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Wer sollte Antidepressiva nehmen und wer nicht?

A
Zitat von Michael808:
Also für mich selbst kann sie auch ohne Fachleute beantworten. Ich hatte nun 4 depressive Episoden. Die ersten 3 war ich schwer depressiv. Die 4., vor der ich fast 10 Jahren gesund war, war die mildeste - Soviel mal dazu. Ist zwar nicht wirklich Thema dieses Threads, aber aus meiner Sicht doch erwähnenswert, da Fachleute einem sagen, wenn man nichts unternimmt, wird jede weitere Episode schlimmer. Tja, hat bei mir definitiv nicht gestimmt. Zu den Antidepressiva: Ich habe die 3 schweren Episoden - jede einzelne - ohne Pharma durchgestanden. Und bei meiner 4., die wie erwähnt, viel milder war, habe ich den Fehler begangen, Mirtazapin rund 2 Monate einzunehmen. Damit wurde meine Depression stärker und ich bekam übelste Probleme mit dem gesamten Nervensystem (Reizüberflutung, Muskelschmerzen, leichte Erkältungssymptome, Sprachstörungen, Tinitus, mangelndes Gleichgewichtsgefühl, unsicherer Gang, Schlafstörungen u.v.m.). Der eine oder andere wird das alles nicht glauben, aber nachdem ich das Teufelszeug abgesetzt habe, verschwand auch die Depression wieder. Nur dieses Mal war damit eben nicht, wie sonst immer, alles wieder in Ordnung. Die Beschwerden durch Mirtazapin sind mir geblieben. Seit einigen Wochen ist es besser, aber ich bin noch nicht wieder der alte. Das halte ich für ganz schön viel in Kauf zu nehmendes, dafür, dass mir das Zeug überhaupt nicht geholfen hat - damit für mich keine weiteren Experimente. Deswegen werde ich nicht müde, vor dem Zeug zu warnen: Es kann einem für lange Zeit das Leben versauen.

Jeder der anderer Meinung ist, darf die hier natürlich auch kundtun. Aber dies war meine Erfahrung mit dem Zeug und für mich reicht einmal. Ich gebe Narem vollkommen recht: Man sollte sich - das betrifft auch andere Arzneimittel wie z.B. Fluorchinolone - stets selbst informieren und nicht alles den Fachleuten überlassen. Jeder Mensch ist anders und damit auch seine Depression. Man muss langfristig sein eigener Fachmann werden.


Damit hast du dir deine eigene eingangs gestellte Frage nun selbst beantwortet. Oder war es gar keine Frage?

25.02.2020 19:28 • #46


M
Guten Abend zusammen, ich würde gerne eine Frage stellen, wenn es nicht zu persönlich erscheint. 1. schwere Depression, 2. Persönlichkeitsstörung, 3. Antidepressiva, 4. seit Jahren bei einem Psychologen, keine Besserung in Sicht, verändert das einen Menschen so enorm, daS man alles über den Haufen wirft. Insbesondere seine Familie ( Frau und Kinder) ?

25.02.2020 20:15 • #47


A


Hallo Michael808,

Wer sollte Antidepressiva nehmen und wer nicht?

x 3#3


S
Hallo M+M,

ja, ich denke, dass das alles einen Menschen schon sehr verändern kann, aber nicht muss. Anscheinend ist es bei Dir der Fall. Möchtest Du tatsächlich Deine Familie 'über den Haufen werden'? Gibt Dir Deine Familie keine Kraft und Unterstützung? Bei mir zumindest war es bezogen auf meine Eltern so und wir haben seit Jahren so gut wie keinen Kontakt, und ehrlich gesagt: ich bin sehr froh darüber! Denn sie taten mir nicht gut, habe meine Depressionen immer nur verschlimmert. Aber bei Frau und Kind - puh - schwer zu sagen. Ich bin jedenfalls froh, einen verständnis- und liebevollen Menschen an meiner Seite zu haben.

