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Zu mir und meiner Lebenswahrheit stehen

F
Vorsicht kann triggern.



Mir ist im Forum aufgefallen, wie schwer es uns fällt, zu uns und unserer Lebenswahrheit zu stehen, zu akzeptieren.

Dabei könnte uns die Wahrheit über unsere Depression, über unser Leben sehr helfen.

Auch ich verdränge gerne meine Wahrheit, mit Süßigkeiten, andere mit zu viel Alk, Rauchen, dummem Sprüchen usw.

Dinge, die uns aber noch mehr zerstören.


Ich möchte es auch lernen, wieder offen und klar mich anzuschauen. Mein Innerstes, mein Gesicht, meine ganz

persönliche Lebensgeschichte, annehmen, und nicht verdrängen.

Vielleicht können wir uns hier gegenseitig helfen, die Wahrheit über unser Leben nicht mehr zu verdrängen, sondern

anzunehmen.


liebe leise Grüße,

Frederick

04.02.2021 18:26 • x 6 #1


A
Lieber @frederick,
dazu müsste ich meine Lebenswahrheit erst einmal genauer anschauen können. Müsste mich das trauen. Ich habe zwar ein deutliches Bild von meiner Lebenswahrheit, doch ist die Beschäftigung damit teilweise immer noch sehr schmerzhaft. Bevor ich sie annehmen kann, muss ich hinsehen können. Oder kommt das Annehmen zuerst? Akzeptieren, dass es ist wie es ist, und dann erst daran arbeiten?
Ich weiß es nicht.
Was ist mit Antworten, die man vergeblich sucht, weil sie einem nicht mehr gegeben werden können? Akzeptieren, dass die Lebenswahrheit etliche Lücken aufweist?
Gedanken über Gedanken
Ich bin gespannt, wie sich das Thema noch entwickelt.
Momentan scheint es vielen Foris nicht gut zu gehen, so dass sie sich auf anstrengende Beschäftigung mit dem eigenen Ich aus mangelnder Kraft gar nicht einlassen können.
Lieber Gruß von Mayke

05.02.2021 11:37 • x 3 #2


A


Hallo Frederick1,

Zu mir und meiner Lebenswahrheit stehen

x 3#3


Cansada
Ich würde mich evtl. gern hier mit einbringen, kann aber den Hintergrund des Themas nicht gut nachvollziehen. Was ist mit Lebenswahrheit konkret gemeint?

05.02.2021 12:11 • x 2 #3


F
liebe Casada,

lange Zeit bin ich der Wahrheit meines Lebens ausgewichen. Das ich eine brutalst schwere Kindheit hatte, das meine

Schwester bei einem Autounfall um ihr Leben kam, die andere Schwester ist geistig behindert usw...............

Ich habe das immer wieder verdrängt, nie annehmen können........................................

In meiner Enttäuschung und Frust es durch zu viele Süßigkeiten, Alk usw. verdrängt. Und das hat mir in meinem

Leben mehr geholfen als geschadet..............

Heute beginne ich zu lernen, mein ganzes Leben immer mehr anzunehmen und zu akzeptieren. Das ich der Wahrheit

meines Lebens ins Gesicht schaue. Wieder in den Spiegel schauen darf. Meine Haare wurden in letzter Zeit immer

schütterer. Lange Zeit habe ich das verdrängt. versucht alles zu verdecken, zu verstecken. Bis ich meine Haare abrasiert

habe, dazu stehen kann. akzeptieren kann, es ist so wie es ist.

Und diese meine Wahrheit macht mich irgendwo freier, meine Depressionen werden weniger.

Hier im Forum stelle ich fest, das viele Menschen die Wahrheit ihres Lebens, die Depression nicht annehmen können.

Und da möchte ich einfach Mut zur Wahrheit machen.

Das ich auch zu meinen vielen Fehlern, falschen Entscheidungen im Leben stehen darf, es annehme, so wie es ist.

Das ich selbst schon vielen Lügen geglaubt habe.


Wir fangen an,

uns unserer Wahrheit zu stellen,

stellen uns unter ein Licht,

und wir stellen fest,

das uns die Wahrheit hilft,

und nicht zerbricht.


