
Irgendeine
- 1574
- 11
- 1992
Zitat von Anima:Die meisten Zitate sind nicht von mir, sondern eben zitiert aus einem Interview.
Das ist mir schon klar.
Zitat von Anima:Du schreibst, die Leberwerte sollten regelmäßig kontrolliert werden: Das passierte eben NICHT.
Das ist dann aber Fehlverschulden der Ärzte und liegt nicht am Medikament....
Zitat von Anima:Ich hatte den Eindruck, man bekommt Medikamente zur Ruhigstellung verpasst, Hauptsache Patient ist ruhig. Ich war nicht mehr in der Lage, klar zu denken und ich hatte einmal Glück, dass meine Therapeutin beim Psychater angerufen hat, um mir zu helfen. Ich hatte, nachdem bei mir Venlafaxin zunächst so schlecht angeschlagen hat, ein zusätzliches Medikament bekommen, das mich wie ferngesteuert leben ließ. Gedacht für manisch depressive Menschen und ich war nicht manisch depressiv.
Das kommt ganz auf die Klinik und den Arzt an. Klar gibt es Kliniken, die die Pat. nur ruhigstellen wollen. Ich habe auch nicht immer tolle Erfahrungen gemacht.
Bei mir haben die Antidepressiva von der Wirkung her auch nicht ausgereicht, weswegen ich Lamotrigin dazu bekommen habe.
Zusätzlich Primidon. Das sind eigentlich beides Antiepileptika. Ich habe keine Epilepsie, aber das Lamotrigin hilft gegen die extremen Stimmungsschwankungen und das Primidon gegen den Tremor.
Zusätzlich nehme ich einen Beta-Blocker (ein Herzmedikament), obwohl ich nicht herzkrank bin. Es hilft aber auch gegen meinen Tremor.
Manche Medikamente werden eben Off-label genutzt.
Ich finde es auch nicht toll, so viele Medis zu futtern. Aber ich weiß auch, dass ich ohne nicht mehr leben würde.
War das zufällig Abilify oder Quetiapin, was du bekommen hast?
Zitat von Anima:Meiner Erfahrung nach wird oftmals zu schnell etwas verabreicht.
Ich hab hier genau das Gegenteil erfahren müssen: Ich musste sehr, sehr lange kämpfen, bis endlich anerkannt wurde, dass ich eben nicht nur eine leichte, sondern eine schwere Depression habe und es nicht ohne Medikamente schaffe. Immer mit der Begründung, ich sei zu jung für Antidepressiva und müsste ohne klar kommen.
Tavor und Neuroleptika durfte ich bei meinem ersten Klinikaufenthalt nach einem Suizidversuch dagegen futtern, wie ich wollte, um es mal etwas überspitzt zu formulieren.
Allerdings wurde ich (bis auf ein paar Ausnahmen, aber da war es durchaus berechtigt....) nie dazu gezwungen. Ich habe mich selbst nicht mehr ausgehalten, es ging zu dem Zeitpunkt einfach nicht mehr ohne.
Aber hier macht jeder seine eigenen Erfahrungen.
Zitat von Anima:Nun, ich möchte auch nicht das Erleben spüren, nur von Neurotransmittern gesteuert zu werden. Die Persönlichkeit wird noch von viel mehr gesteuert, der Mensch ist ein faszinierendes Wesen.
Das verstehe ich. Ich sage ja nur, dass das eben die biologischen Vorgänge sind.... Gerade das ist doch das faszinierende: Diese Botenstoffe und Hormone sind so unscheinbar und doch für so viel verantwortlich. Das Eine schließt das Andere ja nicht aus.
Ich sehe das halt ziemlich nüchtern. Vielleicht auch berufsbedingt.
Zitat von Anima:Ich betone an dieser Stelle vorsichtshalber: Ich bin kein Gegner von Antidepressiva.
Das habe ich auch gar nicht so wahrgenommen. Im Gegenteil, ich finde die Diskussion sehr interessant und anregend.