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Rien ne va plus- nichts geht mehr

O

09.05.2022 06:52 • #16


W
BIN WIEDER DA
nach fast 6 Monaten Klinikaufenthalt wurde ich letzte Woche entlassen.
Es war eine für mich sehr anstrengende Zeit mit eher wenigen Hochs und mehr Tiefs-
In den ersten 4 Wochen war ich in der geschlossenen Entschuldigung geschützten Station. Hier entwickelte ich psychotische Symptome, die mich immer in einen Suizidversuch schickten. Es war ein kleines, sehr bewegliches Männchen, der mir immer wieder neue Wege zeigte in den Tod zu gehen. Er sprach sehr vertrauenswürdig und machtvoll, so dass ich gar nicht auf die Idee kam, seine Anforderungen anzuzweifeln.
Nach 4 Wochen kam ich dann auf eine offene Station. Dort erzählte ich von meinen Erlebnissen. Da hieß es, ich muss zurück auf die geschlossene ST., was ich überhaupt nicht verstanden habe. Ich wusste auch nicht, was mit mir passiert war. Und keiner hats mir erklärt.
Ich war dann doch einige Tage auf der Station und eines Abends unterhielten wir uns im Schwesternzimmer über Suizid. Irgendeiner sagte dann, wer darüber spricht, der macht es nicht. Das war für mich eine Aufforderung . Ich verließ das Krankenhaus und nahm meine Utensilien für den Suizidversuch mit, aber es kam gar nicht dazu, weil mich viele Leute gesucht haben. Dennoch, obwohl ich mir nichts angetan habe, wurde ich auf eine andere Station verlegt.
Hier war ich aber nur 2 Tage, weil ich wirklich einen Suizidversuch begangen habe.
Nachdem ich aus dem anderen Krankenhaus entlassen war landete ich wieder in
der geschlossenen St. Hier soll angeblich eine 1:1 Betreuung stattgefunden haben,
von der ich aber nichts bemerkt habe.
In der geschlossenen St. fühlte ich mich grundsätzlich mies. Ich bin auf einen Menschen gestoßen, der mich stark getriggert hat und mich so sehr an meinen Bruder erinnert hat. Ich hatte wahnsinnige Angst. Außerdem wurde mir dort meine Sonnenbrille mit Sehstärke und mein Ladekabel fürs Handy geklaut. Das gemeinsame Essen war ekelig. Viele warfen mit ihrem Brot herum, aßen ein Stück und ließen es dann liegen.
Schließlich gelangte ich auf die nächste offene Station.
Hier gab es zwar weniger Programm als in der ersten offenen Station, aber die Atmosphäre war gut. Ich war noch immer suizidal und meine Therapeutin hat mich
sehr gut aufgefangen. Sie hat alles mit mir abgestimmt und auch mit Kolleginnen, die schon mehr Erfahrung haben als sie. Und so kam ich durch die Krise hindurch.
Als meine Therapeutin dann aus dem Urlaub kam, erklärte sie mir, was es mit den Halluzinationen auf sich hatte u.a. Dinge mehr.
Die suizidale Krise war vorbei, aber der Schneidedruck noch nicht. Nach einer sehr anstrengenden Woche, (1 neue Patientin klaute eine Hose und eine Jogginghose) und setzte mich massiv unter Druck, die nächste, die in mein Zimmer kam, dachte ich wolle sie verbrennen sie schmiss mich raus und bespritzte mich mit Wasser)
danach wollte ich nur Druck ablassen und mich schneiden. Leider traf ich eine Arterie und einen Nerv. Ich war total erschrocken und hab nur gedacht: ach du sch.....
Es war wirklich kein Suizidversuch[b][/b]obwohl die Polizei und der Notarzt was anderes glaubten.
Ich kam nicht auf die Geschlossene, wofür ich sehr dankbar bin, sondern auf die Station, wo ich vorher war. Hier konnte ich mich langsam erholen, ich hatte viel Blut verloren, und mich auch psychisch etwas stabilisieren . Ob es ausreicht, wird die Zeit zeigen. Meine Therapeutin meinte zum Abschluss: ich solle beim nächsten Mal nicht so spät kommen.
Soweit mein Erfahrungsbericht. Mein Gefühl sagt mir, es gab mehr Tiefs als Hochs.
Die ersten Tage zu Hause liefen besser als beim letzten Klinikaufenthalt, dennoch habe ich Angst.
Ich wünsche mir, dass ich bald die Wiedereingliederung beginnen kann und dass meine Kraft dann ausreicht für den Arbeitsalltag und den normalen Alltag.
wozu

