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Erstes Einzelgespräch war bitter!

Pessimist
@Ziva Ich werde mich bemühen! Aber das scheint mir verdammt schwer zu fallen! Ich denke mal, dass die am Ende einfach nur einen Erfolg bei mir sehen wollen, egal wie!
Vielleicht wollen die somit den eigenen Ruf positiv untermalen!? Und dann geht es da ja auch noch um irgendwelche Gelder oder so vermute ich mal.
Ob der Patient letztendlich wirklich im Mittelpunkt steht, ich weiß es nicht. Ich habe sehr viel Böses im Leben erlebt, deshalb kommen in mir automatisch solche Gedanken auf. Ich war Zeit meines Lebens immer ausgesprochen naiv und gutgläubig, genau das hat mir vor 2 Jahren auf menschenverachtende Weise meinen Job gekostet.
Und überhaupt bin ich seit dem ziemlich skeptisch geworden! Die Zeiten haben sich sehr zum Negativen entwickelt, und sicherlich macht sich dies auch in Kliniken und im Gesundheitswesen bemerkbar.

19.02.2022 11:54 • x 1 #16


aurora333
@Pessimist, wenn ich Deine Zeilen lese, habe ich den Eindruck dass Du bei Dir schon spürst, dass Dir die Behandlungen in der TG alles andere als gut tun ( man sollte auf gar keinen Fall Angst vor dem Therapeuten, einer Sitzung) haben und das hattest Du bis jetzt nicht nur ein Mal.
Ich ermuntere Dich dazu, Deine Gefühle / Dich ernst zu nehmen und Dich zu getrauen die notwendigen Konsequenzen zu ziehen. Seit Du in der TG bist, habe ich den Eindruck bekommen, dass Du viel Ballast mit dir schleppst..

19.02.2022 11:59 • x 4 #17


A


Hallo Pessimist,

Erstes Einzelgespräch war bitter!

x 3#3


Pessimist
@aurora333 Damit liegst Du genau richtig! Und ich habe in der Tat irgendwie Angst vor den Therapeuten! Das ist ganz gewiss nicht gut!
Natürlich habe ich auch schon darüber nachgedacht, die TK abzubrechen, aber das dürfte wohl negative Konsequenzen und Ärger mit der Krankenkasse nach sich ziehen!? Ich weiß ja nicht, wie das in der Schweiz ist...

19.02.2022 12:03 • #18


Pessimist
Gerade habe ich meinem richtigen Therapeuten eine SMS geschrieben. Er meinte ja neulich, ich könne bei Bedarf mal mit ihm kurz telefonieren!

19.02.2022 12:15 • x 5 #19


buddl1
... zunächst sei dir erst mal sicher,
die brauchen dich nicht für ihren Erfolg,
du bist nur Einer von vielen in einer Summer ihrer unbekannten Größen.
aber, und damit schließe ich mich @aurora333 an,
Mit Angst zu einer Thera zu gehen, wird nicht zum Erfolg oder Entspannung führen.
und richtig ist, so denke ich auch man wird dich nicht in kurzer Zeit dazu bringen dich zu einem anderen Menschen machen.
ehr, wenn du jetzt schon über ein abrechen nachdenkst, du weiter in dein gefühltes Schneckenhaus zurückziehst und
niemanden erkennen kannst, der auch nur einen Versuch wagt, dir helfen zu wollen.
und dazu muss derjenige auch nicht unbedingt bezahlt werden...

es wird sicher schwer, aber vielleicht versuchst du gleich beim Anfang eben deine Bedenken anzusprechen, egal was geplant war, du musst ihnen zeigen, wie sehr es dich angreift, dich verletzt und letztlich Angst haben lässt....

