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Zwänge und Ticks schränken mein Leben ein

Schlüsselkind
Zitat von Melodie:
Ganz schlimm beim Bügeleisen, deswegen bin ich schon mal während einer Fahrt zurückgefahren, da ich Angst hatte es sei noch an.


Tut mir leid zu hören, das ist sicherlich sehr belastend! Ich habe das auch oft mit meinem Elektroherd, wie es hier auch beschrieben ist. (Würde das bei mir aber noch nicht in Kategorie Zwang verorten, weil es sich nur auf den E-Herd bezieht bzw. Elektrogeräte bezieht). Ich mache jetzt - wenn es ganz schlimm wird - ein Foto vom Herd/den Herdknöpfen und das Foto kann ich mir dann unterwegs anschauen, wenn eine Beunruhigung auftaucht.

13.12.2021 15:15 • x 2 #16


S
Zitat von Schlüsselkind:
Tut mir leid zu hören, das ist sicherlich sehr belastend! Ich habe das auch oft mit meinem Elektroherd, wie es hier auch beschrieben ist. (Würde das bei mir aber noch nicht in Kategorie Zwang verorten, weil es sich nur auf den E-Herd bezieht bzw. Elektrogeräte bezieht). Ich mache jetzt - wenn ...


Gute Idee

13.12.2021 18:16 • #17


A


Hallo Ex-Mitglied,

Zwänge und Ticks schränken mein Leben ein

x 3#3


T
Zitat von Schlüsselkind:
(Würde das bei mir aber noch nicht in Kategorie Zwang verorten, weil es sich nur auf den E-Herd bezieht bzw. Elektrogeräte bezieht). Ich mache jetzt - wenn es ganz schlimm wird - ein Foto vom Herd/den Herdknöpfen und das Foto kann ich mir dann unterwegs anschauen, wenn eine Beunruhigung auftaucht.

Hallo Schlüsselkind,
also ich würde das schon in die Katergorie Zwang einordnen.
Manche Menschen haben wenige, die anderen mehrer Zwänge. Der innerliche Druck sich wie du schreibst ,nur
bei Elektrogeräten hinzugeben, gehört schon zu einer Zwangserkrankung. Persönlich gehts mir da ähnlich.
Elektrogeräte sind für mich das schlimmste. Und weist du was ? Bei mir ist es mittlerweile so schlimm geworden,
das ich absolute Ruhe-Stille beim kontrollieren brauche, ich habe das Gefühl sonst nicht aufnehmen zu können , das der
Herd tatsächlich aus. Das das Bügeleisen ausgezogen ist, das der Stecker des Wasserkochers gezogen ist usw.
Beispiel - mein Mann und ich wollen gemeinsam wegfahren. Ich stehe vorm Herd, schaue von links nach rechts und von rechts nach links usw. ob die Knöpfe alle aus sind. Mein Mann steht in der Nähe räuspert sich, oder zieht sich den Reißverschluß seiner Jacke zu, er bewegt sich und seine Jacke knistert usw. dann muss ich ihm sagen das er absolut still sein muss, da ich mich ansonsten nicht konzentrieren kann ob der Herd aus. Wahnsinn, aber ich kann nichts dafür.

Die Idee mit den Bild machen ist gar nicht schlecht, aber so wie ich mich kenne würde ich nicht einmal
den Bild vertrauen schenken. Naja und zudem nehme ich zum einkaufen oder so mein Handy eh nie mit. Ich habs nur dabei wenn ich mit unserem Hund unterwegs bin.

13.12.2021 20:03 • x 1 #18


Oli
Hallo!

Vielleicht ist ja die ein oder andere der folgenden Bemerkungen irgendwie hilfreich, die ich aus eigener Erfahrung mit recht starken Zwängen ableite.

Bilden Deine Zwänge vielleicht einen Schutz vor einer anderen Gefahr? Vielleicht hast Du Warnsignale Deines Körpers übergangen und er tritt jetzt in einen Teilstreik, indem er Dich durch Zwänge von bestimmten Tätigkeiten abhält oder Dich überhaupt runterbremst.

Ich bin einige meiner Zwänge erst losgeworden, indem ich mir in einer längeren beruflichen Auszeit bei Einnahme von Medikamenten nacheinander einige Zwänge vorgenommen und mich damit konfrontiert habe. Da ich durch die Krankschreibung im Beruf nicht funktionieren musste, war es nicht so schlimm, wenn ich eine ganze Nacht oder mehrere nicht schlafen konnte, wenn ich zB nach einem Arztbesuch nicht gleich Händewaschen und die Kleidung wechseln konnte oder mir gar nach einem Zahnarztbesuch nicht die Haare vor dem Zubettgehen gewaschen habe, weil die ja mit der Kopfstütze des Zahnarztstuhles in Kontakt gekommen waren.

