Angst als Sozialschmarotzer dargestellt zu werden

Anima
Ich schäme mich immer weniger, seit ich darüber offen spreche. Es war sogar eher der Fall, dass meine Art, damit umzugehen, richtig anerkannt wurde, die Sorge um Ablehnung war unbegründet, auch wenn ich wirklich damit gerechnet habe. Meine Offenheit hatte Wind aus den Segeln genommen.

Gerade wenn man merkt, dass diese Krankheit die Arbeitskraft beeinflusst, man dagegen ankämpt und nicht als faul oder lustlos angesehen werden möchte. Bei mir war das so! Die Vorgesetzten dachten, ich hätte keine Lust und wolle mich nicht für meine Arbeit einsetzen. Die wussten nicht, wie fertig ich war und bin, wenn ich nach Hause komme, dass die Konzentration den Bach runter geht. Jetzt wissen die Kollegen im engsten Kreis Bescheid und auch noch ein Vorgesetzter darüber. Kein blöder Kommentar kommt mehr, im Gegenteil. Ich wurde sogar gefragt, was da in einem vor geht.

Wichtig ist eben auch, dass man zeigt, wie man die Krankheit bekämpft: Bei mir wird es zunächst der Klinikaufenthalt. Wir haben verabredet, dass ich den Kontakt halte und meine Kollegen wissen, wie lange ich dann ausfalle, wie der weitere Weg geht. Jetzt wurde schon im Vorfeld eine zusätzliche Kraft geordert, das ist gut so.

06.12.2011 11:45 • #16


Sarah
Zitat von RipEnke:
Ich finde es toll zu hören das es möglich ist offen mit der Erkrankung umzugehen. Meine Einstellung war und ist eigentlich auch offen damit umzugehen und sich derer nicht zu schämen. Um so erschreckter war ich das es in meiner Selbsthilfegruppe niemand gibt der offen auf der Arbeit das ansprechen würde. Die meisten machen ein extremes Geheimnis daraus und fürchten, wenn der Arbeitgeber was davon erfährt, entlassen zu werden. Ich würde gerne mehr Erfahrungen aus dem Arbeitsleben hören. Es könnte mir Mut machen. :)


Ich denke es ist kein Allheilmittel und auch nicht der richtige Weg für jeden, am Arbeitsplatz mehr oder weniger offen damit umzugehen. Mein letzter Chef war in vielerlei Hinsicht ein Idiot. Er wusste auch Bescheid, da ich anders keine Therapietermine hätte wahrnehmen kkönnen. Und er konnte gar nicht damit umgehen. Es passierte gerne mal, dass ich leicht neben der Spur von einer Stunde beim Couchologen wieder ins Büro kam und er mich 10 Minuten später zum Anpfiff ins Büro gerufen hat. Aber er war in jederlei Hinsicht ein Idiot und hatte die soziale Kompetenz eines Betonträgers - wobei ich dem Betonträger damit wohl sogar Unrecht tue

Damit der offene Umgang mit der Krankheit einem weiterhilft und mehr schadet als nützt müssen einige Punkte gegeben sein. Zum einen muss man selber seine Krankheit akzeptieren und mit ihr Umgehen können. Zum anderen muss auch das berufliche Umfeld stimmen. Man muss ein gewisses Vertrauen zu seinen Kollegen haben, die man einweihen will. Und auch zum eigenen Vorgesetzten sollte man ein gewisses Vertrauensverhältnis haben.

09.12.2011 12:11 • #17


A


Hallo RipEnke,

Angst als Sozialschmarotzer dargestellt zu werden

x 3#3


Pyxidis
Nach meinem zweiten Zusammenbruch mit halb jährlicher Fehlzeit habe ich meinen Chef und dei Personalfrau eingeweiht. Als ich dann während der Wiedereingliederung Panikattacken am Arbeitsplatz bekommen habe, haben mich beide so dermaßen ünterstützt, daß ich die Attacken überwinden konnte und weiter an meinem Arbeitsplatz arbeiten konnte. Ich bin beiden sehr dankbar und habe daher auch sehr gute Erfahrungen gemacht mit einem offenen Umgang am Arbeitsplatz. Allerdings habe ich meine Kollegen nicht eingeweiht.

Scorpio

27.12.2011 14:34 • #18


R
Danke für die zahlreichen Antworten. Ich habe viel daraus ziehen können das mir Mut macht. Deswegen habe ich auch vor gleich Offensiv mit der Erkrankung umzugehen. Im Moment wird Entschieden, ob ich ein berufliches Trainingszentrum bezahlt bekomme. Dort werden viele berufliche Situationen simuliert und entsprechende Reaktionsweisen gelernt. Ebenso Belastung und Stressfähigkeit, soziale Kompetenzen, etc.

22.01.2012 15:40 • #19


Anima
Ich habe da eine ganz dumme Frage: Was ist ein berufliches Trainingszentrum? Davon habe ich bisher noch nichts gehört!

22.01.2012 20:15 • #20


Albarracin
Experte

22.01.2012 20:40 • #21


R
Ja das ist so etwas ähnliches was Albarracin geschrieben hat. Die genaue Bezeichnung lautet Berufliches Trainingszentrum Rhein-Neckar. Gibt auch ne Webseite. Aber wenn ich hier nen Link poste verschwindet er ja gleich wieder. Also einfach mal googlen.

24.01.2012 19:35 • #22


Albarracin
Experte

24.01.2012 21:39 • #23


A


Hallo RipEnke,

x 4#9


R
Achso. Wusst ich net. Ich dachte externe Links wären Standardmäßig net erlaubt. War auch net bös gemeint. Na dann versuch ich mal mein Glück: http://www.btz-rhein-neckar.de/

26.01.2012 17:48 • #24

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