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Wie gehe ich mit jemanden um der Depression hat

buddl1
wir großen, wir wissen nicht mehr viel von den Sorgen der kleinen,
sehen die Welt so Bund, doch sie so grau, weder schwarz noch weiß...

wenn alles abgelehnt wird, warum auch nicht damit beginnen?
wie z.Bsp. Morgen gehen wir dir neue Schuhe kaufen, ach ne, willst du ja eh nicht,
die alten gehen ja noch. jede Frage gleich selbst mit einer negativen Antwort versehen und alternativ
eine weitere Option einfügen, dass zwingt ihn zu überlegen, was abzulehnen oder zu befürworten ist.
denn wenn du immer etwas vorschlägst, geht er davon aus, du willst es, nicht er und so weiß er nicht mehr was dein eigentliches Ziel oder dein Wunsch ist.

er ist sicher mit sich selbst auch höchst unzufrieden, vielleicht kommt da auch anderes hinzu, aus der Schule, mangelnde Akzeptanz, das sticheln der anderen, weil man nicht in deren Schema passt, Außenseiter ist.
hast du mal mit Lehrern oder mit ihm darüber gesprochen?
es dürfte doch dort nicht unbemerkt geblieben sein, dass er sich verändert hat.
seien es körperliche oder eben seelische Übergriffe, die er viel sensibler wahrnehmen könnte, als sie sich wirklich darstellen.
damit beginnt auch eine Art von selbst Hass, der dann sich auf dich, als engste wahrzunehmende Person überträgt.
es gibt da gewisse Überforderungen, die er nur mit Wut und Aggressivität versucht abzubauen, dazu gehört auch ein verändertes eigenes verunsicherndes Körperempfinden und wenn andere darüber Wissen, er keinen Schutzort für sich finden kann. das allerdings ist dann kein Thema für eine Mutter, ehr für einen Psychologen.
ich hoffe du kannst herauslesen was ich damit meine, es ist ungemein schwer sich darin für ihn zu öffnen, aber für ihn vielleicht alltäglich seine große Hürde, seine Selbstachtung vor sich und für sich zu halten.

messe ihn nicht an seinen Fehlern, sondern daran, was ihm gelingt,
klar läuft das bei so vielen von allein, warum nur nicht bei der eigenen Familie,
das zerrt und lässt einen zu manch negativen Äußerung verleiten, weil es einfach auch mal raus muss...
... man wollte immer nur das Beste für die eigenen Kinder und doch, wenn man an sich zurück denkt,
uns fehlte so manches und doch können wir uns im Spiegel erkennen, auch was erreicht worden ist.
manchmal glaube ich, gerade deshalb weil wir so viel mehr geben konnten, wurden die anderen Schwächen größer,
weil
- wenn heute ein Ei kaputt geht, naja dann kauft man halt eins neu,
aber früher da gab es kein Ersatz, es fehlte schlicht weg das Geld oder es gab keine mehr...

dazu folgende Episode um es besser zu verstehen
- Eier kaufte ich als Kind lose in einer Papiertüte, meist waren es 6
und diese dann heil zu Fuß nach Hause zu bringen war eine persönliche Herausforderung, zumal ja noch mehr einzukaufen war.
heute jedoch, sie sind in eine Verpackung, da muss man schon ordentlich rempeln, damit eins zerbrach..
oder besser noch, wir Großen übertragen solche Aufgaben erst gar nicht mehr an die Kleinen, wir schaffen das sogar mit dem Auto, viel bequemer und haben den besseren Überblick.
-meist war dann doch eins kaputt, wenn ich zu Hause war, der Ärger war groß, das Geld immer knapp,
und Eier schon eine Art von Luxus, es gab nur selten ein Frühstücks-Ei, ehr den selbst gebackten Kuchen aus dem Ofen,
zerschlagene Eier waren ja genug dann da...
und heute, der Kuchen, na das weißt du selbst, auch was das Einkaufen betrifft,
wir wurden damals mit kleinen aber stetig wachsenden Aufgaben betraut und wenn was nicht klappte,
nun dann gab es keinen Kuchen oder die Wohnung blieb kalt, weil man vergaß den Berliner Ofen im Wohnzimmer zu schließen...