allerdings....
... wenn es doch erstmalig eine andere Art der Herangehensweise ist.
wenn aus dem Ergebnis, was bisher versucht wurde, diese Form nur übrigblieb?
es der Versuch ist, sich den realen Auseinandersetzungen zu stellen,
für ein neues, befreites Leben?
sind dir diese Gedanken neben all den anderen Zweifeln mal gekommen?
ich möchte auch das nochmals mit einem Sinnbild vergleichen.
wie lernte ich schwimmen?
nun alle Kinder standen am Beckenrand, einer nach dem anderen musste (!) ins Becken springen (ein Nein gab es nicht) und die vorgehaltene Stange ergreifen, dazu musste man sich bewegen, darauf zu, irgendwie...
und wer nicht sprang, der wurde von seinem Hintermann leicht geschubst und noch bevor man sich darüber beschweren oder weinen konnte, war man damit beschäftigt die rettende Stange zu ergreifen.
Natürlich erreichte man die so nicht einfach, dort wo eine Art von Überwasserhalten erkennbar war, entfernte sich die Stange immer wieder, bis man den Beckenrand -selbst- erreicht hatte...
oft musste ich dennoch auch die Stange ergreifen, weil man erkannte, dass es bei mir noch dauern würde,
das mit dem Schwimmen...
aber,
es ist keiner, wirklich keiner im Beisein der Schwimmlehrer ertrunken oder ernsthaft verletzt worden (außer im eigenen Stolz), nur dort wo keine hilfreicheren Lehrer oder eben Therapeut nicht führte, gab es ein Ertrinken, ein Versagen
und ein ewiges Zweifeln an sich selbst...
buddl1,

20.02.2022 10:00 • x 3 #20


Pessimist
@buddl1 In der Tat, ich habe mir auch schon einige male so meine Gedanken dazu gemacht.
Die wissen ja, dass ich nun in der 3. Gesprächstherapie bin. Das ruht zur Zeit allerdings bis voraussichtlich Ende April. Und scheinbar hat das bisher nicht so gefruchtet wie gewünscht.

Ja, und jetzt fahren die scheinbar andere Geschütze auf!? Zumindest kommt es mir so vor. Aber damit komme ich gar nicht klar... hatte ja diesbezüglich schon einiges hier geschrieben.

Am Freitag habe ich auch bei meiner Bezugstherapeutin meine Sorgen und Ängste angemeldet. Sie sagte, sie wollen versuchen das Ruder herumzureißen. Ob das aber jetzt mal eben so auf die Schnelle geht ? Es ist auch eine Tatsache das ich Konflikten möglichst aus dem Weg gehe und solche erst gar nicht aushalte!

Dennoch, einen Tag nach dem Einzel habe ich ja bereits schon beim Psychologen mein Ängste angesprochen. Ich hatte auch gesagt, dass ich Bedenken habe, dass ich aus der Klinik fliegen würde, werde ich mich tatsächlich zur Wehr setzte.
Darauf sagte das Therapeut, dass das definitiv nicht passieren wird!

Für mich heißt es also, den Mund aufmachen. Das Problem ist hier nur, dass ich mich nun etwas abgesichert habe und das diese Gespräche in einem geschütztem Umfeld stattfinden werden. Das hatte ich auch schon angesprochen. Also brauche ich im gesamten Klinikumfeld keine Angst zu haben. Aber was ist wenn ich solch ein Gespräch mal wieder im realen Leben habe ? Dort weht nämlich bekanntlich ein anderer Wind und diese Gespräche wären quasi echt, wo ich mich dann durchsetzten müsste.
So etwas habe ich in meinen fast 60 Lebensjahr nie gelernt! Jetzt habe ich den Salat!

Und wenn wir in der Klinik solche Gespräche führen habe ich automatisch im Hinterkopf das ich schließlich in einer Klinik bin und dass das so gesehen mehr oder weniger NUR gespielt ist, wenn ich das mal so formulieren darf.

Mein richtiger Therapeut hat mir schon vor längerer Zeit gesagt, dass kann bei mir einige Jahre dauern. Sogar der leitende Oberarzt der Klinik hat es so etwa formuliert. Man will versuchen, mir zumindest einen kleinen Teil der Ängste zu nehmen. Und vor allen Dingen will man mir auch beibringen wie man mit solchen Ängsten umgeht.

Das Beispiel mit dem Schwimmen lernen ist ein absolut hervorragendes Beispiel! Ein sehr sehr schöner Vergleich!

Habe halt nur Angst, dass die da jetzt mit Gewalt herangehen könnten und würden! Das ist das! Aber beim nächsten Einzelgespräch werde ich genau diese Ängste und Bedenken ansprechen. Bin jetzt schon gespannt wie er darauf reagiert!

