Hallo Jedi, bevor ich nicht - jetzt kommt ein großes Wort - die göttliche Liebe spürte, in Momenten der spirituellen Verbindung, kannte ich keine bedingungslose Liebe, weder mir gegenüber noch irgend einem Menschen gegenüber. Sie war immer in Teilen oder sogar vorwiegend berechnend.
Ich hatte nicht ein menschliches Vorbild, die meiste Zeit meines Lebens. Aufgrund meiner Überlebensstrategie des Tieflesens in jedem Menschen, die ich als Kind mit einer unberechenbaren Mutter erlernte, fand ich fast hinter jedem berühmten Mann mindestens eine zutiefst ausgebeutete und benutzte Frau, hinter jeder berühmten Frau zutiefst ausgebeutete und benutzte Kinder oder Mütter. Den Preis, den MitarbeiterInnen, Verwandte oder AnhängerInnen berühmter Mutter Theresas oder Kennedys zahlten, fand ich so traumatisch, dass dies ihre Leistungen für die Menschheit entwertete.
Wenn Mitmenschlichkeit auf der Misshandlung anderer basiert, dann konnte sie mir gestohlen bleiben. Dann lieber Mittelmaß, dafür aber mitmenschlich, aber nicht mal das ist sicher!
Also, echte Liebe sah ich nirgendwo. Dort wo Befreiung stattfand, fußte dies auf Versklavung anderer.
Und ich wäre genauso arrogant geworden, hätte ich nicht meine starken gesundheitlichen Schwächen gehabt.
Als ich, wie ich ja schonmal geschrieben habe, dann erstaunlicherweise erst unter den Selbsthilfegruppen, dort, wo vor lauter Schwäche keine Masken mehr getragen wurden, weil eh das Wrack sichtbar war, erlebte, wie bunt und einzigartig spannend menschliche Vielfalt trotz aller dieser Schwäche war, bekam ich eine Ahnung vom Wunder Mensch. Ein Zauber, der bei Starken kaum mehr zu sehen war mit all der Coolness.
Genauso ging es mir mit der göttlichen Liebe. Wenn ich die spüre, gibt es gar keine Fragen mehr. Alles ist so stimmig, dass Wertschätzung keine Frage mehr ist, weil im Übermaß da.
Und erst seit ich diese Liebe kenne, spirituell, aber mit Körper und Seele, weiß ich, dass wirklich der allertiefste Grund des Lebens Liebe ist und ich nie tiefer fallen kann.
Und aus diesem Gefühl weiß ich jetzt, was Liebe sein kann und was Wertschätzung sein kann und was nicht. Und ich strebe immer nach der spirituellen Verbindung, nach dieser Liebe, das bestimmt mein Handeln.
In mir selber, ohne diese Erfahrungen, kannte ich keine echte Liebe. Also auch keine ehrliche Wertschätzung. Nach meiner Biografie war das tiefste Gefühl, selbst in glücklichen Momenten, Traurigkeit und Verlorenheit. Das fand ich schon als Kind. Aber als Kind wusste ich auch gleichzeitig schon von dem göttlichen Lichtraum, ein Glück! Ich hatte diese Sinneswahrnehmung der Spiritualität schon früh, ohne einen Namen dafür und dachte, dass ist normal, sonst würde ja nicht jeder vom nahen Gott erzählen.
Ich glaube, dass unsere unfreiwillige Schwäche eine große Chance ist, Mitmenschlichkeit zu erfahren und zu teilen.
15.06.2019 00:04 •
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