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Kurz vor Burnout - Die Arbeit macht mich fertig

Y
Hallo Bernstein,
ich leide seit ca. 8 Jahren unter einer Depression, mittlerweile chronisch. Mir selbst einzugestehen psychisch krank zu sein, nicht mehr zu können , das war der erste Happen, der Zweite war dann den Meinungen dazu ausgeliefert zu sein.
Heute kann ich aus tiefster Überzeugung zum zweiten Happen sagen , sorry für den Ausdruck, sch. drauf. Menschen wie dein Chef gehören mit Nichtachtung gestraft, das ist unterste Schublade.
Du hast absolut richtig und verantwortungsvoll gehandelt, dir selbst gegenüber und auch den Menschen gegenüber, für die du Verantwortung trägst. Chapeau !
Wofür willst du dich den schämen, dafür das du das Letzte aus dir rausgeholt hast um anderen zu helfen? Darauf kannst du stolz sein. Und du zahlst einen hohen Preis, du bist krank geworden. Du hast jedes Recht der Welt, dich jetzt um genau eine Sache zu kümmern, um dich und genau das musst du tun, solange wie du es für nötig hälst.
Vielleicht erinnerst du dich an deine Verhaltenstherapie zurück, ich meine das es dort auch um das Thema Abgrenzung geht. Grenz dich ab von diesen, ich sage mal dummen Menschen, das sind sie für mich. Ich habe das fast geschafft . Du schaffst das auch.
VG

04.11.2019 10:23 • x 1 #16


Orangia
Hallo Bernstein,
bevor ich krank wurde habe ich 4 Jahre in der Pflege gearbeitet und weiß auch, was es heißt anzupacken.
Das war du da beschrieben hast, ist ja wirklich nicht zu schaffen. Habt ihr denn keine Helfer wie Zivis oder Freiwillige im sozialen Jahr ?
Kein Wunder, das dir da sie Mütze brennt. Du hast mein vollstes Verständnis. Nimm dir die Zeit, die du brauchst, ohne schlechtes Gewissen.
Der Laden wird schon laufen, und wenn alle Stricke reißen kann dein Chef jemanden von der Zeitarbeit holen. Meine Meinung.
Mache ich keine unnötigen Vorwürfe.
Alles Liebe
Orangia

04.11.2019 13:30 • x 2 #17


A


Hallo Bernstein38,

Kurz vor Burnout - Die Arbeit macht mich fertig

x 3#3


Jedi
Hallo Bernstein38 !

Zitat von Bernstein38:
Chef angerufen

Zitat von Bernstein38:
da bekam ich die volle Breitseite.
kein Verständnis,
nur Druck.

Ich möchte nun nicht auch noch schreiben, wie unmöglich sich dein Chef verhalten hat.
Möchte es aus meiner Erfahrung heraus, mal etwas die Situation versachlichen !

Chef angerufen, dass war völlig richtig u. auch Deine od. Unsere Pflicht , wenn wir krank sind,
uns dann aktiv Arbeitsunfähig zu melden.
da bekam ich die volle Breitseite, kann man Verurteilen, aber da treffen eben zwischen dem Chef u. dem Mitarbeiter unterschiedliche Interessen aufeinander.
- Du meldest Dich krank, weil Du krank geworden bist u. Du aus Verantwortung heraus, gegenüber deiner Tätigkeit u. den zu betreuenden Bewohnern, Deine Aufgaben nicht mehr gerecht werden kannst.
- Das ist absolut Verantwortungsbewusst u. Richtig, denn es geht bei Deiner Arbeit , um Menschen - um kranke Menschen,
die eine besondere Fürsorge u. Versorgung brauchen !
- kein Verständnis, kann man auch insofern verstehen, da bei den eh schon knappen Personalressourcen,
da nun für deinen Chef Handlungsbedarf besteht !
Nun Bernstein, bist Du weder für die knappen Personalressourcen verantwortlich, noch dafür, dass Dein Chef nun handeln muss.
- nur Druck, dies scheint eine eher Hilflose Masche zu sein, die nicht selten von Chef´s oder Vorgesetzten angewandt wird, um dem Mitarbeiter ein schlechtes Gewissen zu machen (was leider auch zu oft klappt) u. ihn zu bewegen, seine Arbeitsunfähigkeit möglichs kurz zu halten !
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Warum schreibe ich Dir das hier so ?
Zitat von Bernstein38:
Auch habe ich Angst ins krankengeld zu fallen

Du hast ersteinmal eine 6 wöch. Lohnfortzahlung u. erst dann tritt das KG ein.
Erkundige Dich bei deiner Krankenkasse danach, wie hoch das KG bei Dir aus ausfallen wird.
Das könnte deine Angst ersteinmal überflüssig machen !
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Zitat von Bernstein38:
ich schäme mich deswegen .

