leichtfertig und du wirst sicher das richtige für dich tun.

Ein schönes, erholsames Wochenende wünsch ich dir.

Liebe Grüße

Eloise

10.02.2012 22:58 • #54


Anima
Hallo Eisbärchen,

Eloise hat wirklich recht: Du bist in erster Linie Mensch und nicht Arbeitnehmer. Es ist ein sehr schwieriger Prozess, sich an die erste Stelle zu setzen, wenn man jahrelang gut funktioniert hat. Das, was Du auf dem Seminar gelernt hast, das wirst Du auch nicht vergessen. Manchmal motivieren solche Seminare - in depressiven Zuständen leider aber nur kurzfristig.

Sicherlich bist Du im Job entscheidungsfreudig. Um Deiner selbst Willen hoffe ich, dass Du es bald auch für Dich bist.

10.02.2012 23:13 • #55


missmotte
Hallo Eisbärchen,

ich habe mich gerade mal durch deine Problematik gelesen.
Zwei Dinge haben mich sehr zum Nachdenken und Hinterfragen gebracht. Zum einen, dass deine Therapeutin meint, Gefühle könnten sich täuschen, man könnte ihnen nicht trauen. Und andererseits das Hin- und Hergerissensein zwischen Krankschreibung ja oder nein.
Auch ich habe bereits einige Jahre Psychotherapie hinter mir. Und ein Ausspruch meiner Therapeutin ist mir ganz besonders im Kopf geblieben: Vertrauen Sie Ihren Gefühlen!Bei Gefühlen gibt es kein richtig oder falsch. Keiner kann sagen, dass IHRE Gefühle nicht richtig sind. Ich habe auch immerzu gezweifelt ob ich mich zurecht überfordert fühle, ob ich zurecht traurig bin e.t.c. Sie hat mir klar gemacht, dass ich meinen Gefühlen trauen kann und sollte. Wenn du dich überfordert fühlst - nimm dir eine Auszeit, nimm dir Zeit für dich. Auch das hat etwas gedauert bei mir - dieses umzusetzen. Denn der Krat zwischen vor Problemen davonlaufen und Selbstfürsorge ist doch sehr schmal (für mich). Durch meine Mobbingerfahrungen, Depressionen, Panik-und Angstzustände habe ich jedoch erkannt, dass man frühzeitig die Notbremse ziehen sollte um einem totalem Burnout vorzubeugen.

Ich würde dir nahelegen, die verkürzte Arbeitszeit auf jeden Fall einzuhalten. Versuche deinen inneren Druck etwas abzubauen alles schaffen zu müssen. Dein Chef scheint ja schlussendlich auch einsichtig zu sein. Zum Glück!
Und solltest du dich weiterhin überfordert fühlen vertraue auf dieses Gefühl und nimm dir eine Auszeit. Denn wenn du dich überforderst und eines Tages gar nicht mehr arbeiten kannst wird es womöglich keinen an der Arbeit interessieren. Die Gesundheit ist das höchste Gut was mir besitzen. Diese Erfahrung habe ich gemacht.


Ich hoffe, dass du neue Kraft und den richtigen Weg für DICH findest!


Liebe Grüße und alles Gute
MissMotte

11.02.2012 00:37 • #56


Eisbärchen
Hallo Eloise,

Zitat von Eloise:
Mh, so unterschiedlich sind die Standpunkte. Ich würde ja sagen, gerade weil du wichtig und nicht ersetzbar bist, solltest du dir keine Sorgen darum machen ob die Firma nun zusammenbricht oder nicht. Du bist in erster Linie Mensch, nicht Arbeitnehmer. Und als Mensch bist du wichtig und unersetzlich. Ohne den Menschen, gibt es auch keinen Arbeitnehmer.


Ich glaube wir haben uns missverstanden. Ich meinte, dass jeder in der Firma letztendlich ersetzbar ist. Als Mensch bin ich sicherlich nicht so schnell ersetzbar, aber als Arbeitnehmer eben schon.

Danke, das schöne Wochenende hatte ich: ich war ganz alleine für 1 Tag in München, hab meine Freundin und ehemalige Schulkameraden gesehen, war in einer Ausstellung und sogar mit meiner Mutter essen - ohne dass es großartige Auseinandersetzungen gab .

Hallo Anima,

Zitat von Anima:
Es ist ein sehr schwieriger Prozess, sich an die erste Stelle zu setzen, wenn man jahrelang gut funktioniert hat.


Das ist wahr, das fällt mir richtig schwer. Als Mama stellt man sich sowieso immer hinten an.

Zitat von Anima:
Um Deiner selbst Willen hoffe ich, dass Du es bald auch für Dich bist.


Ja, Du hast recht - eine Entscheidung muss in dieser Woche fallen. Das Auf und Ab ohne Entscheidung halte ich langsam nicht mehr aus.


