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lenagr
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Liebe Leserinnen und Leser,
mit euch meine Geschichte zu teilen kostet mich viel Überwindung.
Zu meiner Person:
Ich bin 15 Jahre alt und komme nach den Sommerferien in die 10. Klasse (Realschule). Ehrenamtlich engagiere ich mich als Oberministrantin. Ich bin sehr genau und perfektionistisch.
Meine Geschichte:
Wann meine Symptome anfingen kann ich nicht genau sagen (ca. vor 2 Jahren). Es fing alles damit an, dass ich immer weniger mit Freunden unternahm. Ich sagte mir immer, dass ich sie ja sowieso jeden Tag in der Schule sehe. Danach folgte starke Kälteempfindlichkeit (ich war ständig am Frieren und wurde immer sehr schnell und häufig krank). Von meiner Familie wurde ich deshalb ausgelacht und sie sagten ich übertreibe. Meine Mutter ist aufgrund der ständigen Infektionen/Erkältungen/Zerrungen/Verstauchungen, die ich hatte zum Arzt zur Blutabnahme gegangen und auch meine Ärztin hat eingesehen, dass irgendetwas nicht stimmt. Sie hatte den Verdacht auf eine Schilddrüsenunterfunktion, da all meine Symptome darauf hinwiesen (Müdigkeit, häufige Kopfschmerzen, Trägheit. ). Meine Blutwerte wiesen auch darauf hin, doch eine eindeutige Diagnose konnte sie erst stellen, wenn sie den Bluttest in einem halben Jahr wiederholt und die Werte ebenfalls so schlecht waren wie beim ersten Mal. Was ich der Ärztin und auch meinen Eltern nicht erzählt habe, waren Symptome wie Herzrasen und Schwindelanfälle (plötzlich verschwamm alles vor meinen Augen und ich konnte meine Beine nicht mehr spüren). Ich dachte es wäre alles Einbildung. In der Schule hab ich trotz der häufigen schweren Infektionen nie gefehlt und bin selbst mit Fieber in die Schule gegangen, da ich nichts vom Unterricht verpassen wollte. Meine Noten waren und sind überdurchschnittlich gut. Fast nur Einser im Zeugnis und wenige Zweier. Irgendwann war ich bei der Note 3 sehr enttäuscht und wollte diese stets verhindern. Also habe ich immer und immer mehr gelernt und der Fleiß hat sich auch ausgezahlt. Meine Eltern waren wahnsinnig stolz auf mich und meine Geschwister stets neidisch. Wenn ich dann mal eine drei nachhause gebracht habe, fragten meine Eltern gleich was los sei, weil es für mich untypisch war (sie meinten es natürlich nicht böse, aber mein Streben immer die Beste zu sein verstärkte sich). Ich wollte alles immer perfekter machen. Aufsätze habe ich beispielsweise so lange geschrieben bis alles perfekt und nichts durchgestrichen war (hat sehr viel Zeit in Anspruch genommen). Auch als Oberministrantin habe ich meine Aufgaben immer sehr genau genommen und hatte immer weniger Zeit für andere Dinge. Nach der Schule war ich so erschöpft, dass ich mich ins Bett gelegt habe, aber nicht zum Schlafen, sondern einfach zum Ausruhen. Meine Energiereserven wurden immer leerer und ich habe versucht sie mit übermässigen Essen zu füllen (was mir nicht aufgefallen ist). Bewegt habe ich mich so gut wie gar nicht mehr, da die Kraft und Zeit dazu fehlte und bin selbst am Wochenende vor Erschöpfung um 21 Uhr eingeschlafen. Wenn Freunde etwas unternehmen wollten, hatte ich immer eine andere Ausrede. In der Schule wurde der Nachmittagsunterricht immer mehr (3-4 in der Woche), aufgrund meiner zusätzlichen Tätigkeit als Nachhilfelehrerin. Mir blieb nichts anderes übrig wie bis um 24 Uhr zu lernen und manchmal auch um 4 Uhr morgens aufzustehen um vor der Schule noch zu lernen, dass überschritt aber deutlich meine frühe Bettgehzeit um wieder Energie zu tanken. Hinzu kamen Schlafstörungen durch Albträume, Gedächtnisstörungen, schlimme Ausschläge, unreine Haut und ständige Lernblockaden. Ich hatte immer das Gefühl zu wenig gelernt zu haben. Die zweite Blutabnahme stand an und meine Ergebnisse waren ohne Befund. Ich war eigentlich kerngesund, fühlte mich aber so schlecht. Die Ärztin war ratlos. Corona kam und somit auch die Schulschließungen. Eine Woche länger mit diesem ständigen Stress/Druck hätte ich nicht geschafft und wäre vermutlich zusammengebrochen. Plötzlich ging es mir soviel besser, das bemerkten auch meine Eltern und fragten mich, ob es am Schulstress liege. Daraufhin habe ich mich im Internet erkundigt und bin aufs Burnout Syndrom gestoßen.
