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Habe mein Leben satt - first world problems

L
das stimmt, zu velieren habe ich nix, nur dazu zu gewinnen.

14.06.2022 21:48 • x 1 #16


K
Google mal WWOOF

Da brauchste nichmal viel Geld und wirst dankbar für jedes Essen, jede Dusche, jeden Schlaf sein...würde ich selbst sofort machen, aber ich hab zuviel Titan im Körper für so harte Arbeit

14.06.2022 22:14 • x 1 #17


A


Hallo lostinspace,

Habe mein Leben satt - first world problems

x 3#3


G
Zitat von lostinspace:
Wie schaffen das andere Menschen, woher haben die ihre Energie? Ist es einfach nur pos. Denken?

Das ist auch ein Mysterium für mich - eins, das aufgeklärt werden will. Vielleicht denken sie einfach nur weniger Negatives, haben weniger Hemmungen und können generell mehr Kraft in sich bereitstellen, um Dinge zu unternehmen. In gewisser Weise bewundere ich sie in der Hinsicht.

Extraversion zeichnet sich bspw. dadurch aus, dass Menschen ihre körpereigenen psychischen Batterien durch das Handeln in sozialen Situationen auffüllen. Im Gegensatz dazu der Introvertierte, der dies durch kreative Prozesse im Alleinsein macht. Ich persönlich wäre gern extravertierter. Zwar sind das jeweils nur idealtypische Vorstellungen (jeder befindet sich anderswo auf einer gedachten Skala dieser beiden Pole), aber es zeigt auf, dass es Unterschiede zwischen uns Menschen gibt, die uns angeboren sind. Eine andere Fragestellung wäre natürlich noch, inwiefern das persönliche Entwicklungsumfeld ab Geburt dazu beiträgt, dass jemand eher intro- oder extravertiert wird - jemand Schlaues sagte dazu mal: Der Mensch ist das Ensemble seiner Umstände.

Psychoanalytisch ist vor allem das Konzept Unlust - Lust wichtig und hier denke ich, dass Menschen, die zur Depression neigen, eben häufiger Unlust verspüren als Lust. Diese Momente der Unlust können durch prägende Situationen erworben sein und nur schwer wieder abtrainiert werden. Prägung ist irreversibel.

Manche Schriftsteller munkeln ja, dass der Wille zur Anpassung neurotypischer Menschen größer ist. Das hat natürlich viele Implikationen, denn Anpassung ist immer nur so gut wie das, an das sich angepasst wird. Es kann sich an etwas angepasst werden, das ethisch gesehen völlig verwerflich ist, was die Frage aufwirft, ob Anpassung wirklich so gut ist oder doch manchmal nicht eher Ungehorsam/Widerstand gesund wäre. Soviel von mir dazu.

Zitat von lostinspace:
Es ist halt die Frage ob die überhaupt was bringen ob ich die wieder nehmen soll. war miene Dosis zu niedrig?

Kannst es ja nochmal ausprobieren. Was hast du denn damals genommen und wie hoch war die Dosis? Ich denke, bei schweren Depressionen (wenn man 3 Haupt- und min. 5 Nebensymptome erfüllt) können Medis helfen. Bei mittelschweren ist der Nutzen bereits fraglich, was ein Psychiater gesagt hat, der einen YT-Kanal hat.

15.06.2022 12:14 • #18


Pilsum
Zitat von lostinspace:
WIeso haben andere Menschen so viel Spaß bei so sinnlosen Dingen?

Eine sehr gute Frage. Eine wirkliche Antwort darauf finde ich nicht.

Zitat von lostinspace:
Aber trotzdem fühle ich mich mies. Muss man sich immer stimulieren um sich gut zu fühlen?

Ich glaube schon, dass man sein Leben gestalten sollte. Wie sonst kann sich Zufriedenheit einstellen?
Damit meine ich. Einige wesentliche Erwartungen, die Du an Dein Leben stellst, sollten sich zumindest
teilweise erfüllen. Sonst wird Dir etwas fehlen und Du fühlst Dich unglücklich.

Du kannst aber auch darüber nachdenken, ob Du Deine Erwartungen teilweise etwas verändern oder
herunterschrauben kannst.

16.06.2022 15:04 • x 1 #19


Jedi
Zitat von Pilsum:
Du kannst aber auch darüber nachdenken, ob Du Deine Erwartungen teilweise etwas verändern oder
herunterschrauben kannst.

Ich glaube zu verstehen, wie es @Pilsum gemeint hat.
Doch die kleine Schwester der Erwartung heißt - oftmals Enttäuschung !
Und villt. hilft es Dir, Deine Vorstellungen u. Wünsche teilweise einmal neu zu Überprüfen u, evtl. neu zu definieren.
Somit können sie besser an die Realität angepasst werden u. bleiben so auch erreichbarer.

