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Wenn das schwarz noch schwärzer wird

EmptyLife
Die Welt ist einfach viel zu laut, voll und schnell liebe @Lost111 , selbst für mich mit meinen 27 Jahren...

22.10.2021 10:09 • x 2 #16


W
Liebe Lost,
wenn ich das so richtig gelesen habe, so gibt es viele Fragen auf deiner Seite: warum ist das so?
wie nehme ich meine Bedürfnisse wahr? aber auch Äußerungen, die dich selbst herunterziehen:
habe nicht gelernt auf meine Bedürfnisse zu schauen, es wird dunkler in mir usw.
Ich kann das so gut nachvollziehen, auch die Ängste gegenüber dem Arbeitgeber, aber-
ich bin fest davon überzeugt, dass sind Symptome der Depression. Die gleichen Fragen stelle ich
mir auch und auch noch die Fragen von Müdigkeit und Belastbarkeit.
Obwohl ich es weiß, habe ich es durch die APP noch mal gemerkt, Depression ist eine schwere
und auch langwierige Krankheit und hat nichts mit Versagen zu tun.
Ich versuche nicht nur zu funktionieren, sondern mir wirklich Freiräume einzuräumen um mich
zu erholen und manchmal schaffe ich es sogar, Dinge neu auszuprobieren.
Deshalb wünsche ich dir von ganzem Herzen, denk an dich, mach Pausen, wenn du es brauchst (auch
Gespräche mit nahestehenden Menschen können kräfteraubend sein), vielleicht findest du etwas,
was dir Spaß macht, genieße die Zeit mit der Katze.
Liebe Lost, ich weiß, Ratschläge können auch Schläge sein, deshalb: such dir das aus, was DIR gefällt.
Ich denke an dich
wozu

22.10.2021 18:29 • x 2 #17


A


Hallo Lost111,

Wenn das schwarz noch schwärzer wird

x 3#3


Lost111
Liebe @wozu ,

danke für deine lieben Worte und dein Verständnis.

Zitat:
Obwohl ich es weiß, habe ich es durch die APP noch mal gemerkt, Depression ist eine schwere
und auch langwierige Krankheit und hat nichts mit Versagen zu tun.

Mein Kopf weiß das auch, aber meine Gefühle sagen mir was ganz anderes. Es schreit regelrecht VERSAGER in mir.
Heute z.B. habe ich nur das Katzenklo neu gemacht und das Altpapier in die Tonne vor der Wohnung gebracht; ich war danach so erschöpft, das ist schon nicht mehr schön. Ich lag dann nur noch auf der Couch und habe die Decke angestarrt. Nichts ging mehr. Alles ist so schwer! Wie gehst du damit um? Kannst du das so akzeptieren?
Ich tue mich damit wirklich schwer.
Meine Katze ist eindeutig eine Kraftquelle. Sie schafft es derzeit sogar, mir ein kleines Lächeln ins Gesicht zu zaubern.
Aber ich merke auch, wie ich immer mehr auf die egal-Schiene (so nenne ich es) gerate. Mir ist so vieles einfach nur egal. Und das ist beängstigend. Dieses kleine Wort beschreibt es einfach zutreffend.
Zitat:
Liebe Lost, ich weiß, Ratschläge können auch Schläge sein, deshalb: such dir das aus, was DIR gefällt.
Ich denke an dich

Du, alles gut! Es ist total lieb von dir, dass du an mich denkst.

Komisch, das Nichtstun auch anstrengend sein kann.

