27

Sozialer Rückzug - immer schlecht?

selly
@pisum Ich glaube sehr.wohl, dass man unabhängig von einer intakten Ehe depressiv sein kann.
U.a.auch durch Erlebtes aus Kindheit und Jugend und da spielen auch Eltern rein.und eine Therapie hilft einem manchmal den Dingen auf den Grund zu kommen, wenn man es selber nicht greifen kann

29.12.2019 00:22 • x 1 #16


Pilsum
Zitat von selly:
@pilsum Ich glaube sehr.wohl, dass man unabhängig von einer intakten Ehe depressiv sein kann.
U.a.auch durch Erlebtes aus Kindheit und Jugend und da spielen auch Eltern rein.und eine Therapie hilft einem manchmal den Dingen auf den Grund zu kommen, wenn man es selber nicht greifen kann


Das sehe ich wie Du. Um den Dingen auf die Spur zu kommen stelle ich häufig schon mal
unangenehme Fragen und behaupte schon mal etwas.

Dies hat dann zum Vorschein gebracht, dass sie sagt. Ich weiß nicht, was ich will. Entscheidungen
gebe ich gern ab.

29.12.2019 00:30 • x 2 #17


A


Hallo glückwunsch,

Sozialer Rückzug - immer schlecht?

x 3#3


ZeroOne
Hi @selly !

Zitat von selly:
Ich glaube sehr.wohl, dass man unabhängig von einer intakten Ehe depressiv sein kann.
U.a.auch durch Erlebtes aus Kindheit und Jugend und da spielen auch Eltern rein.


Denke ich auch. Ebenso sollte man die genetische Prädisposition nicht vergessen.

Aber andererseits kann auch bei belastenden Familienverhältnissen mit schwieriger Verwandtschaft der stärkste Charakter ohne psychische Vorgeschichte über kurz oder lang an seine Grenzen kommen.

LG
ZeroOne

29.12.2019 00:34 • x 2 #18


G
Danke für deine Antworten, Pilsum. Meine Antwort ist nicht angekommen, daher der zweite Versuch.

Zitat von Pilsum:
nein, ich bin nicht an Depressionen erkrankt. Ich verstehe jedoch einiges von Zusammenhängen
bei diesen Krankheitsbildern.

Wie bist du in diesem Forum gelandet? Bist oder warst du Angehöriger? Oder woher kommt dein Interesse? Bin neugierig.


Zitat von Pilsum:
Dein Mann hat mit Deinem Umfeld eigentlich nichts zu tun. Aber er sollte eine starke
Stütze für Dich sein. Wenn die Beziehung zu Deinem Mann stimmt, dann kannst Du Dich
über das Verhalten Deines Vaters ärgern. Aus der Bahn werfen und depressiv machen darf Dich so etwas aber nicht.

Das ist er. Aber auf mehreren Rücken verteilt lassen sich manche Lasten leichter tragen.

Natürlich ist das Verhalten meines Vaters nicht der Auslöser für meine Depression. Auch meine Depression hat multifaktorelle Ursachen. Einige sind mir bekannt, vielleicht aber nicht alle. Das hoffe ich in der Therapie herauszufinden.

Das Verhalten meines Vaters war ja nur ein Beispiel für Verletzungen in meinem sozialen Umfeld.
Zitat von Pilsum:
Wenn Du nicht weißt, was Du willst, scheint mir das der Auslöser für depressive Phasen zu sein.
Weil Du nicht weiß, was Du selbst willst, bittest Du andere, für Dich zu entscheiden.
Und gleichzeitig macht es Dich krank, wenn andere etwas entscheiden, was Du eigentlich gar nicht möchtest.

Kann das so sein?

So ganz stimmig ist das für mich nicht. Ich mag es manchmal, wenn mir Entscheidungen abgenommen werden. Aber die wirklich wichtigen Entscheidungen treffe ich gern selbst oder mit demjenigen zusammen, der die Konsequenzen mitträgt.

29.12.2019 00:51 • #19


M
Zitat von glückwunsch:
Ich denke, es war nun noch nicht der richtige Zeitpunkt und ich werde das nächste Mal sowas in Angriff nehmen, wenn es mir besser geht.

Das klingt nach einem Plan, mach das so!

Da fällt mir gerade noch was ein:
Es war an einem Tag, an dem es mir so schlecht ging, dass ich nur in meinem Zimmer saß und die Wand anstarrte. Ich weinte nur. Jede kleinste Tätigkeit überforderte mich. Da klingelte abends der Nachbar (der von allem natürlich nichts wissen durfte) und brachte einen geliehenen Akuschrauber zurück. Er plauderte ein wenig und sagte, er hätte sich jetzt mal ein paar Videos von diesem Rolf Miller (Comedian) angeschaut, den ich mal empfohlen habe. Sei spitze!

