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Venlafaxin Nebenwirkungen und Erfahrungen

Anima
Wie lange hast Du Citalopram eingenommen?

06.06.2020 18:41 • #31


M
Über 10 Jahre und es hat mir immer gut geholfen bis ich, weil meine Tochter Panikattacken bekam und in die Klinik musste fur mehrer Monate, zusammenbrach
Dann half mir das Citalopram nicht mehr
Als meine Tochter wieder gesund war gings bei mir bergab und ich musste dann in die Klinik

06.06.2020 18:51 • x 1 #32


A


Hallo MissKitty91,

Venlafaxin Nebenwirkungen und Erfahrungen

x 3#3


Anima
Ich bin der Auffassung, dass Antidepressiva eine gute Krücke sein können, aber nicht dauerhaft. Auf Dauer schädigen sie den Stoffwechsel, was dann wieder zu Depressionen führen kann.

Ich habe die Medikamente langsam abgesetzt, als meine Leberwerte immer schlechter wurden.
Natürlich plädiere ich jetzt nicht gegen Antidepressiva, aber man sollte ggf. den Körper mal entgiften lassen.

Venlafaxin ist meiner Erfahrung nach schon ein Hammer.

Bist Du i Therapie?

06.06.2020 19:09 • x 1 #33


Irgendeine
Zitat von Anima:
Auf Dauer schädigen sie den Stoffwechsel, was dann wieder zu Depressionen führen kann.

Zitat von Anima:
aber man sollte ggf. den Körper mal entgiften lassen.

Worauf stützt du diese Behauptungen?

Natürlich haben Antidepressiva Nebenwirkungen, die durchaus nicht ohne sind. Erfahre ich ja tagtäglich am eigenen Leib. Man muss aber da widerum abwägen, was gerade gravierender oder sogar lebensbedrohlich ist: Die schwere Depression oder die Nebenwirkungen der Antidepressiva.

06.06.2020 19:31 • x 1 #34


M
Ja ich bin in Therapie einmal die Woche es tut mir auch gut aber so richtig geholfen hat es mir noch nicht
Ich werde das antidepressivum sicher noch länger brauchen
So ist das Leben nicht lebenswert

06.06.2020 19:48 • #35


Anima
@irgendeine
Ich schreibe aus persönlicher Erfahrung.

Jeder Mensch ist anders und ganz sicher entscheidet jeder für sich selbst.
Ich werde sicher auch wieder welche nehmen. Aber auch der Körper muss sich erholen.
Körper und Seele gehören zusammen.

06.06.2020 21:33 • x 1 #36


Anima
Zitat von Mikka:
Ja ich bin in Therapie einmal die Woche es tut mir auch gut aber so richtig geholfen hat es mir noch nicht
Ich werde das antidepressivum sicher noch länger brauchen
So ist das Leben nicht lebenswert


Verstehe.

06.06.2020 21:38 • #37


Irgendeine
Zitat von Anima:
Ich schreibe aus persönlicher Erfahrung.

Zitat von Anima:
Auf Dauer schädigen sie den Stoffwechsel, was dann wieder zu Depressionen führen kann.

Das klingt halt eher so, als wäre das ein Fakt und nicht nach persönlicher Erfahrung.... Deshalb frag ich.

06.06.2020 23:24 • #38


Anima
Was wirklich Fakt ist: Antidepressiva beeinflussen den Stoffwechsel - und zwar den der Botenstoffe im Gehirn.

Da nun jeder Mensch seinen eigenen Stoffwechsel hat, kann die Reaktion auf Medikamente sehr unterschiedlich ausfallen.
Manche Medikamente werden so schnell abgebaut, dass sie gar nicht helfen, andere kaum... etc.
Was ich für mich gelernt habe ist: Auf das Bauchgefühl achten.
Mir wurde damals Venlafaxin in der Klinik verabreicht. Kurz: Ich habe es nicht vertragen. Aber: Ich wurde immer wieder vertröstet, letztendlich bin ich entweder in Lethargie gefallen und konnte mich zu nichts aufraffen oder - ich bin total ausgerastet bis zur Selbstverletzung etc. Also wurden zusätzliche Medikamente verschrieben, um es langsam wieder abzubauen. Es hat sehr lange gedauert. Meine Leberwerte waren überhaupt nicht gut.

