45

Gedanken über die Zukunft vom Kind

Alexandra2
Liebe Dreamcatcher,
Dein Thema ist und bleibt Dein Thema, und es hat nichts mit Dir zu tun, wenn ich Dich nicht mehr erwähnt bzw angesprochen habe.
Das Thema Erziehung und fiese Jahre geht mir sehr nahe. Das was ich wollte, erfüllte sich alles nicht. Das ist so ganz anders, als Deine Erfahrungen. Ihr habt Euch für alle Fälle vorbereitet und abgesichert. Das entspannt wohl die ganze Familie. Und ich wünsche Eurem Jungen, daß er die Prüfungen gut bewältigt.
Irgendwann müssen Kinder ihren Weg gehen. Doch was macht man, wenn das Kind beratungsresistent ist? Wenn Lehrer aufgeben, wenn das Kind keinen Fördertriggerpunkt hat (Armut, Migration etc), der in das Schulsystem passt? Wenn Ärzte keine Therapie machen? Wenn ich als Mutter Sorgen um die Bildung und den Lebensweg habe? Alleinerziehend= Alleingelassen
Ich habe in vielen Gesprächen versucht, die Erkrankung zu erklären, und gelernt, drei Lehrer haben es nicht verstanden und wollten es nicht verstehen. Beim ADHS habe ich auf eine Fortbildung bestanden, etwas mit dem die Lehrer sich eigtl naturgemäß von selbst auseinandersetzen müssen. Danach haben sie immer noch falsch gehandelt.
Ich habe zwei Jahre gebraucht, bis mein Sohn selbst um minimale Hilfe bat. Die wurde oft abgelehnt. Es war einfach nur schrecklich, ich war völlig verzweifelt. Das zermürbte mich. Für eine andere Schule war mein Sohn lange nicht stabil genug. Und es war auch die einzige Ganztagsschule.
Euer Sohn konnte lernen, während meiner keine Aufmerksamkeit, keine Konzentration aufbrachte und reizüberflutet den Unterricht störte.
Ich freue mich für jedes Kind, das lernen kann und auch Freude und Erfolg daran hat. Und es erinnert mich daran, daß mein Sohn das nicht konnte. Das tut immer wieder weh und deshalb ist das Loslassen die einzige Möglichkeit, nicht wahnsinnig zu werden.
Und das Loslassen braucht ja auch Übung, sich beobachten und stoppen, wenn wieder der Kontrollzwerg in mir tobt.
Wie machst Du das Loslassen? Fragst Du weniger oder gar nicht?
Ich sage nur noch Hallo, frage nicht wie der Tag war und fast täglich gehe ich schweigend zu ihm, setze mich und warte ab. Das ist alles an Familienleben. Und ich finde das ganz und gar nicht schön.
Liebe Grüße Alexandra

19.05.2019 14:55 • x 2 #16


Liselotte
Liebe Alexandra,
ich sitze hier im Krankenhaus. Um mich Menschen, die hier die letzte Station erreicht haben. Bin hier und fuehle so viel Leid. Aber ich kann das Alleinsein nicht mehr ertragen. Wo kann es nir hingehen. Du schreibst immer so viel von Verstehen, Hinterfragen, Verarbeiten. Ich habe es so lange versucht.ohne Resultat.

19.05.2019 15:15 • #17


A


Hallo Dreamcatcher,

Gedanken über die Zukunft vom Kind

x 3#3


A
Liebe Dreamcatcher,

ich bin traurig, dass Du Dich abgemeldet hast.
Hoffentlich liest Du das hier und überlegst es Dir nochmal?

Liebe Grüße von Annaleen

19.05.2019 15:55 • x 1 #18


Alexandra2
Liebe Dreamcatcher,
Was ist passiert, habe ich etwas falsch gemacht?
Liebe Grüße Alexandra

Liebe Martina,
Das ist ganz schrecklich, das Leid der anderen musst Du ausklammern. Erst bist Du am Wichtigsten, dann nochmal Du. Da musst Du an Dich denken.
Mitgefühl ist gut, muss man sich leisten können. Mitleid tut Dir nicht gut und hilft niemandem.
Wie macht man das? Kopfhörer aufsetzen und Augen zu und durch, sagt eine Freundin, wie sie das Leid der anderen in der Chemotherapie ausblenden musste, um ihre Energie für sich zu haben. Ich weiß nicht, ob ich das könnte, aber versuchen würde ich es.
Das Alleinsein lässt sich vielleicht lösen? Indem Du erstmal rausgehst, zu einer Freundin 1-2 Wochen? Untervermietung geht wohl nicht.
Ich denke, die Stabilisierung ist sehr wichtig.

