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Unverstanden? Warum?

E
Zitat von Lost111:
Bei solchen Worten könnte ich glatt ausflippen,


Und wieso tust du es nicht? Wieso zeigst du nicht, daß es dich wütend macht?
Was hast du zu verlieren ?

Du hast es oft und wieder und wieder erklärt- Schluß damit!
Das raubt dir viel zu viel Energie.

Es ist so.
Punkt.

Und noch was, Lost:
Ja, wir sind soziale Wesen, ganz richtig.
Aber wir können uns auch in sehr vielen Situationen und vor allem im privaten Umfeld diejenigen aussuchen, mit denen wir klarkommen und die uns guttun, und das ist nicht immer die Familie.

Sollen sie in ihrem Leistungsdenken bleiben- meine ist auch so, und mein Schwager findet mich voll den Looser, weil ich ein altes Auto fahre und immer am Rand der Existenznot bin, aber das ist seine Denke!
Ich sehe ihn als Sklave seiner Gier, aber das ist meine Denke.
Und je mehr wir uns aus dem Weg gehen, desto besser.
Ich habe dafür Freunde, die nicht nur an der Oberfläche kratzen, sondern echt sind.
Und die mich nicht fertigmachen- das wünsch ich dir auch.

Dazu braucht man aber erstens Kapazitäten und auch- leider- die Bereitschaft dazu, zuzulassen, daß uns die anderen nicht verstehen und sich abwenden.

Alles Gute dir!

29.04.2021 17:55 • x 3 #46


Lost111
@Bella72

Zitat:
Manchmal frage ich mich, ob denn ich einen psychisch Kranken verstehen könnte wenn ich keine Erfahrung damit hätte. Ich bin mir da absolut nicht sicher. Wie sollst Du wissen wie es sich anfühlt, wenn Du es selbst nicht erlebt hast?

Ich sage ja nicht, dass es einfach zu verstehen ist. Aber man könnte es wenigstens versuchen. Aber ich erwarte wohl einfach zu viel und bin dann enttäuscht, wenn es nicht so ist. Wahrscheinlich sollte ich einfach nichts erwarten.

@Jedi

Zitat:
Was verbirgt sich dahinter ? - Ignoranz oder ein wirkliches nicht verstehen können, wie es einem Menschen,
mit einer psychischen Erkrankung geht ? - Beides könnte zutreffend sein ?

Ich glaube - hoffe! - nicht, dass es Ignoranz ist. Es ist einfach das Nichtverstehen wollen/können?
Zitat:
Wird jetzt sicher sehr einfach klingen, was es sicher nicht ist, aber es wäre für Dich hilfreicher,
Du könntest von der Idee loslassen, dass Dich Deine Familie jemals akzeptieren wird/ kann, so wie Du bist
u. verstehen wird.

Ja, ich muss mich wohl davon verabschieden und loslassen. Aber das ist hart. Sind sie doch fast meine einzigen Bezugspersonen. Vllt. tut es irgendwann nicht mehr so weh. Ich glaube, tief in meinem Herzen weiß ich, dass sie das nie wirklich akzeptieren können; ich will es nur nicht wahrhaben.
Zitat:
Nein Lost - sage, bzw. schreibe es einmal so - Ich bin eine Angestellte, die Haltags arbeitet !
- wie klingt das - wie fühlt es sich an - ?

Nun ja, das hört sich besser als wie ich es formuliert habe. Jetzt muss ich doch ein wenig schmunzeln.
Zitat:
Das Du nicht wertlos bist, brauch ich Dir nicht zu sagen/ schreiben !
Doch weil Du Deinen Familienmitgliedern so viel Macht gibst, zudem was ihre Meinung ist,
bleibst DAu in diesen Gedankenktreisel stecken - Leider - !

Natürlich weiß ich das im Grunde genommen. Aber wie gesagt, meine Familie ist mir nun mal noch sehr wichtig. Wie du schon richtig sagst: die innere Distanz fehlt. Daran muss ich arbeiten.

