Zusammen, und doch allein

S
Hallo ihr lieben, ich bin ganz neu hier habe mich an dieses Portal gewandt, um Austauschmöglichkeiten zu finden.
Ich bin seit 2007 mit meinem Freund zusanmmen, den ich sehr liebe und mit dem ich immer eine gemeinsame Zukunft aufbauen wollte (und immer noch will)
Bereits innerhalb unseres ersten Beziehungsjahres merkte ich, dass er Schwierigkeiten damit hat, Entscheidungen zu treffen. Als wir darüber nachdachten, zusammenzuziehen, war er extrem unschlüssig, es dauerte mehrere Monate, ehe er sich dann für einen Zusammenzug entschied.
Das darauffolgende halbe Jahr war ganz gut. Ich merkte schnell, dass er im Haushalt nicht groß mithalf, was ich allerdings größtenteils tolererierte, da ich selbst mir nicht alle Aufgaben aus der Hand nehmen lasse ( Typisch Frau??? )
Die darauffolgenden Monate ( Frühling/Sommer 2009) waren immer mal wieder schwierig. Er kapselte sich mehr und mehr von mir ab und auch exuell lief bald kaum noch was. Da ich eine sehr unglücklich endende dreijährige Beziehung hinter mir hatte, in der ich ebenfalls immer wieder abgewiesen wurde, suchte ich Fehler schnell bei mir. Nahm knapp 12 kg ab, ging schicke Kleidung shoppen , bereitete Abendessen vor etc. Kurzzeitig kam wieder Schwung in unser Beziehungsleben, aber nicht dauerhaft.
Irgendwann im Dezember 2009 fand ich dann in seinem Rucksack Antidepressiva. Ich brauchte eigentlich gar nicht in die Packungsbneilage schauen, ich wusste es einfach.
Er reagierte erst überrascht, dann wütend, dann kam er zu mir ins Schlafzimmer und weinte sich in meinem Arm aus. Ich aber blieb mit den Schuldgefühlen allein: WARUM HATTE ICH DAS NICHT GEMERKT? Das frage ich mich noch heute. Ich weiss dass er nicht WOLLTE, dass irgendwer es mitbekommt. NIEMAND. Durch Zufall hatte sein behandelnder Psychologe (zu dem er GOTT SEI DANK bereits im September 2009 gegangen war), bei seinen Eltern zwecks Terminrücksprache angerufen. Da er zu dem Zeitpunkt noch auf der Krankenkarte dort gemeldet war, hatten sie somit schon vor mir von der Diagnose Depression gewusst. Dazu aber später.

28.05.2010 17:20 • #1


S
(Ihr merkt, dass es etwas länger wird, aber ich muss ein Jahr Beziehung schildern, damit ihr euch ein Bild machen könnt).
Mein Freund redete stückchenweise über seine Krankheit.
Sie begann im Juni 09, als er an einer Firmenfahrt teilnahm. Es war der Tag, an dem seine kleine Schwester ihren 20 Geburtstag feierte. Alle Mitarbeiter seiner Firma blieben über Nacht bei dieser Firmenfahrt, er hingegen kam schweren Herzens abends zurück nach Hause, um mit seiner Schwester feiern zu können. In den darauffolgenden Tagen und Wochen ärgerte er sich dermaßen darüber, nicht an dieser Fahrt teilgenommen zu haben. Eigentlich hätte ich hier merken müssen, dass etwas nicht stimmt. Wochenlang ließ ihn dieses Thema nicht mehr los. Hätte er doch nur dort übernachtet.
Ich hingegen hatte den Kopf voll mit mir selbst. Seit Anfang 09 plagte mich mein unerwünschter Kinderwunsch. Ich wollte schon immer früh Mutter werden. Die weichen waren nun endlich gestellt. Ich hatte meine Ausbildung gut abgeschnitten, wir lebten zusammen und ich hatte ENDLICH den Mann gefunden, mit dem ich mir ein Kind vorstellen konnte. Zudem wurde um mich herum alles schwanger
Mein Freund war mit meinem Wunsch von Anfang an überfordert. Da er auch knapp 2 Jahre jünger ist als ich, schob ich dies zunächst auf sein junges Alter von erst 24 Jahren.
Dass er in die Depression fiel, bemerkte ich nicht. Klar litt unsere Beziehung, aber ich schob das auch auf die vielen unausgesprochenen Zukunftspläne zurück. Er sagte immer, wir hätten zwar die selben Pläne, aber der Zeitpunkt stimme halt nicht überein.
Nachdem ich dann von seiner Depression wusste, suchte ich mir ratgeber. Mit seinem Arzt habe ich bis heute noch nicht gesprochen. Mein Freund erhält alle 2-3 M;onate einen Beratungstermin bei ihm und nimmt täglich 1 Tablette Fluoxetin 20mg. Bei Bedarf erhielt er Pipamperon, 40mg, davon hat er jedoch noch keine genommen. (nur bei schweren Schüben 1/4 Tablette).