LG Lost111

22.10.2021 19:06 • x 2 #18


Y
Hallo Lost,
Nichtstun ist anstrengend, sehr anstrengend . Die Depression saugt jegliche Kraft aus dem Körper. Diese körperliche Erschöpfung ist extrem hartnäckig.
Du könntest es auch anders herum sehen . . . Dir geht es sehr schlecht und du hast trotzdem das Katzenklo gemacht und das Altpapier in die Tonne gebracht. Das erscheint wenig, ist aber viel. Mir ist in der Therapie verklickert worden, dass ich die kleinen Erfolge, Sachen die ich erledigt habe, positiv sehen und wertschätzen soll.
Ich habe mich sehr schwer damit getan, wirklich sehr schwer. Das Wort Muss habe ich gestrichen, versucht Druck rauszunehmen. Das was geht ist prima, der Rest bleibt liegen.
Ich denke, in dem Moment, wo man die Depression mit allem Mist der dazu gehört als Krankheit akzeptiert, akzeptiert das man selbst schwer krank ist, fängt man an zu lernen mit der Krankheit umzugehen.

Ich wünsche dir viele Momente in denen dir deine Fellnase ein Lächeln ins Gesicht zaubert.
VG Ylvi

22.10.2021 22:12 • x 4 #19


Lost111
Hallo @Ylvi13 ,

auch dir vielen Dank für deinen Beitrag.

Zitat:
Du könntest es auch anders herum sehen . . . Dir geht es sehr schlecht und du hast trotzdem das Katzenklo gemacht und das Altpapier in die Tonne gebracht. Das erscheint wenig, ist aber viel. Mir ist in der Therapie verklickert worden, dass ich die kleinen Erfolge, Sachen die ich erledigt habe, positiv sehen und wertschätzen soll.

Natürlich soll es meiner Katze an nichts fehlen - das ist schonmal klar. Deshalb, alles, was damit zu tun hat, hat immer Vorrang, egal, wie es mir persönlich geht.
Aber ja, du hast Recht - auch die kleinen Erfolge zählen. Aber mir fällt es so schwer, das auch wirklich anzuerkennen!
Ich bin schlecht darin, mich selbst zu loben. Und ich kann auch das Lob von Anderen nur sehr schwer annehmen.
Zitat:
Das Wort Muss habe ich gestrichen, versucht Druck rauszunehmen. Das was geht ist prima, der Rest bleibt liegen.

Das hört sich so einfach an, ist aber so schwer! Wenn es danach geht, könnte ich noch dies und das erledigen usw. und ich habe ja jetzt die Zeit dafür. Stattdessen liege ich auf der Couch und starre die Wände an. Warum kann ich mir das nicht ohne schlechtes Gewissen erlauben? Wahrscheinlich mangelt es da immer noch an Akzeptanz meinerseits.
Ich meine, es ist nicht das erste Mal, dass es mir so schlecht geht. Und jedes verdammte Mal fällt es mir schwer, das so hinzunehmen. Total blöd, oder?
Zitat:
Ich wünsche dir viele Momente in denen dir deine Fellnase ein Lächeln ins Gesicht zaubert.

Danke dir.

LG Lost111

22.10.2021 22:29 • #20


Y
Nein, es ist nicht total blöd. Es ist total verständlich.
Ich denke, der Umgang mit der Krankheit ist ein Lernprozess, der unterschiedlich lang dauert. Es bedarf wirklich viel Übung, die kleinen Erfolge auch als solche zu sehen und anzuerkennen.
Mein Zauberwort ist Gelassenheit.
Weißt Du, ich bin chronisch depressiv. Die Krankheit habe ich akzeptiert, aber das Üben , das mit mir arbeiten hört nicht auf. Immer wieder rutsche ich in alte Verhaltenmuster.
Von daher kann ich dich gut verstehen.
Gute Nacht.

22.10.2021 22:54 • x 1 #21


Lost111
@Ylvi13

wie gerne wäre ich auch gelassener! Aber das scheint nicht mir zusammen zu passen.
Ich dachte immer, dass ich meine Krankheit inzwischen akzeptiert hätte. Aber es ist - wie du sagst - ein ständiges weiteres arbeiten an sich selbst. Es ist so schwer, alte Verhaltensmuster zu durchbrechen.

