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Keine Besserung in Sicht bei Depressionen

Pilsum
Zitat von Rekay:

Ich glaube, dass ich mit jeder anderen Krankheit keine Probleme hätte offen damit umzugehen. Es ist mir einfach irgendwie peinlich. Es ist für mich ein Zeichen der Schwäche und Kontrollverlust. Das, was mir soooo wichtig ist - Kontrolle zu haben! Ich war schon immer eine Macherin - selbstständig seit ich 19 bin ... immer erfolgreich in allem was ich getan habe. Und so kennt mich auch jeder. Und dann zugeben zu müssen, dass alles zuviel war und ich gerade am Boden liege ... puuuuh! Unvorstellbar!


Was ist schlimm daran, wenn Du Dir selbst zugeben solltest.
Ich habe mich vermutlich über viele Jahre überfordert.
Du bist keine Maschine. Und selbst Maschinen gehen kaputt, wenn man sie überlastet.
Zitat:
Das, was mir soooo wichtig ist - Kontrolle zu haben!


Du hast Dich doch unter Kontrolle. Nur scheinst Du nicht zu akzeptieren, dass Du nicht alles schaffen
kannst, was Du möchtest.
Was ist schlimm daran, zuzugeben, das Du etwas nicht schaffst.?
Da kannst Du bestimmt Alternativen für Dich entwickeln, die weniger belastend sind.

Viele Grüße

Bernhard

21.04.2020 12:28 • x 1 #16


B
Hallo, Rekay, hallo, Ihr Lieben !
Ich kann nur sagen: Outet Euch. Nichts ist peinlich, wir haben nichts zu verbergen, jeden kann es treffen.Wenn es der geeignete Moment ist und jemand fragt: Wie geht es Dir? Dann sagt z.B. Im Moment nicht so besonders, ich bin in psychiatrischer Behandlung Ich hab es ausprobiert.. Ihr werdet Euch wundern, wie oft dann die Antwort kommt: Ich auch/ das hab ich schon hinter mir/ das steht mir noch bevor /ich hab 'ne Essstörung/ ich hab Ängste... usw. Denkt Euch geeignete Formulierungen aus. Ihr schafft das! Unser Outen liefert uns einen Blick hinter die Kulissen. Und wir sehen, dass wir nicht allein sind. Wer Euch nach dem Outen hängen lässt, auf den könnt Ihr getrost verzichten = Ballast abwerfen. Ich hab' meine Depression jahrelang versteckt, gelogen, geheuchelt, kunstvolle Ausreden gestrickt. Hab' mich gewundert, daß die Leute meine Ausflüchte immer noch glauben. Leugnen zehrt ungeheuerlich. Zum Schluss hatte ich keine Kraft mehr dazu. Jetzt ist manches leichter. Teilt mir Euere Erfahrungen mit.
.Übrigens Bella, mein Päckchen ist ein Paket.
Liebe Grüße an Euch alle
bake37

21.04.2020 15:05 • x 4 #17


A


Hallo Rekay,

Keine Besserung in Sicht bei Depressionen

x 3#3


Bella72
Zitat von bake37:
Übrigens Bella, mein Päckchen ist ein Paket

das habe ich nicht geschrieben

Wir haben bei mir in der Firma seit einiger Zeit eine Kampagne Jeder hat Psyche. Es werden verschiedene Veranstaltungen und Aktionen gemacht, damit die Leute sich dem Thema öffnen. Finde ich toll.

