Zusammen, und doch allein

Y
Der Mensch auf den du wartest, der bist Du, nur Du!!

27.08.2010 13:52 • #31


S
yahila, da hast du recht, ich muss mich nur noch finden...lieben dank an dich!

28.08.2010 12:00 • #32


A


Hallo Seelenengel,

Zusammen, und doch allein

x 3#3


S
so, heute habe ich mich mit meinem freund mal ein wenig ausgesprochen. wir wollen unsere erwartungen aneinander etwas zurückschrauben und uns wieder mehr mit uns selbst beschäftigen. es gab wirklich sooo lange nur das thema beziehung und unter diesen ellenlangen diskussionen rund um zukunftsplanung, alltagstrott und mangelnder zweisamkeit haben wir uns selbst ein wenig zu sehr aus den augen verloren. es war das erste intensive gespräch dass wir seit längerem geführt haben und ich war mal wirklich entschlossen, dass ich es so will. dass ich wieder mehr auf mich achten muss. und nicht immer nur einstecken. depression hin oder her.

ich glaube, ihn hat es etwas verblüfft, dass ich auf einmal so entschlossen war. er möchte in zukunft mehr verantwortung für sich selbst übernehmen( was ich gut finde, denn er hat die erfahrung mit einer eigenen wohnung ja nie gemacht, wie ihr wisst) und es wird sicher ein ungewohnter anblick sein, ihn an bügelbrett und waschmaschine anzutreffen. aber andererseits bleibt mir so mehr qualitätszeit für mich selbst. ich möchte so gern mein buch weiterschreiben und zum sport muss ich auch öfter, weil ich meine 4 kg, die ich in den letzten monaten ( aus frust?) zugelegt habe, wieder runter bekommen will.

und so sehr ich sport hasse - der kopf ist danach frei. und man kann wirklich gut nachdenken und gleichzeitig abschalten dabei. auch über das thema trennung haben wir gesprochen. wir müssen jetzt alles auf uns zukommen lassen und schauen wie es funktioniert. ob es funktioniert. aber falls nicht, kann ich mir nicht vorwerfen, es nicht wenigstens probiert zu haben. mir geht es jetzt besser damit.

als ich meinem freund sagte, im falle einer trennung gäbe es definitiv keine zweite chance (mag keine on/off beziehungen ) und keinen kontakt mehr(habe damit sehr schlechte erfahrungen gemacht), hat er dann doch etwas unsicher geguckt und zeigte sich mur heute viel offener als an anderen tagen. wer weiß, wozu es gut war, mal so offen zueinander zu sein. ich wünsche mir sehr, dass sich die lage wieder entspannt und wir wieder zuversichtlicher in eine gemeinsame zukunft schauen können. aber das wird die zeit ergeben. niemand kann das voraussehen. ab morgen sind wir dann in den größeren umzugsvorbereitungen. werde also erstmal ein bisschen offline schuften. aber schaue immer wieder mal ein hier, auch wenn ich sicher erstmal wenig zeit zum antworten finde.

seid lieb gegrüßt
seelenengel

29.08.2010 21:27 • #33


S
Streit...versöhung.streit.versöhnung. wann werden die tage anders werden ? unsere energie schwindet und doch wollen und können wir einander nicht los lassen. da steckt etwas großes hinter. das ist noch nicht unser ende. wir müssen nur kämpfen, doch ich weiß nicht wie. ich bin so oft schlecht gelaunt und lasse es an ihm aus und er versucht (dadurch ?) nicht mehr, mir nahe zu kommen. aber wir schaffen das! ich will dass wir es schaffen ! wir fühlen uns wohl in dieser neuen wohnung! jetzt müssen wir nur noch lernen, uns miteinander wieder wohler zu fühlen...

24.10.2010 19:06 • #34


Glasscherbe
Lieber Seelenengel,

ich wünsche dir sehr, dass sich dein kämpfen lohnt. Wenn ich ehrlich bin, sehe ich die ganze Sache eher kritisch. Diese ganzen Auf und Abs ... Entschuldigungen für die Fehler, die der andere macht. Es ist, als würdet ihr beide etwas hinterher laufen, wovon ihr insgeheim schon wisst, dass ihr es niemals haben werdet. Ihr wirkt auf mich, als ob ihr beide nur Angst vor dem danach hättet. Ich denke, dass ihm insbesondere auch die Aussicht auf den fehlenden Kontakt nach der Trennung dazu treibt und dich? Du bist glaube ich ähnlich wie ich: Du siehst, wie viel Energie du jetzt schon da rein gesteckt hast. Du siehst, dass er auch gute Eigenschaften hat. Egal wie klein oder groß die sind. Und allein deshalb magst du nicht aufgeben. Du glaubst, dass du nur tapfer sein musst und kämpfen, damit du mit ihm glücklich wirst.

