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Vergesslichkeit Angst vor Demenz

S
Hallo Tealight danke für die Tipps.

29.11.2022 18:34 • x 1 #16


S
Hallo Zusammen! Heute ist mal wieder einer der Tage wo ich total erschöpft bin und voller Verzweiflung. Ich lese alles über Entzündungen im Gehirn, Risikodaktoren die eine Demenz begünstigen und dann sehe ich schon das schlimmste fast schon unabdingbare Schicksal vor mir. In der Reha in der ich mich momentan befinde werde ich ständig mit Vorträgen konfrontiert die mir das ganze Ausmaß erstmal bewusst werden lassen. Es geht um Folgekrankheiten durch Alk.. Da ich jahrelang Alk. konsumiert habe starke Depressionen habe und mich sozial sehr isoliert habe sehe ich auf einmal nur noch Risikofaktoren für eine Demenz. Ich weiß das ich mich immer wieder im Kreis drehe und die Betätigung regelrecht herbeibeschwöre. Meine Familie fehlt mir ungemein und ich habe noch ganze 15 Wochen Reha vor mir. Ich bereue zum einen zutiefst das ich mich für den Weg entschieden habe weiß aber auch das ich zuhause nicht mehr klar gekommen bin. Eigentlich klingt das für Außenstehende ziemlich komisch und jeder denkt jetzt wenn man so eingebunden ist in Therapien sollte es derjenigen Person doch besser gehen. Aber mein vertrautes Umfeld hat mich sehr innerlich beruhigt. Ich habe so viele Baustellen und mir raucht allmählich der Kopf. Und mich anstatt auf die anderen Mitpatienten einzulassen ziehe ich mich immer wieder zurück und grüble nach. Ich verliere den Faden und beschäftige mich mit Dingen die ich in meinem Zustand nicht erfassen kann. Ich verstehe einfache Mathematik nicht mehr und quäle mich mit sämtlichen Aufgaben. Und wenn ichs nicht hin bekomme ist das für mich der Beweis das ich Dement werde. Dann entgleitet mir auch das Zeitgefühl. Es ist dann nur noch ein Brei von Gestern und heute ohne zeitlichen Kontext. Ich möchte mit niemandem darüber reden weil ich mich so dafür schäme

29.11.2022 18:57 • #17


A


Hallo Steffen81,

Vergesslichkeit Angst vor Demenz

x 3#3


A
@Steffen81
Ich wünsche dir einen guten Morgen.
Mann o Mann.
Du hast noch 15 Wochen vor dir, Das ist lange.
Wenn dich deine Scham so bremst, ja, das kenne ich.
Du bist allerdings nicht auf der Arbeit, sondern in einem Gefüge, daß mit Krankheit umgeht.
Nach der Reha wirst du mit den Therapeuthen nichts mehr zu tun haben.
Es wäre gut ein psychologisches Gespräch zu bekommen., damit du deine dich blokierenden
Gedanken, Grübeleien, Sorgen, Ängste ansprechen kannst.
All das, waß du nicht ansprichst, belastet dich mehr und mehr und keiner weiß wie du dich fühlst.
Du informierst dich durch Vorträge, ect..
Du erkennst, daß du einiges in deinem Zustand nicht erfassen kannst.
Dann lass es, zur Zeit.
In der D. kann ich nicht logisch denken, weiß keine Reihenfolgen mehr, wann war was, vormittags,
nachmittags, gestern, heute.................................verstehee die einfachsten Dinge nicht, das ist der D. geschuldet.
Es dauerte lange bis ich mir sagen konnte, Stop, lass es, nach der D. kann ich es wieder.
Und in der D. zieht es mich nur runter. Und dich auch.
Du könntst dir wesentliches für ein Gespräch aufschreiben und das versuchen anzusprechen.
Ich war 1 Mal in einer Reha, vor 9 Jahren.
Da war ich fast schon wieder gesund, konnte den Tagesablauf bewältigen.
Viele Leute, denen es schlechter ging, kamen im Haus wenig zurecht.
Der Ablauf, das Programm, die Orientierung im Haus, für viele Überforderung.
Ich hatte eine Liebe nette Frau dort kennengelernt und gemeinsam schafften wir die Anforderungen.
Ich drücke dir die Daumen.