Heute hatte ich mir den Wecker auf 9.00 Uhr gestellt, damit ich meinen wöchentlichen Einkauf so schnell wie möglich hinter mir habe. Hat insoweit auch geklappt, aber für den Rest des Tages war ich wieder zu nichts zu gebrauchen. Ich bin auch nochmal eingeschlafen.

Die Sonne scheint strahlend vom Himmel und es ist dunkel in mir. Ich könnte raus gehen, aber mein Körper ist so schwer.
Die schlimmen dunklen Gedanken lauern unter der Oberfläche. Bereit, Momente der Schwäche zu nutzen.
Leider bin ich nicht immer stark.
Was habe ich letztens gelesen:

Stärke bedeutet auch zu wissen, dass man nicht immer stark sein kann.

LG Lost111

25.10.2021 18:26 • x 1 #22


Lost111
Die Tage vergehen, ereignislos, einer nach dem anderen. Und ich will weiterhin nur die Decke über den Kopf ziehen.
Es geht mir kein bisschen besser. Ich fühle mich - gerade heute - wieder mal wie ein Versager. Ich kriege einfach nichts auf die Reihe! Ich bin erschöpft ohne Ende, obwohl ich ausreichend schlafe.

Es soll aufhören!

Ich könnte schreien! Doch ich bleibe still. Ich weiß wieder nicht, wohin mit mir.

Am Sonntag steht ein Geburtstag in der Familie an. Das nervt mich jetzt schon. Aber meine Schwester hat mich so lieb und nett eingeladen, da konnte ich nicht nein sagen. Also werde ich zum Kaffee trinken hinfahren. Aber vllt. tut mir das auch gut. Keine Ahnung.

Wohin geht man, wenn man es mit sich selbst nicht mehr aushält?

28.10.2021 19:49 • x 1 #23


Martl
Hallo Lost, wollte jetzt gerade ein neues Thema aufrufen. Jetzt hab ich dein Thema gelesen, und genauso ist es bei mir aktuell auch so. Die Depression hat mich auch wieder so im Griff, meine Ärztin und meine Therapeutin haben mir eine stationäre Behandlung empfohlen. War jetzt vor einem Monat zwei Wochen krank, jetzt wieder in einer Klinik zu gehen, war 2019 schon 14 Wochen in einer Klinik, hab auch gegenüber meinen Arbeitskollegen und meiner Familie so ein schlechtes Gewissen. Ich bin aktuell so am Boden. Immer diese Kämpfen gegen diese Depression, es kostet mir jetzt soviel Kraft. 15 Jahre Depression m, mir geht einfach die Kraft aus..... Sorry,

28.10.2021 20:09 • x 1 #24


Lost111
Hallo lieber @Martl ,

das hört sich bei dir auch nicht wirklich gut an alles. Ich fühle mit dir. *Sfz*
Immer dieser ständige Kampf - das zehrt so sehr an den Kräften!
Ich kann dein schlechtes Gewissen so gut verstehen, geht es mir doch auch nicht anders.
Auch ich soll mir - bis zum nächsten Termin bei meiner Psychiaterin in 4 Wochen - überlegen, ob ich stationär oder TK gehen möchte. Ich will es doch alleine schaffen! So zumindest mein Anspruch.
Leider habe ich jetzt auch keinen guten Rat für dich parat.
Ich setze mich mal zu dir und wir schweigen gemeinsam.

LG Lost111

28.10.2021 20:18 • #25


Martl
Viele lieben dank. Sei umarmt, Dir auch alles Gute..

28.10.2021 20:22 • x 1 #26


Lost111
Und der Regen fällt auf leere Straßen, ohne dich
Es ist kalt und leer in unserer Welt

Ganz tief in mir, weiß ich,
Es gibt ein Leben ohne dich
Doch es tut so weh, es tut so weh!