28.05.2010 17:21 • #2


A


Hallo Seelenengel,

Zusammen, und doch allein

x 3#3


S
Eine Gesprächstherapie besucht mein Freund bis heute nicht, wobei ich der Meinung bin, dass ihm das gut täte. Der Arzt meinte angeblich, dies sei nicht unbedingt nötig. Da es in der Familie meines Freundes ein großes Manko ist, dass niemand wirklich echt über seine Gefühle spricht und er es somit nie wirklich gelernt hat, bin ich aber der Meinung, dass ein Ventil mal gut täte. Naja...
Als ich also von der Depression wusste, kam das nächste Problem auf uns zu:
Silvester.
Mein reund ist ein Mnsch, der gerne mit seinen Freunden zusammen ist. Von jeher sind wir an Wochenenden meist mit seinen Freunden unterwegs. Es gab in den fast 3 Jahren, in denen wir nun zusammen sind, selten Wochenenden, an denen man nur als Paar was unternahm.
Nun hat er ein Freuindepärchen, das er seit gut 20 Jahren kennt. Er hat die beiden sogar zusammen gebracht und jetzt sind sie bverheiratet, haben eine 18 Monate alte Tochter gerade ein Haus gebaut. Dieses Pärchen versteht sich allerdings seit einigen Auseinandersetzungen vor meiner Zeit, nicht mehr mit seinen anderen Freunden. Sie gehen weniger weg und haben einfach ganz andere Interessen. Bereits im vorletzten Jahr an Silvester, das wir mit seinen Partyfreunden feierten, versprach mein Freund diesem Pärchen, 2009 bei ihnen zu feiern. Da er ja 2008 schon wegging und man nicht zusammen feierte.
Silvester 2009 kam also näher und ich merkte, dass mein Freund immer GENERVTER darauf reagierte, dass er dieses Jahr Silvester in einer Wohnung im gemütlichen Kreis feiern solle. Ich merkte, dass ihn dieses Thema extrem beschäftigte. Er suchte immer wieder nach Ausreden, um aus diesem Schlamassel rauszukommen. Man könnte ja auch Verdacht auf Schweinegrippe haben etc