30.11.2022 06:04 • #18


S
Hallo Anir, ein Gespräch steht heute bei mir an. Ich hoffe ich finde durch das Gespräch mit meiner Therapeutin etwas Entlastung. Wie muss ich mir das vorstellen? Hast Du in der Depression wirklich so Momente erlebt das Du z.B. auf die Toilette gehst und keine 2 Minuten später die jede Erinnerung dazu fehlt. Oder so Bruchstückhaftes Wissen finde ich noch schlimmer weil es Dich an Deinem Verstand zweifeln lässt. Ich danke Dir für Deine Erfahrungen die Du mit mir teilt . BIS DANN LG STEFFEN

30.11.2022 10:12 • #19


sylvinchen
@Steffen81 da kann ich nur sagen willkommen im Club. Diese Gedanken kenne ich auch zur Genüge. Aber seit ich weiß, dass es gerade bei uns depressiven eine sogenannte pseudo-demenz gibt, die ähnliche Symptome hat wie eine echte Demenz bzw Alzheimer, mache ich mir da nicht mehr so viele Sorgen. Die beschriebene Vergesslichkeit und konzentrationsschwäche ist wirklich fast nur auf die Depression zurückzuführen. Ich schreibe bewusst fast nur, weil ich ja deine krankheitsgeschichte nicht kenne.
Da darfst du ruhig deinen Arzt ansprechen und ihn danach fragen, er wird dir da helfen können. Erfahrungsgemäß gehen diese pseudo-demenzbedingten Symptome wieder weg wenn die Depressionen abklingt bzw weniger wird. Ich hoffe ich konnte dir damit ein bisschen helfen. Also wirklich kein Grund zur Panik. Verständlich aber nicht nötig.

30.11.2022 10:19 • #20


A
@Steffen81
Guten Morgen, Steffen81.
Schön, du hast heute ein Gespräch.
Vielleicht fällt es dir leichter die Karten sofort auf den Tisch zu legen und mit deiner Scham zu beginnen.
Entscheide du das.
Jedenfalls wünsche ich dir, einen für dich guten Verlauf.
Ja, es war bei mir wirklich so gewesen, gerade etwas getan zu haben und es gleich nicht mehr zu wissen.
Angst, Zweifel, Unverständnis, Fragen:werde ich verückt?, Selbsttestung.....................................
Die Einbußen im Kurzzeit-Gedächtnis enorm, im Langzeitgedächtnis weniger aber auch.
In der D. , spüre ich meinen Körper nicht.
Ich habe keinerlei Gefühl in mir.
Auch kein Gefühl, ob ich zur Toilette muß.
Ich gehe dann einfach.
Ich schreibe mir auf, wann ich Stuhlgang hatte.
Ich weiß nicht, ob und wieviel ich getrunken habe, also stelle ich mir morgens meine Getränke auf den Schrank
und sehe was ich getrunken habe.
In der D. , ist mein Stoffwechsel ein anderer, ich habe keinen Heuschnupfen in der D. .
Ich weiß Dinge die ich gerade getan habe, gar nicht mehr oder teilweise.
Die Zeitliche Einordnung fehlt komplett, da ich kein Zeitgefühl mehr habe.
Ich bringe es mal aut den Punkt.
Mein Gehirn kann in der D. nicht mehr abspeichern.
UNd, ich beantworte dir gerne deine Fragen und bin erfreut, daß ich auf diesem Weg beistehen kann.
Alles Gute, dir.

01.12.2022 05:14 • #21


S
Liebe Anir,
ich danke Dir zutiefst für Deine aufbauenden Worte. Ich mache gerade eine so schwere Zeit durch und jeder der mich auf dem Weg ein Stück weit begleitet bin ich so dankbar. Mir fällt es zunehmend schwer mich gerade unter die Leute zu begeben. Ich weiß das mich die Isolation nur noch weiter runter zieht aber es gibt keinen anderen Weg heraus. Ich werde morgen nochmals ansprechen ob man mir die Medikamente erhöht. Darauf setze ich gerade meine ganze Hoffnung. Wie ist es Dir heute so ergangen? War Dein Tag soweit ok? Bis dann liebe Grüße Steffen

01.12.2022 18:26 • #22


G
Ein herzliches Hallo in die Runde,

ich hab diesese tolle Forum gefunden und bin neu hier angemeldet und nach etwas lesen weiß gar nicht wie und wo ich mit dem Einsteigen anfangen soll und habe gerade diesen Beitrag gesehen und es geht mir seit einiger Zeit genau so wie Dir, Steffen81.

