Wer konnte schon erfolgreich den Job verändern?

Anima
Das ist jetzt eine recht praktische Frage, die nach Erfahrungen sucht.

Der Depression ins Auge sehend muss ich ständig fest stellen, dass sich einiges verändern muss, um das Leben in eine andere Biegung zu bringen. Ich gestehe mir ein , dass ich den Job, den ich jetzt habe, nicht mehr so ausüben kann. Ich schaffe das angeforderte Leistungsniveau nicht mehr. Nein, nicht was Wissen und Knohow angeht, sondern in der Tat die Geschwindigkeit. Für jeden Vorgang gibt es Zeitvorgaben. Der Perfektionist in mir ist wirklich gut, bei den Kunden gut angenommen - aber für meinen Arbeitgeber zu langsam. Das kostet den Arbeitgeber Geld und mich eine Menge Nerven.
Es wird mich wieder krank machen, wenn ich an den jetzigen Platz zurück kehre, wenn ich meinen erneuten Klinikaufenthalt geschafft habe.

Nun interessiert es mich, wer es geschafft hat, seine Arbeit zu verändern beim selben Arbeitgeber, wer komplett sich verändert hat und tatsächlich auch damit zufrieden ist. Mich interessieren die Planungen, die Vorgehensweise.

Ich arbeite wirklich gerne, bringe auch gerne Leistung, aber besser auf dem Niveau, das ich leisten kann. Lieber kniffelig als schnell.

Anima

04.12.2011 01:09 • #1


M
Hallo Anima,

ich habe keine Lösung für dich, aber ich kenne das Problem einer früheren Kollegin.

Sie wollte so perfekt sein, dass sie einfach nicht weiter kam mit ihrer Arbeit. Unser damaliger Chef hatte ihr gesagt,
es wäre ihm lieber, sie würde Fehler machen und die zu erledigen Arbeiet ging voran, als wenn sie nur darauf bedacht
wäre, keine Fehler zu machen.

Es ist ja so, wenn eine Kollegin nicht weiter kommt, haben die anderen Kollegen ja ihre Arbeit mit aufzufangen und
damit kommt ja die Unzufriedenheit untereinander auf.

Keiner macht gerne Fehler und hat auch wahrscheinlich daran zu knabbern, aber es muss ja weiter gehen, besonders
heutzutage in dieser schnelllebigen Zeit.

Drücke dir die Daumen, dass ein Umdenken gelingt.

04.12.2011 10:21 • #2


A


Hallo Anima,

Wer konnte schon erfolgreich den Job verändern?

x 3#3


Anima
Das Problem ist im Grunde, dass die anderen Kollegen sich darauf verlassen, dass ich ihre Fehler auch sehe! Das tue ich nicht mehr, die Geschwindigkeit, die verlangt wird - gepresst in ein Zeitraster, das liegt mir definitiv nicht. Ich habe vor meinem Zusammenbruch 2009 alles gekonnt: Korrekt gearbeitet und schnell gewesen. Jetzt klappt beides nicht mehr wirklich, die Anforderungen haben sich geändert und selbst jüngere Kollegen bekommen damit Probleme.

Für mich stellt sich auch vielmehr die Frage: Wenn man weiß, es funktioniert so nicht mehr - wer hat da einen Weg heraus gefunden? Körper und Seele sprechen für eine Veränderung, die Vernunft meldet sich zu Wort, ich sei seit Jahren im falschen Beruf - wer hat einen Weg gefunden? Umschulung, neues Studium, egal - ich sammle einfach gerade Ideen.

Anima

04.12.2011 11:16 • #3


G
Ich habe meinen Beruf erfolgreich verändert, wobei ich glaube einfach auch ganz viel Glück gehabt zu haben. Mein Traum war es immer Historikerin zu sein und eine Doktorarbeit zu schreiben. Doch das ganze muss irgendwie finanziert werden und von Luft und Liebe kann ich halt nicht leben. Ich war 2,5 Jahre auf der Suche nach einem richtigen Job nach meinem Studium und da ich mir selbst ein bisschen Programmieren am Computer beigebracht hatte, fand ich letztendlich einen Job in der Webbranche. Ich bin dort vor Langeweile eingegangen. Für mich war es die Hölle.

Genauso wie du wusste ich, hier kann ich nicht überleben und fing also wieder an Bewerbungen zu schreiben und Kontakte zur Uni zu knüpfen. Wie gesagt, mit viel Glück lernte ich meine Doktormutter kennen und bekam letztendlich eine Stelle an der Universität. Das ist das Beste überhaupt und ich bereue es keine Sekunde.

