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Wertschätzung Erfahrungen - Wichtig oder gar Überbewertet ?

F
liebe Lisa,

ja vielen herzlichen Dank. Letzendlich liegt es an mir selbst, wie ich mit meinem älter werden umgehe. Für mich ist es wertschätzend, da eine gute Balance für mich finden zu dürfen. Die einzige Konstante im Alter ist die permanente Veränderung. Wenn wir jünger sind ist ein großer Wechsel an Angeboten, Umständen, Menschen, Vergnügungen willkommen.

Im Alter merke ich heute auch schon, machen mir Umstellungen mehr Mühe.

Auch möchte ich je älter ich werde, immer mehr versöhnt mit mir und meinem Leben leben. Vergeben, Menschen nichts mehr nachtragen, Ruhe und Frieden für mich finden.

Großzügig geben was ich noch habe, dankbar sein für mein Heute, weil morgen kann es schon wieder anders sein.

Suchen was mich aufbaut, mir hilft.auch Freude.

Auch NEIN sagen lernen, denn wenn du in der Rente mehr Zeit hast meinen Menschen, dies ausnutzen zu können.

Aber im Alter werden wir nicht schneller, und mein Gedächtnis auch nicht besser.

Akzeptanz, Geduld, und Verständnis für uns selbst, das dürfen wir uns gönnen.

Nein, wir müssen nicht auf jung machen, wir dürfen uns wert schätzen, so wie wir geworden sind.


ganz viele liebe Grüße an dich,

Frederick

18.06.2019 18:08 • x 1 #121


F
liebe maya,

wir erwachsenen Menschen sind heute nicht ganz unschuldig, das unsere Kinder heute so sind wie wir sind.

Denn das Leben ist wie ein verborgener Schatz. Immer wertvoll, auch wenn der Sinn manchmal im Verborgenen bleibt.

Das verlangt Vertrauen, das ich selbst mehr bin als ein Problem. Das ich das Wesentliche für mich suche und finde.
Nur, wenn ich als Mutter oder Vater das Wesentliche in meinem Leben selbst nicht gesucht und gefunden habe, was kann ich denn dann meinen Kinder weitergeben.

Dann schauen sie in die Medien, der Sinn des Lebens ist reich und schön zu sein, erfolgreich, besser wie die anderen sein. möglichst ein Star zu sein, möglichst viel Geld verdienen usw.

Selbst habe ich versucht meinen Kindern zu sagen, es ist wichtig das sie einen persönlichen Sinn für ihr ganz persönliches Leben finden müssen. Heute ist ja alles möglich, Tausende von Möglichkeiten und Angeboten.

Doch viele haben keinen festen Standpunkt, lassen sich von jedem Wind treiben. Konsumieren und feiern ohne Ende.

Ist doch sowieso alles sinnlos.

Dann wirst du trotzig, bekommst Selsbtmitleid, Neid, willst oder musst immer der Beste, der Größere sein, wirst aggressiv, maßlos, Ich bezogen.

Wenn der junge Mensch einen Sinn findet, sich versteht, klarer sieht und denkt, er beginnt zu ahnen was im Leben wertvoll und wichtig ist usw.

Du hast schon von deinem Glauben an Gott geschrieben, wie der dich innerlich stark macht, dich trägt, dich hält.usw.
Das meine ich zum Beispiel als Sinn für ein Leben.

Aber es gibt noch so manches anderes, was einem Leben Sinn und Erfüllung schenken kann.

Denn für was soll ich die Umwelt schützen, wenn doch eh alles sinnlos und egal ist.


liebe Grüße,

Frederick

18.06.2019 18:45 • x 2 #122


A


Hallo Jedi,

Wertschätzung Erfahrungen - Wichtig oder gar Überbewertet ?

x 3#3


maya60
Hallo Frederick, ich finde die heutigen Jugendlichen, die für unser Ökosystem schon im jungen Schüleralter auf die Straße gehen, bewundernswert und dafür werden sie mal in unseren Geschichtsbüchern landen.
Ich verstehe, dass heutige junge Menschen, die in großen institutionalisierten Gruppen aufwachsen und bestehen und überleben müssen, nicht am Ende zartbesaitet da heraus kommen können und dann bitte schön die Werte einer untergehenden Welt in behüteten Wohlstands- und Kleinfamilien wertschätzen sollen, die sie gar nicht mehr kennen.