Verstehen, hinterfragen und verarbeiten sind nicht Dein Weg? Was ist die Alternative? Nur wenn ich die Zusammenhänge kenne, kann ich an mir arbeiten. Ich brauche das, um Gefühle zuordnen zu können. Allerdings nur mit den richtigen Antidepressiva, ohne kann ich nicht und nicht klar denken.
Kannst Du Alles so hinnehmen? Ohne zu durchleuchten? Wie machst Du das, ohne daß es an Dir nagt?
Ich umarme Dich!
Liebe Grüße Alexandra

19.05.2019 16:20 • x 1 #19


S
Hi Annaleen,
ich habe dir einmal eine PN auf meinen alten Dreamcatcher Account geschickt.
Hängt im Postausgang.
Meine neue PN geht auch nicht zu dir raus?
Ist dein Postfach zu voll?
Bin jetzt Sunshine45.

Liebe Grüße

19.05.2019 16:28 • #20


S
@alexandra,
Ich schreibe vielleicht noch irgendwann mal etwas dazu.
Ich hatte bereits hier geschrieben, dass mein Usprungsthread etwas untergeht, mehr nicht.
Werde erstmal mehr offline sein, da sehr viel Freizeit mit dem online sein drauf geht.
Nächste Woche habe ich da keinen Kopf mehr für.
Deswegen ziehe ich mich erstmal zurück;-)

Grüße sunshine45

19.05.2019 16:34 • #21


S
Man darf ja hier frei seine Meinung äußern.
Es war eben meine persönliche Wahrnehmung.
Dafür ist das Forum doch da?

Ich akzeptiere eure Meinung, falls ihr eine andere Meinung habt. Das ist alles ok
Ich musste das nur mal loswerden.
Natürlich gibt es immer noch dramatischere Geschichten als die meiner Familie und ich wünsche allen nur das Beste.

Vielleicht hat mich das hier auch etwas traurig gemacht.
Deswegen ist es besser für mich etwas Abstand zu haben

19.05.2019 18:08 • #22


Alexandra2
Jetzt habe ich ein Problem. Viele Menschen zogen sich von uns zurück, wenn sie vom Problemberg erfuhren. Das empfand ich immer als sehr schmerzhaft und versuchte das vor meinem Sohn zu verheimlichen. Die Einsamkeit und das Zurückweichen gruben sich in mein Herz, wie Stachel. Ich dachte, das verarbeitet zu haben. Und nun spüre ich, das ist noch nicht vorbei.

19.05.2019 20:08 • x 2 #23


S
Hallo Alexandra,
ich melde mich nach langer Zeit mal wieder. Nun habe ich mal wieder Luft und Energie.

Was Du da im Mai geschrieben hast, hat mich nachdenklich gemacht.

Ich hoffe, Du kannst mit diesem Stachel leben und umgehen. Das stelle ich mir auch schwierig vor.
Hast Du dir hierfür therapeutische Begleitung gesucht? Oder hast du eine gute Freundin, mit der Du darüber reden kannst?
Ist ja echt doof, wenn es für andere Leute abschreckend ist. Es nützt ja nichts, wenn man jemanden zum reden braucht. Irgendjemand sollte sich doch mal Zeit nehmen für solche persönlichen Dinge/Angelegenheiten.

Bei unserem Sohn läuft es gerade normal.
Er geht in Klasse 11 einer weiterführenden Schule. Ich bin einfach froh, dass er überhaupt zur Schule geht
Seit der 6. Klasse ist Schule einfach nicht so sein Ding
Das sind verschiedene Faktoren, warum er nicht so motiviert ist, aber so ist das als Teenager.
Irgendwie geht es immer weiter.

Herzliche Grüße und einen schönen Abend.

13.10.2019 21:38 • x 1 #24


S
Und das Loslassen braucht ja auch Übung, sich beobachten und stoppen, wenn wieder der Kontrollzwerg in mir tobt.
Wie machst Du das Loslassen? Fragst Du weniger oder gar nicht?
Ich sage nur noch Hallo, frage nicht wie der Tag war und fast täglich gehe ich schweigend zu ihm, setze mich und warte ab. Das ist alles an Familienleben. Und ich finde das ganz und gar nicht schön.


