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Burnout Alleinerziehend / Rückfall - wie geht es weiter?

Blume71
Zitat von Sophia1904:
Man eckt auch sehr viel an wenn man Grenzen zeigt. Gerade was meine Mutter angeht. Grenzen werden von anderen Personen schwer akzeptiert. Oder vielleicht kenne ich die falschen Menschen.


Hallo Sophia,
auch das kommt mir sehr bekannt vor.

Für andere ist es ungewohnt wenn plötzlich Grenzen gesetzt werden, die vorher nicht da waren. Entweder werden sie akzeptiert oder nicht. Bei uns kracht es da leider auch immer wieder.

Aber ich sage mir dann, wenn ich diese Grenzen jetzt nicht setze oder mich nicht abgrenze, indem ich Dinge und Menschen nicht ganz so an mich heran lasse, (es bei ihnen lasse) - dann tut mir das nicht gut.
Und ich möchte versuchen, nicht noch einmal krank zu werden.
So etwas möchte man nicht noch einmal erleben müssen. Hinzu kommt noch (anders als bei einer körperlichen Krankheit) dass man nicht verstanden wird bzw sich auch noch erklären oder rechtfertigen muss.

Das allerwichtigste ist in meinen Augen tatsächlich die Selbstfürsorge, das kann man nur selbst für sich am besten.

Liebe Grüße Blume

27.11.2020 21:36 • x 3 #16


LeLion
Das hört sich aber verdächtig nach Problemen mit dem Selbstwertgefühl an.

Ja ein Burnout kann vorbei gehen, allerdings muss man wie immer bei psychischen Krankheiten die wahren Ursachen finden und diese behandeln.
Ebenfalls muss man zwangsläufig sein bisheriges Handeln überdenken, denn dadurch ist man ja erst in dieses Dilemma geraten.
Es ist egal was andere Menschen von einem denken oder was diese akzeptieren, sollte einem das nicht egal sein setzt man sich zwangsläufig einem ungesunden Stress aus.
Von Personen die das nicht tun, sollte man sich distanzieren oder mal ein offenes Gespräch suchen, je nachdem in welchem Verhältnis man steht.

Es muss dir einfach klar sein, es geht um dich und deine Gesundheit und alles was du dafür brauchst oder machen musst ist legitim, niemand der dir wohl gesonnen ist wird das nicht verstehen können, denn was bringen wir unseren liebsten Menschen wenn wir krank sind?
Du hast recht psychische Krankheiten sind genau deshalb so schwer, weil man Sie nicht sieht und noch weniger weil Personen die es nie hatten auch nicht verstehen.

27.11.2020 22:55 • x 1 #17


A


Hallo Sophia1904,

Burnout Alleinerziehend / Rückfall - wie geht es weiter?

x 3#3


S
Ja ich merke aktuell Beim Schreiben hier dass ich wirklich sehr große Probleme mit dem Selbstwertgefühl habe und extreme Probleme nahestehenden Personen Grenzen zu setzten.
Meine Freundin ist eine Person die so wahnsinnig direkt ist und genau solche Menschen bewundere ich immer. Ich glaube man macht sich dadurch nicht viele Freunde aber ich finde diese Eigenschaft toll und schätze diese sehr.

Ich muss noch eine Situation erzählen. Letztens zum Geburtstag meines Freundes, war auch meine Familie da (Mutter und 2 Tanten). Die haben Im hotel übernachten und sind wie immer selbstverständlich ohne zu fragen davon ausgegangen, dass sie am nächsten Tag vorbei kommen.
Mir hat das nicht gepasst und am Ende des Party habe ich es nicht geschafft was zu sagen. Mein Freund hat dann gesagt dass man sich nicht selbst einladen kann und man vorher ansprechen sollte ob es recht ist.

Aber genau solche einfachen Sachen bekomme ich nicht hin. Ich habe Angst andere zu verletzt. Und genau so habe ich immer gelebt. Ich habe alles runter geschluckt und funktioniert.

Wenn meine Familie da ist ist es immer super anstrengend. Die stützen sich extrem auf unsere kleine Tochter. Es wollen zum Bespiel alle wickeln, oder baden und und und. Ich könnte noch unendlich viel erzählen.

28.11.2020 07:20 • x 2 #18


LeLion
Ja das kann ich verstehen und gut nachvollziehen, es ist schwer, besonders Angehörige mal zu sagen wenn etwas nicht passt, man möchte auch keinen verärgern.
Wie du ja schon gemerkt hast belastet dich dieses Verhalten doch stark, so stark das du daran kaputt gehst und wenn wir ehrlich sind du gar nicht mehr du selbst bist.

In einer Verhaltenstherapie kann dir ein entsprechender Therapeut helfen dein Selbstwertgefühl wieder aufzubauen und du wirst sehen, ja am Anfang wirst du vielen Leuten mit deiner neuen Stärke vor den Kopf stoßen, doch die Menschen werden schnell lernen das du nicht mehr zu allem einfach ja sagst und anders mit dir umgehen, positiver und du wirst dann auch merken wie gut es dir tut mal deine Interessen vertreten zu können ohne davor Angst zu haben das die Menschen dann nichts mehr mit dir zutun haben wollen.

