Moin @Cassie10_2 und alle anderen,
eine große Frage, die wahrscheinlich fast jeder hier unterschiedlich beantworten könnte und, wie @Träumer59 sehr richtig ausgeführt hat, zig unterschiedliche Antworten beinhalten könnte.
Wenn man sich selber nicht sicher ist, woher die eigene Depression kommt, ist vor allem eines am Anfang wichtig: auf sich selber bzw. in sich selber hinein zu hören, sich mit sich selber intensiv beschäftigen. Entschleunigen.
Und dann, tatsächlich, möglichst weit zurück gehen in die Vergangenheit und versuchen, sich zu erinnern. Zusammenhänge herstellen.
In meinem Fall war es ein Zusammenspiel aus einer bestimmten Vorerkrankung und der Erkenntnis, dass es nach dieser Erkrankung leider und absolut nicht mehr so weiter gehen konnte wie die Jahre davor. Diese Vorerkrankung hat mich beschädigt und ich hatte keinen Plan B mehr. Nachdem dadurch immer noch mehr Probleme auf mich zukamen und dann auch noch, ausgelöst durch eine ganz bestimmte Situation, einem Trauma also, mein Selbstbewusstsein in den Keller und die Angst durch die Decke ging, wurde ich so labil, dass ich von heute auf morgen auf Hilfe von Außen angewiesen war.
Und an diesem Punkt, völlig verzweifelt, ängstlich, mutlos, perspektivenlos...habe ich anfangen, nachzudenken, was dieses ganze Chaos ausgelöst hat. Schon vor der Vorerkrankung. Und mir ist schnell klar geworden, dass ich schon immer unter immensem Erfolgsdruck stand. Mir schon immer viel zuviel abverlangt wurde und ich das aber auch geleistet hatte, bis Körper und Geist nicht mehr konnten. Ohne jemandem direkt die Schuld dafür zu geben sind mir viele Situationen eingefallen, wo ich mich selber hingetrieben habe, die ich mir selber eingebrockt habe. Aber auch Erinnerungen an bestimmte Momente in Kindheit und Erziehung, die aus mir das (die) gemacht hatten, (die) was ich bis zum Beginn der Depression (nur noch) war. Und erst durch das Aufräumen der Erinnerungen, dem Einsortieren nach Schuld anderer an meiner aktuellen Situation, eigener Schuld, Mut zur Änderung ging es mir nach und nach besser. Und diese Besserung fühlte sich beileibe nicht immer gut an, sondern war gekoppelt mit Erinnerungen - guten und sehr schlechten - und Veränderungen, die nicht immer so klappen, wie ich das möchte oder anders laufen, als andere sich das wünschen würden. Dies alles ist nach wie vor ein Kreislauf und ich bin tatsächlich täglich bemüht, wieder die Alte zu werden, die mich früher alle gemocht und geschätzt haben. Dieser Kreislauf ist zwar jetzt erklärbar für mich geworden, drängt mich aber noch oft wieder in depressive Phasen, weil es so unglaublich schwer ist, in vielen Situationen etwas Positives zu sehen. Und dies ist nur EIN - nämlich mein - Beispiel, was eine Depressionen auslösen kann. Und immerhin hat das Nachdenken über das Warum zumindest geholfen....
06.04.2021 12:56 •
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