Die Zwänge wurden mit der Zeit weniger. Meine generalisierte Angst nahm allerdings rapide zu.

Das muss ja nicht unbedingt kausal sein. Aber das gleichzeitige Auftreten der beiden Dinge - Rückgang der Zwänge und größere diffuse Angst - gaben mir schon zu denken, ob ich mich zB vor Überforderung oder sehr hohen Ansprüchen von außen durch die Zwänge geschützt habe.

Ein Zwang könnte ja auch eine Art Pseudokontrolle sein in Situationen, in denen man eben Kontrollverlust befürchtet, weil sie einen überfordern oder man keinerlei Selbstwirksamkeit mehr erlebt. Da könnte sich dann die Frage stellen, ob es möglich ist, den Zwang als Warnsignal ernst zu nehmen und zu fragen, wofür er gut ist.

Bestimmte Wäscheklammern zu benutzen, um einen Pulli aufzuhängen, ist natürlich nicht dazu geeignet, überhaupt irgendwas zu beeinflussen. Diesen Zwang ernst zu nehmen, könnte bedeuten, sich zu fragen, welche Möglichkeiten es in der Realität gibt, das zu beeinflussen, was die Wahl der Wäscheklammern leisten soll. Manchmal kann so ein Zwang dann auch weniger Alarm schlagen, wenn er das Gefühl bekommt, nicht mehr gebraucht zu werden.

Wie gesagt: nur als Anregung gedacht. Alles Gute und Grüße von Oli

10.01.2022 01:35 • x 2 #19


Schlüsselkind
Zitat von Oli:
Ein Zwang könnte ja auch eine Art Pseudokontrolle sein in Situationen, in denen man eben Kontrollverlust befürchtet, weil sie einen überfordern oder man keinerlei Selbstwirksamkeit mehr erlebt. Da könnte sich dann die Frage stellen, ob es möglich ist, den Zwang als Warnsignal ernst zu nehmen und zu fragen, wofür er gut ist.


Vielen Dank für Deine Anregungen, @Oli! Und auch an @Tierliebe noch einmal Danke, in Deinem Erzähltem konnte ich mich wiederfinden.

Hab das jetzt mal einen längeren Zeitraum bei mir beobachtet und da sind dann mir doch mehr Situationen als Bügeleisen und Elektroherd ins Auge gesprungen. Ich vermute ein Grund, dass mich das bisher nicht beschäftigt hat, ist, dass ich das 1. immer schon wohl so mache (als normale Handlung einstufe) und 2. noch da keinen maximalen Leidensdruck in mir spüre (auch wenn es nervt und manchmal zeitlich einschränkt).

Anscheinend habe ich das tatsächlich mehr bei Situationen, von denen eine reale Gefahr ausgehen könnte (wie auch Tür abschließen: ich erinnere mich hier, dass wir auf der Arbeit eine Schließanlage mit Videoüberwachung bedienen mussten, die bei Gefahr einen Alarm auslöst, ich bin dem gar nicht mal ausgewichen, aber es war immer ein Horror für mich. Auf der Arbeit dann Aufgaben, die in meiner Verantwortung finanziellen Schaden bedeuten könnten, indem ich mich sehr häufig selbst kontrolliere).

Ja, ich denke, dass da tatsächlich eine Angst vor Kontrollverlust mit verbunden ist. Ich mag nämliche Kontrolle verlieren überhaupt nicht. Mein Heilpraktiker meinte auch mal zu meinen - eine zeitlang andauernden Schmerzen im Arm - dass ich an mir arbeiten muss auch mal die Kontrolle abzugeben und lernen muss, mich mal fallen zu lassen. Er hat mir dann dazu noch Tipps gegeben. Er hatte mich z. B. unter anderem zu meinen Hobbies befragt (alles laut ihm zu leistungsorientiert) und auf meine Buchauswahl (da ich sehr viel lese) geantwortet, dass ich auch mal leichte Lektüre lesen sollte, rein aus Entspannungszwecken. Fand ich schon mal in dem Aspekt hilfreich (die Schmerzen im Arm sind zumindest bei mir verschwunden).

Ich bleibe dran am Thema.

10.01.2022 12:22 • x 2 #20

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