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Wie lerne ich mich selbst zu mögen?

NicoIsHere98
@Ziva

Dankeschön.

Gut, haha. "Aber" ist ein wichtiger Bestandteil meines Wortschatzes, haha.

Du brauchst dich nicht zu entschuldigen, fand dein Beispiel durchaus passend. Dieses Gefühl ist echt belastend, wenn man das Gefühl hat, jeder starrt einen an.

Ja, ich denke schon, dass ich verschlossen wirke. Aber das kann ich ja nicht einfach ändern. Und das sich jemand nicht traut, mich anzusprechen, glaube ich eher weniger. Ich glaube, weil ich so still bin, wirke ich einfach langweilig und deshalb hat keiner das "Bedürfnis" mich anzusprechen.

Jap, das ist bitter. Die Krankenkasse hat gesagt, wenn mich das psychisch belastet, bezahlen sie gerne eine Therapie. Aber keine Operation. Genau so hat der Kerl es am Telefon gesagt.
Nach der Analyse meiner Bilder sind die zu dem Schluss gekommen, dass ich nichts ins Muster passe. (Muster sind die Leute, deren Haut etwa bis zu den Knien hängt nach einer Fettabsaugung).
Ne Therapie wird nichts daran ändern, dass es ein sehr unangenehmes Gefühl beim Bewegen und sogar Duschen gibt. Positiv werde ich so nie auf meinen Körper blicken können. Selbst, wenn ich es zu akzeptieren lernen sollte.

Naja, finde sechs Monate schon enorm lange. Ich brauche jetzt Hilfe, nicht in frühestens einem halben Jahr. Also hat sich das auch schon erledigt.

Wie lange bist du jetzt in Therapie und konntest du schon Fortschritte erkennen?

27.08.2021 16:35 • #16


Juju
Hallo.... ich habe nur Deinen Einstieg ins Thema gelesen und weiß jetzt nicht, was die andere geschrieben haben.
Das erste, was mir sofort in den Sinn kam....wie wäre es denn mit einer Glatze,?
Eine meiner guten Bekannten hat seit Jahren eine und ich bewundere sie dafür.
Ich hab zum Beispiel angefangen zu versuchen nicht mehr nachzudenken...suuuuuper schwer, aber mir hilft es öfter als vorher.

27.08.2021 17:07 • #17


A


Hallo NicoIsHere98,

Wie lerne ich mich selbst zu mögen?

x 3#3


NicoIsHere98
@Juju

Habe mir die Haare kurz rasieren lassen. Eine Glatze ist mir zu komisch.
Fällt aber dennoch auf, weil sie oben sehr dünn sind und an der Seite und hinten extrem dick.

Und ja, nachdenken ist leider normal bei mir. Kann das nicht abschalten. Ich überlege jedes Wort und jeden Schritt, den ich mache. Manchmal sogar mehrfach.

27.08.2021 17:09 • #18


Juju
Zitat von NicoIsHere98:
@Juju Habe mir die Haare kurz rasieren lassen. Eine Glatze ist mir zu komisch. Fällt aber dennoch auf, weil sie oben sehr dünn sind und an der ...



Okay, ...dann ist das mit der Glatze keine Option.
Das mit dem weniger Denken ist natürlich sehe anstrengend und bedarf viel Arbeit.
Ich versuche immer die negativen Gedanken in freundliche umzuwandeln.

27.08.2021 17:33 • x 1 #19


NicoIsHere98
@Juju

An sich eine gute Idee. Nur weiß ich nicht, wie ich meine Probleme positiv umwandeln soll. Mir fällt wirklich keine positive Formulierung dafür ein.

Aber danke dir für den Tipp!

27.08.2021 17:42 • #20


Juju
Zitat von NicoIsHere98:
@Juju An sich eine gute Idee. Nur weiß ich nicht, wie ich meine Probleme positiv umwandeln soll. Mir fällt wirklich keine positive Formulierung ...


Nenn mir mal paar negative Gedanken...schreib die Sätze gerne mal auf....
Ich versuche sie dann mal umzuwandeln un Dir ein Beispiel zu geben

27.08.2021 17:47 • x 1 #21


NicoIsHere98
@Juju

Puh, okay.