Sie sind und sollen und müssen das auch, ganz ganz anders als wir. Und wir sind ganz anders als sie. Wir können neugierig aufeinander sein, uns unsere gegenseitigen Grenzen zeigen, aber keiner ist besser oder schlechter als Mitglied einer Generation.
Ich war auch wild und unsozial als Jugendliche, Moral reift doch erst und muss mit Leben gefüllt werden. Dafür sind Jugendliche wagemutig und dafür brauchen wir sie auch. Immer seit dem Altertum fanden Alte Jugendliche verdorben und verloren und Jugendliche Alte lahm, das ist der Lauf der Zeit.

Daher finde ich es auch unsinnig, wenn sich Großeltern aufopfern, weil die Enkel das eh nicht verstehen und die Großeltern trotzdem später im Altenheim landen, mal beim Namen genannt.

In Lebensphasen, wo wir vor Stress nicht mehr durchblicken wie Eltern, die beide berufstätig sein müssen zur Altersabsicherung, da geht es rauer zu und das kann man niemandem vorwerfen (solange es nicht gewalttätig oder vernachlässigend wird.).
Sowohl die heutigen jungen Eltern wie auch Enkel leben in einer rauen Welt und unsere Großelterngeneration hat auch in einer rauen Welt gelebt, wenn auch nach außen durch Wohlstandszeiten verklärt.

Keiner sollte sich für andere aufopfern.

18.06.2019 19:01 • x 1 #123


F
liebe maya,

ich bin nach wie vor für die Kleinfamilie, weil dort die Kinder am behütesten aufwachsen können. Selbst haben meine liebe Frau und ich auf manches verzichtet. Meine Frau ist Schulbegleiterin. Und da kriegt sie mit wie die Kinder, die für für die Umwelt auf die Straße gehen, in den Ferien um die halbe Welt fliegen.

Deshalb sind Werte wie Ehrlichkeit, Liebe, Verständnis auch für ältere Menschen und so weiter für mich ganz arg wichtig.

Gute Werte sind für mich etwas sehr Wertvolles. Wertvoll sein ist auch ein guter Wert.

Nur, wenn in unserem Land Babys auf dem Müll landen, Kinder abgetrieben werden usw.

Nein, ich hasse nicht die Menschen, die ihre Kinder so entsorgen. Du weißt nie, wie es dahinter aussieht.


Aber wenn Menschen so hart werden, dann stimmt etwas nicht.

Deshalb meine Meinung, wir brauchen wieder gute Werte, Orientierung, gerade für junge Menschen.

Deshalb passt meiner Meinung diese Form Familie nach wie vor. Das sagt übrigens auch dieser Gott im Himmel.

Wenn du die Familien zerstörst, dann zerstörst du alles. Der kleinste Kern unserer Gesellschaft, Opa und Oma,
Vater und Mutter, Kinder, Verwandte, Angehörige.


liebe Grüße,

Frederick

18.06.2019 19:16 • x 1 #124


F
Wenn es keine Kinder und Mütter mehr gibt,

dann stirbt unsere Erde,

es wird in uns eiskalt,

und wir erfrieren bald.

18.06.2019 19:29 • x 1 #125


maya60
Hallo Frederick, ich glaube nicht, dass es eine Zeit oder Generation gab oder gibt, die die besseren Werte hatte. Natürlich denke ich innerhalb demokratischer und rechtsstaatlicher Grenzen, aber wenn ich die Generationen, die ich miterlebt habe und miterlebe, beobachte:

Meine Großeltern waren Nationalsozialisten oder Mitläufer. Die Generation fällt schonmal aus, was Kultur, Glauben, Zivilisation und Werte betrifft. Und trotzdem habe ich mich genug eingedacht, um zu wissen, dass ich als Jugendliche auch verführbar war und als Erwachsene auch feige.