28.05.2010 17:21 • #3


S
Irgendwann ein paar Tage vor Silvester rief die besagte Freundin an und wollte die Einkaufsliste für Silvester mit uns besprechen. Ich war völlig in der Zwickmühle. Gute Freundin gegen geliebten Freund. Ich wusste, würde er Silvester wirklich in diesem engen Rahmen feiern, könnte das ähnliche Auswirkungen auf ihn haben, wie amals seine Firmenfahrt. Ich hatte Angst davor. Andererseits verstand ich auch unsere Freundin, die sich auf eine gemeinsame Silvesterparty gefreut hatte. Nach langem hin und her schriweb mein Freund ihr eine Email,. in der er mitteilte,. dass wir Silvester nicht kämen. Dass es ihm nicht gut gehe. Da sie meinen Freund aber schon Jahrelang kennt, wusste sie, dass da etwas nicht stimmt und rief wieder an. In einem Telefonat gestand mein Freund ihr dann unter Tränen seine Krankheit.
Ich weinte auch. Obwohl sie es akzeptieren konnten, dass wir nicht zusammen feiern würden, konnten sie es auch nicht richtig nachvollziehen, warum wir dann unter 30 anderen Leuten feiern konnten.
Nachdem Silvester vorbei war, atmete ich tief auf. Doch das nächste Problem stand vor der Tür, denn er kam nicht damit klar, dass seine Freunde nun auch wussten, dass er an Depressionen litt. Er sagte einmal zu mir, er bereue es zutiefst, dass nun so viele (auch ich) Bescheid wüssten. Im Januar kam es zu immer größeren Streitereien. Ich war mir bewusst darüber, dass meine Zuknuftspläne, die ich mir so herbeisehnte, wahrscheinlich in Sand verlaufen würden. Ich schwank immer wieder zwischen Optimismus und großer Leere samt vieler TRänen. Manchmal wusste ich werder ein noch aus, warf meinenm Freund Dinge an den Kopf, die ich Minuten später schon bereute, aber oftmals rannte ich einfach weg und ging spazieren. Sollte das Baby, eine gemeinsame ZUkunft... alles hingeworfen werden ? Was bedeutete seine Krankheit für uns ?
Fortan lagen die Höhen und Tiefen unserer Beziehung in seiner Hand. War er schlecht drauf, dann litt auch unsere Beziehung durch wenig gemeinsame Zeit, kaum gespräche und notorischem Mangel an Zweisamkeit. Man lebte nebeneinander her.
Im März organisierte ich eine große Geburtstagsüberraschungsparty für ihn, zu der ich 30 seiner Freunde einludt in einen Partyraum. Ich wollte, dass er die Vergangenheit mal etwas ausblenden konnte. Drei Wochen lang empfing mich der Himmel auf Erden. Ich bekam Liebes - SMS zum Umfallen , wir unternahmen Dinge zu zweit , er nahm mich in den rm, wir hatten wieder S. und ich fühlte mich rundum wohl. Vor seinem Kumpel und seiner Mutter bereichtete er davon, nun langsam auch einen Babywunsch zu spüren. Es war wie der Himmel auf Erden für mich. Ich dachte, ich träume.
Aber dann wurde ich zunehmends unsanft aus meinen Freuden gerissen, denn es kam bereits Ende April wieder ein Tief über uns. Ich kann wieder mal nicht sagen, warum. Es gibt nie nen Auslöser für schlechte Zeiten bei uns. Klar streiten wir regelmäßig. Manchmal werfen wir uns gegenseitig an den Kopf, dass wir jetzt gehn. Dann lieben wir uns wieder wie verrückt.
Vor 5 Wochen besichtigten wir endlich eine geeignete Wohnung für uns. Bereits im letzten Jahr waren wir gemeinsam auf Wohnungssuche gegangen. Dh. er wollte ausziehen ( in der Wohnung, die ICH allein ausgesucht und eingerichtet hatte, fühlte er sich nicht mehr wohl), ich allerdings war die jenige, die Wohnungsanzeigen heraussuchte, Besichtigungstermine vereinbarte und ihn dann wenig motiviert mitschleifte.