20.02.2022 11:07 • x 3 #21


buddl1
.. siehst du, so ist etwas Angst in doch anzunehmende positive Spannung gewandelt.
und ja, es wird darauf hinauslaufen, sich im Alltag ohne den Anker (Klinik-Therapeut)
zurecht finden zu können oder müssen (was all die anderen ja auch können).
wäre das nicht ein schönes Ziel?
sicher du steckst schon lang in deiner Schleife und immer gab es eine geschützte Rückfallebene.
die wird auch bleiben, nur nicht eben so nah.ist gut oder schlecht,
es kommt darauf an, was du- nur du- daraus machst.
ja sicher, Fehler, Rückschläge wird es immer wieder geben, das ist auch bei mir so, aber
daraus zu lernen, neu zu beginnen, sich nicht aufgeben, das gilt es zu erlernen, nicht das Streiten und Kämpfen zu verhindern, sondern für sich einzustehen.
diesen Mut zu finden, diesen Ergeiz für sich,das im Zweil alle anderen mal einen können...
weil man besser ist, selbst mir der Gewissheit nicht alles richtig gemacht zu haben, auch dazu mass man stehen und leben. dann ja, dann ist man angekommen
bei sich,bei seiner eigenen egoistischen Betrachtung,
weil man es kann und darf!
buddl1,

20.02.2022 11:24 • x 3 #22


Pessimist
Nun gut, aber das ist ja noch nicht alles! Ich leide zeitweise unter Schlafstörungen, bin sehr viel am Grübeln, habe ständig Erschöpfungszustände und bin sehr antriebslos. Das schon seit Jahren!

Zudem bin ich seit 2 Jahren ohne Job, habe also noch Zukunfts- und Existenzängste und weiß ich nicht alles. Das sind halt so die Klassiker.

Wüsste ich, dass ich in naher Zukunft einen einigermaßen akzeptablen Job finden und bekommen würde, dann würde auch das sicherlich schon etwas anders aussehen aus mir. Ich werde 60 und da soll das wohl gar nicht mehr so einfach sein einen Job zu finden!

Der einzige Wermutstropfen ist, dass mir die DRV eine Unterstützung im Zuge von einer LTA in Aussicht stellt, erstmal bis April 2023. Dazu müsste ich aber erst einmal einen AG finden, der das auch mitmacht und sich an die damit verbundenen Bedingungen hält! Scheinbar auch nicht so einfach, zumal der Arbeitsmarkt wegen Corona und der hohen Inflation teils in Schwierigkeiten steckt!

20.02.2022 13:19 • x 1 #23


Ziva
Hey Pessimist,

Ich lese in deinen Beiträgen auch so viel Angst und so viele Fragen und auch Zukunftsängste. Ich verstehe das sehr gut.

Versuch alles Schritt für Schritt anzugehen. Ich sehe dich auf einer Straße stehen und vor dir ist ein riesen Berg, den es irgendwie zu erklimmen gilt. Ganz oben am Gipfel steht wohl der Wunsch nach einem Job, LTA etc. aber eben auch ganz oben. Fang mit kleinen Schritten an. Das hast du übrigens schon getan - du hast den Fachleuten in der Klinik Paroli geboten, aber eben auch von deinen Ängsten und Sorgen erzählt. Was gut ist, nur so können sie mit dir zusammen den Weg gehen.

Ich musste in meiner Klinikzeit lernen, dass ich nicht als anderer Mensch entlassen werde. Ich hatte auch lange den Druck in mir, dass ich gesund entlassen werden muss. Dass das Leben für mich nur gut weitergehen kann, wenn ich ein komplett anderer Mensch werde.

Dem ist aber nicht so. Und es war hart das einzusehen. Berge habe ich stetig vor mir. Aber wenn ich es heute nur bis zum ersten Ausblick schaffe, anstatt bis zum zweiten, dritten, vierten Stopp oder bis nach ganz oben, dann ist das oke. Es ist auch oke, wenn ich gar nichts schaffe.

Ich schreib auch wieder nur komisches Zeugs hier. Eigentlich möchte ich dir nur irgendwie vermitteln, dass kleine Schritte zählen und du so Stück für Stück an dein Ziel kommen kannst. Aber das es vielleicht auch eine Überlegung wert ist, hochgesteckte Ziele dort oben zu lassen und sich mit den kleinen Dingen zu befassen, die es erst möglich machen, das Hochgesteckte zu erreichen.