Meine Eltern waren Kind bzw. jugendlicher überzeugter Nationalsozialist und Soldat. Meine Mutter in der Großfamilie, mein Großvater in derselben Großfamilie, in der ich aufwuchs, waren emotional gewalttätig und übergriffig, traumatisierend. Also auch keine vorbildliche Zeit. Vor allem gab es in den 60er Jahren noch so viele Alt-Nationalsozialisten in allen staatlichen Ebenen, die Werte brauche ich heute auch nicht mehr. Ich war froh, als ich aus der Familie heraus war.

70 er und 80er Jahre, als man feststellte, dass Kriegs Verbrecher wie Eichmann ja gar keine Monster-Biografie hatten oder so aussahen, sondern aus einem banalen deutschen Beamtenstatus heraus Massenmorde an Juden planten und ausführten. Hannah Arendt nannte das die Banalität des Bösen und nun wurde klar, dass die Keimzelle des Bösen im braven Zuhause anfängt.
Viel wurde das beforscht, bis schwarze Pädagogik endlich strafbar wurde, ebenso wie Vergewaltigung in der Ehe und Kindesmissbrauch, bis Frauen nicht mehr wie geistig Minderbemittelte unter der Vormundschaft ihrer Männer standen.

Also, die Werte der 70 er Jahre, als Frauen dann endlich selber entscheiden durften, berufstätig zu sein, die will ich auch schonmal nicht. Die von zuvor schon gar nicht.

Danach begann die Zeit der Scheidungen, weil, wenn Frauen nicht mehr unterdrückt wurden und finanziell abhängig gehalten wurden, sich oft gar kein Grund mehr fand, in einer Ehe zu bleiben.
Und da Frauen, die aufhören Vollzeit zu arbeiten, sich damit für Altersarmut entscheiden, ist Ehe und Familie immer noch eine Falle.

Denn um Kinder zu erziehen, braucht es ein Dorf und solange das nicht da ist, sondern entweder Mütter, die Doppelbelastungen krank machen oder Mütter, die in Altesarmut landen, hat Familie nichts mit Wertschätzung zu tun.

Das sind wir alle, die bei dieser Schräglage Opfer und Täter sind.

Was ich gar nicht verstehen kann, ist, wenn man argumentiert, als stünde die Gesellschaft, die Medien, die Jugend mir als Richterin der anderen Seite gegenüber. Als würde mir meine Gesellschaft angetan. Ich bin doch mit Gesellschaft. Ich habe doch mein Leben lang durch mein Leben voll mitgelebt in dieser Gesellschaft. Wenn ich sie kritisiere, dann kritisiere ich mich selber.

18.06.2019 19:34 • x 3 #126


Jedi
Hallo

ich habe eure Beiträge alle gelesen u. ich finde jeden einzelnen, innerhalb seiner Kernaussage sehr interessant.
was in diesem Zusammenhang sehr nachdenklich stimmt, dass sind Studien mit denen ich mich gerade beschäftige,
die belegen, dass die Empathiefähigkeit deutlich abnimmt.
Mitgefühl u. Verantwortlichkeit für Andere sich auch im Abwärtstrend sich befinden.
da gibt es das Beispiel aus NRW, dass ein 82 jähriger Mann in einer Bankfiliale bewusstlos lag u. 4 Personen über ihn hinweggestiegen sind u. noch Geld abgehoben haben. nur 1 Person hat geholfen !
der Mann verstab später im Krankenhaus.
weiter nimmt zu, angriffe auf Ärzte u. Pflegepersonal im KH, Rettungssanitäter u. Feuerwehr werden absichtlich an ihren Maßnahmen behindert, müssen sich oftmals sogar gegen körperliche Angriffe wehren.
nach einer Schlägerei, wird dem am Boden bewusstlosen Menschen noch weiter gegen den Kopf getreten.
dies sind keine Einzelfälle u. in vielen berichten von Feuerwehr, Polizei u. Rettungsunternehmen, wie DRK, Johanniter u. ASB nachzulesen.
Selfies von Unfallopfer, die sich rasant schnell im Netz verbreiten.