Ich glaube, wenn man für etwas brennt und es wirklich machen will, findet sich immer ein Weg es auch zu bekommen. Manchmal macht man doofe Zwischenstopps, aber man darf sein Ziel nie aus den Augen verlieren.

Was ich dir raten kann: hör auf dein Herz. Was sagt es dir. Was will deine Seele tun? Und dann reagiere darauf, unabhängig von Geld, Karrierechancen usw. Wenn man etwas wirklich gerne macht, dann kommt die Karriere meist von ganz alleine.

04.12.2011 12:06 • #4


Anima
- , genau das brauche ich!

Was ich mich höchstens immer wieder frage: Ist man mit 43 nicht zu alt für einen kompletten Wechsel? Ich wollte nie (mehrfach unterstrichen) in die Finanzbranche.

Irgendwie habe ich auch schon überlegt, ob es nicht eine Möglichkeit gibt, den Job, den ich jetzt habe, stundenmäßig zu küren und ein Zusatzstudium zu absolvieren. Ich habe allerdings sooooo viele Interessen, dass ich noch nicht die richtige Richtung habe.

Mensch, Historikerin - das ist beeindruckend! Ich wollte immer schreiben fällt mir dabei ein.

Es gibt mir total Mut, was Du mir geschrieben hast.

04.12.2011 15:35 • #5


F
Liebe Anima,

ich habe mich auch verändert...ich war Angestellte im Friseursalon...wir arbeiteten nach dem Leistungsprinzip mit sehr sehr wenig Gehalt...auf die Dauer hat mich das immer mehr frustriert,ich wollte mich weiter entwickeln,hatte bei meinem damaligen Arbeitgeber nicht die Chance dazu....

Nachdem ich den Salon gewechselt habe und in einem anderen Salon für 3 Monate arbeitete,wuchs in mir die Idee....mich selbständig zu machen.Wir hatten uns ein Haus gekauft mit einem riesigen Keller,der ungenutzt war...

Ich ging für 6 Monate in die Arbeitslosigkeit,unter anderem auch,weil ich spürte,daß eine depressive Phase im Anmarsch ist,hatte auch in der Zeit geheiratet und zusammen mit meinem Mann das Haus eingerichtet,umgebaut...Garten angelegt etc.,Hund gekauft...also kurzum eine sehr stressige Zeit...

Ich begann dann mit der Planung meines Kosmetik-u.Wellnesssalons...beantragte beim Arb.amt Gründungszuschuss und bin jetzt im kommenden April 2 Jahre selbständig im Kleingewerbe...,ich mache die Kundentermine selbst,kann planen,arbeiten,wie ich das möchte...
Natürlich hatte ich vorher riesige Angst,dem nicht gewachsen zu sein...

ABER: Ich habe diesen Entschluss nicht einen Tag bereut...gehe mit Freude meiner Arbeit nach,konnte Lehrgänge besuchen,die mich interessieren und habe einen festen,stetig wachsenden Kundenstamm aufbauen können...
Wenn Du magst,schau Dir meine HP an ...dann bekommst Du einen kleinen Einblick

Link entfernt

Herzl.Grüße

04.12.2011 20:03 • #6


Gummitwist78
Hallo Anima!

Ich stehe auch vor dieser entscheidung.
Denn ich habe Angst da sich das nicht schaffe.Das ist einfach zuviel Druck.Und den will ich einfach nicht mehr.

Habe mir nun vorgenommen einfach mal mich zu Berwerben in den Jobs wo ich mich wohl fühle.

Ich wünsche dir das du es in einem Neuen job schaffst.

Alles Liebe und Gute du schaffst das!!!


Lg

Gummi

04.12.2011 21:24 • #7


Anima
@Fashion - ich bin platt! Das ist klasse - die Aufmachung der Homepage ist sehr sehr angenehm *schwärm*.

Ich sehe vor allem, dass es wichtig ist, sich zu verändern, wenn die Situation nicht mehr tragbar ist. Die Selbständigkeit hatte ich auch im Auge, aber das Finanzwesen ist doch ein Pool, in dem ich mich generell nicht mehr wohlfühlen kann.

@Gummitwist
willst Du in Deinem Beruf bleiben und nur den Arbeitsplatz wechseln?

'Anima

04.12.2011 23:36 • #8


Albarracin
Experte

05.12.2011 09:17 • #9


Gummitwist78
Zitat von Anima:
@Fashion - ich bin platt! Das ist klasse - die Aufmachung der Homepage ist sehr sehr angenehm *schwärm*.

Ich sehe vor allem, dass es wichtig ist, sich zu verändern, wenn die Situation nicht mehr tragbar ist. Die Selbständigkeit hatte ich auch im Auge, aber das Finanzwesen ist doch ein Pool, in dem ich mich generell nicht mehr wohlfühlen kann.

