
Lost111
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Nachdem ich endlich (!) geschnallt habe, dass ich professionelle Hilfe brauche.
Ok, ich habe Klinik und APP abgelehnt. Ergo: selbst schuld? Nein. Ich stehe zu der Entscheidung.
Was es wahrscheinlich nicht einfacher macht.
Der Termin bei meinem HA am Dienstag war ernüchternd.
Ich erzählte ihm, dass ich wahrscheinlich eine ambulante Reha beantragen will. Er meinte, das wäre dringend anzuraten. Und in dem Zuge redete noch irgendwas über Erwerbsminderungsrente usw. und dass dafür eine aktuelle Einschätzung einer Klinik hilfreich wäre und überhaupt. Das würde den Druck rausnehmen. Mmh, leider konnte ich ihm da schon nicht mehr so ganz folgen, da es mir schlichtweg an Konzentration mangelte.
Kurz vor knapp fragte ich ihn dann doch noch, ob er besagten Therapeuten angerufen habe.
Es war so, wie ich geahnt hatte: er hat mich vergessen. Zwar hat er sich entschuldigt, aber das hilft mir auch nicht weiter.
Ich will aufgeben.
Also wieder einmal umsonst gehofft. Na ja, bin ja auch nur ich. Ein NICHTS.
Ich war irgendwo schon mega enttäuscht, aber tief in mir war es mir dann auch schon wieder ziemlich egal. Ich habe kaum was gefühlt. Und das war auch gut so.
Na ja, wer bin ich auch schon? Nur eine Nummer in der Patientenkartei. Ich bin nicht wichtig genug. Das ist RL.
Ich habe mich bislang immer gut aufgehoben gefühlt bei ihm.
Trotzdem fühle mich unsichtbar, wie aus Glas, zerbrechlich.
Der Tag gestern hatte trotzdem Folgen - denn ich bin schuld. Dafür musste ich mich bestrafen.
Mein Kopf weiß, dass das eine falsche Denke ist, aber ich musste dem Druck (wieder mal) nachgeben.
Also war es mir doch nicht wirklich egal.
Ich weiß nicht, wie ich so im Januar wieder arbeiten soll. Bis zum 10.01. bin ich weiterhin krank geschrieben.
An dem Tag habe ich dann nochmal einen Termin (den ich vorsorglich gemacht habe). Besser ist das.
Ich habe mich heute Mittag mit meiner Schwester zum Kaffee trinken getroffen (in ihrer Mittagspause). Sie hat nur von sich geredet.
Ist es ein Wunder, dass ich verstumme?
Ich will wirklich niemanden schlechtreden, sie war ja auch schon für mich da, so ist es nicht.
Aber sie hat noch nicht mal gefragt, wie es mir geht und wie es weiter gehen soll. Egal. Ich weiß , wie sie ist. Sie hat viel um die Ohren.
Aber wahrscheinlich wäre ihr das auch zu viel, wenn sie fragen würde. Verständlicherweise.
Is there someone to hold you?
Is there someone who feels the way you do?
Is there someone who calls you?
Is there someone to go through this time with you?