eben genau so musste ich es auch bei meinen Kindern feststellen wenn wir erbittert oder verbittert um die Ordnung in deren
Zimmer kämpften. Mit den Konsequenzen kämpfen wir noch heute, der Sohn (30) will einfach nicht ausziehen, ja er hat und sucht sich seine Arbeit zum Lebenserhalt, aber sein Zimmer....
die letzte Antwort dazu vor 3 Jahren: wenn ich mal ausziehe, dann halte ich Ordnung!

und ja es schmerzt immer noch,
aber das ist eben meine Geschichte des Lebens,
wer sagt schon was richtig oder falsch zu machen war oder ist.
es gab viele Ratgeber, aber glaub mir, aber diese haben ihre Weisheiten nie selbst anwenden müssen.
buddl1,

05.05.2021 18:35 • x 1 #16


Denny31
@buddl1

Okay so habe ich das noch garnicht gesehen, weil er immer direkt das negative hervorhebt sobald man etwas sagt. Muss ich mal ausprobieren wie das so auf ihn wirkt.

Mit den Lehrern bin ich schon im offenen Kontakt seit dem diese Veränderung in der Grundschule deutlich wurde, aber er hatte nie wirklich Probleme. Er wurde von allen gemocht also war sehr beliebt bei den Schülern als auch Lehrern, durch seine freundliche und hilfsbereite Art. Er hat immer loyal zu allen gestanden und auch geholfen bei Streit immer zu schlichten, ich hatte oft das Gefühl die Lehrerin hätte sich vertan, denn dieser junge war er dann schon zuhause ab und an nicht mehr so ganz. Und als dann der schul Wechsel zur realschule stattfand waren wir ja schon in der Diagnostik. Auf der Realschule habe ich dann den direkten Weg zur Lehrerin gesucht weil dann schon die Diagnose feststand. Also ich wollte dann offen damit umgehen und habe mit ihr über alles gesprochen damit halt auch die anderen Lehrer informiert sind , wenn etwas sein sollte und er sich komisch (ist das falsche Wort...) anders verhält. Auch jetzt sind wir im ständigen Kontakt mit einander, da ja auch in der letzten Zeit sehr viel passiert ist und auch wegen dem online Unterricht, denn er dann und wann wegen seinen Ausraster zuhause abgebrochen hat und sowas . Also dort ist er auch so ,also klar mit einer gewissen Steigerung seine Ablehnung für gewisse Situationen , aber er wird gemocht es gibt in seiner Klasse auch noch zwei andere Kinder mit gewissen Besonderheiten (ADHS / soziale Bindung Störung) er versteht sich mit allen gut. Das einzige ist halt auffällig, daß er sehr viel Wert legt auf die Meinung anderer und mit Ablehnung jeglicher Art wieder in diese unendliche Traurigkeit gezogen wird. Aber er macht sich diese Gedanken überwiegend selbst , also bevor überhaupt etwas geschehen ist meint er schon das wir eh kacke und lehnt es ab. Er macht sich selbst schon immer Leistungsdruck, sei es in der Schule oder in alltäglichen Situationen , wenn er keine 120 % schafft war es nicht gut genug. Und er hat so ein geringes Selbstwertgefühl, das habe ich nie verstanden. Wir waren mal ganz am Anfang bei einem Seminar gegen Mobbing und zum stärken der Kinder, weil ich dachte das könnte sowas sein. Er sagte immer mal wieder schon in der Grundschule er hätte nicht wirklich Freunde, wenn ich ihn mal zur schule bringen konnte war das immer so ein auflaufen von Kinder die sich freuten ihn zu sehen und ich dachte dann immer so , ja ne ist klar keine freunde ... Also dachte ich das muss irgendwie einen anderen Hintergrund haben. Nach den Veranstaltungen haben wir ein intensiv coaching in Anspruch genommen , weil wir mekrten irgendwie ist da was bei ihm los aber ich weiß nicht was oder vorher. Der Coach sagte es sei sehr ungewöhnlich das Kinder diese Ängste die er hat haben ohne schon mal in eine solche Situation zu sein, also zb Verlust Ängste weil man ihn schon mal verlassen hätte oder allein gelassen hätte , also es gab Zeiten da konnte ich noch noch nicht mal auf den Dachboden und wir haben ganz oben gewohnt, oder als ich noch geraucht habe nicht auf den Balkon obwohl er in seinem Zimmer ist wo das Fenster direkt angrenzende. Und viele weitere Kleinigkeiten die sich so mit der Zeit eingeschlichen haben. Ja also er hat eine ganz komische Wahrnehmung entwickelt die Welt zusehen und irgendwie auch wie er sich darin so sieht und empfindet. Jeder hebt vor wie toll er ist und alles schafft und er sieht nur, ich bin schlecht und nicht gut genug. Aber warum hab ich nie verstanden.

