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Verdacht Bossing -Eure Meinungen

ZeroOne
Hallo @Myrra ,

von den rechtlichen Aspekten ganz abgesehen, erachte ich persönlich dieses Vorgehen als sehr riskant:

Zitat von Myrra:
Ich möchte mich auch nicht aktiv wehren, weil ich weiß, dass ich dann gehen muss.

Zitat:
Letztlich muss ich das dann vermutlich aussitzen, bis meine Vorgesetzte in Rente geht.


So etwas auszusitzen erfordert eine unglaubliche Resilienz und kostet verdammt viel Kraft. Und es sitzt noch die ständige Angst im Nacken, dass der Arbeitgeber nur auf Fehler lauert, um dich loswerden zu können.

Sowas verlangt schon gesunden Menschen viel ab und wie du schreibst, hast du selbst mit eigenen Dämonen zu kämpfen:

Zitat von Myrra:
Schwierig, wenn man zu Ängsten und Depressionen neigt


Zudem steht in den Sternen, ob sich tatsächlich eine Verbesserung deiner Situation durch den Ruhestand der Vorgesetzten ergibt.

Ich persönlich würde - aus meinen eigenen schmerzhaften Erfahrungen heraus - keinen Tag länger bei einem Arbeitgeber bleiben, bei dem sich etwas für mich nicht passend anfühlt, als unbedingt nötig. Stattdessen würde ich meine Ressourcen in die Suche nach einem neuen Arbeitgeber stecken, so lange diese noch nicht komplett verbrannt sind.

Aber das ist nur meine persönliche Meinung...die muss für andere nicht passen...

26.05.2022 12:56 • x 4 #16


M
Hallo an euch alle,

Erstmal vielen Dank für eure zahlreichen Antworten und Tipps.

Meine Strategie ist natürlich, dieser Änderungen (Gehaltsminderung) nicht zu zustimmen (zwingen können sie mich nicht).

Ich werde das mit dem BR noch mal durchsprechen, es gab letztes Jahr einen ähnlichen Fall bei uns-dort wurde sofort ein Aufhebungsvertrag vorgelegt mit dem Hinweis, dass ansonsten jetzt Fehler gesucht werden.., Die MA hat darauf hin dankend angenommen…

Was mich am meisten ärgert: ich arbeite in einem Beruf, in dem Fachkräfte-Mangel herrscht und verstehe nicht, warum sie so mit MA umgehen.

Meiner Meinung nach können sich AG das nicht leisten, ihre MA so schäbig zu entsorgen.

Falls fachliche Defizite vorhanden sein sollten, würden mir Schulungen helfen.

Aber diese permanente Überlastung ist ja strukturell bedingt (es kommen neue Aufgaben hinzu ohne mehr Stunden zu bekommen und eben fehlende Vertretung)

Falls es euch interessieren sollte, halte ich euch gerne auf dem Laufendem.
LG

26.05.2022 19:09 • x 5 #17


A


Hallo Myrra,

Verdacht Bossing -Eure Meinungen

x 3#3


Kitten
Hallo Myrra
Was ich bei dir gelesen habe hier, hat mich sehr geschockt und betroffen gemacht. Besonders beim Lesen dieses Satzes ist fast der Atem stillgestanden:

Zitat von Myrra:
Meiner Meinung nach können sich AG das nicht leisten, ihre MA so schäbig zu entsorgen.

Nun, ich habe vor nicht allzu langer Zeit (ca. 1 Jahr ist es her) etwas sehr ähnliches erlebt! Offenbar trauen sich das noch immer viele AG, die guten und fachlich kompetenten MA so schäbig zu entsorgen, wie du es sehr richtig erkannt hast! Denn genauso fühlte und fühle ich mich manchmal noch immer. Passender kann man es wohl nicht ausdrücken! Bei mir war es ein (grosser) AG, der sich gar noch in der Öffentlichkeit rühmte, wie toll er mit den MA umgeht.
Was bei dir aktuell passiert, kommt mir äusserst bekannt vor: Auch mir wurden am Schluss Fehler und Versäumnisse in die Schuhe geschoben, welche jedoch andere zu verschulden hatten. Hauptsächlich gar die Vorgesetzten, welche es nicht geschafft hatten, die Arbeitslast vernünftig aufzuteilen, sodass einzelne MA nicht komplett überlastet waren.

Rückblickend auf meine damalige Situation zurückschauend, würde ich dir das selbe raten wie ZeroOne:
Zitat von ZeroOne:
So etwas auszusitzen erfordert eine unglaubliche Resilienz und kostet verdammt viel Kraft. Und es sitzt noch die ständige Angst im Nacken, dass der Arbeitgeber nur auf Fehler lauert, um dich loswerden zu können.
Sowas verlangt schon gesunden Menschen viel ab und wie du schreibst, hast du selbst mit eigenen Dämonen zu kämpfen

Bei mir wars auch so: Es kostete verdammt viel Kraft, dieses Fehlverhalten des Chefs auszuhalten. Ich habe es dann nicht lange ausgehalten und musste dann die Konsequenzen daraus ziehen. Bis heute bin ich noch nicht auf dem Level der Arbeitsfähigkeit, wo ich zuvor war.

Deine Gesundheit sollte dir das allerwichtiste sein! Lass dich nicht so mies behandeln. Wehre dich, wo du kannst, aber lasse dich auf keinen Fall auf einen längeren Kampf ein. Das hast du nicht nötig, sprichst du doch von deinem Bereich mit Fachkräfte-Mangel. So wird es ja hoffentlich nicht allzu schwierig für dich sein, etwas Besseres zu finden.... Ja, suche nach etwas Besserem! Es gibt sie noch, die fairen Arbeitgeber, wenn man sie auch suchen muss.

Ja, mich würde es interessieren, wie es weitergeht!
Ich wünsche dir alles Gute auf dem weiteren Weg!

27.05.2022 14:39 • x 4 #18


Mit180gen0
@Myrra

Zitat von Myrra:
Was mich am meisten ärgert: ich arbeite in einem Beruf, in dem Fachkräfte-Mangel herrscht und verstehe nicht, warum sie so mit MA umgehen.


Zitat von Myrra:
Ich habe dich die gleichen Rechte wie meine Kollegen?!

Natürlich hast du die gleichen Rechte!

Mir geht es ähnlich, am Ende hat mich mein Gesamtpaket in einen heftigen Burnout getrieben. Ich möchte nicht an meinen alten Arbeitsplatz zurück, ohne den Burnout hätte ich noch lange weiter gezögert.

Wenn denn so ein Fachkräftemangel herrscht, sollte doch ein neuer Job für dich zu finden sein?

Hast du mal überlegt, ggf. sogar eine plus/minus-Liste erstellt, was wäre, wenn du den alten Job aufgibtst?

Ob die Abwesenheit (weil Rente) deiner Chefin etwas bewirkt kann man nicht vorhersehen. Wie lange dauert es bis dahin noch?

Am Ende kann man nur sich selber ändern, nicht andere.

Fühle dich bitte nicht kritisiert! Ich möchte nicht über dich urteilen, DU entscheidest, es ist dein Leben.

Immerhin finde ich es gut, dass du überhaput einen Betriebsrat hast, das ist nicht in jedem Unternehmen der Fall.

28.05.2022 20:20 • x 3 #19

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