Ich leide seit Jahrzehnten unter immer schlimmer werdenden Depressionen in immer kürzeren Abständen mit immer weniger Erholung und hab mich immer einfach nur weiter und weiter gequält und auch keine wirkliche Hilfe von Ärzten bekommen, an die ich mich hin und wieder gewandt hab, insbes. wg. dieser Erschöpfung, die anfänglich das gefühlt größte bzw. greifbarste Problem war und ich wusste auch nicht so recht was mit mir los ist.

Die Diagnose rezidierende Depri Richtung chronifiziert und damals akut schwere depressiver Episode hab ich erst vor ein paar Jahren nach einer Art Zusammenbruch bekommen.

Aktuell geht es mir wieder sehr schlecht (seit vielen Jahren gibt es eigentlich nur noch zwischen schlecht und sehr schlecht) und es haben sich unter anderem noch mal deutlich diese kognitiven Einschränkungen verschlimmert und ich hab auch von dieser Pseudo-Demenz durch D. gelesen, was mich auch nur ein kleines bisschen beruhigt.

Ich hab ich mich wieder in Behandlung begeben und bin wieder bei dem Psychiater von damals - und konnte bei jetzt 2 Terminen kaum das abrufen und ausdrücken was ich mir anzusprechen vorgenommen hatte. DAS konnte ich auch noch so einigermaßen äußern, aber immer dieses Gefühl man hat versagt weil man einfach nicht kurz und bündig und in der nötigen Reihenfolge und Zusammenhang ausdrücken konnte was man alles sagen wollte. Schrecklich!
Man denkt man kann ja nicht mit einem Zettel zum Arzt gehen und dann Symptome und weitere Punkte die man ansprechen wollte wie z.B. Medikamente,, damals die Tagesklinik u. Psychotherapie, wie es dann weiter ging usw., was ja alles für eine Diagnose usw. wichtig ist.
Dann weiß man man hat nicht endlos Zeit, also auch noch Zeitdruck, der Psychiater ist da sehr strickt mit der Zeit und den Terminen damit keiner lange warten muss. Dadurch Stress, alles noch schlimmer...

Dann hab ich vor lauter Panik vor einem nächsten Termin in std.-langen Quälerei eine wirre 4 Seiten lange E-Mail geschreiben um die Punkte anzusprechen.
Das kam natürlich nicht so gut an, der Psychiater meinte natürlich das geht nicht, wenn das jeder macht kommt er ja zu nichts anderem... Aber es hat vielleicht meinen Zustand verdeutlicht.

Apropos Zettel: Da komme ich zu dem was ich evtl. als Hilfe beitragen könnte, was aber sicher auch viele hier kennen.

Wenn ich z.B. per Telefon etwas klären muss, mache ich mir tatsächlich einen Zettel. Am PC, in Word, auf den ich alles stichpunktartig aufschreibe was ich ansprechen möchte und auch ganze Sätze, die ich sagen will, z.B. zur Einleigung um in das Gespräch zu kommen usw. Und kann da auch etwas mitschreiben und nach dem Gespräch schnelle alles wichtige aufschreiben, bevor man wieder die Hälfte vergisst.
Für pers. Gespräche mache ich mir einen Papier Zettel gleicher Art. Hole den halt einfach hin und wieder hervor, egal wie es rüber kommt. Sagen dann etwas wie bin zur Zeit etwas durch den Wind oder sage einfach etwas wie diese Floskel was ham wa noch so auf dem Zettel...?

Ansonsten frage ich mich auch was und welche Medis evtl. dagegen helfen können? Ob und in welchem Umfang es überhaupt noch wieder normal werden kann.

Hab auch in einer Sendung gesehen, dass langjährige D. das Gehirn sogar sichtbar (MRT oder so) verändert. Insbes. Hypokampus und Hypotallamus und/oder so verkleinert) und dass das auch wieder zurück zu bilden ist. Aber wie und wie lange es dauert... Vielleicht kennt sich jemand damit aus.

Viele Grüße soweit und viel Ruhe, Frieden, Kraft und alles was gut tut für alle

01.12.2022 20:06 • #23


A
@Steffen81
Hallo Steffen81
Ja, es ist eine schwere Zeit.
Ich verstehe das.
Gut ist es, wenn du feststellst, ob die Medikamente anschlagen und wirken, im Sinne einer Besserung.
Da gut drauf zu achten und es dann mitzuteilen, ruhig auch mit Gedächtniszettel, ist dein Beitrag zum optimalen
Verlauf. All das, waß du machen kannst, mache.
All das, waß nicht geht, geht eben noch nicht. Ziehe dich nicht runter dadurch.
Du bist erkrankt und es dauert. Leider.