28.05.2010 17:22 • #4


S
Die Wohnung, die uns mit 90 wm beiden gut gefiel, hatte allerdings den Haken, von einer Maklerin vermittelt zu werden. Will heissen, 1200 Euro Provision. Trotz des Geldes war mir sofort klar, dass diese Wohnung ein Glückgriff war. Mein Freund hingegen zeigte das übliche Problem: Er konnte sich nicht entscheiden. Fast 2 Wochen lang überlegte er hin und her, selbst da noch, als wir die Wohnung mündlich längst zugesagt hatten. Das hat im Übrigen er getan, weil ich mir nicht im Nachhinein anhören wollte, ICH hätte ja zugesagt. All das Gerede mit dem Makler überließ ihm ihm. Auch er war der jenige, der den Vertrag dann unterschrieb, als erstes (nachdem er die Kaution um 400 Euro runtergehandelt hatte - das kann er echt super! ) Doch seitdem merke ich immer wieder, wie sehr er sich von mir distanziert. Er ist fast nie zu Hause, sondern daddelt bei seinen Partyfreunden oder schaut dort Fussball. Wenn wir hier sind, dann sitzt jeder vor seinem eigenen PC. Gespräche finden kaum statt. Manchmal erzählt er von der Zeit der Depression. Er hat Angst davor, dass sich jetzt alles jährt, aber sein Arzt sagt, die Tabletten seien sein Puffer.
Er erzählt, dass er im letzten Sommer ständig spazieren gegangen ist (wenn ich dachte, er sei beim Kumpel oder beim Sport), dass er Ewigkeiten allein im Auto saß oder im Fahrradkeller. Dass er genau verstehen konnte, warum Robert Enke den Freitod gewählt hat. Dass er vor allen gute Miene zum Bösen Spiel gemacht hatte.
Mich durchfährt immer eine wahnsinnige Gänsehaut, wenn er mir davon erzählt. Ich höre natürlich zu.
Aber ich merke auch immer mehr, wie sehr unser Beziehungsleben mich runterzieht. Ich weiss jetzt auch, wie es sich anfühlt, wenn man beim Einkaufen oder auf Arbeit plötzlich das Gefühl hat, heulen zu müssen. Ich habe wohl noch nie soviel geheutlt wie im letzten Jahr. Geheult um die düstere Aussicht, überhaupt in absehbarer Zeit ein Baby zu bekommen. Oder ein Beziehungsleben zu führen, dass uns beide glücklich macht. Nicht immer. Aber meistens.
Ich bin bereit, den Weg mit meinem Freund zu gehen, weil ich ihn liebe. Aber er gibt mir einfach nicht das Gefühl, dass er mich noch so liebt. Ich habe das Gefühl, er würde lieber allein in einer kleinen Wohnung leben, als Single, der machen kann, was er will. Der den Müll Ewigkeiten stehen lassen kann. Oder weggehen wie er will. Er sagt manchmal, ich enge ihn ein. Aber er ist schon 2,3 Mal wöchentlich bis in die Puppen bei seinen Kumpels. Und 1-2 Mal bin ich zusätzlich auch bis abends unterwegs. Es gibt keine gemeinsamen Mahlzeiten, kein gemeinsames Einkaufen mehr, wenig Körpernähe. Alles nervt ihn. Meine Katzen, die noch Babys waren, als wir zusammen kamen. Die Wohnung. Aber über die neue freut er sich auch nicht. Ist ja alles noch so lang hin, sagt er, wenn ich ihn bitte, mit mir nach Farben oder so zu schauen. Meine Deko nervt ihn auch an und er will am liebsten 90 % der Einrichtung (3 Jahre alt!) auf den Sperrmüll werfen. Ist ja alles nicht seins. eine Kumpels leben fast alle allein und sind unabhängiger, das scheint ihm zu imponieren. Das soll nicht falsch verstanden werden: Ich liebe ihn und er ist ein Mann, der wirklich gut zu mir ist. Jedenfalls so weit er dazu in der Lage ist.
Aber er kommt auch nicht damit klar, dass ich meinen Kinderwunsch derzeit so beiseite schiebe. Ich weiss einfach, dass ein Kind in unsere erzeitige Lage nicht passt, das möchte ich ihm nicht antun. Er sagt hingegen, er erträgt es nicht, dass ich wegen ihm auf alles verzichte.
Naja, soweit war das erstmal meine Geschichte. Ich fahre jetzt zu zwei Freundinnen, mich ein wenig ablenken. Vielleicht kennt der ein oder andere von euch ja das, was ich berichte. Tut mir leid, dass ich in meiner Eile wahrscheinlich etliche Tippfehler gemacht hab :-( Ich achte sonst sehr darauf, aber hab nun nicht mehr genügend Zeit, um den Text nochmal zu überlesen. LG an alle, die sich diesen langen Bericht durchgelesen haben :-)
Eure Rebecca