Ja das ist schon wahr mit diesen Werten von heute, aber so habe ich ihn nicht erziehen wollen . Also zb. Er wusste wenn er etwas von jemand anderen zerbricht, muss man das ersetzen. Er wusste zu teilen und tat dies auch wenn der Gegenüber das nicht macht. Er ging mit kleinen und schwachen mit ganz zarter Hand um als wenn er selbstverständlich weiß das dieser kleine Mensch noch nicht alles kann und er ihn führen und beschützen müsse . Also er wusste wert zu legen auf seine Spielsachen und räumte alles immer selbstverständlich ordentlich weg und das schon von klein an. nicht mit druck sondern mit Verständnis und Erklärung aller Dinge die im Leben halt so passieren wie sie passieren . Und dennoch wuchs da in ihm parallel ein anderer heran. Wir hatten so ein tolles Verhältnis miteinander und doch ging das alles verloren irgendwie, das konnte ich einfach lange zeit einfach nicht begreifen...

Und deshalb irgendwie auch diese selbst Zweifel meiner Seits... ich dachte mir eigentlich immer wir haben alles so toll gemeistert, jede Hürde die uns bis dahin in den Weg gelegt wurde ,jeder noch so kleine schlag , wir sind da so super rausgekommen, doch jetzt sehe ich das komplette Gegenteil und ich kann nur zusehen wie es ihn auffrisst... das schmerzt richtig hart einfach...

06.05.2021 07:54 • x 1 #17


A


Hallo Denny31,

Wie gehe ich mit jemanden um der Depression hat

x 3#3


buddl1
was ihn auch auffrisst, es steckt wirklich tief drinnen,
auch das loslassen, vielleicht fühlt er sich eingeschränkt,
durch was auch immer.
wenn er wieder mal so negativ zu dir drauf ist,
hast du mal über einen Wohngruppe für ihn nachgedacht?
hier in Berlin gibt es viele, für jegliche Richtung,
ich mein. er ist dabei euch zu zerreiben, gerade wenn es doch in der Schule so nicht ist.
man weiß erst etwas zu schätzen, wenn man sich dessen Verlust bewusst wird.
bei vielen stimmt einfach das Verhältnis nicht mehr, ohne das wirklich erklären zu können.
es sollte ein Auszeit sein, kein Abstoßen oder gar eine Trennung,
den du wirst bald nicht mehr geben können, zu sehr der Schmerz dich selbst zerstört.
allein wegen dem Vorwurf, dass du Schuld haben sollst, das kann so nicht weiter dein Leben bestimmen.
frag mal bei dem Jugendamt nach, gerade wenn sich die Gewalt gegen dich richtet, das darf nicht ignoriert werden.
uns wurde auch die heile Welt zerrissen, wir sahen es nicht kommen,
jetzt, ja jetzt wussten wir, was so unbedeutend für uns war, für die Kids aber die ihre Welt zerbrach. dazu das erkenn sich wehren zu können, auf das nein bestehen und die Selbstbestimmung mit Macht durchzusetzen.
vergiss nicht dein Leben, es endet nicht mit seinem Erwachsen werden.
buddl1,