Meine Eltern wissen bis heute noch nicht wie schlimm es mir geht und was los ist. Ich habe gesagt, dass es besser ist. Mein Leben habe ich total umgestellt (Ernährung, Sport. ). Manche Tage sind sehr schwer und ich falle zurück in alte Muster, weine nur noch weil ich Angst hab, dass sich nichts verändert hat. Ich habe solche Angst vor der 10. Klasse und das ich doch zusammenbrechen könnte. Mit meinen Eltern kann ich nicht darüber sprechen, das würde sie absolut fertig machen. Ich weiß nämlich, dass dann ein Klinikaufenthalt nicht zu vermeiden wäre. Da ich auch in der Corona-Zeit (wo ich nur 3 mal pro Woche in der Schule war) wieder kurz vorm Zusammenbruch stand. Nun bin ich so ausgelaugt, dass ich selbst bei wenigem lernen sehr gestresst bin und mein streben immer die Beste zu sein kann ich einfach nicht ablegen.
Könnt ihr mir Tipps geben, wie ich mit der Situation umgehen soll und welche Taktik ich für mein Abschlussjahr anwenden soll?
Gibt es jemanden mit ähnlichen Erfahrungen in meinem Alter?
mit euch meine Geschichte zu teilen kostet mich viel Überwindung.
Zu meiner Person:
Ich bin 15 Jahre alt und komme nach den Sommerferien in die 10. Klasse (Realschule). Ehrenamtlich engagiere ich mich als Oberministrantin. Ich bin sehr genau und perfektionistisch.
Meine Geschichte:
Wann meine Symptome anfingen kann ich nicht genau sagen (ca. vor 2 Jahren). Es fing alles damit an, dass ich immer weniger mit Freunden unternahm. Ich sagte mir immer, dass ich sie ja sowieso jeden Tag in der Schule sehe. Danach folgte starke Kälteempfindlichkeit (ich war ständig am Frieren und wurde immer sehr schnell und häufig krank). Von meiner Familie wurde ich deshalb ausgelacht und sie sagten ich übertreibe. Meine Mutter ist aufgrund der ständigen Infektionen/Erkältungen/Zerrungen/Verstauchungen, die ich hatte zum Arzt zur Blutabnahme gegangen und auch meine Ärztin hat eingesehen, dass irgendetwas nicht stimmt. Sie hatte den Verdacht auf eine Schilddrüsenunterfunktion, da all meine Symptome darauf hinwiesen (Müdigkeit, häufige Kopfschmerzen, Trägheit. ). Meine Blutwerte wiesen auch darauf hin, doch eine eindeutige Diagnose konnte sie erst stellen, wenn sie den Bluttest in einem halben Jahr wiederholt und die Werte ebenfalls so schlecht waren wie beim ersten Mal. Was ich der Ärztin und auch meinen Eltern nicht erzählt habe, waren Symptome wie Herzrasen und Schwindelanfälle (plötzlich verschwamm alles vor meinen Augen und ich konnte meine Beine nicht mehr spüren). Ich dachte es wäre alles Einbildung. In der Schule hab ich trotz der häufigen schweren Infektionen nie gefehlt und bin selbst mit Fieber in die Schule gegangen, da ich nichts vom Unterricht verpassen wollte. Meine Noten waren und sind überdurchschnittlich gut. Fast nur Einser im Zeugnis und wenige Zweier. Irgendwann war ich bei der Note 3 sehr enttäuscht und wollte diese stets verhindern. Also habe ich immer und immer mehr gelernt und der Fleiß hat sich auch ausgezahlt. Meine Eltern waren wahnsinnig stolz auf mich und meine Geschwister stets neidisch. Wenn ich dann mal eine drei