Gönn dir die Auszeit nicht erst irgendwann - gönn sie dir jetzt. Und wenn du nur mal paar Tage weg fährst. Gib dir die Möglichkeit, in Ruhe in dich zu gehen. Momentan stehst du nur unter Strom, da kannst du nicht zu dir selbst finden.

Liebe Grüße

25.10.2010 08:44 • #35


S
Liebe Glasscherbe, danke für deine ehrlichen worte. ich kann nicht sagen, ob du da recht hast, aber es könnte schon sein. wenn ich meinen thread lese, dann denke ich genauso! nach außen hin scheint der fall klar. trennung. schlusstrich. ein lautes Was will sie noch von dem!? Ich bin jetzt schon sehr müde,deshalb werde ich in den kommenden tagen etwas ausführlicher schreiben. Nur soviel: Auch wenn sich an unserer Beziehung nur stückchenweise etwas verbessert (das tut es derzeit, denn wir streiten kaum), bin ich dabei, mir wieder Zeiten für mich selbst zu verschaffen. Ich lag jetzt 3 Tage nach der Arbeit auf der Couch und habe mich weder um Haushalt noch um irgendwelche, mich sonst nervende Kleinigkeiten, gekümmert,. Habe nur an mich gedacht und genießerisch die sechste Staffel von Greys Anatomy auf DVD geschaut. Das war toll! Manchmal muss man einsehen, dass man in letzter Zeit zu hoch geflogen ist - und sich selbst die Flügel brechen !

Euch allen eine gute Nacht!

03.11.2010 22:33 • #36


S
hallo ihr lieben! nun melde ich mich nach ganzen 2 monaten mal wieder zurück. ich hoffe ihr hattet eine schöne weihnachtszeit und einen guten start in dieses neue jahr!

eigentlich gibt es gar nicht so viel zu berichten. die lage ändert sich von zeit zu zeit zwischen: nett, aber nie phantastisch - streitigkeiten mit genervtheit oder trübsal - und hin und hergerase zwischen babysitting und arbeit, sich somit kaum sehen.

die neue wohnung ist toll. wir wohnen jetzt 4 monate hier und ich liebe sie, will hier auf jeden fall viele jahre wohnen bleiben.
aber nach wie vor ist die beziehung nicht so wie ich sie mir wünsche. ich saß schon oft da und habe nachgerechnet, ob ich nicht doch allein klar käme , aber das hieße auszug, neubeginn, finanzieller engpass. es ist schwer, seinen standard um die hälfte auf ein minimum zu reduzieren.

klar ist da noch liebe. es gibt halt gute und schlechte tage. mehr als das, sind es die neutralen tage, die so zehren. wo man sich nie sieht, jeder an seinem pc hockt, kaum kommunikation stattfindet. wo man sich hilflos fühlt und ohne große perspektive da sitzt. wo er wieder weg ist und nicht mal ne sms schreibt, wann er kommt.

wir hatten in dieser wohnung noch kein einziges mal S., ich weiß schon gar nicht mehr wie sich diese art der zweisamkeit anfühlt. als ich ihn bat, mit seinem arzt darüber zu sprechen, ob seine lustlosigkeit mit den medis zusammenhängen könnte, hat er es nicht gatan. darüber redet man nicht.
ich denke manchmal er begreift nicht, wie sehr mich das verletzt. er sagte, ich solle die pille wieder nehmen, dann wäre der S. wieder da. aber das glaube ich ihm nicht. eigentlich wäre anfang 2011 noch vor einem jahr laut seiner aussage der zeitpunkt gewesen, an dem er sich vorstellen könnte, ein kind zu zeugen. jetzt stehe ich hier und er sagt, er weiß es überhaupt nicht mehr.
wenn ich das lese dann denke ich selbst: Wie blöd ist sie, dass sie nicht geht ? Aber ich kann nicht.
Von anderen Männern (ua meinem Internetfreund) bekomme ich die Bestätigung, die er mir verwehrt. Natürlich würde ich NIE fremdgehen, aber zumindest ein wenig flirten genehmige ich mir, um nicht ganz gefühlstaub zu werden. Besonders Basty gibt mir das Gefühl, noch etwas wert zu sein, er findet mich atemberaubend, sagt er, ich sei ein einziger WOW - effekt. . Aber Basty ist halt Basty. Mit vielen Abers. Weit weg, noch nicht auf eigenen Beinen (da Dauerstudent ) und noch weniger mit dem Kinderthema zugänglich, als mein Freund es ist.