06.05.2021 16:39 • x 1 #18


Denny31
@buddl1
Ja da hast du wirklich recht, das sagte mir seine Therapeutin auch schon. Also sie hatte auch mal eine Tages Klinik vorgeschlagen wenn das nicht besser würde, nur da würde er nicht in die Schule gehen direkt sondern irgendwie dort unterrichtet in der Klinik und würde dann am Abend nach Hause kommen . Aber da hab ich auch irgendwie Bedenken wegen der schul Freunde. Also generell hat er viele Freunde also Personen die ihn sehr mögen, aber keinen wirklichen besten Freund oder beste Freundin mit die er sich auch mal austauschen kann. Wieso das so ist weiß ich nicht, ob er irgendwie zu große Angst davor hat sich jemanden anzuvertrauen oder sich auf jemanden ein zulassen?! Aber ich glaube genau so eine Freundschaft fehlt ihm. Deshalb hab ich irgendwie Bedenken, auf den Anschluß in seiner Klasse den er verliert oder diese wieder Umstellung der schul form?! Das sind auch irgendwie so Sachen die mich einfach belasten wie soll ich da handeln , wäre das vielleicht auch gut für ihn , oder fühlt er sich dann doch seinem Umfeld entrissen?!?! Fragen über Fragen die täglichen meinen Kopf füllen aber ich kann sie nicht beantworten.... ich hatte angenommen die kur würde ihm gut tun und vielleicht mal so eine Auszeit begünstigen, er war 4 Wochen weg und hat dann noch 2 Wochen verlängert und wollte dann noch 2 Wochen verlängern. Das aber wie ich schon bei ersten Mal verlängern merkte aus den falschen Gründen geschehen sollte. Den ihm tat gut das er unter gleichaltrigen war die ja auch ihr Päckchenzu tragen haben, was ja zuhause nicht ist. Und auch durch Corona auch schwer ist umzusetzen. Denn die meisten beschränken die Kontakte der Kinder auf eine Person, quasi den besten Freund oder die beste Freundin, den/die er nicht hat . Fazit ist er hat sehr eingeschränkten Kinder Kontakt. Nichts desto trotz hat er die Schule mehr vernachlässigt als es sein sollte , weil dort die Kinder wegen Corona Regeln mehr auf sich allein gestellt waren damit. Wobei sich ein depressiver junger Mann sich meiner Meinung nach in seiner Situation nicht selbstverständlich dazu motivieren kann zu lernen oder geschweige denn irgendwie aufzuraffen diesen Schritt zu machen. Und gegen/für seine Depressionen wurde auch nicht wirklich hin gearbeitet, das er lernt irgendwie besser Situationen zu meistern oder mit seinen Gefühlen umzugehen. Also kam er heim und das ganze Spiel ging wieder von vorn los, die Ablehnung ,die Ausraster , und sein desinteressiert Verhalten, freudlosigkeit, Traurigkeit.... usw...

Und ja das führt alles dazu das ich mich selbst vergesse...

07.05.2021 08:00 • x 1 #19


buddl1
du bist nicht Schuld, dass er dir zeigt, dass er nicht mehr so ist wie er geworden ist.
leider folgt daraus, dass du deinen Sohn wie er mal war, wie du ihn und er dich geliebt hatte,
schlicht, nicht mehr zurück bekommst.
aus Liebe zu ihm und das ist aus deinem Schreiben für mich so zu entnehmen,
fühlte er sich wohl, wenn eben du nicht direkt zugriff auf ihn hattest.
ihm wird sicher nie bewusst werden, zu wissen, wenn du plötzlich nicht mehr da wärest,
aber eben er zeigt dir, das wenn du da bist, dich ablehnt.
Liebe kann man nicht erzwingen, egal aus welchen Gründen sie auch erlosch.
ein neu erobern jedoch, durchaus nicht auszuschließen ist.