nachhause gebracht habe, fragten meine Eltern gleich was los sei, weil es für mich untypisch war (sie meinten es natürlich nicht böse, aber mein Streben immer die Beste zu sein verstärkte sich). Ich wollte alles immer perfekter machen. Aufsätze habe ich beispielsweise so lange geschrieben bis alles perfekt und nichts durchgestrichen war (hat sehr viel Zeit in Anspruch genommen). Auch als Oberministrantin habe ich meine Aufgaben immer sehr genau genommen und hatte immer weniger Zeit für andere Dinge. Nach der Schule war ich so erschöpft, dass ich mich ins Bett gelegt habe, aber nicht zum Schlafen, sondern einfach zum Ausruhen. Meine Energiereserven wurden immer leerer und ich habe versucht sie mit übermässigen Essen zu füllen (was mir nicht aufgefallen ist). Bewegt habe ich mich so gut wie gar nicht mehr, da die Kraft und Zeit dazu fehlte und bin selbst am Wochenende vor Erschöpfung um 21 Uhr eingeschlafen. Wenn Freunde etwas unternehmen wollten, hatte ich immer eine andere Ausrede. In der Schule wurde der Nachmittagsunterricht immer mehr (3-4 in der Woche), aufgrund meiner zusätzlichen Tätigkeit als Nachhilfelehrerin. Mir blieb nichts anderes übrig wie bis um 24 Uhr zu lernen und manchmal auch um 4 Uhr morgens aufzustehen um vor der Schule noch zu lernen, dass überschritt aber deutlich meine frühe Bettgehzeit um wieder Energie zu tanken. Hinzu kamen Schlafstörungen durch Albträume, Gedächtnisstörungen, schlimme Ausschläge, unreine Haut und ständige Lernblockaden. Ich hatte immer das Gefühl zu wenig gelernt zu haben. Die zweite Blutabnahme stand an und meine Ergebnisse waren ohne Befund. Ich war eigentlich kerngesund, fühlte mich aber so schlecht. Die Ärztin war ratlos. Corona kam und somit auch die Schulschließungen. Eine Woche länger mit diesem ständigen Stress/Druck hätte ich nicht geschafft und wäre vermutlich zusammengebrochen. Plötzlich ging es mir soviel besser, das bemerkten auch meine Eltern und fragten mich, ob es am Schulstress liege. Daraufhin habe ich mich im Internet erkundigt und bin aufs Burnout Syndrom gestoßen.
Meine Eltern wissen bis heute noch nicht wie schlimm es mir geht und was los ist. Ich habe gesagt, dass es besser ist. Mein Leben habe ich total umgestellt (Ernährung, Sport. ). Manche Tage sind sehr schwer und ich falle zurück in alte Muster, weine nur noch weil ich Angst hab, dass sich nichts verändert hat. Ich habe solche Angst vor der 10. Klasse und das ich doch zusammenbrechen könnte. Mit meinen Eltern kann ich nicht darüber sprechen, das würde sie absolut fertig machen. Ich weiß nämlich, dass dann ein Klinikaufenthalt nicht zu vermeiden wäre. Da ich auch in der Corona-Zeit (wo ich nur 3 mal pro Woche in der Schule war) wieder kurz vorm Zusammenbruch stand. Nun bin ich so ausgelaugt, dass ich selbst bei wenigem lernen sehr gestresst bin und mein streben immer die Beste zu sein kann ich einfach nicht ablegen.
Könnt ihr mir Tipps geben, wie ich mit der Situation umgehen soll und welche Taktik ich für mein Abschlussjahr anwenden soll?
Gibt es jemanden mit ähnlichen Erfahrungen in meinem Alter?