@Gummitwist
willst Du in Deinem Beruf bleiben und nur den Arbeitsplatz wechseln?

'Anima


Guten Morgen Anima!

Erlich das weiss ich noch nicht.Denn mein Job macht mir viel viel Spaß.
Aber er ist auch sehr Stressig.

Ich würde auch gerne mal in Neuen Berufen rein schnuppern.Der Umgang mit Menschen macht mir sehr viel Spaß.

Das ist ein entscheidung die ich noch fällen muss.

Liebe Grüße

Gummi

05.12.2011 11:25 • #10


Anima
@Albarricin!

Ich habe stets im Kopf, dass ich einfach nur depressiv bin und das schon packen werde. Irgendwas, nur das schaffe ich nicht mehr. Heute z. B. war so einer dieser Tage: Das Hirn schaltete auf Durchzug, habe fast geheult, weil ich den Kunden einfach nicht verstanden habe, Herzklopfen bis zum Hals. Schwerbehinderung etc. - das war für mich im Grunde nie ein Thema, zumal ich in der Wiedereingliederung war - natürlich komplett alleine und ohne Ansprechpartner.

Einen Arbeitsrechtsschutz habe ich übrigens! Reicht das aus?

Ich bin gerade vollkommen platt - was ich nicht negativ meine. Es kreis im Hirn, das Gedankenkarussell. Ich habe durchaus in den Unterforen gelesen, konnte aber keinen Zusammenhang mit mir finden. Ich arbeite grundsätzlich gerne und bin eben in der Lage, dass ich mir bewusst bin, das nicht mehr leisten zu können, war mich teilweise wahnsinnig macht.

Die Klinik hat eine Sozialberaterin, zu der ich immer wieder in Kontakt stehe.

Jetzt verdaue ich erst einmal in Ruhe Deinen Beitrag, für den ich sehr sehr dankbar bin.

05.12.2011 21:46 • #11


Eisbärchen
Ich schaffe das angeforderte Leistungsniveau nicht mehr. Nein, nicht was Wissen und Knohow angeht, sondern in der Tat die Geschwindigkeit.

Hallo Anima,

Dein Satz hat mich sehr an eine Infoveranstaltung in der langen Nacht der Wisssenschaften erinnert. Hab verstanden, dass im Gehirn Substanzen fehlen, aufgrund dessen tatsächlich auch die Schnelligkeit nachlässt, da die Verknüpfungen der Synapsen nicht mehr so gut gelingen.
Hilft Dir jetzt zwar nicht, aber ich fand es sehr interessant, dass das auch zum Krankheitsbild gehört. Ist mir bei mir auch schon aufgefallen.

Schönen Abend und viele Grüße
Eisbärchen

05.12.2011 23:04 • #12


Anima
Manchmal komme ich mir halt so vor - plemplem!

Schon letzte Woche habe ich einen Kunden angeschaut wie ein Auto, ich habe vergessen, wer er ist
Ich habe alle Storys hinter den Finanzierungen gewusst, die Kinder und jetzt - gähnende Leere im Hirn.

Da das vor 2 Jahren schon einmal war gehe ich davon aus, dass das nicht so einfach zu beseitigen ist, deswegen eben der Gedanke an einen neuen Job, dass ich vielleicht dort aufgrund eines neu entfachten Interesses wieder Freude an der Arbeit finde und auch Leistung bringen kann. Ich arbeite wirklich gerne...Aber ich mutiere zur Schnecke...

05.12.2011 23:10 • #13


Eisbärchen
vielleicht hilfts dann, wenn Du weisst, dass es ein Teil der Krankheit ist.
Aber mir gehts auch so - ist halt schwer zu akzeptieren, wenn man sich gern mal mit anderen vergleicht ;-).

05.12.2011 23:44 • #14


A


Hallo Anima,

x 4#15


Gummitwist78
Zitat von Anima:
Manchmal komme ich mir halt so vor - plemplem!

Schon letzte Woche habe ich einen Kunden angeschaut wie ein Auto, ich habe vergessen, wer er ist
Ich habe alle Storys hinter den Finanzierungen gewusst, die Kinder und jetzt - gähnende Leere im Hirn.

Da das vor 2 Jahren schon einmal war gehe ich davon aus, dass das nicht so einfach zu beseitigen ist, deswegen eben der Gedanke an einen neuen Job, dass ich vielleicht dort aufgrund eines neu entfachten Interesses wieder Freude an der Arbeit finde und auch Leistung bringen kann. Ich arbeite wirklich gerne...Aber ich mutiere zur Schnecke...

Aber das kenne ich auch.
Dann stehst du vor den Kunden weisst soviel Privates und doch weisst du nichts.

06.12.2011 08:38 • #15

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