Mein Tag.
Ja es geht mir gut, Danke.
Ich arbeite und es macht mir Spaß.
Ich kann mich wieder mit Freunden Treffen.
Ich habe auch im Fokus auf mich aufzupassen.
Und weiß, wenn es mir gut geht, ist wieder so einiges möglich.
Ich schreibe seit fast 40 Jahren Tagebuch und bin zur Zeit gut reflektiert.
Du weißt ja warum es mir so besser geht. Da ich eine EKT-Behandlung hab machen lassen.
Ich wünsche dir alles Gute.
Und, du weißt ja, der Dezember hat begonnen und somit kannst du hier im Forum die Türen des
Adventkalenders öffnen.
Eine gute Zeit.

02.12.2022 05:34 • #24


S
Hallo Anir, ich komme gerade aus der Visite und mein Arzt hat mir eine EKZ empfohlen. Aber irgendwie habe ich auch Angst davor. Reagiert ja jeder anders drauf

02.12.2022 09:08 • #25


G
Hallo Steffen81, Hallo zusammen,

mir fällt noch ein, als es Mitte des Jahres bei mir mit der D., den kognitiven Einschränkungen und der Vergesslichkeit immer schlimmer wurde, hab ich angefangen alles Mögliche auf dem Handy im Kalender (google workspace) einzutragen.
Da kann man ja schön pro Eintrag (auch zurückliegend) Tag und Zeitraum (Uhrzeit von – bis), einen längeren Titel und noch weitere Infos wie Personen, Ort, Beschreibung eintragen.
Das hilft mir einigermaßen den Überblick zu behalten.

Du schreibst dass es dir sonst im Moment recht gut geht… Wie lange denn schon? Wie lange schon quasi ohne D.? Dementspr. auch ohne Medis gegen D.?
Wenn diese Vergesslichkeit noch immer andauert und sogar als noch schlimmer empfunden wird.

Ich bezeichne es bei mir auch als Arbeitsspeicher, Festplatte, Prozessor und Netzteil kaputt.
Wie ist es denn erst mal mit dem „Hardware Check“? Blutuntersuchung auch auf Entzündungswerte und alle üblichen Verdächtigen, MRT, Hirnströme messen und was es sonst noch geben mag.
Ist das nicht auch Thema in der Reha bzw. Gibt es nicht Möglichkeiten dies während der Reha machen zu lassen?

Eine weitere Sache könnte evtl. ja auch noch relevant sein. Corona Impfung(en).
Letztens in einer Sendung gesehen, dass es Fälle gibt, wo nach Corona Impfung Entzündungswerte im Blut ähnlich wie nach Corona Erkrankungen vorhanden sind und zu ähnlichen Folgen wie Long-Covid führen.
Bei Demenz handelt es sich ja auch um Entzündungen (im Gehirn).

Viele Grüße

02.12.2022 16:54 • #26


A
@Steffen81
Hallo Steffen81, einen schönen Decembermorgen wünsche ich dir.
Achte mal auf die Schneeflocken, die während des Schreibens vom Pc-Bildschirm fallen.
Schön, gell?!
Du meinst die Ekt?!
Ich habe es gemacht.
Für mich war es genau das Richtige.
Jeder reagiert anders, genau wie auch bei der Einnahme von Medikamenten.
Mir hat es sehr gut geholfen.
Kam aus der tiefsten D. raus und kann jetzt mein kleines Leben wieder leben.
Angst zu haben ist ja mal nicht verkehrtes.
So ist man auch aufmerksam und hinterfragt Dinge kritisch
Ich hatte mich ins Thema eingelesen.
Und schon einen langen Leidensweg erfahren, der mich dazu brachte, mich auf diese Behandlung einzulassen.
Lieber Steffen, ich wünsche dir alles Gute.

03.12.2022 07:59 • #27


A


Hallo Steffen81,

x 4#13


A
Guten Morgen, Steffen.
Schaust du dir auch die Türchen im Adventkalender, hier im Forum an?
Nur schön.
Kann ich dir gut emfehlen.
Ich wünsche dir alles Gute und eine schöne Adventszeit.

08.12.2022 07:18 • #28

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