28.11.2020 11:23 • x 1 #19


S
Ich suche aktuell verzweifelt einen Verhaltenstherapeut/-in aber finde niemanden. Leider. Ja, durch dass Schreiben wird mir bewusst wie stark es mich belastet.
Ich selbst sein, ich glaube dass war ich nie. Meine Kindheit war gut, da ich keine körperliche Gewalt erlebt habe. Aber ich bin sehr über behütet und ängstlich vermeidend erzogen. Meine Mutter hat mich immer bevormundet. Es ging nur nach ihrer Nase. Weinen war nicht erwünscht und vor anderen schon überhaupt nicht. Das ist schwäche und dass zeigt man nicht.

Der Burn-out hat mich in ihren Augen auch so verändert. Ich erschrecke, denn ich bin 30 Jahre und mach mich noch so abhängig davon. Obwohl ich schon soooo viel verändert habe.

Ich traure sehr meiner Energie von früher hinterher und kann schwer damit umgehen, dass ich bei Kleinigkeiten erschöpft bin. Mein Freund sagt, dein Alttag ist einfach anstrengend mit zwei Kindern. Aber früher kam ich auch wunderbar zurecht.....

28.11.2020 13:53 • x 2 #20


LeLion
Als kleine Hilfestellung könntest du dich mal zu Distress und Eustress informieren, ich würde tippen wenn du dir dann eine Liste machst für jeweils die beiden Punkte, wirst du mehr bei Distress als bei Eustress stehen haben.
Verständlich wenn man dann keine Energie mehr hat, bzw. nie zur Erholung kommt.

Wir sind alles Individuen und haben folglich individuelle Bedürfnisse, können wir diese nicht ausleben/befriedigen bleiben wir langfristig auf der Strecke und damit unsere Gesundheit, ähnlich wie ein Tier was eingesperrt wird.

Mal überlegt eine Reha zu beantragen?
Das geht auch mit Kind(ern).
Einfach mal neue Impulse bekommen und vorallem raus aus dem Hamsterrad, das hilft.

Die Beziehung zu deiner Mutter scheint sehr angespannt zu sein, das wird dir sicher ganz schön an die Substanz gehen, hier wirst du langfristig einen Kompromiss finden müssen, wenn du nicht weiterhin in dieser Situation stecken möchtest.

Wir haben alle Jahrelang super funktioniert, egal ob Privat oder Beruflich, doch irgendwann zeigt uns unser Körper das wir am Ende sind, die Entscheidungen doch nicht immer die besten für unsere Gesundheit waren. Natürlich hätten wir dem ganzen auch schon eher entgegen wirken können, meist gab es dafür schon in der Vergangenheit Anzeichen, haben wir aber nicht.
Nun müssen wir dies jetzt tun, immer noch besser jetzt als wenn durch den Stress irgendwann einen wirklichen Herzinfarkt erlitten hätten.

29.11.2020 12:24 • x 1 #21


S
Danke für den Tipp. Mit Dem Distress und Eustress kenne ich noch garnicht.
Eine Mutter Kind Kur habe ich mal gemacht aber ich habe dort eine sehr schlechte Erfahrung gemacht.

Ja meine Mutter ist ein Fall für sich. Aber irgendwie ist sie ja doch meine Mutter. Habe oft mir ihr gehandert, sie hat sich null Verständnis für psychische Erkrankungen. Eher bekomme ich den Spruch an kopf dass ich jetzt ein Baby bekommen habe um dem thema arbeiten aus dem weg zu gehen. Sie ist seit ich 3 bin nicht mehr arbeiten. Also hat sie mir es nicht anders vorgelebt. Aber das größte Problem.ist dass ich mit mehr um andere einen Kopf zerbrechen als um mich

29.11.2020 12:36 • x 1 #22


LeLion
Dann sollte dich das Thema Selbstverleugnug ebenfalls interessieren.
Es läuft einfach alles daraufhin das du etwas für dich tun musst und an deinem Selbstwertgefühl arbeiten musst.
Versuche weiter einen Therapeuten zu finden, wir alle hier kennen das Problem das die Wartezeiten leider sehr sehr lange sind und dann muss es auch noch passen.

Ich drück dir die Daumen, denn es ist keineswegs abwegig das du aus der Situation herauskommst und deine Energie zurück erlangst.

29.11.2020 13:00 • x 1 #23


A


Hallo Sophia1904,

x 4#9


S
Danke der Austausch hier im Forum tut super gut. Selbstverleugnung...puh dass klingt hart. Oh man. Ich versuche weiter jemanden zu finden und hoffe dass ich jemand echt guten bekomme der mich unterstützen kann.

29.11.2020 14:27 • x 1 #24

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