29.09.2022 21:12 • x 2 #17


A


Hallo wozu,

Rien ne va plus- nichts geht mehr

x 3#3


O
Da hast Du ja einiges hinter Dir.
Ich drücke Dir die Daumen, dass es aufwärts geht.

29.09.2022 21:49 • #18


Kate
Oh man, da hast du ja was hinter Dir.
Ich wünsche Dir, dass es jetzt endlich mal wieder mehr Hochs gibt.

30.09.2022 06:33 • #19


W
Ein paar Wochen bin ich jetzt zu Hause. Ich fühle mich noch immer kraftvoll, also immer noch viel besser als nach dem letzten Klinikaufenthalt.
Dennoch habe ich Angst.
Einmal, dass eine erneute Episode anfängt.
aber auch ganz konkrete Zukunftsängste.
Am 12. November läuft mein Krankengeld aus. Mit der Wiedereingliederung bin ich noch nicht angefangen, weil ich nicht weiß, wie das geregelt werden kann, denn
während der Wiedereingliederung ist man ja noch krankgeschrieben, aber wenn das Krankengeld endet muss ich ja ALG I beantragen. Keine Ahnung wie das gehen soll. Mittwoch habe ich einen Termin mit der AG, ich hoffe wir finden eine gemeinsame Lösung.
Vielleicht kann ich ja Tipps von euch bekommen. Danke
wozu

10.10.2022 18:26 • #20


W
UND ES GEHT DOCH WAS
gestern hatte ich das Gespräch mit der AG. Es war richtig gut. Sie hat mir auch noch mal sehr deutlich gemacht, dass ich in der Zeit der Wiedereingliederung auf mich achten soll und danach natürlich auch.
Ich hatte befürchtet, dass sie sich nicht auf meine Vorschläge einlassen kann, weil die Dauer der Wiedereingliederung recht kurz ist (4 Wochen), aber sie hat zugestimmt, das hat mir eine große Last genommen, denn dann falle ich nicht aus dem Krankengeld, weil ich bis dahin wieder voll im Dienst bin (wenn alles gut geht).
Sie konnte nachvollziehen, das ich unter Druck stehe und meinte auch, dass Druck kein guter Ratgeber ist und hat mir deshalb mitgegeben, dass, wenn es schief geht, ich unbedingt zum Arzt gehe.
Ich fühle mich zur Zeit kraftvoll und lebendig (den Eindruck hatte sie auch) und -
es muss ja nicht schief gehen.
Heute wollte ich dann zur FÄ um das festzuzurren, wir hatten einen Termin, doch leider war sie krank. Das war schon ein Moment, wo ich etwas in Panik geriet. Ich habe dann noch einen anderen Arzt aus der Praxis kontaktiert und der hat das Formular dann ausgefüllt.
Montag fange ich mit der Wiedereingliederung an. Drückt mir die Daumen, das es klappt.
wozu

13.10.2022 19:05 • x 5 #21


Lost111
Zitat von wozu:
UND ES GEHT DOCH WAS

Zitat von wozu:
Montag fange ich mit der Wiedereingliederung an. Drückt mir die Daumen, das es klappt.