28.05.2010 17:22 • #5


J
Hallo Rebecca!
Gibt es vielleicht die Chance, daß dein Lebensgefährte mit dir eine Paartherapie machen würde. Ich glaube einfach, ihr müßt grundsätzliche Dinge in eurer Partnerschaft klären, wie z.B.
Willst Du lieber alleine in einer kleinen Wohnung leben
Besteht überhaupt eine Chance für die Partnerschaft
Gemeinsame Aktivitäten
Falls er die Partnerschaft weiterhin haben will müßen solche Punkte, wie
Kinderwunsch etc. gekärt werden.

28.05.2010 18:27 • #6


S
Danke für eure Antworten

Tja, was hält mich noch bei ihm? Erstens meine Liebe zu ihm. Denn obwohl er mich oft verletzt - es gibt ja auch die schönen Momente, in denen er für mich da ist, in denen wir gemeinsam lachen und lang quatschen können. nur ist das halt immer in den guten zeiten, die stark von ihm aus gehen.
An eine Paartherapie hab ich natürlich auch schon gedacht. Früher oder später führt wohl nichts mehr daran vorbei, ausser wir wollen uns aufgeben.
Zweitens: Der finanzielle Punkt. Wir haben ja jetzt den Mietvertrag unterschrieben. Die Kaution ist bezahlt. Ich habe extra wegen den Zukunftsplänen einen größeren Wagen angeschafft, den ich nun mit 250 euro monatlich abzahle. Damut der Kinderwagen später reinpasst :-)
In euren Ohren muss ich echt ein wenig verrückt sein.
Aber ich habe auch Angst davor, nochmal ganz von vorn anfangen zu müssen. Neue Partnersuche, wieder in die Ungewissheit, Kinderwunsch auf die noch viel längere Bahn schieben. Und dann erstmal davon ausgehen, den RICHTIGEN zu finden. Oder einsehen, dass doch er dieser richtige war. Ich halte mich an Erinnerungen fest, die schön waren, in der Hoffnung, dass aus diesen Erinnerungen bald wieder Wirklichkeit wird. Ein wenig naiv, ich weiss, aber immer noch besser, als niemanden mehr zu haben, den man liebt bzw denjenigen, den man über alles liebt, verloren zu haben...

Gute Nacht ihr Lieben

28.05.2010 23:19 • #7


delfi64
Hallo Rebecca,
also erstmal zu mir,ich habe auch Depressionen undbin verheiratet.
Habe mir deine Geschichte 2mal durchgelesen
Also ich denke mal das dein Freund vor der Krankheit wegläuft,oder besser gesagt es versucht.Doch der erste Schritt ist erstmal sich damit auseinander zu setzen.Ich an deiner Stelle würd ihm raten sich erstmal einen anderen Therapeuten zu suchen.Denn Tabletten heilen nicht sie sollen helfen nicht immer so tief zu fallen.
Ichdenke eine vernünftige Gesprächsthera ist schonmal der 1. Schritt.
Ich habe auch lange gebraucht die Krankheit zu akzeptieren,es ist ein harter Weg.Auch mein Mann litt so wie du,das kann ich gut nach vollziehen. Mittlerweile haben wir einen Weg gefunden um zu reden.Aber wie gesagt dein Freund muss was tun,du kannst ihm nur zu Seite stehen und begleiten.Den Kampf und auch mal durch die Hölle gehen muss er selbst.Und so lange er davor davon läuft wird er sich immer so verhalten wie jetzt.
Ich hoffe du verstehst wie ich das meine,es ist schwer für mich das in Worte zu fassen.

