L
Lea_
- 2
- 1
- 3
Hallo Zusammen,
ich habe mich jetzt hier neu angemeldet um vielleicht hier etwas Hilfe zu bekommen. Ich weiß nicht, ob ich das mit diesem Beitrag jetzt alles richtig mache. Aber ich hoffe auf das Beste.
Kurz zu mir. ich heiße Lea bin 22 Jahre alt und arbeite seit meiner angeschlossen Ausbildung als Industriekauffrau in einem mittelständischen Unternehmen.
Da ich in meinem Ausbildungsbetrieb leider nicht übernommen werden konnte, habe ich 2019 im Juli eine neue Stelle begonnen. Sich irgendwo neu einzufinden war schon sehr schwer für mich, aber es ging dann anfangs doch sehr gut mit der Unterstützung meiner neuen Kollegen.
Leider kam im August ein sehr schwerer Schicksalsschlag auf mich zu. Mit 21 musste ich mich sehr früh und plötzlich damit abfinden, dass mein Vater mit 50 an Lungenkrebs verstorben ist, wovon weder er noch irgendjemand aus der Familie etwas wusste. Ich bin ein totales Papa Kind gewesen und habe eine sehr enge Beziehung zu ihm gehabt, sehr freundschaftlich. Da ich Einzelkind bin, war ich auch immer seine kleine Prinzessin, auch wenn ich älter geworden bin war ich es einfach. Ich habe immer zu ihm aufgeschaut und war mehr als glücklich ihn zu haben. Ich hatte eine wahnsinnig tolle Kindheit, auch wenn sich meine Eltern früh getrennt haben, aber ich stand für die Beiden immer im Mittelpunkt.
2019 hat mein Leben also ganz schön umgekrempelt und es hat mir gezeigt wie tief man fallen kann.
Als ich dann plötzlich damit konfrontiert wurde was ich alles organisieren musste von Beerdigung und dem ganzen rechtlichen Kram, war ich einfach überfordert. Ich hatte kaum Zeit mich mit meiner Trauer zu befassen, hatte Schlafprobleme und bin innerlich an allem zerbrochen. Wir waren in der Zeit einmal bei einer Trauerberatung, aber ich hab mich einfach nicht bereit gefühlt darüber zu reden. Ich wollte für mich sein, jeder sollte mich in Ruhe lassen und ich wollte einfach erstmal für mich trauern.
Leider habe ich mir in dem Jahr definitiv zu wenig Zeit für meine Trauer gegeben. ich war als das alles passiert ist 2 Wochen krankgeschrieben und bin dann wieder wie ein Roboter zu Arbeit gegangen. Sehr oft hab ich dort geweint und sehr schnell war ich mit kleinen Dingen bei der Arbeit überfordert und wusste nicht wohin mit mir. Heute würde ich sagen, waren 2 Wochen einfach zu wenig für jemanden in meinem Alter um Abschied von jemanden zu nehmen, der einen so großen Teil meines Lebens gespielt hat.
Im März 2020 hab ich mich dann dazu entschieden mit meiner besten Freundin zusammen zu ziehen. Ich wollte vor allem die Möbel von meinem Papa retten, die bei sämtlichen Witterungsverhältnissen in einer Garage standen. da das Haus von meinem Papa (gehört meinen Großeltern und er hat zur Miete gewohnt) im Oktober 2019 wieder neu vermietet wurde. Das Geld wurde wohl gebraucht.
Leider hatte ich in der Zwischenzeit auch sehr viel Streit innerhalb der Familie. Aufgrund dessen, dass ich zu dem Zeitpunkt ausgelernt war, hatte bzw. Habe ich keinerlei Anspruch auf Halbwaisen-Rente. Es gab eine Versicherung die leider nicht auf mich ausgestellt war, sondern auf meine Oma (meine Oma verfügt über dieses Geld nicht, da sie im Pflegeheim lebt und somit wird dies von meinem Opa und meiner Tante verwaltet), ich hatte viel Hoffnung, dass meine Familie zu mir steht und weiß, dass mein Papa gewollt hätte dass ich das Geld erhalte. ich wurde vom Gegenteil überrascht. Somit hatte ich also auch einen familiären Laster, der mich bis Heute sehr kränkt. Alle restlichen Personen aus meiner Familie sagten mir, dass mein Papa gewollt hätte, dass ich es bekomme. er war nur leider nie der Papier- und Dokumentenmensch und hat sich nie um die Änderung in dem Dokument gekümmert. Als er dies nämlich abgeschlossen hat, war ich noch nicht geplant oder geschweige denn auf der Welt.