Meine Kollegin bekommt jetzt auch ein Baby, im August ist es soweit. Dann fällt auch diese wichtige Bezugsperson für mich weg.

Aber will nicht jammern. Immerhin habe ich einen Freund( und er ist ja nicht nur blöd zu mir, ich schreibe hier in diesem Forum ja hauptsächlich über die schwierigen, missverständlichen Dinge, weil es hier auch Thema ist).
Im November ist noch ein Kind aus meiner Gruppe im Alter von 6 Jahren gestorben. Bei schwerst-mehrfach-behinderten Kindern ist das irgendwo Berufsrisiko, aber es tat trotzdem so verdammt weh :-( Der zweite kleine weiße Sarg... In meiner Trauer hat mein Freund mich bei beiden Todesfällen sehr unterstützt und mir seine Liebe gezeigt. Es war schon schwer.

Zu Silvester gab es dann ein ähnliches Drama wie 2009. Denn natürlich hatten unsere Freunde wieder mit uns gerechnet, auch wenn mein Freund diesmal nicht fest zugesagt hatte. Sie reagierten natürlich sauer und enttäuscht darauf, wieder eine Absage zu bekommen. Aber Silvester selbst war toll. Ich habe viel getanzt und zwei seiner Freunde haben sich sehr um mich gekümmert und abwechselnd mit mir getanzt, spaßeshalber um mich geworben. Ich fühlte mich mal wieder echt lebendig und auch mit meinem Süßen konnte ich Arm in Arm zu meinem neuen Lieblingslied Just the way you are von Bruno Mars tanzen. Das war ein schöner abend der mir beweist dass es auch schöne Erlebnisse gibt.

Nagut, ihr Liebsten, ich werde jetzt meinen letzten Urlaubsabend genießen.
Es grüßt euch
Der Seelenengel

04.01.2011 19:58 • #37


S
Hallo ihr Lieben, von uns nicht viel neues. Bin derzeit notorisch schlecht gelaunt und lasse dies an meinem Freund aus. Aber er ist auch nicht besser. Ich spüre, dass eine Entscheidung ins Haus fällt, wenn sich nicht bald was ändert. Ich halte Euch auf dem Laufenden!

15.01.2011 13:24 • #38


S
Hallo, mir geht es endlich besser und das wirkt sich auch auf die Beziehung aus. Ich hab wieder Kribbeln im Bauch, wenn ich neben meinem Freund einschlafe. Ich versuche jetzt, den Moment zu genißen und nicht an Morgen zu denken. Ich weiss, dass die Kehrwende schnell kommen kann. Aber es muss ja nicht wieder so schlimm werden, wie es war? Ich war auch nicht einfach. Oft schlecht gelaunt und nur am rumnörgeln durch meine eigene Unzufriedenheit. Es war kein Wunder, dass mein Freund nicht mehr mit Lächeln nach Hause gekommen ist. Und dass wir viel gestritten haben. Ich hoffe, jetzt bleibt die Lage erstmal sonnig. Euch eine schöne Rest-Woche. LG!!°

