Therapie machen ja oder nein ?

JeanLucca
Hallo Malwine.

Ich finde es nach wie vor gut das Du Dir jetzt jemanden gesucht hast um über Dich zu sprechen. Und ich finde es toll das Du weitere Termine machst.

Zitat von Malwine:
Im Moment habe ich noch das Gefühl, dass es eigentlich gar nicht nötig ist,
Darauf habe ich gewartet

Nein, im Ernst - ich denke das es ganz logisch ist das Du jetzt so fühlst. Noch nie hast Du mit einer Aussenstehenden über die Dinge gesprochen die Dich immer wieder durchhängen lassen. Noch nie hast Du eine Aussenstehende in Deine Gefühlswelt eingeladen.
Ich kann das gut verstehen das Dein Reflex wieder aufflammt, dass Du das gar nicht nötig hast. Das er Dir mitteilt: He, Malwine, was machst Du. Dir gehts doch gut, und überhaupt ist alles nicht so schlimm. Du kommst mit Deinen Durchhängern schon allein zurecht - hast das doch schon oft runtergeschluckt

Wenn ich Heute zu meinem Therapeuten gehe, und es geht mir Heute sehr gut, dann kann ich besser an meinen Fragen arbeiten als wenn ich am Boden zerstört bin.

Lieben Gruß, JeanLucca

26.06.2011 01:08 • #16


Sarah
Ich versuche mir inzwischen immer selber klar zu machen, dass nicht meine Meinung entscheidend ist, ob es mir schlecht genug geht. Wenn ein Therapeut der Meinung ist und die Krankenkasse den Antrag genehmigt wird das wohl seine Richtigkeit haben

26.06.2011 15:15 • #17


A


Hallo Malwine,

Therapie machen ja oder nein ?

x 3#3


M
ich war jetzt schon mehrmals bei meiner Therapeutin. Irgendwie treten wir zur Zeit auf der Stelle.
Nachdem die ersten akuten Probleme besprochen worden sind hab ich den Eindruck, dass ihr mit mir langweilig ist. Ich sehe immer, wie sie verstohlen auf die Uhr schaut.
Einerseits liegen bestimmt manche Ursachen meiner Schwierigkeiten in meiner Kindheit, andererseits hat es sicher wenig Sinn, meine Kindheit bis ins einzelne aufzudröseln, zumal es keine wirklich schlimmen Vorkommnisse gab. Sich zurückgesetzt zu fühlen und sich deswegen abzukapseln sind (altbekannte) kindliche Reaktionen, die heute nicht mehr nötig sind.
Super, das weiß ich auch, aber wie kann man lernen damit besser umzugehen, dass es einen bei Entscheidungen nicht mehr so tangiert ?
Andererseits gibt sie mir ein Feedback, was mir nicht unbedingt gefällt . Dadurch bekomme ich natürlich einen anderen Blick auf mein Verhalten und meine Reden, was nicht immer zusammen passen würde. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich wieder an allem schuld bin, dass wir - die Thera und ich, aneinander vorbei reden. Bin mal gespannt, wie es weiter geht.

Ich habe ein Buch gesehen von Arno Gruen 'der Verrat am Selbst' - kennt das jemand? Das scheint mir für mich nützlich zu sein.

Was mir bisher am besten geholfen hat ist eine kleine Dosis Citalopram, dadurch komm ich schon viel besser in meinem Alltag klar.

24.08.2011 21:02 • #18


M
Hallo Malwine,
Zitat:
Ich sehe immer, wie sie verstohlen auf die Uhr schaut. die Thera und ich, aneinander vorbei reden.

deine Eindrücke solltest du deiner Therapeutin mitteilen, denn nur so wird Klarheit geschaffen und du wirst dich
auch besser fühlen.

24.08.2011 21:57 • #19


Sarah
Zitat von Malwine:
Nachdem die ersten akuten Probleme besprochen worden sind hab ich den Eindruck, dass ihr mit mir langweilig ist. Ich sehe immer, wie sie verstohlen auf die Uhr schaut.
Einerseits liegen bestimmt manche Ursachen meiner Schwierigkeiten in meiner Kindheit, andererseits hat es sicher wenig Sinn, meine Kindheit bis ins einzelne aufzudröseln, zumal es keine wirklich schlimmen Vorkommnisse gab.


