Hi ihr Lieben 3 Ich habe gestern Abend mit einem lieben Freund geskypt der vor einigen Monaten ganz schlimm an Burnout erkrankt ist. Er ist seit Monaten krank geschrieben und in Behandlung. Es geht ihm aktuell etwas besser, so dass wir gestern spontan entschlossen haben uns mal wieder ausgiebig auszutauschen. Dazu war er vorher lange nicht in der Lage und es gab höchstens mal eine kurze WhatsApp von ihm. Wir haben 5 Stunden! miteinander gesprochen, bis heute Nacht um 2 Uhr und er hat mir seine ganze Geschichte erzählt. Wie es dazu kam. Wie er mit der ganzen Sache umgeht. Wie er sich gefühlt hat und immer noch fühlt. Nachdem er mir verschiedene Situationen geschildert hatte, die ich selbst nur all zu gut kenne und immer wieder gesagt hat du kannst dir das nicht vorstellen, bin ich mit der Sprache rausgerückt. Er war nicht wirklich verwundert und sagte, dass er sich sowas schon gedacht hat. Ab dem Zeitpunkt verlief unser Gespräch auf einer komplett anderen Ebene. Er fühlte sich zu 100% verstanden, genauso wie ich. Wir konnten uns beide für 5 Stunden fallen lassen und mal alles von der Seele reden. Das tat uns beiden so unglaublich gut und das ganze Gespräch war wirklich sehr bewegend und voller Verständnis auf beiden Seiten. Ich habe wieder etwas mehr Mut bekommen mit der ganzen Geschichte etwas offener umzugehen und habe mir fest vorgenommen meiner Schwester davon zu erzählen. Da wir uns ja aktuell nicht sehen können und ich sehr sehr ungerne telefoniere, werde ich ihr eine WhatsApp schreiben. Das fällt mir auch viel leichter als wenn ich ihr gegenüber sitzen würde. So kann ich meine Formulierung in aller Ruhe wählen und den Text noch 100x durchlesen bevor ich auf senden drücke Ich werde früher oder später sowieso damit rausrücken müssen. Ich werde nämlich höchstwahrscheinlich nicht drum herum kommen, mich in stationäre Behandlung zu begeben. Ich nehme bereits die Höchstdosis Antidepressiva und es geht mir trotzdem beschissen. Außerdem habe ich vor einem Jahr schon meine BU-Rente beantragt aus einer privaten Versicherung. Jetzt, nach einem Jahr voller wir brauchen noch dies, wir brauchen noch das, wurden die Unterlagen einem Gutachter übergeben, der meine BU beurteilen soll - auf dessen Anruf warte ich nun zur Terminvereinbarung. Ich habe nun schon öfter gelesen, dass die meisten Versicherungen erst zahlen, nachdem es eine stationäre Behandlung gab. Daher gehe ich stark davon aus, dass ich das erst durchziehen muss. Auch das ist wieder ein riesiger Stressfaktor für mich. Ich kann mich nur zu Hause wirklich wohl fühlen und vermeide, wann immer es möglich ist, in einem Hotel übernachten zu müssen. Und dann soll man 4-6 Wochen in einer psychiatrischen Klinik verbringen ... allein der Gedanke lässt mich sofort losheulen. Zumal ich einen Hund habe der dann mit müsste - nicht nur weil ich niemanden habe der so lange auf ihn aufpassen könnte, sondern weil ich nicht ohne meinen Hund kann. Hundepension kommt für mich nicht in Frage, auch nicht wenn sie direkt neben der Klinik wäre. Ich brauche meinen Hund bei mir. Ich muss ihn nachts schnarchen hören und muss ihn tagsüber bei mir haben um mich nicht vollkommen zu verlieren. Allerdings ist mein Hund fremden Menschen gegenüber sehr misstrauisch und ängstlich. Er schnappt auch gerne mal wenn ihm jemand zu nahe kommt. Das stelle ich mir in der Klinik ziemlich stressig vor. Aber das muss dann wohl irgendwie funktionieren. Auch der Gedanke, dass ich bald zum Gutachter muss und mich dort rechtfertigen muss, macht mich jetzt schon fertig. Hat jemand so einen Termin schon hinter sich und würde darüber mal berichten wie das alles so war?
01.05.2020 19:53 •
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