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Depressionen, Angst, Hass und totale Erschöpfung

buddl1
das liest sich doch schon mal als machbaren Plan
hab Geduld mit dir und dir die Motivation im Alltag.
eine feste Struktur, Aufstehzeit, was zu erledigen ist,
mit Pausen und auf Pufferzeiten, wenn es nicht gleich klappt.
schau nach draußen, die Sonne,
so kann doch der Tag beginnen.
buddl1,

04.11.2020 11:13 • x 1 #16


DownTown
Super Chaotine,
das hast du sehr gut gemacht. Das was vor dir liegt ist ein wirklich steiniger, steiler Weg. Aber du hast dich auf den Weg gemacht. Darauf kannst du stolz sein. Das schaffen viele nicht. Wirklich, heute brauchst du dich nicht zu hassen. Mach dir ein Kreuzchen in deinen Kalender!

04.11.2020 11:42 • x 1 #17


A


Hallo chaotine,

Depressionen, Angst, Hass und totale Erschöpfung

x 3#3


Z
wenn es Dir etwas hilft in einem Buch zu lesen investiere doch mal 10 Euro und bestelle Dir das Buch Sorge Dich nicht-lebe
von Dale Carnegie. Ein ganz starkes Buch was eine ähnliche Wirkung wie eine Bibel auf Gläubige hat: Nimm es in schlechten Momenten zur Hand und lies aufmerksam einige Seiten, viele Menschen werden dadurch deutlich ruhiger und angstfreier.
Nimm am besten ein gebrauchtes Exemplar (Medimops oder dergleichen) frag einfach Google, solltest Du ernsthaftes Interesse haben und nicht fündig werden schick mir eine PN.
Alles Gute für Dich

msg Zaskarom

05.11.2020 18:07 • #18


chaotine
Lieben Dank für eure Antworten.

Ich nehme jetzt seit einer Woche Sertralin, erstmal 50mg, soll später auf 100 hoch. Und ich hatte vergessen wie unangenehm die Einschleichphase ist! Hunger ist da, Appetit ist weg, Unruhe zwischendrin, wobei die wahrscheinlich durch meine Schläfrigkeit und Erschöpfung etwas im Zaum gehalten wird (festgestellter Eisenmangel). Und ich weiß grad nichts mit mir anzufangen.
Ich habe Sertralin vor Jahren schonmal genommen und es hat gut geholfen. Aber der Weg zur finalen Dosis war steinig. Ich erinnere mich, dass ich teils tagelang in meine Bettdecke eingewickelt vor dem PC saß und mir eine 360° Geo-Reportage nach der anderen reingezogen hab weil nichts anderes mehr ging. Werd ich vermutlich jetzt genauso machen.

Von daher ist es doch gut, dass ich bis Anfang Dezember nicht arbeiten muss. In dem Zustand würde ich wahrscheinlich jeden nur etwas schwierigen Kunden zusammenfalten oder so.

Naja, mal schauen wie es weitergeht.

11.11.2020 13:40 • #19


questinchen
HÖR AUF! Nicht Du...bist schuld, sondern Deine ehemaligen Umstände, so wie bei mir! Du bist mit Sicherheit ein toller Mensch...Dein Gewicht...mal ehrlich, spielt das i-eine Rolle? Meine Mutter war Alki....sie war gefühlskalt und mir gegenüber völlig resonanzlos, es sei denn, sie konnte mich runterrotzen....mein Problem war mein Bruder, den ich verrückterweise liebte....er missbrauchte mich schon sehr früh, ich war 3 oder 4...und das tat er immer wieder bis ich 12 war...Rache? Falsch...er starb vor ein paar Jahren...das Karma klopfte auf seine Schultern. Fühl Du dich bitte nicht schuldig...ich denke, ohne dich zu kennen, dass du ein toller Mensch bist...dem böses geschah, so wie mir! Dein Gewicht, Dein Selbsthass...mal ehrlich...willst du i-wann mal DEIN LEBEN leben? Ich würde Dir gerne helfen....ich finde mich in Deinem Text wieder....schreibe, wenn ich was für Dich tun kann...! Umarme Dich mal..unbekannter Weise

15.11.2020 01:05 • x 1 #20


buddl1
wenn man krank ist,
bedarf es kein schlechtes Gewissen.
suche nicht nach Dingen die du nicht erklären brauchst.
setze und gebe dir und den fragenden ein Ziel,
das man nicht weiter fragen muss und nun...
erst mal auf den eigenen Körper hören,
es wird sicher länger dauern, als nur bis zum 4......
wichtig bist nur du, damit du wieder teil nehmen kannst,
leben zu können.
buddl1,