was in den Psychiatrischen kliniken an steigung zu verzeichnen ist, sind Narzisstische Persönlichkeitsstörungen u. auch dies ist in langen Studien festgestellt worden.
dabei ist zu unterscheiden, narzisstische Persönlichkeitszüge von der narzisstischen Persönlichkeitsstörung, die behandlungsbedürftig ist.
Narzisstische Persönlichkeitszüge haben wir alle u. sind nicht weiter störend.

ich glaube, dass vielen jungen Menschen diese Werte, von Empathie u. Mitgefühl nicht mehr so vermittelt werden, sondern sie lernen eher, dass Ich, icher, am ichesten. dies wird oft gestärkt u. als überlebenskampf für wichtig angesehen.
auch werden junge Menschen als Generation der Selbstoptimierer bezeichnet.
Tätowierungen, die alle eine bestimmte schwierige Lebensphase zu erkennen geben, der Wunsch , junger Mädchen nach Fettabsaugung u. Brustvergrößerung, stellen den eigentlich , ihren menschlichen Wert hinten dran.
Jungs machen sich sorgen, um einen zu kleinen P. u. glauben, dass dies ein hinderungsgrund für eine beziehung sein könnte.

Möchte mit dem , was ich geschrieben habe, kein Schreckensszenario hier hinterlassen, aber es passt für mich zudem, was ich aus euren Beiträgen auch in anderer Beschreibung lesen konnte.

so sehe ich, die eigene Wertschätzung, die Wertschätzung unseres lebens, unseres Aussehens, unserer Wünsche u. Ziele u. das Scheitern, als ein mittel zur regulierung, um zu einem authentischen u. sich erfüllenden Leben entwickeln zu können.
Eigene Wertschätzung stärkt nicht nur unser Selbstwertgefühl, unser Selbstvertrauen, sondern wenn wir Andere wertschätzen, trägt es verstärkt dazu bei, das wir gesund sind an unserer Seele u. unser Selbstwertgefühl u. Vertrauen in uns damit aufwerten.

LG Jedi

18.06.2019 19:51 • x 5 #127


F
liebe maya,

nein ich bin jetzt nicht besser. Aber es liegt doch nicht an der Ehe oder Beziehung, wenn Menschen das eher negativ leben.

Der Mensch ist heute nicht besser oder schlechter. Selbst lebe ich von der Vergebung, von der Versöhnung, das wenn ich falsch gehandelt habe, es mir leid tut, und ich das auch sage. Liebende leben von der Vergebung. Vergebung/Versöhnung empfinde ich auch als einen guten Wert.

Meine liebe Mutter hat mich noch auf ihrem Sterbebett um Versöhnung/Vergebung gebeten. Diese Minuten werde ich mein Leben lang nicht vergessen.

Als Postmann habe ich nie groß verdient. Trotzdem waren uns unsere Kinder wichtiger. Wichtig finde ich, das ich mit dem was ich bin und habe zufrieden bin. Geld ist nicht das Wichtigste im Leben. Geld allein macht dich nicht glücklich.

Glücklich macht dich, wenn du etwas von deinem Geld geben kannst.

Ja wir haben unterschiedliche Ansichten, aber ich möchte das jetzt einfach so stehen lassen. Wenn du damit zufrieden und glücklich bist.

Meine Werte leite ich, wie ich schon einmal geschrieben habe, mit von meinem Glauben an Gott ab. Weil mir oft selbst die Weisheit, Orientierung in meinem Leben fehlt. Wie soll ich als einfacher Mensch das alles verstehen und begreifen.


liebe Grüße,

Frederick

18.06.2019 19:54 • x 4 #128


maya60
Also, ja, wie Resi schon schrieb: Bei genauerem Hinsehen wird es kompliziert mit der Wertschätzung. Weil oft die Wertschätzung des einen die Wertschätzung des anderen ausschließt.

Das habe ich jetzt auch wieder gemerkt im Austausch mit der Familie meiner vor einem Monat verstorbenen Freundin.

