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Wartezeit bis zur Klinik durchhalten

Dani82a
Und wieder einmal schließe ich mich @Alexandra2 an!

Ganz ehrlich : bin jetzt fast ein Jahr am Stück im Krankenstand. Ehrliches Interesse vom AG kommt keines, wie es mir geht. Aber in einem Punkt war der ziemlich ehrlich : dass die Firma BELASTABRE Mitarbeiter braucht!

Sprich : keinerlei Anerkennung für all die Jahre, die ich mich mit meinen Krankheitsschüben dahin geschleppt habe.
Und: die Arbeit funktioniert auch ohne mich. Eine große und wichtige Erkenntnis. Dachte immer panikös daran, dass ich doch meine Arbeit nicht anderen aufbürden kann... Was für ein Blödsinn, im Endeffekt...

Unser Job ist es, uns um UNS zu kümmern.
Der Chef soll sich um die Arbeit und deren Verteilung kümmern.

18.06.2020 12:12 • x 2 #46


Alexandra2
So sehe ich es auch. Ich wurde krank und gar nicht mehr gesund, nie hat sich jemand nach mir erkundigt und auch als ich nicht mehr arbeiten konnte. Es gab sofort die Kündigung ohne einen Hinweis, als die Erwerbsminderungsrente unbefristet wurde. Nichts. 23 Jahre habe ich dort geackert wie ein Pferd.

18.06.2020 13:36 • x 1 #47


A


Hallo Roselin,

Wartezeit bis zur Klinik durchhalten

x 3#3


R
Zitat von Alexandra2:
Liebe Roselin,
Doch Du darfst das. Deine Seele ist krank und sie wird durch Überforderung noch kranker. Personalmangel ist Chefsache, nicht Deine. Diesen Fehler, sich dennoch zur Arbeit zu schleppen, machen sehr viele Menschen. Und bezahlen mit dem Rest ihrer Gesundheit.
Nimm Dich selbst mal Ernst....
Du schaffst das!
Liebe Grüße Alexandra


Kennst du diesen ,,Du kannst dich bewegen und arbeiten, also bist du auch nicht krank!,, Gedanken?
Wenn man eigentlich genau weiß dass Depression eine Krankheit ist, genau wie ein gebrochenes Bein oder eine Grippe, und man es sich trotzdem nicht erlaubt sich selber als krank anzusehen?

Der greift bei mir ganz ganz schlimm....aber schon immer!
Es ist immer dieses ,,Du musst weiter machen, reiß dich einfach zusammen, anderen Leuten geht es viel viel schlechter!,,

Ich erlaub mir das einfach nicht, das als Krankheit zu akzeptieren...
Mit Fieber würd ich nie arbeiten gehen! Aber in meinen Phasen schlepp ich mich trotzdem immer so lange bis es einfach nicht mehr geht....und dann hab ich trotzdem noch furchtbare Schuldgefühle und Selbsthass wenn ich mich krankschreiben lasse....

18.06.2020 15:53 • x 1 #48


R
Zitat von Dani82a:
Und wieder einmal schließe ich mich @Alexandra2 an!

Ganz ehrlich : bin jetzt fast ein Jahr am Stück im Krankenstand. Ehrliches Interesse vom AG kommt keines, wie es mir geht. Aber in einem Punkt war der ziemlich ehrlich : dass die Firma BELASTABRE Mitarbeiter braucht!

Sprich : keinerlei Anerkennung für all die Jahre, die ich mich mit meinen Krankheitsschüben dahin geschleppt habe.
Und: die Arbeit funktioniert auch ohne mich. Eine große und wichtige Erkenntnis. Dachte immer panikös daran, dass ich doch meine Arbeit nicht anderen aufbürden kann... Was für ein Blödsinn, im Endeffekt...

Unser Job ist es, uns um UNS zu kümmern.
Der Chef soll sich um die Arbeit und deren Verteilung kümmern.