es bedeutet für so einen Schritt viel Mut, viel Liebe die man aufgeben muss, eben jener eben.
ich teile mal den Link
Kinderhaus Berlin Mark Brandenburg e.V. (kinderhaus-b-b.de)
lies dich dort mal ein, dass sollte auch bei dir geben,
ich kenne diese Einrichtung durch meine Arbeit und kannte die Betreiber, sowohl auch Kinder die dort
ihr Zuhause fanden.
dazu war kein Schulwechsel nötig,
nur das Zuhause, sein Zuhause...
du weißt selbst, egal was du vorschlagen wirst, er wird dir nicht folgen, weil du es eben vorschlägst.
dies zu akzeptieren ist bitter und schwer, funktioniert nicht über Nacht.
Du und dein Sohn müssen es wollen, jeder eben aus seiner Sicht.

wir haben damals auch gedacht, unser Kind zu verstoßen, zu verraten, nicht mehr lieben zu dürfen oder zu müssen.
und dennoch haben wir die Hoffnung tief ihn uns bewahrt, ebenso die Liebe und nach all den verlorenen Jahren,
unsere Hoffnung fand ihren Weg zurück zu uns, zu ihr, der Liebe als Familie die wir immer waren und sind.

wenn du dies mit dem Jugendamt (zwingend erforderlich) abgesprochen hast,
gebe ihn die Möglichkeit selber zu entscheiden (der Weg dahin muss ja offen sein).

seine falschen Gründe?
welche waren das, letztlich führten diese zur Verlängerung...
buddl1,

07.05.2021 16:56 • x 1 #20


buddl1
heute lief im zdf, Systemspringer er zeigt gewisse parallelen auch wenn es nicht gleich ist wie bei deinem Sohn,
versuche diesen dir in der Mediathek anzuschauen, er zeigt Wege und Möglichkeiten, jenseits des Realen auf.

es sind mitunter Grenzwege, aber wir Großen gehen diese Wege für die Kleinen die uns so gleich sein wollen.
aber darin stoßen wir an eben an diese Grenzen und hoffen das irgendwer helfen kann...
ich hoffe du ließt mich noch,
jeder ist es Wert gelesen und eben beachtet zu werden.
gerade wenn es um Kinder geht.
buddl1,

17.05.2021 20:32 • x 1 #21


T
Hallo,

arg viel kann ich dazu nicht sagen, denn ich kenne euch nicht, auch nicht die näheren Umstände. Aber wenn eine Therapeutin rät, die Polizei zu rufen, dann ist schon einiges schiefgelaufen.
Vielleicht ist die Therapeutin einfach nicht die Richtige? Hast du schon eine andere probiert? Vielleicht wäre für deinen Sohn auch ein männlicher Therapeut besser. Ich finde es traurig, wenn Zehnjährige schon Depressionen haben, und es gibt leider viele Therapeuten, die es nicht drauf haben und alles noch schlimmer machen. Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich das so sagen.
Die Polizei zu rufen würde mit Sicherheit das letzte Vertrauen zwischen euch zerstören. Da finde ich es besser, wenn ihr euch um eine stationäre Aufnahme in eine Fachklinik bemüht. Es gibt immer einen alternativen Weg, der ist nicht immer einfacher, aber manchmal zielführender.
Gib deinen Sohn nicht auf!

Grüße
Träumer59

17.05.2021 21:57 • #22


Denny31
@buddl1 sorry das ich mich erst mal jetzt mal wieder zurück melde, es waren ein paar aufwühlende Wochen mit Höhen und Tiefen. ... er nimmt jetzt schon die zweite woche die Tabletten und ich muss sagen klopf auf holz diese woche schon keine Ausraster mehr... kann natürlich auch der Placebo Effekt sein, weiß man ja nicht... hat ja auch viel mit dem kopf zu tun einfach.