Hallo Missmotte,

Zitat von missmotte:
Ich habe auch immerzu gezweifelt ob ich mich zurecht überfordert fühle, ob ich zurecht traurig bin e.t.c. Sie hat mir klar gemacht, dass ich meinen Gefühlen trauen kann und sollte. Wenn du dich überfordert fühlst - nimm dir eine Auszeit, nimm dir Zeit für dich. Auch das hat etwas gedauert bei mir - dieses umzusetzen. Denn der Krat zwischen vor Problemen davonlaufen und Selbstfürsorge ist doch sehr schmal (für mich).


Hmhh, da rät halt jeder was anderes. Meine Therapeutin hat halt die Geschichte einer Patientin erzählt, die einen Mordanschlag ihres Ex-Freundes hinter sich hatte. Eines Tages fuhr sie zu einem großen Supermarkt, der von einer Tiefgarage aus begehbar war. Sie sah einen Mann, der die gleiche Mütze aufhatte, wie ihr Ex-Freund. Sie wusste, dass er es nicht war, hat aber sehr panisch reagiert und sich ewig nicht beruhigen können. Ihrem Gefühl konnte sie in der Situation nicht vertrauen. Wenn sie es geschafft hätte, als Beobachterin auf die Situation zu schauen, hätte sie sich schneller beruhigen können, da sie gemerkt hätte, dass es mit der damaligen Bedrohung nichts zu tun hat und eine ganz andere Situation war.
Ich finde es auch sehr schwierig, meinen Gefühlen nicht zu vertrauen. Wenn ich ihr erzähle, dass ich das Gefühl hab, nicht mehr lange zu können, dass ich am Ende bin, ..., meint sie, dass ich dem nicht vertrauen kann. Man würde mehr aushalten, als man glaube, .... Aber um welchen Preis??? Klar, kann ich mich weiter zusammenreissen, die Zähne zusammenbeissen, hin und wieder in der Arbeit heulen und durchhalten. Zumindest so lange, bis ich zusammenklappe. Vielleicht würde ich aber gar nicht zusammenklappen?
Ja, ich zweifle auch, ob ich mich in meiner Depression grade einrichte und mir das eine oder andere selber einrede. Ob es wirklich so ist, dass ich nicht mehr arbeiten kann. Und ich weiss nicht, ob es so sinnvoll ist, vor meinen Problemen davon zu laufen. Aber andererseits meinte der Sozialberater, ich müsste halt erstmal wieder eine Erholungsphase bekommen, da ich nicht immer über meine Kräfte leben kann. Damit mache ich mich kaputt und riskiere einen Zusammenbruch.

Danke Euch allen! Ich versuche meinen Weg zu finden und danke Euch für Eure Denkanstöße und Eure Ratschläge

Schönen Abend!
Eisbärchen

12.02.2012 21:54 • #57


Eloise
Hallo Eisbärchen,

für mich drückt sich deine Therapeutin da irgendwie falsch aus. Ich denke nicht, dass es richtig ist seinen Gefühlen garnicht zu vertrauen. Ziel sollte es sein, seine Gefühle zu verstehen, zu wissen was sie bedeuten. Ein Panikanfall ist meisens ein falsches Gefühl, die Erinnerung von Gefühlen. Man muss lernen zu Unterscheiden ob es einen Grund für die Panik gibt oder ob sie nur darauf resultiert, weil man sich an ein Gefühl erinnert.

Eine Falscheinstellung der Schilddrüse zeigt sich bei mir oft in heftigen Stimmungsschwankungen. Würde ich nun nicht auf meine Gefühle hören, würde ich doch garnicht wahrnehmen, dass etwas nicht stimmt. Aber ich höre zuerst auf meine Gefühle und erst dann setzt das Beobachten ein.

Auf seine Gefühle hören, heißt für mich nicht ohne jede Impulskontrolle mich einer Emotionen hingeben, sondern darauf zu hören, was diese Emotion mir sagen will. Wenn ich daran denke Arbeiten zu gehen, werde ich nervös, wütend, bekomme Schmerzen in der Brust - dass ich gerade keinen Herzanfall habe ist mir dann durchaus klar, aber diese Gefühle wollen mir ja irgendwas sagen. Sonst wären sie ja nicht da.

Nun schreibe ich mich hier um Kopf und Kragen. Vielleicht verstehst du ja was ich sagen will und kannst das auch mal bei der Therapeutin ansprechen, wie sie das mit den Gefühlen meint. Es bringt dir vermutlich mehr, wenn du hinter dem stehen kannst was sie sagt und es dich nicht nur an der Entscheidung zweifeln lässt, dir die Auszeit zu nehmen, die du vielleicht brauchst.

Einen schönen Restsonntag und einen guten Wochenstart.