- Meine Frisur und meine Haare wirken wie die von einem alten Mann (Haarausfall)

- Nach der Gewichtsabnahme hängt die Haut überall rum, weshalb ich manchmal Schmerzen habe und noch unattraktiver aussehe

- Ich bin unattraktiv (einzelne Merkmale davon nenne ich jetzt einfach mal nicht, auch wenn ich da jetzt auf die Schnelle fünf im Gesicht alleine gezählt habe)

- Ich habe eine sehr ungünstige Fettverteilung. Sobald ich zunehme, geht das deutlich auf meine Hüften und in die Beine, was sehr weiblich aussieht.

Ich kann echt den ganzen Tag so weitermachen mit konkreten Beispielen. Viele Leute glauben, ich bilde mir die Dinge ein. Aber sie sind echt so.

Ich denke gerade wieder so viel darüber nach, ich möchte einfach nur schreien und das das aufhört. Kaum zum aushalten diese Gedanken

27.08.2021 17:54 • #22


Juju
Ich bin noch ein junger Hüpfer, auch wenn meine Haare sich verabschieden.
Meine Gewichtsabnahme ist super, ich kann total stolz auf mich sein.
Wenn ich zunehme, dann geht es zuerst auf die Hüfte, damit sehe ich sehr weiblich aus und es gibt mit Sicherheit Menschen, denen das gefällt.
Na und, dann gefalle ich mir eben nicht, gibt schlimmeres.

27.08.2021 17:59 • #23


NicoIsHere98
Haha, nette Gedanken.
Das mit den Haaren könnte ich eventuell noch gut finden.

Das mit der Abnahme eventuell auch.

Aber ich bin mir sicher, dass breite Hüften bei einem Mann und Fett im Hintern und den Beinen für niemanden attraktiv sind. Das gefällt keinem. Darauf verwette ich mein Leben, haha.

Dennoch danke!

27.08.2021 18:05 • #24


Ziva
Oh, ich finde @Juju ´s Ideen durchaus interessant!
Zitat von NicoIsHere98:
Ja, ich denke schon, dass ich verschlossen wirke. Aber das kann ich ja nicht einfach ändern. Und das sich jemand nicht traut, mich anzusprechen, glaube ich eher weniger. Ich glaube, weil ich so still bin, wirke ich einfach langweilig und deshalb hat keiner das Bedürfnis mich anzusprechen.

Mhn mhn mnhn.. das glaubst du. Weißt du es?
Sprichst du die Leute denn an - wenn ja, was passiert dann?
Oder wartest du lieber ab?


Zitat von NicoIsHere98:
Naja, finde sechs Monate schon enorm lange. Ich brauche jetzt Hilfe, nicht in frühestens einem halben Jahr. Also hat sich das auch schon erledigt.

Ich kann dir das wirklich nur ans Herz legen.


Zitat von NicoIsHere98:
Wie lange bist du jetzt in Therapie und konntest du schon Fortschritte erkennen?

Ich war im letzten Jahr drei Monate in einer Tagesklinik. Ich wollte da auch erst nicht hin und war ganz glücklich, dass ich 9 Monate warten musste. Im Nachhinein betrachtet, war es das Beste, was ich gemacht habe. Natürlich hadere ich immer noch mit mir und habe auch noch immer Gedanken, Ängste, Zweifel und dieses ganze negative Gedöns, wie vorher auch - ABER .. ich hab es manchmal auch nicht und weiß, wie ich mich ablenken kann von Negativem. Es gibt eben immer noch gute und schlechte Tage - das muss ich einfach akzeptieren.

27.08.2021 18:21 • #25


T
Hallo Nicols,
meine Erfahrung ist, dass es im Leben fast nicht aufs Aussehen ankommt, sondern aufs Charisma. Und am Charisma kann man arbeiten, dazu gibts auch diverse Bücher.

Es gibt auch Stylingberater, Kleidung macht so viel aus.
Ich habe das alles durch, hatte mit 23 auch noch keine Freundin und fand meine Nase immer viel zu groß. Es war sehr viel Arbeit, von diesen Komplexen weg zu kommen. Aber es geht.
Als dann meine Haare immer dünner wurden ging das Spiel wieder los, ich habe dann beschlossen, mir die Haare raspelkurz zu schneiden, bis kurz vor Glatze, und fühl mich immer noch sauwohl damit, abgesehen davon, dass ich mir seither die Friseurkosten spare.