lG Bri

29.05.2010 09:56 • #8


Y
Hallo lieber Engel,


schau doch auch mal in meinen Thread nach, ich habe auch einen depressiven Mann / Kinderwunsch und so weiter. Identisch sind unsere Fälle nicht, aber es gibt Parallelen. Ich kann deinen Kinderwunsch und wie du damit umgehst, voll und ganz nachvollziehen, ich habe da auch so meine Ticks. Ich möchte etwas zitieren aus deinem langen Bericht und etwas dazu sagen, ich möchte dich damit nicht verletzen und du kannst es auch gerne komplett ablehnen, wenn es dir damit besser geht.

Zitat von Seelenengel:
Aber ich habe auch Angst davor, nochmal ganz von vorn anfangen zu müssen. Neue Partnersuche, wieder in die Ungewissheit, Kinderwunsch auf die noch viel längere Bahn schieben. Und dann erstmal davon ausgehen, den RICHTIGEN zu finden. Oder einsehen, dass doch er dieser richtige war.


In deinen Zeilen spüre ich, du bist eine wunderbare und liebesfähige, gütige Frau
Bitte mache dich von diesen Ängsten frei.Du möchtest dich in den nächsten Jahren in einem harmonischen Zuhause als liebende und fürsorgliche Mutter sehen, mit einem Mann an deiner Seite, zu dem du ein zärtliches Verhältnis hast und du wunderschöne Stunden zu zweit verbringst. Ich kann dir nur einen Tipp geben: Versetze Berge um diesen schönen Lebenstraum zu verwirklichen. Du hast ja nur dieses eine Leben. Vielleicht - und nur vielleicht - gehört es dazu, dass du dich unter schlechten Umständen von deinem Freund trennen musst, um dieses Ziel zu erreichen. Ich möchte dir den Tipp geben dir diese Tür offen zu halten. Versuche alles, gehe mit ihm in Paartherapie, unterstütze ihn, dass er sich vielleicht doch zu einer Gesprächstherapie öffnen kann und so weiter. Träume weiter von einem Baby. Genieße das große Auto und blättere in Babyausstatter-Katalogen. Deine Träume und Wünsche gehören nur Dir. Und wenn der Weg in eine Sackgasse führt, dann sei dir sicher, du hast alles gegeben und es hat nicht zum Ziel geführt (also ist es dann doch nicht der Richtige!) und kaufe dir eine 1000er Packungen Taschentücher und trenne dich. Es gibt die Männer, die sich eine Familie wünschen und ganz sicher hast du solch einen verdient.

Es gibt keine Gewissheit, keine Garantie für solche Dinge im Leben. Es gibt weder die Gewissheit, dass du deine Träume erreichen wirst, wenn du bei deinem Partner bleibst, als dass es die Gewissheit gibt, ob du nicht doch den richtigen richtigen Mann findest, wenn du dich trennst. Dein Glück klebt nicht an 3jährigen Möbeln oder einer teuer erstandenen Wohnung oder dem vermeintlichen Traumwagen. Finde das Vertrauen in Dir in das Leben, dass du bei allem Unglück was du dir ausmalen kannst (Trennungsangst, nicht den Richtigen finden und so weiter), sollte das alles eintreten, dann hast du immer noch dich selbst. Wenn du dieses selbst pflegst und stärkst und den Kontakt zu dir selbst suchst, wirst du ganz sicher deine Ziele erreichen (wer wenn nicht du?). Wenn du an diesem Punkt bist, kannst du mit der Unwissenheit auf welchen wegen das alles geschehen wird, ganz gut leben.


Ich wünsche Dir alles Liebe und die ganze Kraft, die in dir steckt! Wachse mit deinen Aufgaben!