@Pilsum

Zitat:
Mit anderen Worten sagst Du mir.
Ich kann ja gar nichts Neues lernen.
Ich bin ja krank.
Und krank bin ich vermutlich auch deswegen, weil ich von meiner Familie nicht so akzeptiert werde, wie ich es mir wünsche.
Was möchtest Du damit sagen?
Glaubst Du gar nicht daran, das Du an Deiner Situation jemals etwas verbessern kannst?

Ich möchte damit sagen, dass ich momentan nicht viel an meinem (seelischen) Zustand ändern kann. Mir fehlt leider immer noch die Kraft dazu. Ich weiß, dass nur ich selbst etwas zum Besseren verändern kann. Aber vllt. erfinde ich auch nur Ausreden, um nichts verändern zu müssen?! Mmh, da gibst du mir jetzt was zu denken... Aber was wäre die Schlussfolgerung? Dass alles so bleibt, wie es ist. Oh je, mir schwirrt der Kopf.

@Marylu

Zitat:
Ach liebe Lost111, es tut mir so leid für dich und auf deine Familie werde ich richtig wütend. Zum einen können sie dich ja einfach Mal fragen, wie sich die Krankheit anfühlt und zum anderen Fragen sie doch sicher in anderen Dingen auch Dr.Google. Und wenn es einem schlecht geht, fängt man ja auch nicht an zu diskutieren. Ich wünsche dir alles Liebe und drücke dich ganz fest.

Ach du, ich drück dich mal zurück. Ich habe meiner Mutter schon vor Jahren mehrmals angeboten, ihr Literatur zu dem Thema zu geben. Das wollte sie nie annehmen. Und - wie du schon sagst - es gibt auch das www als Informationsquelle.
Letztendlich kann man niemanden dazu zwingen. Aber danke für dein Mitgefühl.

@Resi

Zitat:
Und wieso tust du es nicht? Wieso zeigst du nicht, daß es dich wütend macht?
Was hast du zu verlieren ?

Das ist eine gute Frage. Ich bin nicht wirklich gut darin, Wut offensichtlich zu zeigen. Ich wünschte, ich wäre so mutig.
So fresse ich alles in mich rein, was auch nicht gerade gut ist. Aus meiner Therapiezeit weiß ich eigentlich, dass da nur radikale Akzeptanz hilft. Ich kann die Anderen nicht ändern. Aber ich kann mich innerlich distanzieren. Das hört sich so einfach an!
Zitat:
Dazu braucht man aber erstens Kapazitäten und auch- leider- die Bereitschaft dazu, zuzulassen, daß uns die anderen nicht verstehen und sich abwenden.
Alles Gute dir!

Da hast du was gesagt.

An alle, die hier geschrieben haben, möchte ich ein fettes DANKE sagen!

LG Lost111

29.04.2021 19:02 • x 3 #47


A


Hallo Lost111,

Unverstanden? Warum?

x 3#3


Jedi
Zitat von Lost111:
Aber das ist hart. Sind sie doch fast meine einzigen Bezugspersonen.

Das es für Dich hart ist, ist absolut verständlich, gerade auch, weil es fast Deine einzigen Bezugspersonen sind.
Zitat von Lost111:
Ich glaube, tief in meinem Herzen weiß ich, dass sie das nie wirklich akzeptieren können;

ich will es nur nicht wahrhaben.

Ich finde, wenn Dir das auch schon so bewusst ist - ist es bitter u. löst bei mir völliges Unverständnis für
Deine Familienmitglieder aus.
Zitat von Lost111:
Vllt. tut es irgendwann nicht mehr so weh.

Ich überlege auch, wie Du das einmal ansprechen könntest, wie sich villt. ein besseres Verhältnis herstellen lässt.
Selbst wenn sie es nicht Akzeptieren können oder wollen, könnte ein besseres Miteinander doch möglich
sein ? - Ich finde es immer verstörend, wenn es in Familien kein versöhnlichen Umgang zu geben scheint
u. warum, muss man ein Familienmitglied so an den Rand drängen -
Zitat von Lost111:
Aber wie gesagt, meine Familie ist mir nun mal noch sehr wichtig.