So viele Leute sagen mir das genau so wie du, hier im Thread natürlich, aber eben auch meine Mama oder meine Cousine....
Da kommt dann immer der Satz ,,Wenn dich jetzt einer auf der Straße umfährt kannst du auch nicht arbeiten gehen! Dann müssten deine Kollegen auch zurecht kommen!,,

Und dann denk ich mir immer, recht haben sie ja....aber mich hat ja nunmal keiner umgefahren, das steckt ja alles nur in MEINEM Kopf....
Verstehst du was ich meine?

18.06.2020 15:55 • x 2 #49


Dani82a
Glaube, dass ich verstehe, was du meinst.

Menschen, die noch nie eine Depression hatten oder sie vehement leugnen, bringen für Betroffene oft wenig bis kein Verständnis auf.

Ich selbst habe auch lange gebraucht, bis ich meine Erkrankung endlich verstanden und angenommen habe.
Vorher bin ich immer wieder arbeiten gegangen, auch mit körperlichen Symptomen, die durch die Erkrankung hinzu kamen.

18.06.2020 16:06 • x 2 #50


R
Ich erkenn es für mich eben leider auch selber nicht an.

Ich sag zwar manchmal zu Leuten ,,Ich bin krank,, aber es wirklich selber so sehen tunich glaub ich nicht....

18.06.2020 18:20 • #51


Alexandra2
Liebe Roselin, was ist so schwer daran, Deinem Gefühl mehr zu glauben als Deinem Verstand? Diesen beiden üben ständig bei mir. Der Verstand sagt, och nö, stell Dich nicht so an und das Gefühl sagt aber aber aber, ich kann nicht mehr. Seitdem mein Gefühl viel mehr Raum bekommt, geht es mir besser. Obwohl ich viele Gefühle nicht kenne, das hab ich nicht gelernt.
Versuche es mal, dem Gefühl zuzuhören, das tut ganz gut
Liebe Grüße Alexandra

18.06.2020 18:43 • x 1 #52


R
Was daran so schwer ist weiß ich selber nicht so genau....
Eigentlich bin ich ein totales ,,Opfer,, meiner Gefühle, aber ich lass es mir selbst trotzdem nicht durchgehen deswegen zu sagen ,,Ich bin krank,,.
Ich neige immer viel viel mehr zu Druck und Selbsthass im Sinne von ,,Reiß dich zusammen! Anderen geht es schlechter und die haben schlimmeres erlebt!,,


Ich werd morgen nochmal Arbeiten gehen....ich hoffe einfach das mein Ex auch morgen nicht in mein Labor kommen wird.
Heute war er nämlich nicht da und es war halbswegs ok.
Ich hatte aber trotzdem durchgehend Angst, insbesondere wenn eine Türen geöffnet worde o.ä.

Ich hoff einfach er kommt morgen auch nicht....dann wird der Tag schon irgendwie gehen.

Und übers WE muss ich mir dann überlegen ob ich das noch aushalten kann oder nicht mehr....

18.06.2020 19:19 • #53


R
Guten Morgen,

jetzt passiert genau das was ich schon seit Dienstag gefürchtet hab.
Gestern war der Tag halbwegs ok weil mein Ex eben nicht bei mir auf Arbeit war.....und ich hatte ja aber trotzdem den ganzen Tag Angst dass er plötzlich in der Tür steht. Und hatte dann auch gestern Abend Angst vor heute, weil es ja heute wieder passieren kann dass er wieder vorbeikommen muss....

Und jetzt lieg ich wach im Bett, seit mittlerweile 2 Stunden und schaff es nicht aufzustehen und mich fertig zu machen....ich hab extreme Angst davor auf Arbeit zu gehen und dass er dann heute wieder da sein wird!

Ich müsste mich längst fertig machen und ich weiß ja auch was heute alles auf der Agenda steht auf der Arbeit....aber ich schaff es einfach nicht, ich hab solche Angst davor hinzugehen....