29.05.2010 10:14 • #9


S
Wow, ich habe echt Tränen in den Augen, bei den Worten, die ihr mir schreibt. Es war das beste, was ich machen konnte, mich hier anzumelden! DANKE! Ich werde weiter berichten, wie es weiter geht mit uns. Auch wenn der Weg holprig ist und nicht immer einfach - ich will ihn nicht sitzen lassen. Nicht so. Ich spüre selbst, dass es nicht mehr viel braucht, um einen Schlussstrich zu ziehen und nach Verbrauch der 1000 Taschentuchpackungen nach vorn zu schauen. Aber noch bin ich nicht bereit dazu. Und ich hoffe, es muss nie dazu kommen.

Angenommen, ich wolle ein Gespräch unter 4 Augen mit seinem Psychologen machen, ist mir das möglich ? Wie wird das abgerechnet? Ich bin ja nicht die erkrankte im eigentlichen Sinne. Was kostet uns / mich eine Paartherapie? Oder überhaupt mal eine Person, die mir zuhört?
Ich danke euch von ganzem Herzen!

29.05.2010 12:52 • #10


S
Hey liebe Nina,

ich würde ihm das natürlich nicht vorenthalten. So etwas sollte abgesprochen werden. Aber wenn ich ihn auf Paartherapie oder/und Gesprächstherapie anspreche, dann blockt er ab, er möchte es nicht. Wenn ich selber aber in extremen Situationen merke, dass ich an meine Belastungsgrenze komme, dann wäre es schon schön, ab und zu jemanden mit Fachkenntnis an seiner Seite zu haben. Er wäre davon sicher nicht begeistert, wenn ich dann mit seinem Arzt spreche. Wenn es schlimmer wird, sollte ich wahrscheinlich wirklich über eine Angehörigengruppe nachdenken.
Nach längerer Zeit hatten wir jetzt am We mal ein paar schönere Tage, wo ich auch seine Liebe mal wieder gespürt habe. Aber unvorhersehbar kann es auch dazu kommen, dass auf einmal wieder ein beklemmendes Gefühl zwischen uns ist, das nicht mal einen offensichtlichen Grund haben muss (wie einen Streit o.ä.) Dann sit auf einmal alles wieder blöd und unglücklich in unserer Beziehung. Besonders was den Umzug in 3 Monaten betrifft, ist es nicht sehr förderlich, wenn alles, was eigentlich besprochen werden müsste, auf die lange Bahn geschoben werden muss. Andererseits heisst es immer, man solle als Angehörige darauf achten, dass keine superwichtigen Entscheidungen getroffen werden. Andererseits fühlt er sich in dieser Wohnung hier nicht wohl und will Raus. Von daher ist der Umzug natürlich auch wieder nicht wegdenkbar.
Aber wie gesagt, die letzten Tage lief es besser. Ich hoffe, das bleibt jetzt erstmal so, denn viel mehr erträgt unsere Beziehung derzeit einfach nicht.
Danke für deine Antwort.
Euch allen einen schönen Sonntag abend!

30.05.2010 17:41 • #11


Y
Ich weiß nicht, ob es dir hilft, aber ich mag dir erzählen wie es bei unserem Umzug war:


Er wollte auch unbedingt aus seiner alten Wohnung (oder auch nur noch das Loch genannt) raus. Dem Umzug selber hat er trotzdem mit großen Bauchschmerzen entgegen gesehen bzw. sich überhaupt nicht damit auseinander gesetzt. Er war sehr überfordert und so musste ich alles in die Hand nehmen. Es war superstressig und es gab viel Streit! Der Umzug an sich hat erst nach einer Eingewohnungszeit von mehreren Wochen Besserung gebracht. Ortswechsel bei einem Depressiven... Es war kein Zuckerschlecken ! Versuche so viel wie möglich frühzeitig zu organisieren. In unserem Fall war es so, hätte ich für ihn nicht mitgedacht... naja. Schwamm drüber.


Gute Nacht.

30.05.2010 23:55 • #12


S
Natürlich hilft mir das ! Es hilft doch immer, zu wissen, dass man nicht ganz allein ist.