Hallo liebe @wozu ,
das hört sich ja wirklich positiv an! Und das Gespräch mit deinem AG war auch gut!
Ich drücke dir beide Daumen, dass das alles in deinem Sinne so klappt!

LG Lost111

13.10.2022 19:17 • x 1 #22


O

13.10.2022 21:58 • #23


W
So, heute war es soweit. Ich hatte meinen ersten Tag der Wiedereingliederung.
Da wir hier Herbstferien haben war es auch angenehm ruhig. Sowohl vom Team als auch Publikumsverkehr war kaum etwas da.
Ich habe heute Bürotätigkeiten gemacht, sprich: meine Mails gescheckt und einsortiert. Es sind mehr als 1300 und ich bin damit noch lange nicht fertig- so ist das eben.
Um 12.00 bin ich dann gegangen, war noch kurz einkaufen und da spürte ich schon,
das ich doch ganz schön erschöpft bin. Zu Hause habe ich dann erst mal ein paar Stunden geschlafen.
Nachdem ich gekocht und gegessen habe, werde ich heute einen ruhigen Abend verbringen.
wozu

17.10.2022 18:49 • x 3 #24


Lost111
Zitat von wozu:
So, heute war es soweit. Ich hatte meinen ersten Tag der Wiedereingliederung.
Da wir hier Herbstferien haben war es auch angenehm ruhig. Sowohl vom Team als auch Publikumsverkehr war kaum etwas da.
Ich habe heute Bürotätigkeiten gemacht, sprich: meine Mails gescheckt und einsortiert. Es sind mehr als 1300 und ich bin damit noch lange nicht fertig- so ist das eben.

Gut gemacht! Ich freue mich für dich!
Ein Anfang ist gemacht. Lass es langsam angehen, mach eins nach dem anderen. Auch kleine Schritte sind Fortschritte!

17.10.2022 20:00 • x 5 #25


W
Moin zusammen,
die erste Woche der Wiedereingliederung ist geschafft.
Ich bin mir noch nicht sicher ob sie eher ernüchternd oder ob sie doch normal war.
Jedenfalls ist es so, dass ich doch (leider) sehr erschöpft bin, wenn ich
von der Arbeit komme. Ich lege mich dann erst mal hin.
Nach 2 Stunden aber geht es wieder und ich kann mich um das alltägliche
Leben kümmern oder auch APP haben.
Danach aber bin ich wieder müde und muss mich hinlegen.
Aber vielleicht ist das noch normal? Ich habe schon Zukunftsängste
Welche Erfahrungen habt ihr mit der Wiedereingliederung?
wozu

23.10.2022 16:35 • x 1 #26


W
Hallo in die Runde,
leider fangen so langsam wieder alte Symptome an: meine Erschöpfung wird größer, abends schlafe ich vor dem Fernseher ein, morgens ist mir übel.
Ja und heute bekam ich von jetzt auf gleich Angst, kann gar nicht genau sagen wovor.
Bei der Dienstbesprechung habe ich auch gemerkt, dass ich noch sehr verletzlich bin. Da heißt es glaub ich für mich, besser hinzuhören, was hat der andere wirklich gemeint
Meine Stimmung ist noch im grünen Bereich, aber meine Angst wird größer
wozu

27.10.2022 19:01 • x 1 #27


W
Ich bin geschockt
Heute haben wir uns mit meinem direkten Vorgesetzten und einem Kollegen meine Aufgabenbereiche nach der Wiedereingliederung angeschaut.
In einem Aufgabenfeld soll ich nicht mehr als Verantwortliche für den ganzen Bereich
zuständig sein, obwohl ich das seit 34 Jahren mache.
Der Grund, einmal, dass es zu viel ist aber
der andere Grund: aus einer Ortschaft kamen Eltern auf meinen Vorgesetzten zu,
sie oder einige Kinder hatten bemerkt, dass ich Pflaster am Handgelenk habe. Es
tauchte bei den Eltern dann die Frage auf, ob man so eine wie mich überhaupt auf die
Kinder loslassen darf.
Ihr könnt euch vielleicht vorstellen, wie sehr mich das verletzt, geschockt, traurig gemacht hat.
Gerade dieses Arbeitsfeld ist eigentlich eine Herzensangelegenheit von mir. Wichtig ist mir noch zu schreiben, ich habe mich weder den Eltern noch den Kindern über falsch verhalten.
Ich fühle mich stark verunsichert
wozu