Gerade deswegen, finde ich so ein Unfrieden in der Familie, so übeflüssig !
Zitat von Lost111:
Wie du schon richtig sagst: die innere Distanz fehlt.
Daran muss ich arbeiten.

Schade, wenn ich Dir so etwas schreiben muss, denn das wird schwer für Dich, gerade, weil Dir Deine Familie
so wichtig ist.
---------------------------------------------------
Zitat von Lost111:
Nun ja, das hört sich besser als wie ich es formuliert habe.

Jetzt muss ich doch ein wenig schmunzeln.

Das finde ich schön, dass Dich das zum schmunzeln gebracht hat - mal etwas Leichtes in all dem Schweren !

29.04.2021 19:44 • x 2 #48


Lost111
@Jedi

Zitat:
Ich finde, wenn Dir das auch schon so bewusst ist - ist es bitter u. löst bei mir völliges Unverständnis für
Deine Familienmitglieder aus.

Man sucht sich seine Familie nicht aus. Psychische Erkrankungen werden halt nicht wirklich akzeptiert bzw. runter gespielt, so nach dem Motto: man sieht ja nichts. Gerade meine Mutter zeigt da wenig Empathie. Vllt. kann sie es auch einfach nicht. Trotzdem tut es weh.
Zitat:
Ich überlege auch, wie Du das einmal ansprechen könntest, wie sich villt. ein besseres Verhältnis herstellen lässt.
Selbst wenn sie es nicht Akzeptieren können oder wollen, könnte ein besseres Miteinander doch möglich
sein ? - Ich finde es immer verstörend, wenn es in Familien kein versöhnlichen Umgang zu geben scheint
u. warum, muss man ein Familienmitglied so an den Rand drängen -

Es ist ja nicht so, dass wir uns deswegen in den Haaren sind. Aber ich bin halt die Irre in der Familie. LACH
Inzwischen rede ich nur noch äußerst ungerne darüber. Es bringt ja eh nichts. Es ist echt an der Zeit, mich da mehr zu distanzieren. Dafür hätte ich gerne Hilfe, aber woher in diesen Zeiten?! Gut, ich kann meinen HA nächste Woche volljammern; aber helfen kann er nicht wirklich.
Schon die Erwähnung, dass ich nächste Woche nochmal zum Arzt gehen werde, stieß bei meiner Mama auf völliges Unverständnis. Aber ich muss auf mich gucken, wie es mir damit geht. Und ich bemühe mich, bald wieder arbeiten zu gehen. Aber alles zu seiner Zeit.
Zitat:
Schade, wenn ich Dir so etwas schreiben muss, denn das wird schwer für Dich, gerade, weil Dir Deine Familie
so wichtig ist.

So ist es!

LG Lost111

29.04.2021 20:06 • x 3 #49


E
Liebe @Lost111 , ich habe gerade hier gelesen und mir fehlen die Worte, aber ich kann dich so gut verstehen. Ich kenne auch dieses Unverständnis. Und das obwohl meine M.u sogar selber schon immer Depressionen hatte und zumindest noch Symptome hat. Aber ich hab irgendwann aufgehört drüber zu reden, dass es mir schlecht geht. Ich mochte irgendwann gar nichts mehr erzählen, weil ich die Antworten nicht mehr ertragen habe, ertragen wollte. Und ja, das war sehr traurig. So schräg ist es manchmal.
Irgendwann kommt dann das Erkennen, so richtig spüren, wahrhaben, mit Traurigkeit aber auch Loslösungsgefühl, Erleichterung, und irgendwann wird die Traurigkeit darüber immer weniger. Ich hoffe, das tröstet ein bisschen.

29.04.2021 20:20 • x 1 #50


Lost111
@Joline

Hallo liebe Joline,

danke für deine mitfühlenden Worte.
Zitat:
ich habe gerade hier gelesen und mir fehlen die Worte, aber ich kann dich so gut verstehen. Ich kenne auch dieses Unverständnis. Und das obwohl meine M.u sogar selber schon immer Depressionen hatte und zumindest noch Symptome hat. Aber ich hab irgendwann aufgehört drüber zu reden, dass es mir schlecht geht. Ich mochte irgendwann gar nichts mehr erzählen, weil ich die Antworten nicht mehr ertragen habe, ertragen wollte. Und ja, das war sehr traurig. So schräg ist es manchmal.