28.10.2021 23:16 • x 2 #27


W
Liebe Lost,
wie geht es dir heute? Weißt du schon, ob du morgen zum Geburtstag gehst? Manchmal ist es gut,
etwas zu wagen und wenn es dir dabei nicht gut geht findest du sicher eine Möglichkeit wieder
zu gehen.
Du hast noch mal geschrieben, dass du dich als Versagerin fühlst, ich kann das auch so gut
nachvollziehen, weil es mir ja genauso geht.
Aber - in den letzten Tagen habe ich überlegt, woran das liegen könnte. Bei mir ist es so,
dass ich andere nicht enttäuschen möchte, dass sie einen guten Eindruck von mir haben
sollen. Dabei habe ich auch gemerkt, dass sie nicht wissen, was eine Depression ist und
was das für Folgen hat, vielleicht, weil ich mich nach außen hin noch immer als halbwegs
stark verkauft habe.
Vor ein paar Tagen bekam ich eine Nachricht mit dem Inhalt: Du hast das ja eigentlich schon
verarbeitet, wieso passiert dir das wieder? - Ja, da wurde mir mal wieder bewusst, eine
Depression ist eine Krankheit, die wir immer wieder bekommen können, selbst wenn man
noch so viel an sich gearbeitet hat.
Ich versuche jetzt nicht mehr dagegen anzukämpfen, sondern ich versuche, damit zu leben,
d.h. auch, und das ist für mich ein ganz schwerer Schritt, in der Arbeit kürzer zu treten.
Liebe Lost,
ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass dieses Gefühl des Versagens gegen dich selbst
in der nächsten Zeit immer weniger wird und für morgen eine gute Zeit.
wozu

30.10.2021 17:03 • x 2 #28


Martl
Liebe Lost, wozu hat es sehr gut geschrieben. Auch ich habe mich in den letzten Wochen eingeigelt. Na ja, vielleicht hast du die Kraft, doch zum Geburtstag zu gehen. Ich wünsche Dir die Kraft von Herzen. Ich habe ein paar Tage gebraucht, hab heute an zwei psycho. Kliniken eine Anfrage zur Klinikaufnahme gestartet. Wollte zwar nicht mehr in eine Klinik. Aber wenn man nicht mehr weiter weiß, sollte man Hilfe annehmen. Liebe Grüße

30.10.2021 17:58 • x 2 #29


A


Hallo Lost111,

x 4#15


Lost111
Liebe @wozu und lieber @Martl ,

danke für eure Zeilen!

Letztendlich habe ich mich doch dazu durchgerungen, zu dem Geburtstag zu gehen. Anfangs ging es mir noch relativ gut , aber als dann immer mehr Leute kamen, war es mir einfach zu viel; zu laut und zu viele Gesichter. Ich kann das nur schwer aushalten, wenn es mir nicht gut geht. Deshalb bin ich nach knapp 1 1/2 Stunden auch wieder gefahren. Wie immer musste ich von meiner Mama hören: Du gehst schon?, aber das war mir dann auch egal. Ich wollte nur weg.

Zitat:
Liebe Lost,
ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass dieses Gefühl des Versagens gegen dich selbst
in der nächsten Zeit immer weniger wird und für morgen eine gute Zeit.

Danke dir, das ist so lieb von dir!

Es ist schwer, mit dieser Krankheit zu leben. Das kann niemand verstehen, der das nicht kennt.
Deshalb finde ich es super, wie du versuchst, das so anzunehmen, wie es ist. Mir fällt das jedes mal wieder sehr schwer.
Heute meldete sich eine Kollegin bei mir. Und sofort habe ich wieder ein schlechtes Gewissen! Dabei fragte sie nur ganz lieb, wie es mir geht.
Ich bin heute auch wieder sehr unruhig und kratze mich andauernd. Ich komme einfach nicht zur Ruhe.
Vllt. nehme ich nachher noch mein Notfall-Medi, mal sehen.

Ich hoffe, ihr seid gut in die neue Woche gekommen.

LG Lost111

01.11.2021 19:28 • #30

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