Zitat von glückwunsch:Ich denke, es war nun noch nicht der richtige Zeitpunkt und ich werde das nächste Mal sowas in Angriff nehmen, wenn es mir besser geht.
Das klingt nach einem Plan, mach das so!
Da fällt mir gerade noch was ein:
Es war an einem Tag, an dem es mir so schlecht ging, dass ich nur in meinem Zimmer saß und die Wand anstarrte. Ich weinte nur. Jede kleinste Tätigkeit überforderte mich. Da klingelte abends der Nachbar (der von allem natürlich nichts wissen durfte) und brachte einen geliehenen Akuschrauber zurück. Er plauderte ein wenig und sagte, er hätte sich jetzt mal ein paar Videos von diesem Rolf Miller (Comedian) angeschaut, den ich mal empfohlen habe. Sei spitze!
Es war merkwürdig: Als ich wieder rein ging, war nicht meine Depression weg, aber es ging mir so wesentlich besser, als vorher an diesem Tag. Ich versuchte noch ein bisschen, Keyboard zu spielen.
Was ich damit sagen will: Wenn man depressiv ist, fühlt es sich manchmal so an, als ob nichts geht. Wenn da nicht andere Menschen sind, die einem ungefragt das Gefühl vermitteln, wie sich ein normales Leben anfühlt, bleibt man in seinem kranken Denkmuster gefangen. Ich werte das übrigens auch als Zeichen dafür, dass es nicht eine angeblich gestörte Hirnchemie ist, die einen depressiv macht, sondern man einfach destruktive Denkmuster erlernt hat. Und die kann man auch wieder verlernen! Es funktioniert, auch wenn es sich unglaublich anfühlt. Man sollte also Dinge tun, von denen man sich gar nicht vorstellen kann, dass sie helfen. Denn gerade das sich-nicht-vorstellen-können ist Teil der Erkrankung, aber es entspricht nicht der Realität. Jetzt, wo ich wieder gesund bin, kann ich das mit Sicherheit sagen.
Ich würde dir auch empfehlen, mal nach der
ABC-Methode und dem
Imaginary Rescripting (dazu gibt es ein PDF) zu googeln. Das sind Ansätze aus der kognitiven Verhaltenstherapie. Ich glaube rückblickend, die haben mir diesmal aus der Depression geholfen.
Würde mich freuen, wenn du sie ausprobierst und irgendwann eine Rückmeldung geben könntest, ob sie auch dir geholfen haben. Ich weiß, wenn man es mal geschafft hat, möchte man sich am Liebsten nicht mehr mit diesem Thema beschäftigen aber der Bericht könnte eine große Hilfe sein für Leute, die sie noch brauchen.