Um nochmal das vorherige Thema aufzugreifen, das mit dem Kinderhaus ist ja voll die coole Sache muss ich ja mal sagen aber sowas in der Art haben wir hier bei uns nicht wirklich. Schade eigentlich
Und auf die falschen Gründe noch mal zurück zu kommen, ja die waren dort mit den Kindern abzuhängen wie in einer Jugendherberge. Also der Fokus sollte ja auf seine Depressionen liegen aber das und alles andere lag so brach... das es ihm gut tat mit anderen Kindern zusammen zu sein ist ja schön aber das andere sollte ja auch im Vordergrund stehen. Das war so eher fürchte die verkehrte Motivation länger dort zu bleiben wenn er alles andere schleifen ließ.

18.05.2021 13:01 • #23


Denny31
@buddl1 und ja natürlich lese ich dich noch, danke ich werd da mal nach schauen.

Seine Therapeutin hatte auch noch eine Schulung gemacht wo so ein Professor etwas neues vorgestellt hat, also bzw es wird in der Hinsicht neue Erkenntnisse geben und sie sagte die Thematik über die er dort sprach und die Symptomatik passte zu der von meinem Sohn
Und das es dort wohl Fortschritte gibt und dies vielleicht ein eigene Bezeichnung dafür geben wird, also so in der Art . ich habe mir sein Buch gekauft ,sie bot mir auch ab ihr Exemplar was sie sich bestellen wird lesen zu können, aber ich wollte das lieber selbst zuhause haben. Sie will sich in das Thema mal rein hängen und gucken in wie fern sie schon Ansätze in diese Richtung gemacht hat oder auch nicht.
Ich bin immer sehr dankbar das sich hier jemand meinen Kram anhört, das tut mir sehr gut.danke

18.05.2021 15:04 • x 1 #24


Denny31
@Träumer59 ja leider ist schon sehr viel passiert, also das er schon handgreiflich wird mir gegenüber und sein Zimmer zerlegt. Und dennoch kann ich das nicht so ohne weiteres, das schmerzt mir schon aber noch mehr ihn so zu sehen.

Ich weiß das habe ich auch schon öfter gehört aber
Er sagt er fühlt sich bei ihr wohl also wieso sollte ich ihm jemand anderen aufzwingen wollen.
Ich war ebenfalls schockiert das er die Diagnose bekam und saß mit zehn obwohl wir immer so ein tollen und herzliches Verhältnis hatten. Aber ein Erlebnis in frühester Kindheit soll dies ausgelöst haben, wir arbeiten uns voran.

Ich werde ihn nicht aufgeben solange ich lebe das ist sicher

18.05.2021 15:14 • #25


T
Zitat von Denny31:
Er sagt er fühlt sich bei ihr wohl also wieso sollte ich ihm jemand anderen aufzwingen wollen.
Ich war ebenfalls schockiert das er die Diagnose bekam und saß mit zehn obwohl wir immer so ein tollen und herzliches Verhältnis hatten.

Das mag schon sein, dass er sich bei ihr wohl fühlt. Doch vielleicht versteht ihn ein Mann besser, und könnte ihm besser helfen. Wenn sich die Therapeutin erst einlesen muss, dann spricht das ja nicht gerade für sie. Denn so neu kommt mir das nicht vor, was du über sein Verhalten schreibst.
Wut ist ein Ausdruck erlernter Hilflosigkeit. Wenn er dich angreift, dann hat das einen Grund.

Bei einem Zehnjährigen würde ich doch niemals die Polizei rufen, denn das würde IHM ganz sicher nicht helfen. Notfalls könnte dir doch dein Mann helfen?

18.05.2021 16:29 • #26


Denny31
@Träumer59
Ob ihm ein Mann besser helfen kann ,kann ich nicht sagen.
Ich möchte generell einfach das man ihm hilft oder uns denn alleine komme ich da nicht mehr gegen an.