Im Oktober 2020 kam es dann zu dem Augenblick, dass ich gemerkt habe, dass es mir immer schlechter geht. Ich habe vorher immer sehr viel verdrängt und habe viel mehr für andere getan als für mich selbst. Ich habe im Oktober sehr viel geweint, sehr viel nachgedacht und auch die Arbeit hat mich sehr überfordert. Ich hatte das Gefühl, dass mich keiner dort versteht, geschweige denn verstehen will. Ich habe eine 40 Stunden Woche und fahre zusätzlich hin und zurück immer ca. 45 Minuten. Als ich während den Fahrten immer abgelenkter durch meine Gedanken wurde und diese sich ständig kreisten um Dinge wie z.B. mit dem nächsten Baum könnte ich meinen Schmerzen ein Ende setzen. habe ich gemerkt, dass ich eine Auszeit benötige. Mein Arzt der sehr viel Verständnis für mich hat, hat mich im Oktober also zwei Wochen krankgeschrieben, damit ich richtig runterfahren kann. Dies hat auch wirklich gut getan, allerdings auch nicht auf Dauer.
Jetzt sitze ich hier, zwar mittlerweile von zuhause aus aufgrund von Home Office, aber vieles von der Arbeit hat sich eher verschlimmert. Ich gehe in Aufträgen unter, verliere den Überblick und bekomme durch Vorgesetzte einfach keinen Rückhalt, sondern mehr Arbeit. Vielleicht ist es auch mein Fehler, dass ich es nicht anspreche dort, aber es ist ein gewisses Schamgefühl da.
Letzte Woche wurde dann gesagt, dass ich noch mehr Arbeit übertragen bekommen soll, aber ich kann einfach nicht mehr. Ich gehe dort unter. Bin oft sehr müde, achte kaum noch auf mich selbst und vergesse zwischenzeitlich sogar das Essen und Trinken.
Ich schaue mir zwischendurch Stellenanzeigen an, aber finde keinen Mut mich zu bewerben. Abgesehen davon, ist es mir zu unsicher in der Corona Zeit etwas neues zu suchen.
Aber ich stehe sehr oft an dem Punkt an dem ich mir selbst sage, dass ich nicht mehr kann und ich weiß nicht mehr weiter. Ich weiß nicht, ob es Depressionen sind, einfach nur zu viel Arbeit oder ob mich zu sehr anstelle.
Vielleicht hat jemand einen guten Rat für mich oder ggf. ähnliches durchgemacht.
Danke auf jeden Fall jetzt schon, wenn jemand sich den ewigen Text durchgelesen hat und mir eventuell helfen kann.
Lieben Gruß,
Lea
ich habe mich jetzt hier neu angemeldet um vielleicht hier etwas Hilfe zu bekommen. Ich weiß nicht, ob ich das mit diesem Beitrag jetzt alles richtig mache. Aber ich hoffe auf das Beste.
Kurz zu mir. ich heiße Lea bin 22 Jahre alt und arbeite seit meiner angeschlossen Ausbildung als Industriekauffrau in einem mittelständischen Unternehmen.
Da ich in meinem Ausbildungsbetrieb leider nicht übernommen werden konnte, habe ich 2019 im Juli eine neue Stelle begonnen. Sich irgendwo neu einzufinden war schon sehr schwer für mich, aber es ging dann anfangs doch sehr gut mit der Unterstützung meiner neuen Kollegen.
Leider kam im August ein sehr schwerer Schicksalsschlag auf mich zu. Mit 21 musste ich mich sehr früh und plötzlich damit abfinden, dass mein Vater mit 50 an Lungenkrebs verstorben ist, wovon weder er noch irgendjemand aus der Familie etwas wusste. Ich bin ein totales Papa Kind gewesen und habe eine sehr enge Beziehung zu ihm gehabt, sehr freundschaftlich. Da ich Einzelkind bin, war ich auch immer seine kleine Prinzessin, auch wenn ich älter geworden bin war ich es einfach. Ich habe immer zu ihm aufgeschaut und war mehr als glücklich ihn zu haben. Ich hatte eine wahnsinnig tolle Kindheit, auch wenn sich meine Eltern früh getrennt haben, aber ich stand für die Beiden immer im Mittelpunkt.
2019 hat mein Leben also ganz schön umgekrempelt und es hat mir gezeigt wie tief man fallen kann.
Als ich dann plötzlich damit konfrontiert wurde was ich alles organisieren musste von Beerdigung und dem ganzen rechtlichen Kram, war ich einfach überfordert. Ich hatte kaum Zeit mich mit meiner Trauer zu befassen, hatte Schlafprobleme und bin innerlich an allem zerbrochen. Wir waren in der Zeit einmal bei einer Trauerberatung, aber ich hab mich einfach nicht bereit gefühlt darüber zu reden. Ich wollte für mich sein, jeder sollte mich in Ruhe lassen und ich wollte einfach erstmal für mich trauern.
