
Anika
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Zitat:Was mich jetzt interessiert, ob ihr überhaupt noch körperliche Nähe habt, Vertrautes, Zärtlichkeiten. Nehmt ihr euch noch in den Arm? Hast du zuweilen ein warmes Gefühl, wenn du an ihn denkst? Nimmt er dich wahr mit deinen Wünschen und tut Dinge gerne für dich? Tust du gerne etwas für ihn, ohne Druck zu spüren? Für mich sind das neben Vertrauen und den anderen so lassen können, wie er ist, die wichtigsten Bestandteile meines neuen Lebens mit einem Partner. Danach sehnte ich mich in meinem Vorleben.
Körperliche Nähe ist seltener geworden. Es gibt sie z.B. das Küsschen beim nach hause kommen oder abends auf dem Sofa kuscheln. Zur Zeit ist mir eher selten nach S. und da mein Partner fast jegliche Umarmung gleich mit dem Wunsch danach in Verbindung bringt, halte ich mich zurück. Er reagiert zuweilen sehr wütend, wenn er will und ich nicht. Und da ist schon wieder dieses Hü und Hott. Er will oft, sehr oft und ich selten.
Früher habe ich halt auch mit gemacht, wenn ich gar nicht wollte. Einfach, um den Frieden zu bewahren. Das mache ich nicht mehr. Und wenn ich dann will, dann wirft er mir vor, dass er nur S. haben könne, wenn ICH bestimme. Wenn ICH sage, wann oder wann nicht.
Und das ist auch bei anderen Unternehmungen so. So bald ich sage, dass ich etwas nicht will, fühlt er sich kontrolliert und manipuliert. Und wenn ich sage, er könne das doch auch alleine machen oder mit jemand anderem (also...nicht den S. jetzt ) dann sagt er, dass es ihm keinen Spass machen würde. Wenn ich dann Vorschläge mache, wie seine geplante Unternehmung auch mir Spass bereitet, als Kompromisse suche, dann sagt er, dass ich schon wieder alles bestimmen will.
All das verwirrt mich sehr, weil ich dann nicht mehr weiss, welchen Anteil ich habe. Ob ich nun wirklich so schrecklich bin und dann suche ich wieder die Schuld bei mir.
Ich weiss nicht, ob ich warme Gefühle habe. Oft habe ich Sorge um ihn, weil er so anders sein kann von einer Minute zur anderen. Wir können schöne Momente haben, ein gutes Gespräch, lachen zusammen über etwas, aber ganz schnell kann die Stimmung umkippen. Entweder wird er wütend oder er verfällt in Selbstvorwürfe. Und dann kommen mir auch Ängste hoch. Und ich stelle mir dann die Frage, ob ich nicht doch Schuld bin.
Mein Vertrauen ist gesunken. Das habe ich irgendwann mit erschrecken fest gestellt. Vielleicht ist es zu oft vor gekommen, dass ich mich geöffnet habe, meine innersten Gefühle und Gedanken mitgeteilt habe, und er darüber wütend wurde.
Als ich in der Depression steckte, wollte ich mich von ihm trennen. Weil ich diese Verstrickung erkannte und keinen Ausweg sah. Wir haben uns so viel gestritten, als ich depressiv war. Als ich ihm ganz ernsthaft mitteilte, dass ich gehen werde, wollte er sich umbringen. Sich die Pulsadern aufschneiden. Wenn ich das aufschreibe, wird mir ganz schlecht. Es war so furchtbar. Ich verdränge die Gedanken an diese Nacht.
Ich fühle mich zunehmend verwirrt.
Manchmal denke ich, ob das schon an Beziehungssucht grenzt. Diese alten Muster auf zu decken, diese Beziehungsspielchen, und dann zu ändern.....das braucht so viel Kraft. Ich weiss nicht, ob ich die auf Dauer habe.
Ich finde deinen Ausdruck Tanz auf dem Vulkan klasse. Da kommt Kraft rüber und Feuer. Ich wünsche dir, dass du immer mehr diese Kraft und das Feuer spürst
Anika