LG

25.02.2020 20:19 • #48


Alexandra2
Ich habe meinen Therapeuten verlassen als zur schweren Depression A D S dazukam. Gottseidank habe ich schnell eine versierte Therapeutin gefunden, die auch noch das Trauma aufgedeckt hat. Ohne das, Medikamente und Ergotherapie wäre ich nicht mehr hier und auch nicht aus dem Haus gekommen. Beides hat sehr geholfen, aus der schweren chronischen Depression heraus zu kommen.
Ich war alleinerziehend mit krankem Kind, das ich nicht verlassen konnte. Es ist eine Grenze der Belastbarkeit, wann man nicht mehr kann und ich verstehe sehr gut, alles hinschmeißen zu wollen, wenn nichts mehr geht. Es ist ein Zeichen maximaler Überforderung
Liebe Grüße Alexandra

25.02.2020 20:28 • x 5 #49


M
Zitat von Annaleen:

Damit hast du dir deine eigene eingangs gestellte Frage nun selbst beantwortet. Oder war es gar keine Frage?

Schön, oder? Wenn ich an die Zeit zurückdenke, als ich den Thread gestartet habe, bin ich wieder einmal total beeindruckt davon, wie sich das Leben wieder zum guten Wenden kann. Heute brauche ich mir da gar keine Frage mehr zu stellen. Aber ganz davon abgesehen, schreibe ich hier auch nicht nur aus Eigennutz. Das Thema betrifft ja viele, wie man sieht.

25.02.2020 20:48 • #50


djamila
Liebe Alexandra ,
du hast eh deine Geschichte die schon belastend genug ist . Aber welche Mutter will schon gern ihr Kind verlassen ?
Und ich denke das du bei dir momentan in Kleinen Schritten Deinen Weg Meistert . Was hat dein Sohn wenn ich fragen darf .

Liebe Grüße Djamila

25.02.2020 21:03 • #51


A
Zitat von Michael808:
Schön, oder? Wenn ich an die Zeit zurückdenke, als ich den Thread gestartet habe, bin ich wieder einmal total beeindruckt davon, wie sich das Leben wieder zum guten Wenden kann.

Okay ich nehme an das ist Ironie? Ich hatte das so verstanden, dass deine letzte depressive Episode mit der Mirtazapin Einnahme vor 10 Jahren war. Hab ich wohl falsch verstanden.
Ich kann das auch verstehen, wenn man Medikamente ablehnt, wenn man so schlechte Erfahrungen gemacht hat. Da hattest du auch Pech und bei einer leichteren depressiven Episode ist vielleicht auch Mirtazapin nicht das Mittel der Wahl. Mir wollte man als erstes ein trizyklisches Antidepressiva geben und ich hab auf einem ssri bestanden nachdem ich mich erstmal richtig informiert hab. Von daher sehe ich es auch so, dass man sich auch nach Möglichkeit selbst informieren sollte, was man da zu sich nimmt.

25.02.2020 21:14 • x 1 #52


Alexandra2
Liebe @djamila, von Geburt an schwere Entwicklungsstörungen in der gesamten Muskulatur mit fehlender Tiefensensilibität, Reflexen und Orientierung, A D S,
Neurodermitis, allergisches Asthma
Das letzte Defizit hat er mit 13 Jahren aufgeholt. Seine Erfahrungen mit Ärzten, Lehrern und anderen Kindern waren desaströs, deshalb mit 9 Jahren reaktive Depression. Schulkinder haben ihn täglich umgeschubst und er konnte sich nicht abfangen wegen fehlender Reflexe. Das fanden sie lustig.
Mit sehr viel Training ab dem 1. Lebensjahr hat er das aufgeholt, eine unglaubliche Zähigkeit entwickelt. Aber wir Beide kamen immer wieder an unsere Grenzen, was unglaublich viel Kraft gekostet hat. Es ist ein unermessliche Geschenk, ein gesundes Kind zu haben.
Liebe Grüße Alexandra