Meine Trauer ist bunt von vielen Gefühlen durchsetzt, aber letztendlich der Ansicht, dass Liebe überlebt und alles Kaputte abfällt. Meine Freundin war ein psychisches Wrack wie ich und wir als Freundinnen durften uns gegenseitig Wrack sein.
Die Tochter meiner Freundin trauert gar nicht, weil sie eh seit langem kaum noch Kontakt hatte und ihrer Mutter Versäumnisse in der Kindheit vorwirft, was die Tochter schädigte. Da hat sie Recht. Das habe ich ihr auch mehrmals gesagt, als sie heimlich als Erwachsene zu Psychotherapien ging. Aber Einsicht der Eltern erfuhr sie nie.
Der Witwer trauert sehr tief und hat sein bisheriges Leben der letzten 45 Jahre verloren.

Alles das gleichzeitig, wie kann das sein?

Weil alles subjektiv ist bzw weil wir bestimmte Anteile von uns mit bestimmten Menschen teilen bzw. weil wir in bestimmten Lebensaufgaben Loser sind und in anderen nicht.

18.06.2019 19:57 • x 4 #129


maya60
Hallo Jedi, diese sich verbreiternde Verrohung in der ganzen Gesellschaft, die du beschreibst, nicht nur der Jugend, ist erschreckend.

Was die heutigen Schönheits-OPs, auch von Frauen und Männern aller Generationen betrifft, ist es noch recht einfach. Die Liberalisierung der verklemmten und verlogenen S. in den 60er und 70er Jahren ist von den Märkten zur einer S. der gesamten Gesellschaft geworden und das so extrem, dass die Vorbilder mittlerweile Por.stars sind.

Die Verrohung und Enthemmung gegenüber sogar Hilfsdiensten und Polizei zeigt eine wutbesetzte Abkehr von unserer Gesellschaft, von der sich viele verraten und abgehängt fühlen.

Wenn ich die Berliner Soziologie-Professorin Cornelia Koppetsch zu ihrem Buch Gesellschaft im Zorn im Interview höre, dann liegt das daran, dass die in den 90er Jahren beginnende Zeitenwende von der Industriegesellschaft zur Globalisierten Welt viele in Zorn versetzte und nicht nur die sogenannten Abgehängten. Es sind auch früher Bevorzugte wie manche Wissenschaftler, die nicht akzeptieren wollen, dass sie nun für sich selber Werbung machen müssen, um Forschungsgelder und Status zu erhalten, sich nicht einfach nur der edlen Sache widmen können.

Es sind Mütter und Väter, die sich durch Scheidungsgesetzgebung über den Tisch gezogen fühlen.
Die Zornigen verklären die Vergangenheit und glauben, man könne wieder dorthin zurück.

Das war genauso beim Übergang von der bäuerlichen Welt zur Industriealisierung. Sogar die Kritikpunkte waren ähnlich.

18.06.2019 20:31 • x 4 #130


L
Ist es nicht die Angst auch vor Armut? Bald ist ja eine ganze Weltbevölkerung unter der Fuchtel von einem Prozent Superreichen, die man nicht beherrschen kann, weil es keine weltübergreifenden Gesetze gibt?

18.06.2019 21:28 • x 3 #131


E
Zitat von maya60:
Die großen Jugendstudien, die ja regelmäßig durchgeführt werden wie Shell-Studien usw., zeigen eine sehr pragmatische Einstellung bei heutigen Jugendlichen.

Liebe Maya, ich habe ganz große Probleme mit Umfragen, Statistiken und Studien- ehrlich gesagt sind die meisten für mich nicht repräsentativ, ich halte mich da schon eher an das, was ich erlebe, auch höre, mitbekomme und dann erst schau ich mir Umfragen an.
Ich finde die Schüler, die auf die Straße gehen, auch super, ich finde es wunderbar, daß diese Bewegung stattfindet und gibt mir , die ich schon oft resigniert habe, viel Hoffnung .
Aber ich sehe viel, viel mehr, die sich überhaupt nicht damit beschäftigen, welche Auswirkungen es hat, was sie tun und wie sie leben, und ja, wir waren früher auch wild, aber sobald mir klar wurde, was es bedeutet, beispielsweise bergeweise Lebensmittel, Fleisch in den Supermärkten zu sehen, sobald ich hinter die Kulissen guckte, zog ich die Konsequenz, und das schon als junger Mensch.