19.06.2020 07:48 • #54


Alexandra2
Liebe Roselin,
Du bist wichtiger als die .. Arbeit. Deine Ängste signalisieren eindeutig Deinen Rückzugsbedarf. Vielleicht machst Du die Erfahrung, daß es genau das ist, was Du jetzt brauchst? Du darfst Dich zurückziehen, Du darfst Angst haben, weil Du Unvorhergesehenes nicht mehr verarbeiten kannst.
Achte gut auf Dich, es gibt Dich nur einmal.
Viele liebe Grüße Alexandra

19.06.2020 09:42 • x 1 #55


Dani82a
Liebe Roselin,

bist du zu Hause geblieben?

Sich auf Arbeit zu quälen, ist nicht gut für deine Gesundheit, momentan.

19.06.2020 10:08 • #56


R
@Alexandra2 @Dani82a

Ich bin gerade raus aus der Arztpraxis.
Er war sehr nett, hat sogar explizit nachgefragt was denn der Triggerfaktor auf Arbeit wäre, so das ich ihm das erzählt hab mit meinem Ex und den Panikattacken....aber ich hab mich dafür extrem geschämt.....

Bin jetzt 2 Wochen krank geschrieben + ein Rezept für Lorazepam dass ich bei Bedarf nehmen soll, wenn ich schlimme Ängste oder Zwangsgedanken bekomme.

Es geht mir jetzt eigentlich schon nur durch das Bewusstsein dass ich jetzt nicht auf Arbeit muss und deswegen jetzt keine Angst haben muss, ein klein wenig besser.

Jetzt muss ich nur meine Chefin anrufen und ihr irgendwie beibringen dass ich jetzt zwei Wochen und vielleicht noch länger ausfalle (falls ich es vor der Klinik nicht mehr schaffe mit der Arbeit+die Zeit die ich dann in der Klinik sein werde).....
Ich denke nicht das man mich deswegen feuern wird, aber ich hab trotzdem Sorgen um meinen Job.....

19.06.2020 10:37 • x 1 #57


Dani82a
Du schaffst das!

19.06.2020 11:07 • #58


R
Guten Morgen,

ich hab den Tag gestern dann noch irgendwie geschafft. Meine Chefin war sehr nett und verständnisvoll, mal sehen wie das weitergehen wird.

Ansonsten war ich dann gestern total platt....alles war irgendwie anstrengend...
Ich hab dann versucht zumindest 10min pro Stunde hier ein bisschen was zu machen. Geschirrspüler ausräumen, Waschmaschine anstellen usw.
Das hat ganz gut geklappt, aber es ist echt enorm wie sehr solche kleinen Dinge schon schlauchen.

In dem Zuge hab ich dann auch Sachen weggeräumt die noch aus den Tagen vor der Trennung hier rum standen (also nichts von ihm, eher sowas wie noch nicht zusammengelegte Wäsche usw.).
Das hat fiese Flashbacks ausgelöst, aber es ging....ich hab versucht das irgendwie weg zu drängen.

Heute morgen fällt es mir auch schwer. Mir ist bewusst geworden dass heute der erste Samstag seit der Trennung ist an dem ich wieder zuhause aufgewacht bin....alleine natürlich.
Die letzten 4 Wochen war ich ja immer woanders. Und davor war er noch da....
Es fühlt sich komisch unreal an....und tut weh....aber ich versuch es nicht an die Oberfläche zu lassen....

Später fahr ich immerhin zu meiner Mama, dann bin ich nicht mehr alleine hier zuhause.
Und nächsten Samstagmorgen wird dieses Bewusstsein mich vielleicht schon nicht mehr ganz so sehr treffen.....

20.06.2020 07:18 • #59


A


Hallo Roselin,

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Alexandra2
Liebe Roselin
Ich bin stolz auf Dich, wie gut Du die Vollbremsung hinbekommen hast, einfach klasse. Lot di tiet, lasse Dir Zeit mit Dir
Liebe Grüße Alexandra

20.06.2020 07:51 • #60

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