Das Verhalten kenne ich in ähnlicher Art und Weise von dem Therapeuten aus der Klinik. Von meinen eigentlichen Therapeuten kannte ich das gar nicht, wenn ich da irgendwie nichts zu sagen wusste hat er meist von sich aus gefragt. DIese Warten hat mich am Anfang doch reichlich irritiert. Irgendwann habe ich ihn darauf angesprochen (der Tip von mag ist nämlich wirklich gut) und siehe da: der Therapeut hat sich was dabei gedacht

Er wollte die Dinge von mir hören, die mich wirklich beschäftigen. Meine Gedanken dazu etc. Und er wollte mir nicht die Verantwortung durch seine Fragerei abnehmen. Denn im Nachhinein hat das mein erster Therapeut gemacht und mir daher wunderbare Ausflüchte gegeben, nicht an die THemen ran zu müssen, die mir wirklich quer lagen

Diese Art der Therapie, bei der man selbst viel Verantwortung für die Gestaltung der Stunde trägt, ist am Anfang mit Sicherheit anstrengender und komplizierter. Aber ich halte sie persönlich inzwischen auch für effektiver.

Und selbst wenn du denkst, an deiner Kindheit gäbe es nichts aufzudröseln würde ich den Versuch wagen. Manchmal ist die Erinnerung verklärt und geschönt - so war es bei mir. Und sich mit der eigenen Geschichte auseinander zu sezten kann dir vielleicht helfen, manche deiner Verhaltensweise besser zu verstehen. Also nur Mut!

Zitat:
Andererseits gibt sie mir ein Feedback, was mir nicht unbedingt gefällt . Dadurch bekomme ich natürlich einen anderen Blick auf mein Verhalten und meine Reden, was nicht immer zusammen passen würde. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich wieder an allem schuld bin, dass wir - die Thera und ich, aneinander vorbei reden. Bin mal gespannt, wie es weiter geht.


Therapie ist kein Zuckerschlecken und ich denke jeder hier hat von seinem Therapeuten schon DInge zu hören bekommen, die man so nicht hören wollte. ABer versuch dich dabei zu beobachten. Von mir selber weiß ich zum Beispiel inzwischen, dass gerade die Meinungen oder Vorschläge vom THerapueten, gegen die ich mich am meisten sperre, oft viel wahres in sich haben.

Und die Schuld geben will die Therapeutein dir mit Sicherheit nicht. Aber sprich sie am besten direkt darauf an. Denn nur wenn ihr gemeinsam arbeitet und du sie wissen lässt, wie es dir in der Therapie geht, kann das Ganze erfolgreich sein.

25.08.2011 08:47 • #20


S
Zitat von Malwine:
Ich sehe immer, wie sie verstohlen auf die Uhr schaut.

Hier noch ein Tip von mir. Die Zeit im Blick zu haben, ist für den Therapeuten wichtig. Und zwar nicht deswegen, weil er froh ist, wenn die Stunde endlich vorbei ist, sondern zu schauen, dass, wenn die Zeit fast vorbei ist, man nicht mehr zu tief in ein womöglich neues und heißes Thema einsteigt.
Gerade bei Therapieformen, wo der Patient hauptsächlich die Stunde gestaltet.

Den Therapeuten liegt im eigentlichen viel daran, dass der Patient geerdet die Therapiestunde verlassen kann.
Und deswegen schauen sie eben auch zwischendurch nach der Zeit.

25.08.2011 14:26 • #21


M
Zitat von Sonnenblume20:
Den Therapeuten liegt im eigentlichen viel daran, dass der Patient geerdet die Therapiestunde verlassen kann.
Und deswegen schauen sie eben auch zwischendurch nach der Zeit.

verstehe
.-.-

eigenes Zitat:
......dass wir - die Thera und ich, aneinander vorbei reden. Bin mal gespannt, wie es weiter geht.

mir ist eben beim Überlegen zu dieser Antwort was aufgefallen. Wenn ich in der Thera-stunde z.B. mal sage: ich habe mich über mich geärgert, dann sagt die Therapeutin sofort, ich solle mich nicht klein machen, und bricht damit für mich das Thema ab. Es macht mich quasi stumm.
Dabei will ich mich nicht klein machen, ich möchte das als 'Aufhänger' nehmen, ein bestimmtes Thema anzusprechen.
Es wäre mir lieber, wenn sie fragte: was genau ärgert sie? oder so.
Mir fällt dann schwer zu sagen, ich möchte bei dem Thema bleiben.
Habe mir das notiert und werde das bei der nächsten Stunde mal ansprechen.

Ich habe den Eindruck, dass man sich manche Sachen gar nicht richtig vorstellen kann, wenn man sie selbst nicht erlebt hat und aus eigener Erfahrung kennt. Geht mir bei manchen Sachen selbst so.
Ich kann das im Moment gar nicht so ausdrücken, wie ich es meine.
Wenn ich versuche das, was mir durch den Kopf geht, aufzuschreiben, liest sich das ganz komisch, da sag ich mir selbst, das ist doch kein Problem, da braucht man doch n u r dies oder jenes zu tun oder zu lassen - und gut ist. Wenn es nur so einfach wäre ... - wüsste gerne was mich hindert, es zu tun oder nicht .

25.08.2011 22:29 • #22


S
Bin hier falsch gelandet, ging jetzt im Kopf schneller... Tut mir leid!!!

25.09.2011 17:42 • #23

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