Heute sind die Medien so präsent, kein Mensch kann mir mehr erzählen, daß er nicht weiß, was in konventioneller Tierhaltung und in Schlachthöfen passiert, man kann fast jedes Produkt verfolgen, wir wissen, was auf jedem Fleck der Erde passiert, wo Leute verhungern und wir immer fetter werden in unserem Wohlstand.

Möglicherweise ist es auch eine Frage der Herkunft und der Bildung-und auch da gibt es sicherlich Ausnahmen.

Ich finde es immer schwierig, die Nationalisten-Generation heranzuziehen, weil wir nicht wissen, ob wir wirklich so heroisch gewesen wären, die Gefolgschaft zu verweigern, schon allein deshalb, weil wir die Flut der Infos gar nicht gehabt haben und aus vielerlei Gründen mehr, es ist nicht schwarz/weiß.

Meine Großeltern väterlicherseits haben Flugblätter gedruckt gegen die Nationalisten, die Großeltern mütterlicherseits die Notlage der Juden ausgenutzt- ich hab sie alle sehr geliebt, ohne Unterschiede zu machen.

Wir können verhindern, und das mit aller Kraft, daß sich so eine schlimme Zeit etwa auch nur ansatzweise wiederholt, aber auch da verliere ich den Mut, wenn ich nach Görlitz schaue.

Zitat von Frederick1:
ich bin nach wie vor für die Kleinfamilie, weil dort die Kinder am behütesten aufwachsen können.

Ich auch- das empfinde ich als den Idealfall- wenn die Familie als solche finktioniert.
Ich habe Nachbarn, eine vierköpfige Familie, die Kinder sind jetzt Teenager.da habe ich das Gefühl, es schwappen Wellen von Vertrautheit, Freundlichkeit, Wohlbehagen, Freude aneinenander zu mir herüber, weil die so glücklich und zufrieden mit sich sind, so nett und auch rücksichtsvoll- das sind keine wohlhabenden Leute, deren Haus ist noch schraddeliger als meins , aber da ist das Glück zuhause, so fühlt es sich an und ich fühle mich wohl in deren Nachbarschaft.

Manchmal glaube ich, daß dieses Thema, euer Ansichten, mich schon verändert haben.
Ich hab den Eindruck, daß ich nochmal anders auf meine Mitmenschen zugehe, die Kollegen, die Leute beim Einkaufen.

Danke euch dafür!

19.06.2019 08:15 • x 4 #132


M
Guten Morgen
ich gestehe das ich mich nicht allen Beiträgen auseinander setzten kann .
Ist halt so kann ich aber gut mit leben.
Das bedeutet jetzt nicht das ich sie nicht wichtig finde aber
ich bin immer schon mehr der Mensch der Taten statt der Worte.

Aber das hier hat mir gerade sehr gut gefallen.

Zitat:
Ich hab den Eindruck, daß ich nochmal anders auf meine Mitmenschen zugehe, die Kollegen, die Leute beim Einkaufen.


Danke liebe Resi dafür :

Das ist das was ich so wichtig finde. Wir als Einzelner können die Welt nicht retten aber wenn Jeder in seinem Bewegungsradius versucht Mensch und Natur Wertschätzung entgegen zubringen haben wir doch schon etwas erreicht.

In diesem Sinne wünsche ich euch einen schönen Tag.

Liebe Grüße
Machara

19.06.2019 09:44 • x 4 #133


Alexandra2
Ich habe viele Jahre mit Jugendlichen gearbeitet und die meisten hatten ihr Herz am richtigen Fleck. Und mein Eindruck war, daß das wichtigste ihre Leistungsbereitschaft und Kritiklosigkeit war. Das hat mich berührt, was geschieht gesellschaftlich wenn alles hingenommen wird? Da sehe ich die größte Gefahr. Solidarität? Neuland. Sich informieren? Unbekannt. Sich wehren? Ungläubigkeit.
Es war anstrengend, immer wieder Mut zu machen, Rechte zu vermitteln und selbst aktiv zu werden. Es ist eine völlig anders gestrickte Generation, angepasst, gedankenlos und treudoof, naiv, liebenswert und hinnehmend.
Ich bin anders geprägt :hinsehen, kritisch hinterfragen und sich selbst ein Bild machen, sich wehren, sich einmischen. Gerade das führt schnell ins Burnout. Dinge/Situationen nicht so sein lassen können.