Mir ist es genauso wie Dir gegangen, bake37, sobald ich das Thema angeschnitten habe, wussten ganz viele Leute auch Erfahrungen mit psychischen Problemen zu berichten. Entweder als Betroffene oder Angehörige oder Freunde-

21.04.2020 15:16 • x 3 #18


Rekay
Hi ihr Lieben 3 Ich habe gestern Abend mit einem lieben Freund geskypt der vor einigen Monaten ganz schlimm an Burnout erkrankt ist. Er ist seit Monaten krank geschrieben und in Behandlung. Es geht ihm aktuell etwas besser, so dass wir gestern spontan entschlossen haben uns mal wieder ausgiebig auszutauschen. Dazu war er vorher lange nicht in der Lage und es gab höchstens mal eine kurze WhatsApp von ihm. Wir haben 5 Stunden! miteinander gesprochen, bis heute Nacht um 2 Uhr und er hat mir seine ganze Geschichte erzählt. Wie es dazu kam. Wie er mit der ganzen Sache umgeht. Wie er sich gefühlt hat und immer noch fühlt. Nachdem er mir verschiedene Situationen geschildert hatte, die ich selbst nur all zu gut kenne und immer wieder gesagt hat du kannst dir das nicht vorstellen, bin ich mit der Sprache rausgerückt. Er war nicht wirklich verwundert und sagte, dass er sich sowas schon gedacht hat. Ab dem Zeitpunkt verlief unser Gespräch auf einer komplett anderen Ebene. Er fühlte sich zu 100% verstanden, genauso wie ich. Wir konnten uns beide für 5 Stunden fallen lassen und mal alles von der Seele reden. Das tat uns beiden so unglaublich gut und das ganze Gespräch war wirklich sehr bewegend und voller Verständnis auf beiden Seiten. Ich habe wieder etwas mehr Mut bekommen mit der ganzen Geschichte etwas offener umzugehen und habe mir fest vorgenommen meiner Schwester davon zu erzählen. Da wir uns ja aktuell nicht sehen können und ich sehr sehr ungerne telefoniere, werde ich ihr eine WhatsApp schreiben. Das fällt mir auch viel leichter als wenn ich ihr gegenüber sitzen würde. So kann ich meine Formulierung in aller Ruhe wählen und den Text noch 100x durchlesen bevor ich auf senden drücke Ich werde früher oder später sowieso damit rausrücken müssen. Ich werde nämlich höchstwahrscheinlich nicht drum herum kommen, mich in stationäre Behandlung zu begeben. Ich nehme bereits die Höchstdosis Antidepressiva und es geht mir trotzdem beschissen. Außerdem habe ich vor einem Jahr schon meine BU-Rente beantragt aus einer privaten Versicherung. Jetzt, nach einem Jahr voller wir brauchen noch dies, wir brauchen noch das, wurden die Unterlagen einem Gutachter übergeben, der meine BU beurteilen soll - auf dessen Anruf warte ich nun zur Terminvereinbarung. Ich habe nun schon öfter gelesen, dass die meisten Versicherungen erst zahlen, nachdem es eine stationäre Behandlung gab. Daher gehe ich stark davon aus, dass ich das erst durchziehen muss. Auch das ist wieder ein riesiger Stressfaktor für mich. Ich kann mich nur zu Hause wirklich wohl fühlen und vermeide, wann immer es möglich ist, in einem Hotel übernachten zu müssen. Und dann soll man 4-6 Wochen in einer psychiatrischen Klinik verbringen ... allein der Gedanke lässt mich sofort losheulen. Zumal ich einen Hund habe der dann mit müsste - nicht nur weil ich niemanden habe der so lange auf ihn aufpassen könnte, sondern weil ich nicht ohne meinen Hund kann. Hundepension kommt für mich nicht in Frage, auch nicht wenn sie direkt neben der Klinik wäre. Ich brauche meinen Hund bei mir. Ich muss ihn nachts schnarchen hören und muss ihn tagsüber bei mir haben um mich nicht vollkommen zu verlieren. Allerdings ist mein Hund fremden Menschen gegenüber sehr misstrauisch und ängstlich. Er schnappt auch gerne mal wenn ihm jemand zu nahe kommt. Das stelle ich mir in der Klinik ziemlich stressig vor. Aber das muss dann wohl irgendwie funktionieren. Auch der Gedanke, dass ich bald zum Gutachter muss und mich dort rechtfertigen muss, macht mich jetzt schon fertig. Hat jemand so einen Termin schon hinter sich und würde darüber mal berichten wie das alles so war?

01.05.2020 19:53 • x 1 #19

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