- -

16.06.2022 15:36 • x 2 #20


Schlüsselkind
Zitat von Grothszes:
Das ist auch ein Mysterium für mich - eins, das aufgeklärt werden will. Vielleicht denken sie einfach nur weniger Negatives, haben weniger Hemmungen und können generell mehr Kraft in sich bereitstellen, um Dinge zu unternehmen. In gewisser Weise bewundere ich sie in der Hinsicht.


Ich vermute auch, das hat mit der persönlichen Widerstandskraft zu tun. Wie man erzogen wurde, wie die sozialen Umstände dabei waren und was man daraus erlernt oder sich auch leider falsch antrainieren musste (Bewältigungsstrategien z. B.), wie man sich dann daraus entwickelt, können dann eben zu mehr oder weniger Ressourcen im Erwachsenenalter führen, die einen dann die eigenen (Lebens-)Krisen bewältigen lassen oder eben nicht. Letztendlich ist es auch bei Nicht-Depressiven (wie mir) fortwährende Arbeit an sich selbst, ohne die man im Leben nicht weiterkommt und es gibt sehr viele Baustellen (Krankheiten, Erschöpfung etc.). Mitunter ist es bei vielen auch so, dass sie oftmals dann erst in Lebenskrisen zum nachdenken angeregt werden und dann mit der Selbstarbeit anfangen, weil sie vorher so privilegiert waren es nicht tun zu müssen.

16.06.2022 15:55 • x 2 #21


Jedi
Zitat von Schlüsselkind:
Ich vermute auch, das hat mit der persönlichen Widerstandskraft zu tun.

Ja, die persönliche Resillienz ist ein ganz wichtiger Aspekt !
-----
Zitat von Schlüsselkind:
(Bewältigungsstrategien z. B.)

Bewältigungsstrategien glernt zu haben, hat viel damit zutun, wie Menschen ihre Krisen überwinden können.
Betroffene, die sich physisch u. psychisch erschöpft (BurnOut) haben u. in eine Drepression dazu entwickelt haben,
berichten häufig davon, nie wirklich Bewältigungsstrategien erlernt zu haben.
In der Therapie bekommen sie dann mit, welche Möglichkeiten es gibt, mit Krisen umgehen zu können.

16.06.2022 16:42 • x 1 #22


G
Zitat von Schlüsselkind:
Ich vermute auch, das hat mit der persönlichen Widerstandskraft zu tun.

Guter Gedanke, ja stimmt. Wenn ich mal kurz so nachdenke, habe ich mich bei nicht-depressiven Menschen öfters gewundert, warum sie negative Erfahrungen besser und schneller verkraften (z.B. Willkür/Stress in der Schule/Ausbildung/im Job/bei Behörden, schlechtes Verhalten/Streit unter Freunden/Familie, Krankheiten aller Art).

Was sind alles hilfreiche Coping-Mechanismen/Ressourcen, die der Normale ansammelt und anwendet, um mit den Herausforderungen fertig zu werden, die das Leben bereit hält?

Zitat von Schlüsselkind:
Wie man erzogen wurde, wie die sozialen Umstände dabei waren und was man daraus erlernt oder sich auch leider falsch antrainieren musste (Bewältigungsstrategien z. B.)

Wo sich dann die Frage auftut, was alles die erlernten negativen Verhaltensweisen sein können. Was mir da jetzt spontan einfällt, wäre eine geschwächte Gefühlsregulation (z.B. Schwarz-Weiß-Denken, Pessimismus, Tendenz zu Wut, erlernte Selbstabwertung), soziale Ängste (z.B. kein gutes verständnisvolles Umfeld, nicht zufriedenstellende Beziehungen, Reaktivierung schmerzhafter Gefühle bei Interaktion mit anderen).

Zitat von Schlüsselkind:
Letztendlich ist es auch bei Nicht-Depressiven (wie mir) fortwährende Arbeit an sich selbst, ohne die man im Leben nicht weiterkommt und es gibt sehr viele Baustellen (Krankheiten, Erschöpfung etc.)

Wie kann man Erschöpfung erfolgreich behandeln?

16.06.2022 19:14 • x 2 #23


Jedi
Zitat von Grothszes:
Wie kann man Erschöpfung erfolgreich behandeln?

Indem Du Dir Deiner persönlichen Grenzen bewusst wirst !
Vorallem dann auch diese Grenzen selbst nicht dauerhaft überschreitest !