03.11.2022 19:19 • x 2 #28


Ziva
Hallo liebe wozu.
Ich frage mich gerade, was an Pflastern auf oder an den Handgelenken so schlimm ist?
Es könnten doch auch aufgekratzte Stellen.. sein .. oder alles mögliche..
Weiß dein Vorgesetzter über dich Bescheid?

Ich finde es eher unmöglich von den Eltern solche Behauptungen in den Raum zu werfen. Das geht gar nicht!

Wenn du deine Arbeit gut machst - dann ist es am Ende doch völlig egal wo du Pflaster hast und wie viele.

Lass dich nicht entmutigen. Vielleicht redest du nochmal mit deinem Chef - vielleicht besteht ja die Möglichkeit, dass er dir eine Art *Probezeit gewährt in dem Bereich, den er dir weggenommen hat. Dann zeigst du ihm mal, was du alles wieder kannst. (;

Allerdings - du schreibst auch, dass es zu viel geworden ist, dann sehe ich hier auch, dass er dich schützen will und dir Aufgabenbereiche abnehmen möchte - was ich auch sehr vernünftig finde.

Aber - ich kann sehr gut verstehen, dass du verunsichert bist. Das wäre ich auch.

ich lasse dir einen lieben Drücker da

03.11.2022 19:53 • x 1 #29


A


Hallo wozu,

x 4#15


W
Nun ist schon wieder eine geraume Zeit verstrichen. Vorm Jahreswechsel hatte ich wirklich Angst, weil das im vergangenen Jahr mein absoluter Tiefpunkt war. Auch diesmal war es grenzwertig, ich hatte mächtigen Schneidedruck und überhaupt war meine Stimmung ziemlich am Tiefpunkt: ABER ich habe es geschafft, kein Schneiden oder andere SVVs
Mit meiner ambulanten Pflege konnte ich das reflektieren und ich sehe da einen guten Fortschritt für mich.
Ich habe auch versucht eine neue Therapeutin zu finden, hatte einige probatorische Sitzungen bei einer Thera. aber sie ist nicht mein Fall. Ich ging schon mit Bauchschmerzen zu ihr und das ist keine gute Basis für eine Zusammenarbeit, so habe ich bei ihr abgesagt. Nun muss die Suche von vorne los gehen, d.h. wieder sehr viel Zeit am Telefon zu verbringen.
Das größte Problem, was ich aber habe, ist meine Erschöpfung. Nach der Arbeit bin ich sowas von kaputt, dass ich fast nur noch rumliege. Die vergangene Woche war besonders anstrengend. Ich habe ja meine Stundenzahl reduziert, hatte aber dennoch mehr als 46 Stunden. Die Arbeit hat sich wohl gelohnt, wir hatten heuten einen wunderschönen Gemeinschaftstag zu einem bestimmten Thema. So wie ich das erahnen konnte, waren alle Tln. sehr zufrieden.
Dennoch, ich bin kaputt und fühle mich ausgelaugt, auch wenn ich selbst etwas aus diesem Tag für mich gewinnen konnte.
Ich weiß aber nicht, wie oft ich solche Kraftanstrengungen durchhalten kann. Habt ihr Tipps, wie ich meine Stundenreduzierung besser einhalten kann?
Es grüßt eine sehr müde
wozu

15.01.2023 21:52 • x 2 #30

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