02.12.2020 21:41 • #21


chaotine
Hallo Ihr Lieben
ich melde mich mal wieder. Mittlerweile sind so einige Monate ins Land gegangen und seit Januar arbeite ich wieder. Sowohl Kollegen, Arbeitgeber und Auftraggeber (ich arbeite im Callcenter) haben sich wirklich sehr über meine Rückkehr gefreut und mir viel Hilfestellungen beim Neuanfang gegeben. Und ich habs ganz gut hinbekommen und das in einer stressigen Zeit. Das Frühjahr ist die arbeitsintensivste Zeit bei dem Auftraggeber für den wir telefonieren.
Durch das Sertralin wurden meine ständig vorhandenen Ängste ganz gut gelöst. Allerdings kommen sie immer wieder zum Vorschein und ich habe leider auch noch weiter zugenommen. Die 200 kg-Marke dürfte ich geknackt haben

Das ist dann mein nächstes Projekt.

Jetzt habe ich allerdings recht kurzfristig eine alte (18 Jahre) Katze aufgenommen aus meinem Umfeld. Die arme alte Socke ist zunehmend dement und kam mit dem Trubel eines 2-jährigen Kindes im Haushalt nicht mehr zurecht. Die Samtpfote ist sehr süß, verschmust, aber ist schon recht taub und hat leider halt die typischen Demenzprobleme: sie schreit viel. Wenn sie aufwacht, vor dem Klogang, wenn sie besonders nachts kurz die Orientierung verliert. All das war mir bekannt und die Katze selbst kenne ich seit 16 Jahren. Und plötzlich wo ich sie jetzt seit ein paar Tagen hier habe triggert das irgendwie meine Ängste. Momentan weiß ich grad nicht weiter. Ich möchte ihr Zeit geben hier in Ruhe anzukommen, möchte auch nicht, dass sie ins Tierheim kommt oder so, aber grad hab ich eine innere Anspannung die ist nicht von schlechten Eltern. Ich habe eine riesige Angst wieder in die Angst zurückzufallen...

Ich weiß einfach nicht mehr weiter. Ich hatte vor mich zu bewerben aber da kommt auch wieder Angst hervor. Ich bin sehr eingeschränkt in der Bewegung und hab eh chronische Erkrankungen. Die erste Impfung habe ich, die zweite kommt in ein paar Wochen. Danach könnte ich eigentlich loslegen. Zumal mein Projekt eingestellt wird und ich dann innerhalb der Firma in ein anderes komme. Ein guter Augenblick, aber ich habe wieder Angst, bzw bin so in meiner Komfortzone und so zurückgezogen und eingeigelt, dass ich teils nur noch alle zwei Wochen zum Einkaufen aus dem Haus gehe.
Manchmal überlege ich, ob ein Klinik- oder Rehaaufenthalt das Richtige für mich ist. Einfach um mich hier aus meiner Höhle zu reißen.

Ich hoffe ich hab euch jetzt nicht mit einer Textwand erschlagen. Aber grad geht es mir einfach....irgendwie komisch. Die Grenze zwischen Alltag schaffen und überfordert ist noch unglaublich dünn bei mir...

26.04.2021 20:45 • x 2 #22


chaotine
Oh man, ich überlege mittlerweile die Katze wieder an ihre Vorbesitzer zu geben. Mich triggert die Verantwortung für ein anderes Lebewesen derart, dass ich hochgradig nervös mit einer riesen Anspannung im Bauch hier sitze und in dem Zustand auch noch homeoffice im Callcenter ertragen muss!
Ich hatte früher immer Haustiere, die teils auch in der Haltung wesentlich schwerer waren und das ging alles. Aber mittlerweile scheine ich da grad mal genug Kraft für mich zu haben und nicht noch für eine alte demente Samtpfote. Allerdings wird mich diese Aktion vermutlich die sehr lange Freundschaft zu den Vorbesitzern kosten. Hat da wer einen Rat für mich?

27.04.2021 10:26 • #23


chaotine
Ich hab die Katze gestern dann an ihre vorherigen Halter zurückgebracht, beide hatten durchaus Verständnis. Und ich bin diese Woche erstmal krankgeschrieben und habe morgen einen Termin bei meiner Psychiaterin.

Und jetzt sitz ich hier und hasse mich selbst. Ich hab mal wieder versagt, komme auch nicht aus dem verhassten Job raus weil ich mich nicht an Bewerbungen traue, bin unglaublich fett geworden, gehe kaum noch raus weil mich das draußen stresst, bin frustriert, angespannt, nervös und habe keinen Appetit und das ist bei einem solchen Fettwanst wie mir schon ein ganz schlechtes Zeichen. Ich weiß echt nicht mehr weiter....