16.06.2022 19:26 • x 1 #24


Schlüsselkind
Zitat von Grothszes:
Guter Gedanke, ja stimmt. Wenn ich mal kurz so nachdenke, habe ich mich bei nicht-depressiven Menschen öfters gewundert, warum sie negative Erfahrungen besser und schneller verkraften (z.B. Willkür/Stress in der Schule/Ausbildung/im Job/bei Behörden, schlechtes Verhalten/Streit unter Freunden/Familie, Krankheiten aller Art).

Was sind alles hilfreiche Coping-Mechanismen/Ressourcen, die der Normale ansammelt und anwendet, um mit den Herausforderungen fertig zu werden, die das Leben bereit hält?


Schwierige Frage. Ich denke, das ist sehr individuell zu betrachten und jede*r wird das anders für sich umsetzen (müssen), da auch hier die gleichen Faktoren beeinflussen (Kindheit, Beruf/Bildung, soziales Umfeld u.v.m.) mit denen man dann zunächst nur arbeiten kann, so fern man sich keine Unterstützung sucht.

Wobei ich hier noch kurz schreiben wollte, dass ich depressive Menschen kenne, von denen ich von außen betrachtet eine sehr große Widerstandskraft spüre und bei manchen nicht-depressiven Menschen eine - in Teilbereichen - sehr niedrige. Das würde ich gar nicht den Kategorien depressiv/nicht-depressiv einordnen. Das Leben ist eine Baustelle.

--

Ja, die Grenzen setzen bei Erschöpfung ist das wichtigste, wie Jedi schrieb. (Und vorab die Ursachen finden annehmen, die einen so weit gebracht haben, diese Grenzen zu überschreiten.)

17.06.2022 09:48 • x 2 #25


G
@Schlüsselkind

Interessante Beobachtung - also bedeutet Depression nicht gleich wenig Resilienz. Diese Erkenntnis könnte vielleicht so manche aufmuntern, die das Schicksal schwer getroffen hat - jene, die Depressionen bekommen haben, aber trotz allem weiter machen.

Zitat von Schlüsselkind:
Ja, die Grenzen setzen bei Erschöpfung ist das wichtigste, wie Jedi schrieb. (Und vorab die Ursachen finden annehmen, die einen so weit gebracht haben, diese Grenzen zu überschreiten.)

Ich denke, ich habe meine Grenzen zu lange überschritten und muss dafür jetzt die Quittung tragen. Befinde mich dauernd im Abgrund der völligen Kraftlosigkeit. Weiß nicht, woher das kommt. Es scheint ein langfristiger Defekt zu sein.

18.06.2022 16:18 • x 2 #26


A


Hallo lostinspace,

x 4#12


Jedi
Zitat von Grothszes:
Interessante Beobachtung - also bedeutet Depression nicht gleich wenig Resilienz

Sicher muss dies es nicht heißen, doch so meine Erfahrungen auch aus Klinik u. SHG, dass es oft daran
mangelte, wie gehe ich mit meiner Vergangenheitserfahrung um - wie erschaffen ich mir meine Grenzen u.
verteidige diese auch gegen Außen - wie verhalte ich mich, wenn man bemerkt, dass es zu viel wird,
gar sich physische u. psychische Erschöpfungen zeigen - wie schaffe ich, Nein sagen zu können,
ohne Angst u. Schuldgefühle.
Auch stehen vielen, wie ich auch hörte, ihre Glaubenssätze im Wege, die sie nicht aufgelöst bekommen u.
noch so mach anderes.
Resillienz ist ein guter Schutz, aber andere Erfahrungen, die sich oft unbewusst in der Depression
verbergen, können diese Resillenz, ihre Möglichkeiten nehmen.
Sind jetzt so meine Erfahrungen - doch stimmt die Aussage, dass Depression nicht gleichbedeutend ist,
über wenig Resillienz zu verfügen.
Was es nur gefährden kann, habe ich schon benannt ! - -
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Zitat von Grothszes:
Ich denke, ich habe meine Grenzen zu lange überschritten und muss dafür jetzt die Quittung tragen.

Nun, dann willkommen im Club !
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Zitat von Grothszes:
Weiß nicht, woher das kommt.

Nicht selten, dass man recht schnell darauf kommen kann, es aber einem lange Unbewusst blieb !

Ich zbspl. hatte große Defizite, was Lob u. Anerkennung angeht - das war absolute Mangelware bei mir Zuhause !
Später sucht man sie verzweifelt u. ständig u. dies ist dann nur zu erhalten, wenn man sich sehr Anstrengt u.
immer 150% gibt ! Da ist die Katastrophe nicht weit

18.06.2022 17:32 • x 2 #27

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