Ich hatte eine Freundin.. wir sind gemeinsam in den Urlaub gefahren, haben alle möglichen Dinge zusammen gemacht.. Sie war immer fröhlich, aufgeschlossen.. ich dachte, sie wäre eine sehr gute Freundin..
Bis sie sich aus einem Anlass in ihrem Leben selbst in die Klinik eingewiesen hatte, weil sie sich nach ihren eigenen Worten in einem Loch befinde und jedes Mal, wenn sie versuche, herauszukommen, sie wieder in dieses Loch gestoßen wird.. während sie in der Klinik war, hatte sie angefangen, sich selbst zu verletzen.. irgendwann wurde sie entlassen.. ich hatte das Gefühl, ihr ging es nach der Klinik schlechter als vorher.. Wir haben jeden Tag telefoniert.. bis zur Selbsteinweisung in die Klinik hatte sie mir nichts erzählt von ihren Sorgen und was mit ihr passiert war.. ich bin quasi aus allen Wolken gefallen..
Unsere Telefonate waren davon geprägt, dass sie mir erzählt hat, wie schlecht es ihr geht.. um mich ging es in diesen Telefonaten nicht, aber das war mir zu diesem Zeitpunkt egal, es ging um meine Freundin, sie brauchte mich.. Die Situation ging mehrere Monate so.. Irgendwann konnte ich nicht mehr.. nach jedem Telefonat oder Treffen ging es mir mehr und mehr schlechter..
irgendwann habe ich ihr das dann gesagt, dass wir vielleicht auch mal über andere Sachen sprechen sollten..
Leider hatte sie dann den Kontakt abgebrochen mit den Worten, dass ich sie nicht verstehen und nur an mich denken würde und nicht für sie da wäre.. ich war super enttäuscht von ihrer Reaktion..
Wir haben nie mehr miteinander gesprochen, sie hat mir nie mehr die Chance dazu gegeben.. das ist jetzt ungefähr 15 Jahre her.. bis heute mache ich mir Vorwürfe, dass ich nicht mehr gekämpft habe, den Kontakt zu halten..
Aber es ist wie es ist..
Deine Überschrift und deine Geschichte haben mich dazu animiert, auch mal die andere Sicht der Dinge mitzuteilen.. Es passt vielleicht nicht ganz zu deiner Geschichte und ist mit Sicherheit auch keine Antwort, aber es gibt auch andere Gründe, warum man sich vielleicht von jemandem abwendet, der Depressionen hat..
Jetzt bin ich selbst in der Situation, wo es mir schlecht geht, und weil ich weiß, wie belastend es damals für mich war, habe ich mir angewöhnt, genau auf die Mimik anderer Menschen zu achten, denen ich von meinem Leben und mir erzähle.. Ich kann verstehen, wenn sich jemand abwendet, auch wenn man schon jahrelang befreundet war..
ich denke, die Lösung wäre, wenn beide Seiten das entsprechende Mittelmaß finden, miteinander umzugehen, Verständnis füreinander zu haben.. Wenn das nicht gegeben ist, dann muss man einfach die Reißleine ziehen und die Freundschaft beenden..
18.12.2021 22:28 •
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