Hallo Violett,
Themen kann man beliebig oft und beliebig lang unterbrechen. Wir haben ja nicht
immer Zeit.
Zitat:was mache ich denn mit diesem beängstigenden Gedanke
krank und alleine zu sein, wenn dies ganz realistische Gedanken sind?
Zunächst erst einmal, ihn lange und gründlich anschauen. Ob der Gedanke realistisch
ist, entscheidest Du selbst. Haben nicht fast alle unsere Gedanken etwas Realistisches?
Beim Denken geht es meiner Ansicht nach weniger um real oder nicht real.
Es geht viel mehr um Wahrscheinlichkeiten. Dies wird leider oft verwechselt.
Wenn ich ohne Wecker schlafen gehe, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ich morgens
verschlafe. Meine Angst halte ich gering, indem ich mir einen Wecker hinstelle.
Meine Angst, eine schlimme Krankheit zu bekommen ist dagegen eher unwahrscheinlich.
Das kann mich treffen. Nur wann wird mich das treffen und wie schlimm wird mich das
dann treffen?
Mich dagegen abzusichern, ist sehr schwierig bis fast unmöglich. Wenn Du Dich für den
Weg entscheidest, Dich gegen alles zu versichern und abzusichern, bist Du im Leben
fast überall nur Vierte oder Fünfte beim Rennen.
Andere Menschen tragen weniger Ballast mit sich herum und gehen etwas mehr Risiko ein.
Wenn Du Dich viel mit Angstgedanken beschäftigst, führst Du ständig große Denkschleifen
aus. Das ist so etwa, wie wenn zwei Menschen morgens zur Arbeit fahren.
Mit viel Angst stehst Du dreimal vorm Spiegel. An der Haustür gehst Du nochmal zurück, um zu schauen,
ob der Herd auch ausgeschaltet ist. Ein zweites Mal geht Du vielleicht zurück um
in den Kühlschrank zu schauen, ob Deine Lieblingsspeise noch ausreichend vorhanden ist.
Bevor Du in Dein Auto steigst, gehst Du erst einmal drum herum, um zu schauen, ob die
Reifen genug Luft haben und nirgendwo ein neuer Kratzer im Lack ist.
Am Arbeitsplatz angekommen stellst Du fest, dass Du gerade nur zwei Minuten vor der Zeit ankommst.
Das war mal wieder Stress pur.
Die Kollegin ist schon seit 10 Minuten da.
Vielleicht ist das kein gutes Beispiel. Allerdings, wer sich zu viel absichern möchte, der
verschenkt wertvolle Lebenszeit und kann auch schlecht locker leben. Weil
theoretisch kann alles Angst machen und einen Menschen blockieren.
Die Lösung liegt etwa darin, dass man sich bei den meisten Ängsten selbst damit
beruhigt.
Ich warte erst einmal ab, was passiert. Und wenn etwas Schlimmes passiert, dann
werde ich eine für mich passende Lösung suchen und finden.