Und das mit dem einlesen spricht ja nur für die neuen Erkenntnisse in diesem Bereich und nicht etwa für ihre Kompetenz. Sie ist eine der besten hier im Umkreis und hat schon sehr vielen geholfen, aber ich möchte mich da auch nicht jetzt rechtfertigen müssen .
Denn ich möchte einfach nur verstehen was in ihm vor geht und warum.
Und wenn ich mich mal jetzt auf das mit der Polizei rufen beziehe, also zum einen du kennst nicht alles genau was hier bei uns abgelaufen ist und zum anderen kann ihm die Polizei klar dabei nicht helfen aber es ging ja auch nicht darum sondern das er in eine Klinik gebravht wird denn sie wollte nicht das ich dies allein tun muss ,weil er Suizid gedanken äußert und das schon eine ganze weile. Und das mit der Aggressivität gepaart wäre ihre letzte Alternative weil ich zuhause nicht mehr an ihn ran komme.
Und ja das von einem zehn jährigen , hört sich so krass an wie es hier ist .

18.05.2021 18:10 • #27


buddl1
.... die reale Welt geht immer vor,
wer nicht hier ist, kämpft und dafür bedarf es keine Rechenschaft.
wenn man sich mit Dingen erst neu befassen muss, macht man Fehler, bestenfalls steht man nur ratlos dar.
in dem Film Systemspringer wurden auch bewusst mehrere Fehler, jedenfalls sehe ich das so, belassen eingebaut oder einfach nicht als solche angesehen. aber er zeigt deutlich, dass manchmal alles gute, nur schlecht sein kann,
ja wir können in keinen anderen Menschen so tief hineinblicken, wenn er es nicht zulässt.
eine Bekannter von mit hat sich vor 3 Jahren, eines solchen Jungen angenommen und nach über einem Jahr, musste er aus Selbstschutzgründen und wegen des eigenen gleichaltrigen Kindes, eine weitere Betreuung wieder abgeben.

dort den Richtigen zu finden, ist wie die berühmte Nadel im Heuhaufen...
es ist schön zu lesen, dass es dennoch einige gute Höhepunkte gibt,
sie sind in dieser Zeit unbezahlbar,
eben auch weil man sein Kind über alles liebt, nicht einfach aufgibt.
auch wenn es manchmal bedeutet loslassen zu müssen...

ich würde es auch nicht von einem Geschlecht, dick oder dünn, schwarz oder weiß, der Person abhängig machen,
so wie du es schreibst, diese Person muss auf deinen Sohn einwirken und vor allem erreichen können.

man kann zu Medis stehen wie man will, aber sie sollen nur helfen, heilen nicht.
eine Ärztin sagte mir mal zu solch einen Fall, das einige verantwortliche Synapsen im Gehirn, schlicht nicht verschaltet oder vorhanden sind. die Medis konnten die für uns als negativ wahrnehmenden Ausraster, unterdrücken.
und eben das kann funktionieren um ein weniger störendes, normenverfremdendes Verhalten gespiegelt zu bekommen.
auch wenn bei Medis mit Nebenwirkungen zu rechnen sind.