Liebe Alexandra,
loslassen, das ist ein Thema was mich von der Geburt unseres Sohnes an begleitet!
Es ist schwer. Meine eigene Therapie war, dass mein Mann und ich im September eine Woche ohne unseren Sohn ins Ausland in den Urlaub gefahren sind. Das erste Mal!
Das war komisch und ich hatte 2 schlaflose Nächte und Grübelattacken.
Es ist gut gegangen, unser Haus steht noch Es war ein Lernprozess. Ich versuche einfach zu vertrauen.
Innerlich kämpfe ich mit mir. Da ich sowieso eine Klammertante bin und sensibel bin, werde ich oft von anderen belächelt.

So ist es nunmal, ich habe noch meinen Partner mit dem ich meine Gefühle und die Verantwortung teilen kann.
Eine Garantie dafür, dass man ewig zusammen bleibt, gibt es nicht. Deswegen bin ich dankbar dafür.
Meine fast 80-jährige Mutter habe ich auch zu betreuen. Da habe ich momentan eine Zwischenlösung gefunden, bis der Pflegegrad 2 genehmigt wird

Ich ziehe meinen Hut vor Dir, da ich gelesen habe, dass du alleinerziehend bist
Da hast du natürlich auch nicht 100% Verantwortung sondern bestimmt gefühlt, 300% Verantwortung.
Ich habe einen alleinerziehenden Papa im Bekanntenkreis, wo ich oft die Probleme mitbekomme.
Er macht wirklich alles für seine Kinder und ich bewundere, wie er den Alltag meistert.
Dagegen sind meine Probleme Pipifax

Ich wünsche Dir und Deinem Sohn viel Kraft und positive Energie.

LG sunshine

13.10.2019 21:58 • x 2 #25


Alexandra2
Liebe Sunshine,
Ich lerne gerade zu vertrauen, Menschen überhaupt an mich emotional ranzulassen. Durch die Traumatisierung war ich immer abgeschnitten zur Welt, eine quasi automatisierte und ausgeblendete Panik. Nun lerne ich, daß es nicht schlimm ist mich zu öffnen. Und ich habe wundervolle Freunde, die sehr vorsichtig und liebevoll mit mir umgehen. Sie wissen auch, wie sehr ich krank bin, sind an allem interessiert und sie verlassen mich trotzdem nicht. Wir machen vorsichtig immer weiter, mit einer großen Portion Humor. Es ist einfach wunderbar, ich bin sehr dankbar.

Mein Sohn war ja immer krank, alles war sehr schwierig und deshalb habe ich ihm möglichst viel Freiraum gelassen und das bedeutete auch, möglichst wenig zu kontrollieren. Ich akzeptiere ihn, lasse ihn zufrieden und gehe auf ihn zu, wenn ich etwas möchte. Und das nehme ich mir raus, mit der Begründung, daß er manches wissen oder machen muss, weil das zur Erwachsenwelt gehört, wie bügeln, Knopf annähen etc. Oder wenn ich seine Hilfe brauche. Ansonsten gibt's nur Guten Tag und guten Weg
Ich quatsche ihm keinen Frosch mehr in die Tasche, weil er selbstständig werden will und muss. Da war schwer für mich, bedeutete tägliche Übung.
Gemeinsame Mahlzeiten gibt nur sehr selten, aber auch, weil er einen langen Arbeitstag hat.
Liebe Grüße Alexandra

13.10.2019 23:07 • x 1 #26


S
Hey Alexandra,

das freut mich für euch
Das sind doch Lichtblicke.

Super, dass dein Sohn die Ausbildung macht.
Freunde, die dich so akzeptieren wie du bist, sind wahre Schätze.

13.10.2019 23:14 • x 1 #27


A


Hallo Dreamcatcher,

x 4#13


Mandinka
Hallo Alexandra, Danke für deinen sehr ehrlichen Beitrag. Ich weiß, daß der Ursprungsbeitrag ein anderer war. Auch diesen fand ich sehr interessant. Aber das, was du beschreibst mit deinem Sohn und vor allem auch, wie es dir mit allem ergangen ist, hat in mir einiges wieder hochkommen lassen bzw. habe ich mich und die Probleme, die ich mit meinem Sohn (20) hatte und habe, etwas wieder erkannt. Ich kenne alle die Ängste, das Misstrauen, die Enttäuschungen und die Traurigkeit, aber auch das immer Weiterkämpfen ebenfalls zur Genüge. Fühle dich virtuell gedrückt. Ich hoffe, unsere Kinder finden ihren Weg.

15.10.2019 12:24 • x 3 #28

Pfeil rechts




Ähnliche Themen

Hits

Antworten

Letzter Beitrag