26.01.2011 16:22 • #39


S
Hallo Seelenengel,
ich habe deine Beiträge nun mal ausgiebig durchgelesen. Mein Fazit: Du hast die gleichen Up and Downs wie die meißten Angehörige von Depressiven.
Aus eigener Erfahrung, meine Frau ist seit etwa 10 Jahren stark depressiv, kann ich sagen, dass wir uns an jeden Strohhalm klammern, den wir greifen können und nennen das Hoffnung. Ich habe auch herrausgelesen, dass es das Finanzielle und deine feste Vorstellung einer Partnerschaft ist, was dich an dieser Beziehung festhalten läßt. Ich will das nicht negativ bewerten, denn ich habe meine Frau auch nicht verlassen, weil 34 Jahre Ehe, zwei erfolgreiche Kinder, gemeinsames Haus und nicht zuletzt viele schöne und liebevolle gemeinsame Jahre einfach nicht so zu eliminieren sind. Ebenfalls aus Erfahrung: Es wird nicht (viel) besser. Was mich am härtesten trifft, sind die fehlenden Zärtlichkeiten und Zuneigungen, fehlendes Vertrauen und nicht zuletzt der fehlende S..
Seit meine Frau in Therapie ist, haben sich zwei Dinge gebessert: Sie trinkt deutlich weniger und ich werde nicht mehr stasimäßig kontrolliert. Auch die ewigen Vorwürfe haben sich auf Gelegentliche reduziert. Was die direkte Partnerschaft angeht, es ist halt eine Achterbahnfahrt. Leider, denn eine Achterbahnfahrt endet immer am tiefsten Punkt.
Ich will hier nicht anklagen und auch nicht mießmachen, aber du stehst am Anfang deines Lebens. Mach dir bitte sachliche und egoistische Gedanken - egoistisch sein ist nicht so negativ, wie unsere Partner uns das weiß machen wollen, sondern gesunder Selbsterhaltungstrieb (O-Ton meines Therapeuten) - wie du dir die nächsten 50 Jahre vorstellst. Eine Bitte noch: Diese Gedanken mache dir nicht, wenn du iMo gerade enttäuscht oder glücklich bist.
Eine Partnerschaft lebt vom Geben und vom Nehmen, ist dies nicht ausgewogen hat sie - meiner Meinung nach - keine Zukunft.

Ich wünsche dir alles Gute, viel Kraft und dass du DEINEN Weg findest!

LG SmartM

04.02.2011 15:29 • #40


S
Hallo SmartM, danke für deine ehrliche Antwort !

Und vielen Dank fürs Lesen!!! Da hast du wohl recht, unser Leben ist derzeit eine absolute Achterbahnfahrt. Ich habe in den letzten Monaten herausgefunden (und das war keineswegs immer leicht), dass ich für mein Glück wirklich selbst verantwortlich bin. Du kannst den Menschen um dich herum nicht ändern, du kannst nur dich selbst ändern und das ist es, was die sache so entscheidend für das eigene Leben macht. Ich kann es nicht ändern, dass mein Freund 2009 diesen heftigen depressiven Schub hatte. Und ich kann nicht in ihn hineinschauen, um zu erforschen, wann es ihm gut und wann mieserabel geht und ob die depressiven Schübe (gerade aufgrund der Antidepressiva) noch auftreten, wie häufig oder wie stark. Und du hast Recht; Ich muss mir Gedanken darüber machen: Will ich das (im besten Fall) ein ganzes Leben?... will ich die Verantwortung und die Angst in mir tragen, eines Tages vielleicht die Witwe eines Suizidbegehenden zu werden (ich weiß, ich denke gerade den SCHLIMMSTEN aller Fälle, aber es kann mir niemand erzählen, dass er den Gedanken ganz beiseite schieben kann, denn viele Betroffene berichten von ihren Gedanken rund um Suizid.)
Kann ich? Will ich ? Soll ich? Wage ichs?
Im Moment schreit wieder alles in mir JA! Weil es so viel besser läuft. Weil ich nachts wieder in seinen Armen schlafen kann und wir über 2 Wochen nicht mehr gestritten haben. (und in Anbetracht der Tatsache, dass handfeste Streitereien im letzten Halben jahr zum Tagesablauf gehörten wie Klogänge und Zähneputzen - ja, dann ist das ein Erfolg)
Aber ich weiss natürlich dass ich nicht davon ausgehen kann, dass das Hochgefühl bleibt. Die Enttäuschung über unser S. (das keines ist) bleibt und es scheint ja so, lieber SmartM, dass du dich gerade in diesem Punkt gut in mich hineinversetzen kannst. Man nimmt sich als Angehöriger so viel vor: Sei da für ihn wenn es ihm schlecht geht, rede mit ihm, wenn er bereit dazu ist, genieß die schönen Zeiten und vergiss in schlechten Zeiten nicht dich selbst ! Sorge für dich ! Zieh den Schlusstrich, wenn es nicht mehr geht. Aber da ist nunmal nicht der kleine Mann im Ohr, der es einem sagt, wenn keine Hoffnung besteht. Wenn der Traum ausgeträumt ist und das Märchen begraben werden muss. Und so trägt die Hoffnung uns weiter. Ich hoffe, es bleibt weiterhin windstill ;-) Euch allen ein schönes Wochenende!!! Euer Seelenengel

04.02.2011 23:41 • #41


M
Hallo Seelenengel,

Zitat von SmartM:
Es wird nicht (viel) besser.
Das kann ich so nicht stehen lassen, es kommt immer auf den Einzelfall an.