28.04.2021 12:09 • #24


EmptyLife
Hallo, ich bin grade zufällig auf deinen Thread gestoßen und schockiert, wie sehr die Worte vom Anfang aus meinem Kopf stammen könnten. Meine Erfahrungen in der Kindheit mögen sicher ganz anders gewesen sein, aber dafür nicht weniger grausam. Ich lebe auch schon lange mit massivem Selbsthass, fühle mich ständig wertlos, hässlich, nutzlos und würde am liebsten einfach nur von der Bildfläche verschwinden. Ich habe mich aber so sehr an diesen Zustand gewöhnt, dass ich ihn einfach irgendwie toleriere(oder es versuche?). Ich versuche auch seit ungefähr einem Jahr eine gewisse Akzeptanz der verschiedenen und paradoxen Seiten an mir zu erlangen, was gar nicht so einfach ist, wenn mir die Gesellschaft ständig nur vermittelt, dass ich nicht denken, fühlen und reden darf, wie ich es tue und mich ändern muss. An mir zu arbeiten habe ich aufgegeben, nachdem ich erkannt habe, was für ein mieses Spiel in der Welt eigentlich läuft. Ich habe für nichts mehr Kraft, Wille und Motivation. Ich denke aktuell nicht mehr an die Zukunft, sondern lebe von Tag zu Tag und mache es so gut es geht bequem für mich.
Wenn du dich austauschen magst, schreib mir gerne.

28.04.2021 12:34 • x 1 #25


chaotine
Hallo EmptyLife,

ja diese Gedanken kenne ich. Wenn ich einigermaßen stabil bin kann ich diese Gedanken ausblenden und in den Hintergrund drängen. Aber im Moment geht das nicht mehr. Deswegen hab ich mich entschieden weitere Schritte einzuleiten. Denn so komm ich auf keinen grünen Zweig und ich möchte den Kampf gegen diese Problematik noch nicht aufgeben.

Ich hatte heute einen Termin bei meiner Ärztin und meiner Therapeutin und dabei haben wir beschlossen, dass es am besten ist wenn ich mir einen Platz in der stationären Psychotherapie besorge und über eine Art berufliche Reha wieder versuche in meinen Ursprungsberuf zu kommen. Die Arbeit im Callcenter macht mich kaputt, das wird nichts mehr. Und eigentlich bin ich Rechtsanwaltsfachangestellte.

Aber momentan bin ich in dem Zustand nichts arbeitsfähig, krankgeschrieben und werd auch versuchen einen Platz in der Arbeitstherapie zu bekommen. Ist zum Glück alles auf demselben Gelände.

Aber das war schon ein harter Brocken. Irgendwie war es mich schon klar, aber dass dann nochmal von anderen zu hören ist noch ne ganz andere Hausnummer. Ich hab natürlich Angst vor dem was kommt. Ich möchte grundsätzlich weiter arbeiten und finanziell auf eigenen Beinen stehen, aber halt nicht mehr im Callcenter sondern in einem Beruf, in dem ich nicht jeden Morgen das kalte Kotzen kriege wenn ich an die Arbeit denke...

Jetzt muss ich mich erstmal sortieren, dass ist ne Entwicklung die ich befürchtet habe. Aber ich gebe nicht auf, ich will noch weiterkommen. Ich bin grad mal 40 und hab noch so einige Arbeitsjahre vor mir. Nur halt in einem ruhigeren Beruf der besser bezahlt ist. Denn schlechter bezahlt werden als jetzt kann ich nicht, das war Mindestlohn.

29.04.2021 15:15 • #26


chaotine
Wollte nur kurz ein Update geben: Ich habe irre schnell ab Mittwoch einen Platz auf einer Psychotherapiestation erhalten. Ich bin grad sehr nervös und hab mal wieder Schiss. Aber es geht nicht anders, ich trete so auf der Stelle und brauche professionelle Hilfe die über einen Termin alle 3-4 Wochen hinausgeht. Und da ich zum einigeln neige, muss ich auch aus meiner Höhle (sprich Wohnung) raus was mich auch mal (hoffentlich) aufrüttelt.
Hier zu hause kann ich mich nämlich schön abschotten, am PC daddeln und die Welt da draußen und meine Probleme mit ihr ganz bequem verdrängen. In einer Klinik wird das nicht klappen.

Aber ich bin aufgeregt und etwas überfahren. Ich hatte Freitag erst mein auch schön sehr kurzfristiges Vorgespräch und man hatte eine Aufnahme frühestens in 2-3 Wochen in Aussicht gestellt. Naja, besser so. So kann ich wenigstens nicht wochenlang Angst aufbauen...

10.05.2021 18:35 • #27


A


Hallo chaotine,

x 4#13


whynot66
Hallo,
Genau durch Hass ensteht ja Selbsterschöpfung eine Spirale.

21.09.2021 12:01 • #28

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