sei dir aber in einer Sache sicher,
die Polizei immer zu alarmieren, wenn du an deine Grenzen des machbaren kommst, keiner hat was davon wenn deine Gesundheit, deine Einrichtung oder gar fremde unbeteiligte Personen hier in ihrer Unversehrtheit gefährdet sind.
du weißt selbst, es geht hier nicht um das eine böse Wort, oder das kleine Spielzeugauto was an der Wand zerlegt wurde, sondern um eine akute Grenzüberschreitung! die Polizei muss und wird handeln, dafür ist sie da, wird im Zweifel auch mit dir entscheiden, ob eine Zuführung in ein Krankenhaus erfolgen muss.
nicht zum Schutz vor ihm oder dir, sondern zum Schutz für ihn. ich kenne einige solche Szenen und sie waren nie schön anzuschauen, waren immer voller Emotionen, wie Schmerz, Leid, Hass und Liebe,
aber erforderlich!
kein Elternteil kann solche Last alleine tragen und Gewalt gegenüber dem eigenen Kind brechen,
dass kann nur eben jene die dafür bezahlt werden.
zumal es ablenkt, von sich und alle Kraft sich gegen diese Kräfte richtet,
es macht ein danach viel einfacher, auch wenn es nur darum geht, dass die es waren...
und nicht du selbst.
das hat nichts, aber auch Garnichts mit dem Alter zu tun, ob 10, od 1, oder 80!
ich habe eine verzweifelte Mutter gesehen, das Kind, nicht mal 2, beide am Ende ihrer Kräfte, versteift, weinend und ohne Ausweg aus ihrer selbst geschaffenen Situation,
nur durch Hinzuziehung solcher Kräfte, konnte nicht nur schlimmeres verhindert sondern auch ein zurück geschaffen werden.
du kannst allein nicht die Welt retten,
ich auch nicht!
aber gemeinsam mit anderen, können Wege gebaut werden,
damit die eigenen Kinder ihren Weg finden können,
dabei muss es nicht immer der sein, den wir uns für sie erhofften..
buddl1,

19.05.2021 07:41 • x 1 #28


T
Hallo Denny, ich muss das einfach nochmal loswerden: Wenn es ihm in der Kur gefallen hat, dann war es das richtige für ihn. Warum ist dir die Schule so wichtig? Das lässt sich alles nachholen, aber die Seele deines Sohnes muss erst heilen. Es ist gerade in so einer Klinik total wichtig, sich mit anderen auszutauschen, die anderen Kinder haben ihm gut getan. Wenn er so gerne da war, und auch keine Ausraster hatte, dann muss es bei euch zuhause irgend einen Auslöser geben. Um das herauszufinden muss auch etwas Selbstkritik erlaubt sein.
Wäre es möglich, dass du geradezu erwartest, dass er ausrastet? Oder warum zweifelst du die Wirkung der Medikamente an? Auch wenn du mich jetzt hasst, aber selten haben Verhaltensänderungen bei Kindern nichts mit dem familiären Umfeld zu tun.

Du kannst leider nicht erwarten, dass alles so weiter läuft mit Schule, Freunden etc., und dein Kind gleichzeitig gesund wird. Da muss sich irgendwo etwas ändern. Und das mit den Eltern zusammen zu erarbeiten ist die Aufgabe eines guten Therapeuten.

19.05.2021 07:48 • #29


A


Hallo Denny31,

x 4#15


Denny31
@buddl1
Vielen Dank für deine Worte...

Ja das ist eine nadel im Heuhaufen, aber ich bin froh das sie ihn auf seinem Weg mitbegleitet denn sie ist es im Moment die ihn auch wirklich erreicht . Das wenn ich es nicht schaffe.

Das ist auch mit den Medikamenten so eine Sache, vorallem wegen den Nebenwirkungen. Aber wenn ich nicht schon für eine verdammt lange Zeit alles wirklich alles versucht hätte, auch jetzt schon seit dem er bei ihr ist wir zusammen , dann würde ich das auch nicht machen.
Aber er hat verdient jetzt mal endlich etwas Ruhe zu bekommen nach auch seiner Anstrengung.

Ich bin froh hier auch mal etwas loslassen zu können , das man mich hört und ich das einfach mal ablassen kann was auf meiner Seele schon so lange brennt. Ich bin dankbar für jeden Ratschlag, denn man sagte mir einmal , man kann es nicht verstehen wenn man nicht drin steckt und deshalb fühle ich mich so hilflos. Es zerreißt mich innerlich wenn ich ihn so sehen muss und einfach nichts tun kann .
Aber durch diese Gespräche fühle ich mich nicht mehr so allein mit allem. Danke

19.05.2021 08:12 • #30

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