Ich habe lange an Depressionen gelitten, mein Mann hatte Burn Out. In diesem Zuge ist unsere Ehe auf eine harte Probe gestellt worden. Wir haben beide eine Therapie gemacht und ständig an unserer Beziehung gearbeitet, haben sehr viel miteinander geredet und tun das bis heute. Und es klappt 1A! Und wenn mal ein depressiver Einbruch kommt, so hat der jeweils andere zumindest Verständnis und kann damit umgehen.

Zitat von SmartM:
Was mich am härtesten trifft, sind die fehlenden Zärtlichkeiten und Zuneigungen, fehlendes Vertrauen und nicht zuletzt der fehlende S.
Auch das ist nicht immer bei allen gleich und auch nicht für immer, und da spreche ich aus Erfahrung.

Zitat von SmartM:
Eine Partnerschaft lebt vom Geben und vom Nehmen, ist dies nicht ausgewogen hat sie - meiner Meinung nach - keine Zukunft.
Das mit dem Geben und Nehmen ist vom Prinzip her auch aus meiner Sicht richtig aber über welchen Zeitraum sprechen wir denn da? Wann ist man denn dran mit Geben oder Nehmen? Kann man wohl nicht sagen, es kann sich alles auch mal über einen langen Zeitraum hinziehen. Bilanzmäßiges Gegenrechnen finde ich nicht richtig, es kann nämlich JEDER ind die Lage geraten, dass er für lange Zeit überwiegend nehmen muß. Das Geben sind dann manchmal nur Kleinigkeiten, so klein, dass man sie manchmal kaum sehen kann. Sie kosten den Betreffenden aber enorm viel Kraft, der Partner muß da dann schon sehr genau hinsehen um sie zu finden. Wenn noch Liebe da ist, kann man sie aber immer irgendwo sehen .

Aber: Ein harter Weg ist das trotzdem, das muß jeder für sich entscheiden, wie weit er diesen Weg mitgeht. Ich wünsche nur jedem, der sich dagegen entscheidet, dass er nicht auch einmal hinfällt.

06.02.2011 12:24 • #42


S
Hallo Seelenengel,
sorry, dass ich deine Thread hier für eine Klarstellung mit Martina missbrauche.

Hallo Martina,
da du offensichtlich meinen Beitrag nicht so verstanden hast, wie er gemeint ist, muss ich noch ein paar Worte dazu schreiben.
Als Erstes ist es mir wichtig, dass wir Angehörige nicht nur mit „Hinhalteparolen“ Hoffnung gemacht bekommen, die nicht erfüllt werden. Es geht hier mehr um (ehrlichen) Erfahrungsaustausch! Außerdem war es mir wichtig zu zeigen, dass die beschriebenen Probleme nicht nur Seelenengel betreffen.

Natürlich hast du Recht, wenn du schreibst, dass es immer auf den Einzelfall ankommt, deswegen habe ich auch in diesem Beitrag geschrieben und nicht irgendwo!
Du hast auch Recht damit, dass fehlende Zärtlichkeit usw. nicht in jedem Fall gegeben sind, aber schau dir mal die Überschrift dieses Threads an.
Eine Partnerschaft, in denen Geben und Nehmen sich nicht die Waage halten, funktioniert auf Dauer nicht! Ich habe nicht geschrieben, dass man täglich, wöchentlich oder wie auch immer bilanzieren sollte und völlig klar ist auch, dass dies auf die gesamte Zeit der Beziehung bezogen ist (deshalb bin ich noch mit meiner Frau zusammen). Eine Partnerschaft die auf Dauer ungleich gewichtet ist, schadet immer der Seite, die „nur gibt“. Entweder, diese(r) Partner(in) gibt sich völlig auf und ist irgendwann unfähig objektiv zu handeln und zu entscheiden oder es wird nach Jahren erkannt, welches „Opfer“ erbracht wurde und die Beziehung kippt in absoluten Hass.

Ich muss eher daran zweifeln, ob du dir die Mühe gemacht hast, Seelenengels Sorgen durchzulesen.

