Schönen guten Nachmittag Angelika,
du musst dich nicht entschuldigen, ich weiß ja, wie du es gemeint hast.
Da hast du schon einiges mehr hinter dir als ich. Rein äußerlich ist mein Leben nämlich nicht schlecht verlaufen. Und doch bin ich jetzt da, wo ich jetzt eben bin.
Ich denke, weder das Konzept der Kirche, noch das des Kommunismus sind an sich schlecht. Sie werden nur missbraucht. Die Gedanken der Nächstenliebe oder der Gleichheit sind doch nicht schlecht, aber es gibt eben Menschen, die sich selbst mehr lieben als sie andere lieben und die sich als gleicher betrachten als andere. Dann kommt es zu Glaubenskriegen, Inquisition, Diktatur - weil man seine Macht irgendwie erhalten muss. Also werden die unterdrückt, die der Macht schaden könnten.
Die Vorstellung eines liebenden Gottes ist natürlich etwas Schönes. Ich kann verstehen, dass dir das Hoffnung gibt. Dennoch bin ich eine Skeptikerin. Aber ich gehe davon aus, dass Gott damit klar kommt, sollte es ihn wirklich geben.
Auch wenn ich nicht so sonderlich gläubig bin, finde ich Kirchen- bzw. Glaubensgeschichte sehr interessant.
Seltsamerweise ist mein ältestes Buch eines, in dem es um Glauben geht. Ich hab es Zuhause bei meinen Großeltern gefunden und da es niemand mehr wollte, hab ich es an mich genommen. Ich liebe Bücher. Es geht um Jazinta, das Gnadenkind von Fatima. Ihr ist die Muttergottes erschienen, sogar die ganze heilige Familie.
Das ist zum Beispiel eine schöne Erinnerung an Kirche und Glauben, die ich habe. Und natürlich die Erinnerung an meine Großmutter, die eine gläubige Frau war und mit der ich alle guten Aspekte des Glaubens verbinde. Sie ist schon viele Jahre tot, aber ich vermisse sie immer noch.
Du bringst mich da auf ganz seltsame Gedanken. Aber das ist gut. Ich hab schon soviel im Alltag vergessen, was vielleicht wichtig ist.
LG
Eloise
20.01.2012 17:12 •
#24