Da ich nur ungerne etwas annehme, ohne nachvollziehen zu können, lese ich auch über Depressionen, Burnout etc.
Ein Prof. Dr. Rainer Richter sagt z. B. :
...dass längere Psychotherapien nachweislich strukturelle Veränderungen im Gehirn nach sich ziehen. Eine ausschließliche Behandlung mit Medikamenten geht dagegen von einem biologistischen Menschenbild aus. Ich erlebe mich aber doch nicht als Individuum, das durch Neurotransmitter gesteuert wird, sondern als sich selbst steuerndes Lebewesen, das sich selbstreflexiv fragt, warum es so geworden ist, wie es ist. Bei der Antwort kann mir kein Medikament helfen - die finde ich nur in meiner ganz individuellen, einmaligen Lebensgeschichte. (Zitat aus GEO WISSEN, Ausgabe Nr, 4, Seite 91).

Mich fasziniert z. B. das menschliche Gehirn an sich. Wie wirkt sich Stress aus etc. - Ein Gehirn kann lernen.
Ich persönlich bin seit meiner Jugend depressiv und habe die Depression gewissermaßen vererbt bekommen, bzw. die Veranlagung. Aufgrund von Stress verändert sich etwas in meinem Gehirn, auch das weiß ich mittlerweile.

Ich kann nur das weiter geben, was ich gelernt habe: Kritisches Hinterfragen ist erlaubt, man darf seinem Bauchgefühl folgen.

07.06.2020 10:22 • x 2 #39


Julie_Norden
Zitat von Anima:
Mich fasziniert z. B. das menschliche Gehirn an sich. Wie wirkt sich Stress aus etc. - Ein Gehirn kann lernen.

Total spannend! Ich liebe und lese auch alles über Gehirnstrukturen, habe die GehirnGeist abonniert. Will auch genau wissen, was los ist und nicht nur frendbestimmt was schlucken und befolgen.

07.06.2020 10:59 • x 1 #40


Irgendeine
Zitat von Anima:
Was wirklich Fakt ist: Antidepressiva beeinflussen den Stoffwechsel - und zwar den der Botenstoffe im Gehirn.

Das bestreite ich ja gar nicht. Es ging mir um die Aussage, dass sie den Stoffwechsel schädigen.
Zitat von Anima:
Manche Medikamente werden so schnell abgebaut, dass sie gar nicht helfen, andere kaum... etc.

Das erlebe ich ebenfalls am eigenen Leib. Ich brauche bei sehr vielen Medis die Maximaldosis oder sogar mehr, damit sie überhaupt wirken. Andere dagegen (z.B. Akineton) hauen mich schon in winzigen Dosen um.
Zitat von Anima:
Meine Leberwerte waren überhaupt nicht gut.

Das ist leider bei Venlafaxin eine recht häufige Nebenwirkung, deshalb sollte man die auch regelmäßig kontrollieren lassen.
Zitat von Anima:
Da ich nur ungerne etwas annehme, ohne nachvollziehen zu können

Kann ich verstehen, mache ich genauso.
Zitat von Anima:
Eine ausschließliche Behandlung mit Medikamenten geht dagegen von einem biologistischen Menschenbild aus.

Stimmt, aber es wird auch i.d.R. gesagt, dass Medis alleine bei den meisten nicht ausreichen.
Zitat von Anima:
Ich kann nur das weiter geben, was ich gelernt habe: Kritisches Hinterfragen ist erlaubt, man darf seinem Bauchgefühl folgen.

Auch das bestreitet niemand.
Zitat von Anima:
Ich erlebe mich aber doch nicht als Individuum, das durch Neurotransmitter gesteuert wird

Wir werden aber nun mal hauptsächlich von Neurotransmittern und Hormonen gesteuert....

07.06.2020 11:43 • #41


Anima
Die meisten Zitate sind nicht von mir, sondern eben zitiert aus einem Interview.