Zu deiner Antwort: Ich übernehme ja sowieso schon viele Aufgaben, die man sich eigentlich teilt. Nur will mein Freund zum Beispiel gern ein neues Sofa haben. Sprich gut 8 Wochen Lieferfrist. Demnächst sollten wir also schon mal danach schauen. Zumal er es von seinem Geld bezahlen würde, da ich schon für viele andere Möbel aufgekommen bin. Ich kann ja nun schlecht eine Couch nach meinem Geschmack aussuchen und es liefern lassen, nur damit es rechtzeitig zum Umzug lieferbereits ist. Er hingegen schiebt es noch auf.
Es sind halt immer diese kleinen Zwickmühlen, in die man rennt.
Und ich kann auch nicht wirklich abschätzen, welches Verhalten nun durch die (medikamentös eingestellte) Depression auftritt, oder was einfach seine Persönlichkeit ist. Ich würd ihm gernin den A...treten, weiss aber nicht, ob sich das negativ auf seine Erkrankung auswirkt...
Das ist ein schmaler Grad finde ich.
Danke nochmal für deinen Beitrag :-)
LG

31.05.2010 16:13 • #13


S
hach ja, waren heute unsere neue wohnung ausmessen.mein freund war - wie nicht anders erwartet - ziemlich lustlos und wollte rasch wieder von dannen ziehen, um mit seinem kumpel ins fitnessstudio zu gehen. vor dem haus sagte er dann nur, er hätte das alles größer in erinnerung ( das wohnzimmer... misst ja auch nur 30qm^^) und man hätte sie sich doch 2x anschauen sollen. grrrr...wahrscheinlich hätte er sie sich auf 10mal angesehen, ohne eine entscheidung fällen zu können. naja. bin mal gespannt was das noch wird. neulich haben wir immerhin schon mal nach sofas geschaut, aber wirklich was rum kam dabei nicht. meine freude, die ich zuerst wegen der wohnung hatte, hält sich jedoch inzwischen auch eher in grenzen.
heute hab ich mich dann noch mit 3 freundinnen getroffen. alle drei mamis von 5monatigen bis zweijährigen kindern. es ging mir aber recht gut damit. nur als ich eben im supermarkt ein pärchen gesehen hab, das seine höchstens 2wochen alte tochter beruhigen wollte, kam wieder kurzzeitig ein beklemmendes gefühl in mir auf. obwohl die eltern sehr übermüdet wirkten, strahlten sie förmlich von innen und hatten beide ein sanftes lächeln auf den lippen... naja, nun werd ich erstmal bügeln :-) liebe grüße an die welt da draußen - und natürlich an dich, lieben leser :-)
Rebecca

02.06.2010 19:07 • #14


A


Hallo Seelenengel,

x 4#15


Y


oh ja es tut gut zu lesen, dann mein leben in abgewandelter Form nocheinmal irgendwo parallel abläuft - ich warte jetzt auch bis mitte juli auf unsere couch, weil vorher einfach keine einigung möglich war. und wir haben ja noch keine couch - leeres wohnzimmer und tatort auf küchenstühlen.

mein mann hat am montag seinen ersten termin bei der psychotherapie. ich hoffe sehr, dass er die chance nutzt. es könnte alles verändern.

irgendwie liest sich das gut, dass du bei kindern noch etwas empfindest. ich empfinde leider einfach gar nichts mehr. wenn ich jetzt kinder sehe, ist es mir egal. ich denke schon daran, ich könnte so eine gute karriere hinlegen. innerlich bereite ich ich mich darauf vor, dass es in den nächsten jahren mit kindern nichts wird. wir schaffen jetzt einen kater an - er wünscht sich einen und ich kann ihm einfach keinen wunsch abschlagen, wenn doch die möglichkeit besteht, das es ihn glücklich macht!

liebe grüße

03.06.2010 16:46 • #15

Weiterlesen »




Ähnliche Themen

Hits

Antworten

Letzter Beitrag