
maya60
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Hallo Zero, eben, so ist es! Wenn dabei allerdings sowas wie Fridays-for-Future rauskommt, dann denke ich: Wow! Während alle Eltern und Großeltern noch nicht Fake von Fakt unterscheiden können, gehen die kids wohlinformiert voran und zwar Schüler! Irgendwas müssen sie da ja doch in der Schule und von daheim mitbekommen haben in der Unterscheidung von Wichtig und Unwichtig! Und wenn sie´s dadurch mitgekriegt haben, dass Elternhaus und Schule ein Negativbeispiel waren und sie alles alleine rocken mussten, dann haben sie das zumindest beeindruckend demonstriert.
Nein, wenn du Familienbindung, verlässliche Partnerschaft und Treue nicht mehr erlebst und stattdessen erlebst, in Großgruppen in Kita und Schule beschallt zu werden bei harter Leistungsauslese, dann lernst du andere Werte als die, die dir vorerzählt werden.
Vor allem ist ja die Prägung durch jugendliche Peergruppen genauso zentral wie erst die familiäre und schulische.
Das habe ich doch selber erlebt.
Als Kind erlebte ich noch patriarchalische Systeme überall, als Jugendliche zog es mich in die Hippiekultur und zu Amnesty International.
Die patriarchalische Welt mit dem alten Patriarchen, der mehr wusste als alle andere (Idealbild), was für seine Lebenswelt noch gepasst hatte, die erlebte ich in meinem folgenden Leben nicht mehr.
Ich bin mit 41 Jahren Mutter geworden, habe einen ausländischen jüngeren Mann mit 3 Pässen geheiratet, unser Adoptivsohn hat noch einen mehr. Wäre er nicht behindert, wäre er zur Europäischen Schule gegangen und wir wären längst im Ausland.
Was bitte sollte mir da meine Schule und Erziehung als Kind noch alleine beibringen über den Horizont, den ich später brauchte?
Das ist heute bei den kids erst recht so. Nur, dass sie nicht mehr in Wohlstandszeiten aufwachsen und deshalb gar keine klaren Pläne mehr haben können.
Die heute 30 Jährigen, also die Generation der Kinder der Eltern meiner Generation, die jetzt gerade Eltern werden, die haben noch in den 80er Jahren eine beständigere Welt erlebt als Kinder heute, bevor der Ostblock zusammenbrach und damit der Kapitalismus keinerlei Bremse mehr hatte. Ab den 90er Jahren brach dann der Neoliberalismus, das IT-Zeitalter los und damit die Globalisierung.
Seit Sokrates gilt die Jugend als egoistisch und verdorben und verloren, darum hat dein Text auch ein ironisches Lächeln zwischen den Zeilen, Zero.
Ja, von den Abgehängten haben wir auch nicht viel mehr als zerstörerischen Zorn zu erwarten, das sehen wir bereits. Aber da sind eben auch andere.
Nur, mit Empathie und Wertschätzung halten die sich nicht mehr auf, denn sie haben sie selber nicht erfahren. Sie sind sozial, in Tauschaktionen und Sozialen Gemeinschaftsprojekten und Aktionen, weil unsere Welt sonst untergeht. Nicht, weil sie eine Liebe und Treue retten wollen, deren Verlässlichkeit sie gar nicht kennenlernten.