Es war merkwürdig: Als ich wieder rein ging, war nicht meine Depression weg, aber es ging mir so wesentlich besser, als vorher an diesem Tag. Ich versuchte noch ein bisschen, Keyboard zu spielen.

Was ich damit sagen will: Wenn man depressiv ist, fühlt es sich manchmal so an, als ob nichts geht. Wenn da nicht andere Menschen sind, die einem ungefragt das Gefühl vermitteln, wie sich ein normales Leben anfühlt, bleibt man in seinem kranken Denkmuster gefangen. Ich werte das übrigens auch als Zeichen dafür, dass es nicht eine angeblich gestörte Hirnchemie ist, die einen depressiv macht, sondern man einfach destruktive Denkmuster erlernt hat. Und die kann man auch wieder verlernen! Es funktioniert, auch wenn es sich unglaublich anfühlt. Man sollte also Dinge tun, von denen man sich gar nicht vorstellen kann, dass sie helfen. Denn gerade das sich-nicht-vorstellen-können ist Teil der Erkrankung, aber es entspricht nicht der Realität. Jetzt, wo ich wieder gesund bin, kann ich das mit Sicherheit sagen.

Ich würde dir auch empfehlen, mal nach der ABC-Methode und dem Imaginary Rescripting (dazu gibt es ein PDF) zu googeln. Das sind Ansätze aus der kognitiven Verhaltenstherapie. Ich glaube rückblickend, die haben mir diesmal aus der Depression geholfen.

Würde mich freuen, wenn du sie ausprobierst und irgendwann eine Rückmeldung geben könntest, ob sie auch dir geholfen haben. Ich weiß, wenn man es mal geschafft hat, möchte man sich am Liebsten nicht mehr mit diesem Thema beschäftigen aber der Bericht könnte eine große Hilfe sein für Leute, die sie noch brauchen.

29.12.2019 11:35 • x 2 #20


G
Vielen vielen Dank für das Teilen deiner Erfahrungen, Michael808!

Zitat von Michael808:
Ich würde dir auch empfehlen, mal nach der ABC-Methode und dem Imaginary Rescripting (dazu gibt es ein PDF) zu googeln. Das sind Ansätze aus der kognitiven Verhaltenstherapie. Ich glaube rückblickend, die haben mir diesmal aus der Depression geholfen.


Insbesondere diese Methoden klingen auf den ersten Blick sehr hilfreich! Ich bin auch überzeugt, dass Denkmuster zumindest ein großer Faktor für die Entstehung (m)einer Depression sind. Ich werde mich reinlesen, die ABC Methode kommt mir inhaltlich bekannt vor und klingt leicht umzusetzen. Ins Imaginary Rescripting werde ich mich etwas mehr reinarbeiten müssen, aber wenn ich es richtig verstehe, geht es auch um Arbeit mit dem inneren Kind und das gefällt mir schonmal. Vielen vielen Dank nocheinmal. Ich berichte dir dann gern!

29.12.2019 13:01 • #21


Pilsum
Hallo Glückwunsch,

in dieses Forum bin ich eher zufällig hineingekommen.
Einer der Gründe war. Ich befasse mich seit etwa 30 Jahren sehr erfolgreich damit, wie
Menschen besser mit ihren Ängsten zurechtkommen können.
Ein großer Anteil von Depressionen und depressiven Verstimmungen hat als Auslöser
starke Ängste. Häufig sind diese Ängste unterdrückt und verdrängt.
Sehr oft gelingt es mir, durch andere Sichtweisen, Menschen durch Gespräche zu helfen.
Da ich immer wieder nennenswerte Zustimmung hier im Forum erhalte, schreibe ich auch
häufiger hier.

Zitat:
So ganz stimmig ist das für mich nicht. Ich mag es manchmal, wenn mir Entscheidungen abgenommen werden.
Aber die wirklich wichtigen Entscheidungen treffe ich gern selbst oder mit demjenigen zusammen, der die Konsequenzen mitträgt.


Mir fällt auf, dass Du gelegentlich etwas sagst. Wenn ich Dich dann darauf anspreche,
kommt von Dir eine eher ausweichende Antwort.
Damit ist es nicht ganz einfach, Meinungen auszutauschen und zu einem gemeinsamen
Ergebnis zu kommen.
Wenn es Dir eher unangenehm ist, dann sage mir das besser. Ich kann mit so etwas umgehen.
Nerven muss ich Dich nicht.

Einen schönen Abend wünsche ich Dir.

Bernhard

29.12.2019 21:17 • #22

Pfeil rechts




Ähnliche Themen

Hits

Antworten

Letzter Beitrag