Mir hat es geholfen, meine großen Ziele auszublenden. Mich zu sehen, zu fühlen, für mich gut zu sorgen.
Ich bin arbeitsunfähig entlassen worden, aber ich war deshalb nicht enttäuscht von mir. Meine Mutter war es, tja. What ever.. Mein Weg geht weiter und ich werde es vielleicht irgendwann noch schaffen, meine Ziele zu erreichen. Aber in erster Linie habe ich mich endlich um mich selbst gekümmert und bin für mich eingestanden.

Die Therapeuten in der Klinik sagen dir ja schon, dass sie dir zumindest einen kleinen Teil deiner Ängste nehmen wollen. Das klingt doch nach was (:

Lass dich darauf ein und hör aber trotzdem auf dich und deine Gefühle und sprich immer an, wenn es dir mit etwas nicht gut geht.

Fühl dich umarmt*
Ziva*

20.02.2022 14:31 • x 5 #24


Pessimist
Heute hatte ich mal wieder dieses Einzelgespräch wie vor 2 Wochen. Und heute war es viel viel angenehmer!

23.02.2022 19:32 • x 6 #25


Ziva
Zitat von Pessimist:
Heute hatte ich mal wieder dieses Einzelgespräch wie vor 2 Wochen. Und heute war es viel viel angenehmer!

Das freut mich so so sehr für dich Pessimist!

23.02.2022 21:30 • x 1 #26


X
Magst du davon erzählen, @Pessimist ?

Neulich habe ich übrigens darüber nachgedacht, was ein Pessimist eigentlich ist. Schon klar, Glas halb voll? Glas halb leer? Aber was steckt dahinter? Wissen, Ängste, Verleugnung, Blindheit, Krankheit, Klarheit? Ist es ein Wollen? Oder ein Nicht-anders-Können? Eine bewusste Entscheidung? Oder ein Gefangen-Sein? Ich glaube, früher war ich auch Pessimistin, heute würde ich mich als optimistische Realistin einschätzen.

24.02.2022 23:38 • x 2 #27


Pessimist
@Lischen Das dürfte doch eigentlich klar sein was ein Pessimist ist. Pessimisten sind auch oft Nihilisten! Das hat auch nichts mit Ängsten zu tun, es ist lediglich die Sicht der Dinge. Ich schaue mal ob ich Dir da was als PN schicken kann... das habe ich hier bei einigen anderen auch schon gemacht.

Viele verwechseln auch gerne Pessimismus mit Realismus! Arthur Schopenhauer ha einmal gesagt, dass es diese Welt eigentlich gar nicht geben dürfte/sollte! Und wenn man sich diese Welt mal etwas genauer anschaut merkt man schnell, dass er damit gar nicht so falsch lag. Überall von Menschen gemachtes Leid und Elend... das müsste eigentlich gar nicht sein, wenn die Menschen moralische Werte nicht so mit Füßen treten würden! Ein sehr sehr umfangreiches Thema!

25.02.2022 20:15 • x 1 #28


X
Ich denke oft darüber nach, warum die einen Menschen Pessimisten sind. Und die anderen Optimisten. Mir ist das nicht klar.

26.02.2022 00:33 • x 1 #29


A


Hallo Pessimist,

x 4#15


Pessimist
@Lischen Ich würde mal sagen das in Pessimist, für mich auch in Realist, die Welt mit klareren Augen sieht. Allerdings zahlt aber ein Pessimist dafür auch einen höheren Preis und neigt sicherlich eher zu Depressionen!
Solche Menschen lassen sich nicht so einfach Honig ums Maul schmieren und lässt sich diese angeblich so schöne und lustige Welt vorgaukeln.

Ein Optimist kommt dagegen besser durchs Leben, neigt m.A. nach aber weniger dazu nachzudenken und Dinge kritisch zu hinterfragen. Scheinbar hat ein Optimist im Leben auch fast immer nur gute Erfahrungen gemacht und muss weniger kämpfen.
Klar, wenn jemand gut und einfacher durchs Leben kommt, oft Erfolge zu verzeichnen hat, weshalb sollte dieser dann auch ein Pessimist sein ? Bi solchen liegt einfach keine Grund vor und sie können besser genießen.

Eine Theorie von mir... zumindest im Ansatz...

Da fällt mir gerade noch ein: Sigmund Freud hat seiner Enkelin Eva einmal gesagt Nein, ich bin kein Pessimist, ich bin ein Realist Sigmund Freud war gewiss auch kein Optimist, dafür aber hochintelligent!

26.02.2022 10:17 • x 2 #30

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