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Mir geht es gerade nicht gut

K
@AbbyGlo

Hast Du Dich schon mal mit dem Konzept Introversion - Extraversion beschäftigt? Vielleicht erkennst Du ich da wieder. Ich fühle mich auch oft völlig im Eimer, wenn ich soziale Situationen erlebe(n muss). Mehr als 8 Leute auf einem Haufen sind für mich ein Graus. All die Sinneseindrücke, die da auf mich einprasseln, führen sehr schnell zu einer Reizüberflutung. Das hängt damit zusammen, dass introvertierte Menschen deutlich empfänglicher für Reize sind und daher auch schneller überreizt als Menschen, die eher extravertiert sind. Diese - ich sag es mal sehr salopp - merken nicht so viel, daher kommen weniger Reize an und sie suchen daher proaktiv nach Reizen, ihnen werden also auch soziale Interaktionen selten zu viel.

Für mich war das Buch Still von Susan Cain eine absolute Erleuchtung. Ich bin meine ganze Kindheit hindurch gequält worden mit Geschubse und Gedrängle, ich solle mal aus mir herauskommen und auf die Leute zugehen usw. Später dann habe ich mich durch alles durchgequält und mir irgendwann nicht mehr die Frage gestellt, ob mir etwas gut tut oder nicht. Wenn es mir nicht gut tut, so mein Rückschluss und Glaubenssatz, bin ich schuld, weil ich ja nicht aus mir rauskomme. Völliger Blödsinn. Es war halt nur die Dosis, die mir nicht bekam. Denn Introversion hat per se nichts mit der Ablehnung von Menschen zu tun, sondern z.B. mit dem Phänomen, von dem Du berichtest, nämlich dem schnell(er)en Ausgelaugtsein in oder von sozialen Interaktionen.

Vielleicht ist das ein interessanter Gedankenanstoß in der Hoffnung, das ich Deine Schilderung richtig verstanden und interpretiert habe.

24.07.2020 15:13 • x 1 #16


M
Zitat von Kürsche:
All die Sinneseindrücke, die da auf mich einprasseln, führen sehr schnell zu einer Reizüberflutung. Das hängt damit zusammen, dass introvertierte Menschen deutlich empfänglicher für Reize sind und daher auch schneller überreizt als Menschen, die eher extravertiert sind.

Das hat was mit Introversion zu tun? Wusste ich gar nicht. Ich hatte früher immer das Gefühl, dass, wenn ich in einer gut besuchten Kneipe sitze, ich die Gespräche von allen umliegenden Tischen gleichzeitig höre und die von meinem Tisch auch. Ich konnte die Gespräche gar nicht ausblenden. Das hat mich ziemlich überfordert. Währenddessen haben sich die Leute an meinem Tisch fröhlich unterhalten und haben die Umgebungsgeräusche scheinbar gar nicht wahrgenommen.

24.07.2020 21:43 • x 1 #17


A


Hallo AbbyGlo,

Mir geht es gerade nicht gut

x 3#3


K
@Michi87 Introversion geht ja noch viel viel weiter als nur eine stärkere Empfänglichkeit für Sinneseindrücke, hier exemplarisch dargestellt anhand der Situation in einer vor sich hinquasselnden Menschenmenge. Ich schätze, es gibt auch andere Eigenschaften, die dazu führen, dass man in diesen Situationen überfordert ist und Mühe hat, sich auf ein Gespräch zu konzentrieren, wie vermutlich A*D*S, aber da spekuliere ich nur, ich habe mich damit noch nicht auseinandergesetzt, also bitte keine Haue, wenn das nicht stimmt.

Charakteristisch ist jedenfalls auch dieses Gefühl von Ausgelaugtsein nach sozialen Interaktionen (auch mit weniger Betrieb nebenher), ohne dass der Grund hierfür ist, dass man Menschen generell ablehnt. Die Tatsache, dass man sehr gut auch mal alleine für sich sein kann, dass man in diesen Zeiten die Batterien auflädt, während extravertierte Menschen das gar nicht mögen, sondern ihre Energiequelle ind er Interaktion mit Menschen sehen. Für mich nicht nachvollziehbar, aber ich sehe es an meinem Freund, der eher extravertiert ist.
Wie gesagt, ich empfehle die Lektüre von Still - und wenn man sich dort nicht wiederfindet, so ist man davon zumindest nicht dümmer geworden.

25.07.2020 09:21 • #18


A
Hm, das ist wirklich interessant, ich weiß aber bis heute nicht, was eher zu mir passt. Ich mag Menschenmengen, Parties und im großen Kreis zusammen sitzen. Aber eben nur für ein paar Stunden, danach ist es mir zu anstrengend. Auch Einzelpersonen können mir sehr schnell auf die Nerven gehen, daher denke ich dass ich nicht eindeutig introvertiert bin.

Zu meinem Ausgangspost, ich nehme seit zwei Wochen meine Vitamin- und Eisentabletten und merke absolut keine Veränderung. Diese Woche ist besonders schrecklich. Und es gibt mir so blöde Schuldgefühle, nur mies gelaunt durch die Gegend zu laufen, obwohl alles schön sein sollte... Aber gut, ich bin eben krank.

Mein Arzt ist der Meinung, dass wir noch ein paar Sachen testen sollten, bevor ich eventuell Antidepressiva bekomme. Ich wünschte nur, es würde mir jetzt schon besser gehen. Die letzten Tage habe ich ausschließlich geschlafen.

04.08.2020 11:24 • #19

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