schämen, ist ein angstbesetztes Empfinden, weil Du glaubst etwas Falsch gemacht zu haben. - So die Definition !
Wenn Du den ersten Teil meines Beitrags liest, wirst Du feststellen können, dass Du sehr Verantwortlich u. im Sinne deiner Plicht , als Angestellter Dich verhalten hast !
Das da Interessenkonflikte zw. MA u. Chef auftreten, liegt auch eher auf der Hand.
Das Dein Chef sich anders hätte verhalten können, sicherlich Ja ! - Hat er aber nun nicht !
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Dir Bernstein wünsche ich, dass Du jetzt ersteinmal Abstand nimmst, von irgendwelchen Schuldgefühlen oder sich schämen zu müssen !
Therapie hast Du ja schon, wie ich lesen konnte u. das machst Du absolut richtig
Bleib dabei u. sorge jetzt gut für Dich, damit Du dann wieder Freude am Leben haben kannst u. schauen kannst, wie Beruflich es für Dich weiter gehen kann !

(Ich habe allergrößten Respekt davor, was Pflegekräfte zu leisten haben, dass unter diesen Bedingungen u. bei der doch eher lächerlichen Bezahlung, bei der Verantwortung die da Jeder zu übernehmen hat)

LG Jedi

04.11.2019 18:30 • x 2 #18


B
Ich möchte mich bei Allen bedanken für die tollen Beiträge ich werde auf mich und meine Gesundheit schauen , denn nur eine gesunde Pflegekraft kann Verantwortung für Menschen tragen. Und es ist auch egal wie lange das dauert. Denn man hat leider keine 2 Leben oder 3 .nur das eine .

04.11.2019 18:40 • x 4 #19


B
hallo ihr Lieben , also im Moment fühle ich mich sehr depressiv und sehe meine Krankmeldung noch negativ ; das blöde ist das ich auch gleichzeitig weis das es die absolut richtige Entscheidung war . Was mich auch beschäftigt ist was andere über mich denken auf der Arbeit.
kennt das einer von euch ?
Es ist wohl noch alles frisch und mit der Zeit sehe ich es bestimmt anders

05.11.2019 12:39 • x 1 #20


Jedi
Hallo Bernstein38 !

Zitat von Bernstein38:
Was mich auch beschäftigt ist was andere über mich denken

Frage Dich selbst einmal, Was würde es an Deiner Situation ändern, gar verbessern,
wenn Du wüsstest, was Deine Kollegen/innen über Dich denken ?
Überlege einmal, Was hast Du gedacht, über einen Kollegen/in, als sie sich Arbeitsunfähigkeit gemeldet haben ?

Irgendwie liegt die Antwort doch auf der Hand, durch knappe Personalressourcen,
betrifft sofort jede Arbeitsunfähigkeit einen anderen Kollegen u. den Chef.
Das löst keine Jubelstürme aus, ganz bestimmt nicht !

Wenn Du od. Wir unser Verhalten danach ausrichten, was Andere denken, bzw. über Uns Denken,
dann übergeben wir unsere Eigenverantwortung für uns selbst, an Andere ab.
Wir leben dann nicht Selbstbestimmt, sonder werden gelebt von Anderen !
Du /Wir können nicht das Leben Anderer leben u. Andere können nicht unser Leben leben !
So müssen wir uns in unserem Leben immer entscheiden u. für Unsere Entscheidungen auch
allein die Verantwortung übernehmen.
Wenn ich krank bin u. habe einen so verantwortungsvollen Job, dann ist es nicht nur Richtig,
sondern auch deine Pflicht, auch zum Schutz deiner zu betreuenden Menschen, dass Du Dich Arbeitsunfähigkeit meldest u. alles dafür tust, wieder gesund zu werden.

Zitat von Bernstein38:
im Moment fühle ich mich sehr depressiv und sehe meine Krankmeldung noch negativ

Nun Depression u. negatives Denken gehen gerne Hand in Hand !
So sind deine negativen Gedanken u. Dein denken darüber, was Andere über Dich denken, oftmals alte Konditionierungen u.
entstammen früherer gehörten u. abgespeicherten Glaubenssätzen !

Zitat von Bernstein38:
mit der Zeit sehe ich es bestimmt anders

Daran kannst Du gut in Deiner Therapie arbeiten !
Es wird Geduld u. die nötige Zeit, der Transformation deines Denkens u. Fühlens brauchen.
Wenn Du da dran bleibst, dann kanst Du mehr u. mehr positive Erfahrungen machen,
die sich in deinem Gehirn gut verknüpfen.
So wirst Du in deinem Leben mehr Selbstbestimmung erfahren !

LG Jedi

05.11.2019 13:19 • x 1 #21

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