Zum Schluss noch etwas ganz persönliches:
Wenn ihr bei deiner Depression und seinem BurnOut miteinander reden, vielleicht sogar gegenseitig trösten und unterstützen konntet, dann ist das sehr schön und ein Riesenglück für euch! Wenn man nach einer langen, glücklichen Zeit plötzlich mit ungerechtfertigter Eifersucht, mit haltlosen Vorwürfen und Beleidigungen bis unter die Gürtellinie konfrontiert wird, dann gibt es erstmal keinen Platz für Gespräche und es dauert, bis man begriffen hat, es ist dies heimtückische Krankheit, die das alles auslöst. Ich habe professionelle Hilfe in Anspruch nehmen müssen, um das zu verstehen und mein Leben zu behalten.

Gruß
SmartM

07.02.2011 09:07 • #43


M
Hallo Du,

ich antworte per PN.

07.02.2011 13:20 • #44


A


Hallo Seelenengel,

x 4#15


S
Hallo SmartM, du brauchst dich bei mir nicht zu entschuldigen. Dieses Forum ist dafür da, sich auszutauschen, man kann nicht jedem alles verständlich machen. So individuell wie wir es sind, sind es auch unsere Geschichten und ich danke dir, dass du dir die Zeit genommen hast, meine Texte so ausgiebig zu lesen und auf meine Ängste und Sorgen einzugehen.
Ich denke, jeder hier hat seine Ängste und ist teilweise so auf die eigene Geschichte focussiert (was natürlich verständlich ist je nach Phase auch für mich gilt), dass manchmal einige Sätze auf die Goldwaage gelegt werden.

Aber auch dir, Martina, danke ich für deinen Beitrag, denn er lässt mich erkennen, dass du dich mit dir und deiner Partnerschaft beschäftigst und daraus anderen, wie mir, versuchst mit deinen Möglichkeiten zu helfen.

Ich denke, wir alle wurden nicht gefragt, ob wir diesen Weg einschlagen wollen. Entweder sind wir selbst betroffen oder einer der Menschen, den wir bedingungslos lieben. Trotz der Probleme der letzten Monate - wenn ich heute neben meinem Partner liege und in seinem Arm einschlafen kann (und das war lange Zeit nicht der Fall), dann sehe ich Wachstum, einen Preis für all die Qualen und Wartereien, ein kleines, individuelles Wunder.

Na klar ist da die Angst, nicht zu wissen, wohin der Weg weiter führt. Na klar ist da die Hoffnung, dass alles besser wird, als es war. Aber es gibt nie die hundertprozentige Sicherheit. Wenn ich meine Beiträge jetzt durchlese, sehe ich wieviel Resignation und Zweifel, Angst, Wut und Enttäuschung in mir steckte in den letzten Monaten.
Kein Mensch hat Verstanden, warum ich zu ihm halte - nicht mal ich selbst. Aber nun geht es uns fast 3 Wochen besser.
3 Wochen, hey, ein Anfang. Kann sein, dass ich in 2 Wochen wieder so rede wie vor 2 Monaten. Kann sein dass ich diesen Rauschzustand jetzt mal wieder etwas länger genießen darf. Ich will es gar nicht wissen. Ich will damit nur sagen, dass es scheinbar immer Hoffnung gibt, selbst dann, wenn man keinen Funken mehr davon spürt.
Ich finde doch, das macht einem Mut???
Und allen Angehörigen, die wir nicht von der Seite unserer Partner weichen. Die wir nicht aufgeben. Die wir unvoreingenommen, trotz unserer Hilflosigkeit und Verzweiflung, auf unsere Partner eingehen. Ein Hoch auf uns! Wir werden uns nicht vorwerfen brauchen, nicht alles in unserer Macht stehende für unsere Beziehung getan zu haben.
Aber auch ein Hoch auf jene Begleiter, die bis zum Schluss gekämpft haben und dann doch dn Mut, die Würde und den gesunden Selbsterhaltungstrieb , wie du es nanntest, SmartM, genutzt zu haben und an sich denken - dann, wenn es wirklich nicht mehr ging.
Und vor allem ein Hoch auf die Menschen, die uns immer wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubern und uns daran erinnern, wer wir waren, sind und sein wollen... Einen schönen Abend wünscht euer Seelenengel, zugegeben gerade ein bisschen melancholisch...

07.02.2011 19:33 • #45

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