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Trauer um nicht Erlebtes…

Kitten
Und noch eine kleine Ergänzung: Wenn ich so zurückdenke als ich so zwischen 20 und 25 war: Da stand ich an einem ganz anderen Punkt als heute. Leute sind gekommen und wieder gegangen. Manche Freundschaften haben die Zeit bis heute überdauert, andere nicht. Gewisse Themen oder Baustellen von damals begleiten mich ebenfalls bis heute. Doch bin ich Jahr für Jahr seither gewachsen habe mich weiterentwickelt. Es gab ein paar schwierige Phasen und Krisen dazwischen, auch viele Höhepunkte. Jedenfalls möchte ich die Uhr nicht mehr so weit zurückdrehen und nochmals 23 sein. Ich bin reifer und wohl auch weiser geworden. Dafür bin ich dankbar.
Ich nehme das Leben Tag für Tag und schaue nicht in die Zukunft. Das genügt mir momentan (bin derzeit eine Krise am verarbeiten/bewältigen).
Damit möchte ich nur sagen: Man wird tatsächlich gelassener, je älter man wird Das können mir wohl die älteren Semester hier auch bestätigen. (Vielleicht auch ein schwacher Trost)

17.09.2021 19:28 • x 3 #16


EmptyLife
Ich habe mich schon früh von den Klischees der Gesellschaft distanziert. Denn ich bin ein vollkommen individueller Mensch mit eigener Meinung und habe mir daher meine eigene Vorstellung geschaffen, was ich alles erleben möchte.
Dementsprechend habe ich vieles, das die meisten anderen erlebt haben, nicht erlebt. Und ich bin sehr froh darum!
Zitat:
- erstes ausprobieren von Schminke

Schminke hat mich erst mit 20 ein wenig interessiert. Aber auch nicht so, dass ich es exzessiv und täglich betrieben habe. Mit mehr als Wimperntusche und Kayal auftragen habe ich mich nie beschäftigt. Mir gefiel es nur, wie das Schwarz meine Augen betont. Das habe ich eine kurze Zeit häufiger gemacht, dann alle paar Wochen oder Monate mal. Das letzte Mal ist über 2 Jahre her.
Ich war und bleibe immer natürlich. Meine Unreinheiten verstecke ich auch nicht.

Zitat:
- Freundschaften/Clique

Richtige Freunde hatte ich nur 2 in meinem Leben für kurze Zeit. Das Gefühl, teil einer (Mädels)Clique zu sein, kenne ich auch nicht. Ich habe mir sowas zwar immer gewünscht und stelle es mir auch schön vor, aber ich denke, ich bin dafür nicht kompatibel. Mit den meisten Frauen komme ich nämlich nicht klar.

Zitat:
- Rebellion gegen Eltern (Grenzen austesten in der Pubertät)

Das kann sich unterschiedlich bemerkbar machen. Es muss nicht immer die laute Musik sein, sich aus dem Haus schleichen, Streit mit den Eltern haben oder sich Regeln widersetzen. Rebellieren und Grenzen austesten bedeutet auch: anderer Meinung als andere zu sein (auch, wenn man sie nicht ausspricht), den eigenen Stil finden, die eigene Persönlichkeit entdecken, herausfinden wer man ist, usw.


Zitat:
- heiraten
- eigene Kinder

Heiraten fand ich immer unnötig und unlogisch, denn man gehört doch auch ohne Trauschein zueinander und ist Mann/Frau und Mann/Frau. Ich verstand nie, warum ein Heiratsantrag ein ultimativer Liebesbeweis sein soll (außer, dass es total romantisch sein kann) und warum sich in den Köpfen vieler so viel mit der Ehe ändert.
Kinder waren für mich mit 19 absolut kein Thema mehr. Ich habe damals für mich herausgefunden, dass Kinder nichts sind, das mein Leben bereichert oder ich in meinem Leben haben möchte. Meine Mutter und Oma konnten das zum Glück akzeptieren und liegen mir damit nicht in den Ohren.

Zitat:
- feiern und ausleben der Jugend/ als junger Erwachsener

Auch das hatte ich nie, denn ich fand es nicht erlebenswert. Deshalb war ich auch nie in meinem Leben in Bars/Discos oder betrunken.
Was finden Menschen daran sich zu betrinken, bis sie die Kontrolle verlieren, sich übergeben müssen und dann schlecht fühlen? Ich wäre nicht stolz darauf, von sowas erzählen zu können.

Ich war dafür glaube einfach zu reif, all die Sachen zu tun, die man als Teennie normalerweise tut. Aber dafür habe ich immer von Älteren sehr viel Respekt und Anerkennung erhalten.

@blossom79
Rührt die Trauer um diese nicht erlebten Punkte aus den Erwartungen der Gesellschaft her oder aus deinem eigenen persönlichen Wunsch, das mal erlebt zu haben?