Was ich damit sagen will: Du musst an dir arbeiten, wenn du etwas verändern möchtest. Dann kommt das selbst mögen irgendwann von ganz alleine.

Grüße
Träumer59

27.08.2021 18:29 • #26


NicoIsHere98
@Ziva

Ich kann keine Leute ansprechen, wenn ich nach dem Weg fragen muss bekomme ich ja schon fast Panikattacken, etwas übertrieben ausgedrückt, haha. (Weiß auch nie, worüber ich reden soll. Selbst, wenn ich mir vorher Pläne mache und mir Themen ausdenke, über die man reden könnte, vergesse ich die wieder. Mein Kopf ist ganz leer dann)
Ich warte also wirklich lieber ab.

Ich werde es mir überlegen. Aber ehrlich gesagt kann ich mir nicht vorstellen, wie es mindestens ein halbes Jahr so weitergehen soll wie jetzt.
Das hat langsam angefangen, als ich 15 oder 16 war. Aber es wird zunehmend schlimmer. Und mittlerweile bin ich nur noch so drauf. Habe ein schlechtes Gefühl.
Aber vielleicht täuscht das auch.

Schön, dass du bereits etwas zur Akzeptanz übergegangen bist.
Hoffe für dich, dass es sich weiter positiv für dich entwickelt! (:

Aber weißt du, was meine Hoffnungslosigkeit noch etwas verstärkt? Dieses Wissen, dass man niemals wirklich geheilt ist. Das man immer, egal wie viel man an sich arbeitet und wie viele Therapeuten man aufsucht, immer Tage hat, wo man wieder in alte Muster zurückfällt und wo alles trotzdem wieder hochkommt.

Hört sich jetzt was doof an, wenn ich es so sage. Aber ich denke mal, dass manche den Gedanken kennen: Manchmal denke ich einfach, ich sei nicht fürs Leben gemacht.
Keine Ahnung. Klingt hart, aber richtige Lebensfreude ist und war bisher immer eine große Fehlanzeige. Bisher ist es nur eine innere Last gewesen, mit der man irgendwie fertig werden musste.

27.08.2021 18:39 • #27


NicoIsHere98
@Träumer59

Danke für deine Antwort.
Um charismatischer zu werden, muss ich erst diese übertriebene Zurückhaltung wegbekommen und es schaffen, mit Leuten zu reden, ohne Angst zu haben, weil ich nie weiß, was ich sagen soll.

Von tollem Charisma bin ich also weiter weg als die Sonne von der Erde. Schaffe ja nicht mal immer Augenkontakt zu halten für einen längeren Zeitraum.

Also kann ich meiner Liste von Dingen, an denen ich noch arbeiten muss, eine neue Sache hinzufügen.

27.08.2021 18:47 • #28


T
Zitat von NicoIsHere98:
@Träumer59 Danke für deine Antwort. Um charismatischer zu werden, muss ich erst diese übertriebene Zurückhaltung wegbekommen und es schaffen, mit Leuten zu reden, ohne Angst zu haben, weil ich nie weiß, was ich sagen soll. Von tollem Charisma bin ich also weiter weg als die Sonne von der Erde. Schaffe ja nicht ...


Was soll ich sagen, so gings mir auch. Aber irgendwie erreicht die Sonne ja die Erde, also ists nicht unmöglich. Früher dachte ich z.B. immer, smalltalk sei Zeitverschwendung. Welch ein Irrtum.
Ich habe etwa zehn Jahre gebraucht, bin jetzt zwar nicht unbedingt charismatisch (ausser ich bin gut drauf), aber viel zufriedener mit mir selbst. Also nur nicht aufgeben

27.08.2021 19:12 • x 1 #29


A


Hallo NicoIsHere98,

x 4#15


Ziva
Zitat von NicoIsHere98:
Ich kann keine Leute ansprechen, wenn ich nach dem Weg fragen muss bekomme ich ja schon fast Panikattacken, etwas übertrieben ausgedrückt, haha. (Weiß auch nie, worüber ich reden soll. Selbst, wenn ich mir vorher Pläne mache und mir Themen ausdenke, über die man reden könnte, vergesse ich die wieder. Mein Kopf ist ganz leer dann)
Ich warte also wirklich lieber ab.