25.02.2020 21:58 • x 1 #53


maya60
Zitat von Alexandra2:
Liebe @djamila, von Geburt an schwere Entwicklungsstörungen in der gesamten Muskulatur mit fehlender Tiefensensilibität, Reflexen und Orientierung, A D S,
Neurodermitis, allergisches Asthma
Das letzte Defizit hat er mit 13 Jahren aufgeholt. Seine Erfahrungen mit Ärzten, Lehrern und anderen Kindern waren desaströs, deshalb mit 9 Jahren reaktive Depression. Schulkinder haben ihn täglich umgeschubst und er konnte sich nicht abfangen wegen fehlender Reflexe. Das fanden sie lustig.
Mit sehr viel Training ab dem 1. Lebensjahr hat er das aufgeholt, eine unglaubliche Zähigkeit entwickelt. Aber wir Beide kamen immer wieder an unsere Grenzen, was unglaublich viel Kraft gekostet hat. Es ist ein unermessliche Geschenk, ein gesundes Kind zu haben.
Liebe Grüße Alexandra


25.02.2020 22:40 • x 1 #54


M
Zitat von Annaleen:
Okay ich nehme an das ist Ironie? Ich hatte das so verstanden, dass deine letzte depressive Episode mit der Mirtazapin Einnahme vor 10 Jahren war. Hab ich wohl falsch verstanden.
Ich kann das auch verstehen, wenn man Medikamente ablehnt, wenn man so schlechte Erfahrungen gemacht hat. Da hattest du auch Pech und bei einer leichteren depressiven Episode ist vielleicht auch Mirtazapin nicht das Mittel der Wahl. Mir wollte man als erstes ein trizyklisches Antidepressiva geben und ich hab auf einem ssri bestanden nachdem ich mich erstmal richtig informiert hab. Von daher sehe ich es auch so, dass man sich auch nach Möglichkeit selbst informieren sollte, was man da zu sich nimmt.

Das hast du wohl tatsächlich falsch verstanden. Was daran ironisch gemeint sein könnte, verstehe wiederum ich nicht.

26.02.2020 07:07 • x 1 #55


A
Zitat von Michael808:
Was daran ironisch gemeint sein könnte, verstehe wiederum ich nicht.

Du hast doch geschrieben, dass du diese Nebenwirkungen von dem Medikament bekommen hast. Somit hat sich dein Leben seitdem du den thread erstellt hast ja nicht zum Guten gewendet und das ist ja alles andere als schön was dir passiert ist.

26.02.2020 08:39 • #56


M
Zitat von Annaleen:
Du hast doch geschrieben, dass du diese Nebenwirkungen von dem Medikament bekommen hast. Somit hat sich dein Leben seitdem du den thread erstellt hast ja nicht zum Guten gewendet und das ist ja alles andere als schön was dir passiert ist.

Achso das meintest du. Nun ja, dass ich immer noch Folgeschäden habe, ist natürlich nicht gut. Aber ich wurde auch dieses Mal wieder aus eigener Kraft mit der Depression fertig und habe gelernt, dass sog. Antidepressiva für mich nicht mehr in Frage kommen. Das beides kann ich als Erfolg verbuchen.

26.02.2020 10:06 • #57


A


Hallo Michael808,

x 4#13


A
Zitat von Michael808:
Aber ich wurde auch dieses Mal wieder aus eigener Kraft mit der Depression fertig und habe gelernt, dass sog. Antidepressiva für mich nicht mehr in Frage kommen. Das beides kann ich als Erfolg verbuchen.

So gesehen ist es auch ein Erfolg und sich so aus der Depression zu befreien sowieso. Dann drücke ich dir die Daumen, dass die Folgeschäden sich schnell wieder zurückbilden.
Ich verstehe das, dass man mit Erfahrungen wie deinen, Psychopharmaka sehr negativ gegenüber eingestellt ist. Ich hatte auch einfach Glück mit meinem Medikament, dass es mir hilft und kaum Nebenwirkungen hat.

26.02.2020 21:30 • x 2 #58

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