19.06.2019 10:10 • x 4 #134


A


Hallo Jedi,

x 4#15


F
liebe Alexandra,

vielen herzlichen Dank für deine guten Worte. Irgendwie bin ich ähnlich gestrickt wie du, mache mir über manches auch viel zu viele Gedanken.Aber eines gefällt mir, für viele junge Menschen stehen gute Freunde wieder ganz oben auf der Werteskala.

Auch wenn manche Menschen glauben, eine Freundschaft passe nicht mehr in unsere Zeit. Aber ich sehe das anders.

Wo finde ich heute noch eine wertvolle freundschaftliche Beziehung,, ein Gefühl der Verbundenheit und Zusammengehörigkeit, eine wertvolle verlässliche Stabilität.

Noch nie war es so einfach, Beziehungen einzugehen, Freundschaften zu schließen wie heute. e-mail, sms, smartphone und die ganzen Medien. Aber die können mich halt nicht in die Arme nehmen.

Eigentlich sollte heute die Familie der Ort sein wo wir es lernen, miteinander umzugehen. Wo man umeinander weiß, sich unterstützt, Schweres gemeinsam trägt, aber auch Krisen und Konflikte gemeinsam trägt.

Selbst bin ich so was von dankbar, das ich zu meiner lieben Frau, meinen Kindern noch eine herzliche Beziehung habe, trotz meiner Depression. Aber ich muss trotz allem da auch mal bereit sein anders zu denken, an meinen eigenen Wünschen Abstriche machen, Kompromisse machen, Rücksicht nehmen, verzichten können. Ich muss bereit sein, mich auf einen anderen Menschen einzulassen.

Von der Wertschätzung zu mir selbst, auch Wertschätzung zu anderen Menschen. Da denke ich halt noch altmodisch. Meine Frau und ich haben uns lebenslange Treue versprochen, und so gut es geht möchte ich mich auch daran halten.

Auch wenn die Medien zu mir sagen, ich bin doch dumm.Aber die Medien sind nicht immer wertvoll.

Wichtig ist, das ich mich da nicht zu arg beeinflussen lasse, sondern jeder Mensch darf wertvoll sein, seinen eigenen Weg finden.

Die Frage ist nicht nur, ob ich eine gute, wertvolle Beziehung für mich finde, nein die Frage ist auch, bin ich selbst eine gute Beziehung.

Ich muss auch Interesse zeigen, auch mal bereit sein, etwas für einen Menschen zu tun. So gut wir es in unserer Depression eben noch können. Trotzdem muss ich nicht ständig mein eigenes herausstellen, was für ein toller Mensch ich doch bin. Sondern es ist auch wichtig zu wissen, wie der andere Mensch denkt, was und wie dieser Mensch denkt , was sind seine Sorgen und Probleme, seine schönen Erfahrungen usw.

Dazu muss ich selbst noch einiges an Geduld lernen. Geduld, nicht nur warten bis etwas passiert oder eintritt was mir nicht gefällt. Nein, das wir gemeinsam heute, im hier und jetzt leben.Dort wertvoll leben, da wo wir gerade sind.

Oft ist unser wertvoller Schatz, nach dem ich suche, in dem Boden vergraben, auf dem ich gerade stehe.

Darum wünsche ich uns weiterhin gute, schöne wertvolle Beziehungen zu uns selbst, hier im wertvollen Forum, oder da, wo wir uns gerade befinden.


viele liebe Grüße,

Frederick.


wir wollen wieder aufstehn,

aufeinander zugehn,

voneinander lernen,

miteinander umzugehn.


denn jeder hat was einzubringen, seine Werte, seine Talente, seine Gaben, seine Liebe, seine Annahme, seine Lösungen.

19.06.2019 15:32 • x 4 #135

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