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Wie einen Neuanfang schaffen nach Trennung wegen Depressionen?

E
Konzentration nicht vorhanden

Zerozone anstatt zeroone gelesen

Pfff.

21.07.2019 08:23 • x 1 #16


Y
Hallo Emilie,
mit meiner Konzentration ist es heute nicht weit her, ich schreibe trotzdem was und hoffe es ist macht halbwegs Sinn.
Irgendwie zieht mich dein Thema an, ist interessant, wenn man das so sagen kann. Wo kein Wille ist, ist da wirklich kein Weg oder sieht man ihn nicht oder kann ihn nicht sehen? Das lasse ich mal so stehen.
Deine Formulierung von Tag zu Tag durchhangeln beschreibt mein Leben zur Zeit ganz gut. Und die Erwartung an Heilung habe ich auch aufgegeben. Ich mache mir auch keine Gedanken , ich bin dauerhaft berentet, das sagt mir genug. Aber ich bin noch nicht am Ende und da bin ich wieder bei da geht noch was . Ich sage mir manchmal, es hat niemand gesagt, das das Leben leicht ist, das stimmt wohl, aber die Nackenschläge könnten etwas gerechter verteilt sein. Wobei mir völlig klar ist, dass jeder seine Entscheidung zum Leben allein trifft , da kann man niemanden reinquatschen.
Du hattest in einem anderen Thema ein Buch empfohlen. Gibst das bitte hier auch nochmal an, ich weiss nicht mehr, wo das war und alles noch durchsuchen, hm, keine Energie.
Viele Grüsse

21.07.2019 19:50 • x 2 #17


A


Hallo Ex-Mitglied,

Wie einen Neuanfang schaffen nach Trennung wegen Depressionen?

x 3#3


E
Hallo Ylvi,

Ich schreibe nur kurz den Buchtitel, deinen Text lese ich in aller Ruhe nochmal durch


Der achtsame Weg durch die Depression

Bis später

21.07.2019 22:04 • x 2 #18


maya60
Hallo emilie, du hast jetzt seit fast 25 Jahren Depressionen und keine Lust mehr, so zu tun, als ob sie überwunden werden können und dich mit ewig bekannten oder noch neuen Methoden zur Depressionsüberwindung zu plagen, verstehe ich das richtig?

Falls ich das richtig verstehe, finde ich deine Reaktion ganz nachvollziehbar und auch nicht negativ, sondern realistisch. Du hast eine chronische Erkrankung seit fast einem Vierteljahrhundert und willst nicht mehr den Maskentanz der schon lange verlassenen Normalität mitmachen.

Wir sind hier im Forum so einige mit chronischen Depressionen und die Akzeptanz, dass es nunmal so ist, ist ein wesentlicher Teil, nicht noch mehr an der Krankheit zu leiden als sie eh schon mit sich bringt.

Also geht es eher darum, so gut wie möglich mit der Depression zu leben, also um Grenzen und Linderung und neue Wege, die zu einem passen.

Ich habe z.B. vor einigen Jahren gemerkt, dass ich zwar psychologische Begleitung brauche und will, aber nicht mehr die mit Zielorientierung: Ende der Depression, sondern eine, die mich in meinem Alltag als chronisch Kranke in meiner Schlappheit und so abgewrackt wie ich bin, begleitet.
Dafür bin ich zum Sozialpsychiatrischen Dienst, die ja dabei helfen, dass man nicht aus seinem Alltag ganz rausfällt, also noch selbständig bleibt bei psychischer Krankheit.

Und seitdem habe ich regelmäßige Termine mit deren Psychologin und Thema ist Krankheitsbewältigung in meinem Alltag, der so ist wie er ist. Wir reden über mein Leben, Altlasten und Ressourcen, Konflikte, Probleme und Entlastungsmöglichkeiten. Und das finde ich passender.

Ich habe 10 Jahre drauf verwandt, die passende medikamentöse, psychologische und in meiner Lebensgestaltung passende Form des Lebens auszukaspern, so dass es mir so gut und zufrieden wie möglich geht. Also, Leben mit meinen Diagnosen mit Lebensqualität und nicht dauernd im schlimmsten Depritief, aber schon abgewrackt bleiben dürfen.

Wo der alte Weg nicht mehr der richtige ist, hab ich jetzt Zeit für Sachen, die immer zu kurz kamen. Das Ganze hat also auch Vorteile. Und es verstärkten sich von selber schon Interessen, die eh zu einem zurückgezogeneren und entschleunigten Lebensziel passen.

Also, den Willen zum Normaloweg habe ich, soweit ich ihn überhaupt hatte, seit 10 Jahren aufgegeben. Damals war klar, dass ich seit einigen Jahren nicht mehr ohne Antidepressivum leben konnte, dass ich aber auch schon viel viel länger depressiv war als ich dachte und das Ganze wegen Besonderheiten, die schon immer da waren.

