@Holger76 Ist eine Umschulung oder eine Ausbildung zwingend notwendig für Dich? Ich kann da zwar nur für mich sprechen, aber ich habe in meinem Leben ja nicht nur eine Tätigkeit ausgeführt und „kann“ eigentlich schon viele Dinge, die man auch in Richtung einer Berufstätigkeit entwickeln könnte. Das können ja auch Kenntnisse aus einem Hobby sein, was aber bei mir nicht reichen würde. Nur generell bin ich ja mehr, als ein Beruf, den ich egal wie lange, ausgeübt habe. Zwar ist auch meine Entscheidungsfindung durch die Depression oft stark eingeschränkt, dennoch weiß ich ja schon, was ich kann oder mal konnte und ob sich da anknüpfen lässt. Deswegen habe ich ja auch eine LTA beantragt, aber nur deshalb, weil meine Versuche von selbst wieder in Arbeit zu kommen, bislang nicht mehr so fruchteten, wie sie es früher mal taten.
Mir ist halt klar, dass es auch an meinem Alter liegt, das mich eher uninteressant für Arbeitgeber macht, das mich aber eine Qualifikation, die ich mit einer entsprechenden LTA oder eine Bezuschussung für einen potenziellen AG während einer Einarbeitung eventuell doch interessant machen könnte. LTA bietet ja unterschiedliche Möglichkeiten, nur wie gesagt, eine grobe Richtung brauchts halt schon, wo die Reise hingehen soll. Denn darauf zu hoffen, andere würden einem schon den Weg weisen, kann man sich diesbezüglich abschminken. Und selbst wenn es so wäre, ist es ja noch lange nicht so, dass mir dieser Weg gefallen würde.
Leider ist es nunmal so, dass da auch immer Druck dahinter ist und gerade Institutionen manchmal wenig Rücksicht nehmen, wenn sie jemandem etwas „zumuten“. Im Grunde gehts da immer ums Geld und nicht um die Person und das muss einem schon klar sein. Im Laufe der Zeit und im Umgang mit den unterschiedlichen Institutionen habe ich aber etwas gelernt. Druck beeindruckt mich nicht mehr so sehr, dass ich zusammenbreche, wenn ich mir Gedanken mache, wie ich meine Alternativen, die ich sehe, so vorbringen kann, dass ich den Druck wieder zurück geben kann. Das ist nicht einfach, aber auch nicht unmöglich und im Zweifelsfall suche ich mir entsprechende Hilfe, was auch nicht immer einfach ist.
Ich hoffe Du findest einen guten Umgang mit Druck und der erste Schritt kann sein, Dich nicht zusätzlich selbst zu sehr unter Druck zu setzen. Was Du aber machen kannst, ganz ohne Druck ist, Dir überall Informationen zu holen, die Dir helfen können, Deine Ziele zu konkretisieren und wie Du sie dann auch bestenfalls erreichen kannst. Ich weiß wie nervig es ist, wenn man auf Entscheidungen anderer warten muss. Das stresst oft zusätzlich. Aber diese Zeit nutze ich, um mich zu wappnen, damit ich bei einer negativen Entscheidung, die ja immer möglich ist, eben nicht in dann noch größeren Stress zu kommen, der mich schlechtesten Falls handlungsunfähig machen könnte.
VG Dys
18.02.2023 14:22 •
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