Zu unserer Wahrheit zu stehen, kann uns neues Selbstvertrauen schenken. Und das fehlt uns ja gerade in der

Depression. Doch wir wollen zu uns stehen, so wie ich aussehe, so wie ich bin, so wie ich lebe, ich stehe zu meiner

Art und zu meinem Wesen, egal was die anderen Menschen über uns denken, oder auch nicht,.


liebe, leise Grüße,

Frederick

05.02.2021 17:51 • x 3 #4


E
Zitat von Frederick1:
Hier im Forum stelle ich fest, das viele Menschen die Wahrheit ihres Lebens, die Depression nicht annehmen können.

Das ist ja interessant.
Meinst du viele Menschen hier im Forum?
Und wenn ja, wie kommst du darauf?

06.02.2021 07:39 • x 5 #5


R
Ich konnte viele, viele Jahre meine Depression nicht annehmen, nicht zu ihr stehen, dass sie zu meinem Leben dazu gehören soll.

Im Rückblick weiss ich, dass ich auch vor der Diagnose schon depressive Phasen hatte. Habe sie aber verdrängt, weil meine Mutter auch Depressionen und Angstzustände hat und so wie sie wollte ich nicht sein.
Es ist in unserer Familie nie anerkannt worden, mittlerweile schon, dass meine Mutter psychisch krank ist. Meine Oma sagte immer:Angstzustände, sowas kenne ich nicht, das gibt es nicht! Damit war dann die Sache für meine Oma erledigt und meine Mutter, tja, die war alleine mit ihrer Krankheit und als Kind habe ich sowieso nicht verstanden was da jetzt los ist und glaubte letztendlich meiner Oma, bei der ich auch aufgewachsen bin.
Es ging immer nur um Leistung in unserer Familie, Annahme duch Leistung. Du bist nur etwas Wert, wenn du etwas leisten kannst, wenn du die Leistung erbringst die wir von dir erwarten. Du musst dich anstrengen, gib niemals auf und sei nicht schwach, sei stark.

Ja und dann bekam ich selber die niederschmetternde Botschaft -Depression-, ich wäre vor Scham am liebsten in den Erdboden versunken. Das saß tief, sehr tief und dann diese Gelähmtheit, Antriebslosigkeit, Erschöpfung, Schmerzen, Verspannungen.

Was war ich denn jetzt noch wert, nichts mehr, denn so hatte ich es ja gelernt.
Wenn ich dann mal gute Tage hatte, habe ich mich immer und immer wieder übernommen mit dem Ergebnis, dass es mir die nachfolgenden Tage wieder sehr schlecht ging. Und so ging das Jahr um Jahr.
Ich wollte sie weghaben diese blöde Depression, ich wollte mein altes Leben wieder haben, Kraft haben, Energie haben, Leistung bringen können, aber Fehlanzeige.
Irgendwann habe ich dann verstanden, dass ich langsamer machen muss, Pausen einlegen muss um mich auszuruhen, nicht alles an einem Tag schaffen muss, z.B. das Bad putzen. Dann merkte ich, hey, das geht, es geht dir viel besser damit. Dann kamen Rückschlage, das gehört dazu, aber es funktionierte.
Dann merkte ich erst wie cool das ist, Aufgaben auch langsam auszuführen, ich lernte die Ruhe zu genießen und mich daran zu freuen, ich lernte Pausen zu machen und ich lernte immer mehr es anzunehmen, mich anzunehmen.
Heute hab ich ein -ja- zu meiner Erkrankung, sie begleitet mich, sie gehört zu mir, sie weisst mich immer wieder in die Schranken wenn ich mal wieder über das Ziel hinaus geschossen bin, sie zwingt mich auch zur Ruhe. Ich habe gelernt mit ihr zu leben, das war ein langer Prozess, aber heute bin ich dankbar, nicht für die Erkrankung, aber für das was sie aus mir gemacht hat.
Ich bin viel gelassener und selbstbewusster geworden, ich kann Menschen verstehen die auch an dieser Erkrankung leiden, was ich vorher nicht konnte und ich kann -nein- sagen, wenn ich etwas nicht tun möchte oder kann, was ich auch vorher nicht konnte.
Das Wichtigste für mich, ich bin genauso viel wert wie vor der Erkrankung. Mein Wert liegt nicht an dem was ich leisten kann, sondern darin, dass ich geliebt und angenommen bin, so wie ich bin.
LG, Robbe

06.02.2021 12:28 • x 12 #6


PaulaBaumann
Hallo liebe @Robbe
ich danke Dir für Deinen wundervollen Beitrag. Was Du da beschrieben hast, erlebe ich auch.
Viele liebe Grüße Paula

06.02.2021 12:55 • x 3 #7


Cansada
Ich weiß ehrlich gesagt nicht mal, ob ich meine Depressionen nun angenommen habe, verdränge oder sonst was. Gefühlt weiß ich gar nichts mehr.