Meine Mama hätte - ehrlich gesagt - auch schon des Öfteren psychologische Hilfe in Anspruch nehmen sollen. Aber das würde sie sich niemals eingestehen. Da ist sie echt blind. Und Psychopharmaka - OMG! O-Ton: Ich bin doch nicht verrückt!.
Ich meine, sie nimmt auch Medikamente wegen einiger anderer Krankheiten. Aber das kann man nicht mehr ändern. Ich muss halt damit leben, dass es so ist. Ja, wahrscheinlich wird die Enttäuschung und Traurigkeit irgendwann weniger. Momentan macht mir das allerdings noch sehr zu schaffen. Wie gerne würde ich da weniger emotional involviert sein!

LG Lost111

29.04.2021 20:43 • x 2 #51


E
gerne

29.04.2021 20:56 • #52


Pilsum
Zitat von Lost111:
Ich möchte damit sagen, dass ich momentan nicht viel an meinem (seelischen) Zustand ändern kann. Mir fehlt leider immer noch die Kraft dazu. Ich weiß, dass nur ich selbst etwas zum Besseren verändern kann. Aber vllt. erfinde ich auch nur Ausreden, um nichts verändern zu müssen?! Mmh, da gibst du mir jetzt was zu denken... Aber was wäre die Schlussfolgerung? Dass alles so bleibt, wie es ist.


Es mag sein, dass Du Deine Meinung so selbst hinstellst, dass Du zunächst nichts verändern brauchst.
Entscheide dies für Dich.
Möglicherweise hast Du die richtige Schlussfolgerung schon erkannt.

30.04.2021 01:52 • #53


Pilsum
Zitat von Lost111:
Man sucht sich seine Familie nicht aus



Diesen Spruch kenne ich.
Leider ist es nicht automatisch so, dass sich die Mitglieder einer Familie automatisch einander
eng zugehörig fühlen. Dies ist ein Grund, warum man nicht immer davon ausgehen kann,
das sich Familienmitglieder untereinander meistens gut verstehen. Auch wenn man sich das
so gern wünscht.

Zitat von Lost111:
Gerade meine Mutter zeigt da wenig Empathie. Vllt. kann sie es auch einfach nicht.


Wenn eine Mutter ihren Kindern gegenüber wenig Mitgefühl zeigt, hat dies leider fast immer
schlimme Auswirkungen, auf die seelische Entwicklung der Kinder.
Erst wenn Kinder erwachsen sind, haben sie die Chance zu erkennen, das die Mutter oder auch
beide Elternteile überhaupt nicht in der Lage waren, das Kind zu fördern und zu unterstützen.

Dann stellt sich die Frage. Wie kann ein Mensch lernen, mit dieser Tatsache umzugehen und
trotzdem ein zufriedenstellendes Leben aufbauen?
Können andere Menschen, Bekannte, Freunde und Lebenspartner hier nicht eine sehr
wichtige Rolle im Leben spielen?
Fremde können mich durchaus schon mal viel besser verstehen, als meine Familienmitglieder.

30.04.2021 02:19 • x 3 #54


Marylu
Zitat von Lost111:
@Jedi Man sucht sich seine Familie nicht aus. Psychische Erkrankungen werden halt nicht wirklich akzeptiert bzw. runter gespielt, so nach dem ...

Weißt du, was ich denke? Vielleicht hat deine Mutter auch psychische Probleme und will es auf keinen Fall wahrhaben. So kann sie es auch bei dir nicht aushalten, da es zu nahe an sie rankäme. Ist nur so ein Gedanke. LG.

30.04.2021 15:06 • x 2 #55


A


Hallo Lost111,

x 4#11


Marylu
Ach sorry, das hast du ja noch geschrieben, hatte ich noch nicht gelesen.

30.04.2021 15:08 • #56

Pfeil rechts




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