Zitat von blossom79:
Inzwischen kenne ich auch ein paar Leute, die nicht geheiratet haben ODER keine Kinder haben. Aber die haben dann anders irgendwie ihre Erfüllung gefunden.
Aber ich suche immernoch.und habe das Gefühl, nichts zu finden

Zitat von Kitten:
Nun kennst du jemanden, der weder verheiratet ist, noch Kinder hat: Mich

Ich reihe mich mal mit ein
Meine Erfüllung wären Katzen gewesen, aber das wird leider nie mehr was. Du bist also nicht allein mit deiner Suche @blossom79

Zitat von NicoIsHere98:
und wirkt dabei nicht wie ein totaler Langweiler, wenn man selbst etwas zu erzählen hat.

Man ist doch nur für die langweilig, mit denen man selbst aufgrund ihrer Interessen und ihres Charakters nichts anfangen kann. Will man wirklich von denen Bestätigung, die gar nicht zu einem passen? Ich jedenfalls nicht.


Zitat von NicoIsHere98:
Wenn ich überlege, wie viele Leute mich schon fallen ließen, weil ich nicht immer positiv bin

Habe ich auch erst hinter mir. Menschen zeigen immer erst ihr wahres Gesicht, wenn sie nicht mehr in derselben Situation sind wie der andere.
Wenn du Kontakt zu Menschen haben möchtest, bei denen du über Negatives reden kannst, dann versuchs doch mal bei mir

Zitat von NicoIsHere98:
Ich suche Erfüllung und Glück. Ich will Leuten etwas bedeuten und Menschen haben, die sich wirklich für mich interessieren und mich lieben.
Ich möchte nicht ständig so unerträglichen Hass empfinden, wenn ich über mich nachdenke oder in den Spiegel schaue.

Schließe mich dem vollständig an.

Zitat von Kitten:
Das Gefühl anders zu sein als die Masse begleitet mich auch seit der Jugend. Dass ich nicht normal sein könnte, dachte ich hingegen nie Und weisst du was? Ich geniesse heute den Gedanken, anders als die Masse zu sein Ich bin ein Unikat und schätze mich selbst mit allen Stärken Schwächen. Der Weg der Selbstliebe ist lang steinig, aber er ist so wichtig und kann vieles heilen.

Das Gefühl hatte ich auch immer und ich wollte auch immer anders sein, als andere. Das brachte ich u.A. durch meinen Kleidungsstil zum Ausdruck. Mich selbst akzeptieren oder gar mögen, konnte ich allerdings noch die. Dafür begegnete man mir im Leben zu oft mit Ablehnung, Ausgrenzung, Verurteilung, Bestrafung und Schikane. Ich habe zu sehr verinnerlicht, was andere über mich denken und sagen, was sich schon in frühster Kindheit als Selbsthass verfestigte.
Aber ich habe manchmal den Wunsch, mich so fühlen und sehen zu können, wie du es bei dir kannst

20.09.2021 14:42 • x 1 #17


A


Hallo blossom79,

Trauer um nicht Erlebtes…

x 3#3


blossom79
Ich würde sagen, es ist mein eigener Wunsch, die Dinge erlebt zu haben.
Aber irgendwie auch, durch diese Erlebnisse dazu zu gehören.

Aber in mir macht sich seit gestern nach der Therapiestunde eine ganz andere Sache breit.
Wie gerne wäre ich wieder in einer Art Schule. Oder Tagesklinik.
Mit genau geregeltem Stundenplan, dabei etwas lernen und nachmittags ein bisschen die Zeit für sich genießen.
Mit allem anderen fühle ich mich völlig überfordert!

21.09.2021 15:02 • x 1 #18


NicoIsHere98
Ich bin absolut überfordert mit allem und sehe keinen Ausweg daraus.
Habe Kontakt mit Therapeuten aufgenommen.

Aber die, zu denen ich käme, sind 10, 12 und 12 Monate komplett ausgebucht und können "zu ihrem Bedauern" nichts machen.

Mein Kopf explodiert bald und ich kann nichts dagegen machen.

21.09.2021 23:40 • #19


L
Klinik?

21.09.2021 23:43 • #20


NicoIsHere98
Nein, die einzige in meinem Umkreis hat bei 21 Rezensionen eine Bewertung von 2,7 Sternen.
Und die Leute schreiben alle das gleiche. Personal unhöflich und geht nicht auf die Bedürfnisse ein, keinerlei Empathie, etc.
Das bringt mir halt gar nichts. Da kann ich auch einen Facebook-Post aufsetzen.

21.09.2021 23:54 • x 1 #21


CCC
oder Du schreibst es hier auf, dann können wir auf die Einzelheiten eingehen und Dir helfen, Dich zu sortieren

22.09.2021 13:09 • x 1 #22


Sifu
Zitat von blossom79:
Hallo Ihr, alle Therapeuten sagen einem ja, man solle im Hier und Jetzt leben. Aber was, wenn die verpassten Erlebnisse so viele sind und eigentlich auch prägend? Was ich alles nicht erlebt habe: - Freundschaften/Clique - Rebellion gegen Eltern (Grenzen austesten in der Pubertät) - erstes ausprobieren ...

Kenne ich bei ein zwei Dingen auch.

Da hilft nur die Akzeptanz das es so ist wie es ist.

16.10.2021 12:38 • x 1 #23

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