06.02.2021 12:59 • x 4 #8


Jedi
Interessanter Thread @Frederick1 !

Möchte mal etwas u. dies kommt aus der Psychoanalyse, von Carl Gustav Jung dazu beitragen,
der einmal schrieb,
Wir kommen zu einer psychologischen Entwicklung nur dadurch, dass wir uns selbst so annehmen, wie wir sind
u. das Leben, was uns anvertraut ist, ernsthaft zu leben versuchen.
Unsere Sünden, Irrtümer u. Fehler sind für uns notwendig, da wir sonst der wertvollsten Entwicklungsreize
beraubt würden.

LG Jedi

06.02.2021 16:30 • x 2 #9


F
liebe Resi,

im lesen unserer Beiträge merke ich das. Nur ein Beispiel. Viele Menschen können nicht akzeptieren, wie wertvoll sie sind,

wie einzigartig, kostbar....................

Oh, viele lange Jahre konnte ich das auch nicht annehmen, und verstehen...........

Oder meine Wahrheit der Depression, das ich in meinen Beziehungen oft unmöglich bin, und oft sage, da kann

ich doch nichts dafür, ich bin doch Depri. Und wir Menschen mit Depression können für andere Menschen voll nervig

sein.

Das ist meine Wahrheit, die ich oft gerne verdränge, nicht dazu stehe.


liebe, leise Grüße

Frederick

07.02.2021 20:09 • x 1 #10


E
Zitat von Frederick1:
Nur ein Beispiel.

Nenn doch mal bitte konkret eines.
Wie meinst du das?

07.02.2021 20:10 • x 1 #11


F
liebe Resi,

ich möchte und darf doch hier keinen Menschen vorführen, das ist gegen die Würde eines Menschen.

Deshalb schreibe ich ja allgemein, wenn ich mich so durch das Forum lese, wie geht es dir, wie fühlst du dich usw.

da wird mir das bewusst.


liebe Grüße,

Frederick

07.02.2021 20:16 • x 1 #12


R
Lieber Frederick,
ich wollte dir danken für diesen Thread, er arbeitet die ganze Zeit in mir. Morgens wache ich auf und mir fallen Begebenheiten von früher ein und wie es heute ist. Das erfüllt mich so mit Dankbarkeit, ich hätte im Leben nie gedacht, dass sich mein Leben nochmal so zum Positiven wenden kann.
LG, Robbe

07.02.2021 20:20 • x 2 #13


E
Zitat von Frederick1:
Deshalb schreibe ich ja allgemein, wenn ich mich so durch das Forum lese,

Dann scheine ich die meisten Menschen anders wahrzunehmen wie du hier im Forum.
Die allermeisten stehen zu ihren Lebenswahrheiten (die sich übrigens immer im Wandel befinden)

Die allermeisten setzen sich durchaus mit sich auseinander und stehen zu sich.
Und arbeiten an sich.
Das finde ich inspirierend und richtig gut.

07.02.2021 20:25 • x 8 #14


A


Hallo Frederick1,

x 4#15


F
liebe Resi,

hier im Forum kannst du einen Menschen nur zum Teil wahr nehmen..............................................

Und nicht immer schreiben die Menschen die Wahrheit........

Als Postmann stand ich in der Postfiliale schon vor sehr vielen Menschen.................................

Und so habe ich gelernt, um einen Menschen zu verstehen, muss du hinter die Fassade schauen.

DU musst einem Menschen ganz tief in die Augen schauen. Unsere Augen sind der Spiegel unseres Innersten

Menschen. Und so kannst du erkennen, ob es ein Mensch mit dir ehrlich meint, oder nicht.

Jeden Tag werden wir so oft belogen, von den ganzen Medien, der Werbung, Musik, Töne.............................

Wie sollst du da als Mensch noch durch blicken...............


liebe, leise Grüße,

Frederick

07.02.2021 20:35 • x 1 #15

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