Hey du !

Das kenne ich wirklich auch zu gut. Ich hab aber gelernt, das kann man üben. Dadurch, dass ich dem Menschen nicht vertraute, wollte ich nicht mit ihnen reden. Dazu kam dann dieses Starren oder auch, dass sie sich etwas zuflüsterten und mich dabei ansahen. Das überbringt einfach kein gutes Gefühl. Ich bin eine stille und verschlossene Person und mache die Dinge mit mir selbst aus. Freunde habe ich nicht viele, mir fällt es auch überhaupt nicht leicht, neue zu finden. Genau wie du hab ich schiss Gespräche anzufangen, über was denn auch? Mein Leben ist nicht sonderlich interessant. Ich kann vom Scheitern erzählen, aber möchte mein Gegenüber solch eine Freundin?

Ich hab einmal einer älteren Dame in der Bäckerei, die mir Brot verkaufte einen schönen Tag gewünscht. Da erhielt ich ein Lächeln zurück und sie wünschte mir das Gleiche. Obwohl man ja eigentlich davon ausgeht, dass Menschen freundlich antworten oder nett sind, war das bei mir nie der Fall. Ich war total überrascht und konnte das erstmal überhaupt nicht einordnen. Ich war unsicher und verstand mein Gefühl dazu nicht.

Ich hab diese eine Minute in meinem Leben immer und immer wieder zergrübelt. Ob es ein echt gemeinter Wunsch war, ob das Lächeln wirklich höflich gemeint war, oder ob hinter der Fassade doch irgendwo der Teufel steckt und alles nur gespielt ist. Im Endeffekt weißt du das nie. Ich hab angefangen diese Dame zu mögen, bzw. ich mochte ihr Lächeln. Ich bin einmal in der Woche in die Bäckerei gegangen und um es mal blöd auszudrücken, hab ich mir da immer eine Ladung kleines Glücksgefühl abgeholt. Es gab keinen Tag, an dem sie mich nicht angelächelt hat.

Ich sag immer, dass das irgendwie wie ein Durchbruch für mich war, so lapidar es auch klingen mag.
Ich glaube daran, dass wir eine gute Erfahrung brauchen, damit wir etwas anpacken, damit wie weitermachen, damit wir in schlechten Zeiten etwas haben, was uns daran erinnert und vom Aufhören abhält.



Zitat von NicoIsHere98:
Aber weißt du, was meine Hoffnungslosigkeit noch etwas verstärkt? Dieses Wissen, dass man niemals wirklich geheilt ist. Das man immer, egal wie viel man an sich arbeitet und wie viele Therapeuten man aufsucht, immer Tage hat, wo man wieder in alte Muster zurückfällt und wo alles trotzdem wieder hochkommt.

Hört sich jetzt was doof an, wenn ich es so sage. Aber ich denke mal, dass manche den Gedanken kennen: Manchmal denke ich einfach, ich sei nicht fürs Leben gemacht.
Keine Ahnung. Klingt hart, aber richtige Lebensfreude ist und war bisher immer eine große Fehlanzeige. Bisher ist es nur eine innere Last gewesen, mit der man irgendwie fertig werden musste.



Natürlich wird es immer und immer wieder Tage geben, an denen du dich mies fühlst und alte Muster hochkommen.
Ich war in der Therapie irgendwann an einem Punkt, an dem ich mir sagte - es wird vielleicht nicht besser, aber es wird anders. Und dieses anders hast du selbst in der Hand. Mit den richtigen Therapeuten an deiner Seite - ob 1 oder 2x in der Woche oder teilstationär oder vollstationär - kannst du alte Muster so biegen, dass du sie verändern kannst. Und wenn du dran bleibst und es übst, dann fällt es dir irgendwann nicht mehr schwer, weil es sich in deinen Alltag mit überträgt.
Das klingt vielleicht verrückt, aber das ist wirklich so. Man muss es - wenn man eine Änderung wünscht - einfach anpacken. Egal wie schwer ist werden wird, egal wie oft es dich zurückwerfen wird - wenn du es willst, dann kannst du etwas verändern.

28.08.2021 08:11 • x 1 #30

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