Liebe Grüße

Eloise

12.02.2012 22:47 • #58


Anima
Mit solchen therapeutischen Aussagen wäre ich an Deiner Stelle auch unsicher. Natürlich kann man in gesundem Zustand etwas leisten, aber im kranken Zustand kann alles noch viel schlimmer kommen.

Entschuldige, aber ich halte es für Blödsinn, dass Du zum Durchhalten aufgefordert wirst in einer Situation, die Dich sogar zum Weinen bringt, HALLO? Ich glaube, ich bin gerade ziemlich perplex. Du bist doch kein Mensch, der sich auf die faule Haut legt!

Nun, ich wünschte auch, meine Depression wäre nach einer Woche Erholung wieder im Lot.

13.02.2012 19:03 • #59


A


Hallo Eisbärchen,

x 4#15


Eisbärchen
Hallo Eloise,

Zitat von Eloise:
für mich drückt sich deine Therapeutin da irgendwie falsch aus. Ich denke nicht, dass es richtig ist seinen Gefühlen garnicht zu vertrauen. Ziel sollte es sein, seine Gefühle zu verstehen, zu wissen was sie bedeuten. Ein Panikanfall ist meisens ein falsches Gefühl, die Erinnerung von Gefühlen. Man muss lernen zu Unterscheiden ob es einen Grund für die Panik gibt oder ob sie nur darauf resultiert, weil man sich an ein Gefühl erinnert.


Danke! Das macht für mich wirklich Sinn. Wahrscheinlich hat das meine Therapeutin genauso gemeint.

Zitat von Eloise:
Nun schreibe ich mich hier um Kopf und Kragen. Vielleicht verstehst du ja was ich sagen will und kannst das auch mal bei der Therapeutin ansprechen, wie sie das mit den Gefühlen meint. Es bringt dir vermutlich mehr, wenn du hinter dem stehen kannst was sie sagt und es dich nicht nur an der Entscheidung zweifeln lässt, dir die Auszeit zu nehmen, die du vielleicht brauchst.


Quatsch - warum solltest Du Dich um Kopf und Kragen schreiben? Du hast recht, weil das beim Thema Panik wirklich passt, wie Du es erklärt hast. Nur muss ich nochmal nachfragen, wie das beim Thema ich fühl mich am Ende meiner Kräfte ist. Da hatte meine Therapeutin ebenfalls gesagt, dass das nur ein Gefühl sein könnte - und eben nicht Realität.

Heute war ich wieder bei meiner Therapeutin. Letzte Stunde (vor 1 Woche) war so gut gewesen, aber ab Dienstag war ich wieder im tiefen Loch. Sie meint, irgendwas hätte sich vielleicht innerlich gegen meine Aufbruchstimmung gewehrt. Ich fühlte mich am Mo so, als ob es wirklich bergauf ginge, als ob ich wisse, wie ich weiter an mir arbeite, damit es mir besser ginge.
Hmhh, Dienstag gings mir richtig schlecht nach dem Besuch bei dem Sozialberater, der mir riet, erstmal eine Auszeit zu nehmen. Und die Zusatzaufgaben in der Arbeit haben mich sehr aufgewühlt. Aber war das alles oder hat meine Therapeutin recht?
Seit ein paar Tagen fühle ich mich so komisch - so dissoziativ. Als ob ich gleichzeitig leben und Abstand zu meiner Welt hätte. Hatte bei einer langen Autofahrt am So einen Aussetzer. Ich war irgendwie voller Schmerz und gleichzeitig fühlte eine Leere. Und dann bekam ich einen Schreck, weil ich meine Spur nicht richtig gehalten hab und neben mir ein anderes Auto war. Meine Therapeutin bat mich, genau hinzusehen, ob ich aus einer solchen Situation wieder herauskommen kann und damit wirklich fahrtauglich wäre. Wo führt das alles hin? Kann ich nicht mal mehr Auto fahren???

Hallo Anima,

Zitat von Anima:
Entschuldige, aber ich halte es für Blödsinn, dass Du zum Durchhalten aufgefordert wirst in einer Situation, die Dich sogar zum Weinen bringt, HALLO? Ich glaube, ich bin gerade ziemlich perplex. Du bist doch kein Mensch, der sich auf die faule Haut legt!


Na den Hintergrund verstehe ich schon. Wenn man in einer Situation ist, in der es einem nicht gut geht, kann man vortrefflich daran arbeiten, dass es einem besser geht. Aber Du hast schon recht, es ist eine Gradwanderung, ab wann es für einen gut ist, sich ein bisschen zu quälen, an sich zu arbeiten und eine Veränderung zu erzielen, oder ab wann es für mich schlecht ist.

Zitat von Anima:
Nun, ich wünschte auch, meine Depression wäre nach einer Woche Erholung wieder im Lot.


Wer wünscht sich das nicht?!

Liebe Grüße an Euch beide und habt einen schönen Abend

Liebe Grüße
Eisbärchen

13.02.2012 22:12 • #60

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