Mein Körper kam aufgrund von Antidepressiva ziemlich aus dem Gleichgewicht und - Du schreibst, die Leberwerte sollten regelmäßig kontrolliert werden: Das passierte eben NICHT. Ich hatte den Eindruck, man bekommt Medikamente zur Ruhigstellung verpasst, Hauptsache Patient ist ruhig. Ich war nicht mehr in der Lage, klar zu denken und ich hatte einmal Glück, dass meine Therapeutin beim Psychater angerufen hat, um mir zu helfen. Ich hatte, nachdem bei mir Venlafaxin zunächst so schlecht angeschlagen hat, ein zusätzliches Medikament bekommen, das mich wie ferngesteuert leben ließ. Gedacht für manisch depressive Menschen und ich war nicht manisch depressiv.

Letztendlich ist bei mir dann die Diabetes ausgebrochen (auch eine Störung im Stoffwechsel) und so langsam werden meine ganzen Blutwerte endlich besser.
Ich gebe zu, ich bin diesbezüglich ein gebranntes Kind. Meiner Erfahrung nach wird oftmals zu schnell etwas verabreicht.

Nun, ich möchte auch nicht das Erleben spüren, nur von Neurotransmittern gesteuert zu werden. Die Persönlichkeit wird noch von viel mehr gesteuert, der Mensch ist ein faszinierendes Wesen.

Ich betone an dieser Stelle vorsichtshalber: Ich bin kein Gegner von Antidepressiva.

07.06.2020 13:38 • x 1 #42


Mas83
Liebe Mikka,

Ich habe ALLES versucht um ohne antidepressiva auszukommen. Der erste Versuch in der Klinik mit escitaloprám, ließ mich in Panik ausbrechen. Danach habe ich noch ein gutes halbe Jahr ohne Medis versucht und dann doch nachgegeben.
Ich nehme seit ungefähr 5 Monaten 150 mg Venlafaxin und 10 mg amitriptylin. Bei amitriptylin, wo ich mit angefangen habe, merkte ich ziemlich schnell, dass mein Traurigkeit mehr und mehr verschwand. Die Venlafaxin hat mir nach ca 3 a 4 Wochen geholfen (ich habe auch mit 37,5 mg anfangen). Ich kann jetzt wieder duschen gehen, normal aufstehen (ich war komplett erschöpft) und bin gar nicht mehr so niedergeschlagen. Wenn ich dan doch eine sehr niedergeschlagen Stimmung habe, bin ich immer enttäuscht. Das ist mir aber seit dem Venlafaxin nur 2 oder 3 Tage passiert. Es hält mich bis jetzt von dem schwarzen Loch fern und das ist mir jetzt unendlich viel wert.

Ich kann trotzdem noch nicht arbeiten und bin noch oft sehr müde. Aber es ist auf jeden Fall besser als vorher.

Ich war ein klarer Gegner von Antidepressiva, aber auch durch diesem Forum, habe ich es nach einem Jahr doch versucht.
Und ich möchte heute nicht ohne mein Venlafaxin leben!

Hab Geduld, ich hoffe, es wirkt bei dir auch!

LG

07.06.2020 14:07 • #43


M
Liebe Mas
Vielen Dank fur deine Nachricht
Es freut mich sehr zu hören dass es bei dir geholfen hat das venlafaxin
Ich hoffe sehr dass es mir auch hilft, ich nehme im Moment 112,5mg und morgen habe ich wieder einen Termin beim Psychiater

Es ist interessant dass du auch berichtest dass dir duschen schwerfiel
Ich finde das sagt soviel über unser befinden aus.
Es ist eine schreckliche Krankheit
Ich habe schon ein paar Wirbelsäulen ops hinter mir mit verschrauben usw ich würde das sofort wieder nehmen wenn dafür die Depression weg wäre
Ich habe auch meiner Familie gegenüber ein schlechtes Gewissen weil ich einfach nicht ich bin , kaum belastbar und immer bedrückt
Danke nochmal dass du geschrieben hast

07.06.2020 14:17 • x 2 #44


A


Hallo MissKitty91,

x 4#15


Mas83
Gerne doch, Mikka. Fühle dich umarmt!

07.06.2020 14:18 • x 1 #45

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