Leider habe ich mir in dem Jahr definitiv zu wenig Zeit für meine Trauer gegeben. ich war als das alles passiert ist 2 Wochen krankgeschrieben und bin dann wieder wie ein Roboter zu Arbeit gegangen. Sehr oft hab ich dort geweint und sehr schnell war ich mit kleinen Dingen bei der Arbeit überfordert und wusste nicht wohin mit mir. Heute würde ich sagen, waren 2 Wochen einfach zu wenig für jemanden in meinem Alter um Abschied von jemanden zu nehmen, der einen so großen Teil meines Lebens gespielt hat.
Im März 2020 hab ich mich dann dazu entschieden mit meiner besten Freundin zusammen zu ziehen. Ich wollte vor allem die Möbel von meinem Papa retten, die bei sämtlichen Witterungsverhältnissen in einer Garage standen. da das Haus von meinem Papa (gehört meinen Großeltern und er hat zur Miete gewohnt) im Oktober 2019 wieder neu vermietet wurde. Das Geld wurde wohl gebraucht.
Leider hatte ich in der Zwischenzeit auch sehr viel Streit innerhalb der Familie. Aufgrund dessen, dass ich zu dem Zeitpunkt ausgelernt war, hatte bzw. Habe ich keinerlei Anspruch auf Halbwaisen-Rente. Es gab eine Versicherung die leider nicht auf mich ausgestellt war, sondern auf meine Oma (meine Oma verfügt über dieses Geld nicht, da sie im Pflegeheim lebt und somit wird dies von meinem Opa und meiner Tante verwaltet), ich hatte viel Hoffnung, dass meine Familie zu mir steht und weiß, dass mein Papa gewollt hätte dass ich das Geld erhalte. ich wurde vom Gegenteil überrascht. Somit hatte ich also auch einen familiären Laster, der mich bis Heute sehr kränkt. Alle restlichen Personen aus meiner Familie sagten mir, dass mein Papa gewollt hätte, dass ich es bekomme. er war nur leider nie der Papier- und Dokumentenmensch und hat sich nie um die Änderung in dem Dokument gekümmert. Als er dies nämlich abgeschlossen hat, war ich noch nicht geplant oder geschweige denn auf der Welt.
Im Oktober 2020 kam es dann zu dem Augenblick, dass ich gemerkt habe, dass es mir immer schlechter geht. Ich habe vorher immer sehr viel verdrängt und habe viel mehr für andere getan als für mich selbst. Ich habe im Oktober sehr viel geweint, sehr viel nachgedacht und auch die Arbeit hat mich sehr überfordert. Ich hatte das Gefühl, dass mich keiner dort versteht, geschweige denn verstehen will. Ich habe eine 40 Stunden Woche und fahre zusätzlich hin und zurück immer ca. 45 Minuten. Als ich während den Fahrten immer abgelenkter durch meine Gedanken wurde und diese sich ständig kreisten um Dinge wie z.B. mit dem nächsten Baum könnte ich meinen Schmerzen ein Ende setzen. habe ich gemerkt, dass ich eine Auszeit benötige. Mein Arzt der sehr viel Verständnis für mich hat, hat mich im Oktober also zwei Wochen krankgeschrieben, damit ich richtig runterfahren kann. Dies hat auch wirklich gut getan, allerdings auch nicht auf Dauer.
Jetzt sitze ich hier, zwar mittlerweile von zuhause aus aufgrund von Home Office, aber vieles von der Arbeit hat sich eher verschlimmert. Ich gehe in Aufträgen unter, verliere den Überblick und bekomme durch Vorgesetzte einfach keinen Rückhalt, sondern mehr Arbeit. Vielleicht ist es auch mein Fehler, dass ich es nicht anspreche dort, aber es ist ein gewisses Schamgefühl da.
Letzte Woche wurde dann gesagt, dass ich noch mehr Arbeit übertragen bekommen soll, aber ich kann einfach nicht mehr. Ich gehe dort unter. Bin oft sehr müde, achte kaum noch auf mich selbst und vergesse zwischenzeitlich sogar das Essen und Trinken.
Ich schaue mir zwischendurch Stellenanzeigen an, aber finde keinen Mut mich zu bewerben. Abgesehen davon, ist es mir zu unsicher in der Corona Zeit etwas neues zu suchen.
Aber ich stehe sehr oft an dem Punkt an dem ich mir selbst sage, dass ich nicht mehr kann und ich weiß nicht mehr weiter. Ich weiß nicht, ob es Depressionen sind, einfach nur zu viel Arbeit oder ob mich zu sehr anstelle.
Vielleicht hat jemand einen guten Rat für mich oder ggf. ähnliches durchgemacht.
Danke auf jeden Fall jetzt schon, wenn jemand sich den ewigen Text durchgelesen hat und mir eventuell helfen kann.
Lieben Gruß,
Lea