Trotz aller Krankheitsbelastungen und -Schwankungen lebe ich mittlerweile ein viel zufriedeneres Leben als zuvor, weil ich nicht mehr hinter einem gesunden Leben herhechele.

Also, wo ein Wille nach einem anderen Weg ist, da geht auch was! Dass der für den alten Weg weg ist, na und?

Liebe Grüße! maya

22.07.2019 01:53 • x 8 #19


djamila
Liebe @maya60
ich muß dir mal ein tolles Kompliment machen du kannst toll schreiben und dinge auf den Punkt bringen . Das was du so klar beschreibst hab ich unbewußt getan . Denn der Sozialpsychatrische Dienst war immer meine Anlaufstelle . Wenn es nicht mehr weiterging . Aber das es Depressinen und Borderlein ist ist mir erst seit 2016 wirklich bewusst . Bei dem Lebenspaket was mir mitgegeben wurde wundert es mich aber nicht . Und wenn man dem Herrn Drewermann zuhört könnte man Weinen bei der Massen - Gehirnwäsche . Jedenfalls lese ich gerne bei dir mit .

Liebe Grüße Djamila

22.07.2019 02:50 • x 2 #20


maya60
Danke, djamila, ich freue mich über deine lieben Worte, vor allem, weil ich ja eine Herzensschreiberin bin, also schreibend am dichtesten an alles rankomme.

Und wenn ich dann so klar schreiben kann, dass es gut verständlich ist, umso besser.

Ja, der Sozialpsychiatrische Dienst ist wirklich eine gute Sache, finde ich auch! Einfach niedrigschwelliger und realistisch darin, dass es einfach chronische Krankheiten gibt und auch das Weiterarbeiten damit wichtig und wertvoll ist. Besonders eben, wenn man mit seiner Krankheit gut leben will im Alltag und nicht mehr sinnlos Speckstein schleifen oder Makramee-Eulen in der Tagesklinik klöppeln will wie emilie.

Liebe Grüße! Maya

22.07.2019 02:59 • #21


djamila
Ja liebe Maya wenn man das Gefühl hat das es einem nicht hilft ist es Sinnlos . Wie bei emilie z.B. Ich hab mich einmal zu einer Ambulanten Therapie 1999 durchgerungen . Leider war sie viel zu Kurz . Ich hab gedacht damals , wie soll das auch gehen 2 Jahre 2 std die Woche . Dann wieder irgendwie zurecht kommen . In der Zeit ist dann mein Bruder in die geschlossene Klinik gekommen . Wo ich ihn gar nicht wieder erkannt habe wie Ferngesteuert . Leider hatte er dann auch nicht mehr die Kraft und ist den Weg gegangen den Emilie angedeutet hat . Ich hab Ihm geschworen das ich in keine Klinik und auch keine Atidepressiva nehme . Nachdem ich durch die Gehirnwäsche meiner Mutter meinen ersten Sohn verloren habe , wäre ich fast drauf gegangen an Alk. Aber es war auch mein Knackpunkt mich endlich zu wehren . Und mich zu entscheiden Leben oder in der Gosse enden . Ich bin trotz allen Schmerzes froh mich fürs Leben entschieden zu haben . Denn sonst hätte ich nicht die schönen Momente im Leben erlebt . Die mich auch immer wieder Tragen . Und zu verzeihen mir und meiner Mutter .
Ich wünsche Dir noch eine Gute Nacht Maya

22.07.2019 03:57 • x 3 #22


E
Herzlichen Dank Maya und Djamila für eure tollen Beiträge

Ich melde mich später dazu ausführlich.

Einen guten Start in die Woche an Alle

Ganz Liebe Grüße
Emilie

22.07.2019 06:28 • x 2 #23


E
Zitat von Ylvi13:
Hallo Emilie,
mit meiner Konzentration ist es heute nicht weit her, ich schreibe trotzdem was und hoffe es ist macht halbwegs Sinn.
Irgendwie zieht mich dein Thema an, ist interessant, wenn man das so sagen kann. Wo kein Wille ist, ist da wirklich kein Weg oder sieht man ihn nicht oder kann ihn nicht sehen? Das lasse ich mal so stehen.
Deine Formulierung von Tag zu Tag durchhangeln beschreibt mein Leben zur Zeit ganz gut. Und die Erwartung an Heilung habe ich auch aufgegeben. Ich mache mir auch keine Gedanken , ich bin dauerhaft berentet, das sagt mir genug. Aber ich bin noch nicht am Ende und da bin ich wieder bei da geht noch was . Ich sage mir manchmal, es hat niemand gesagt, das das Leben leicht ist, das stimmt wohl, aber die Nackenschläge könnten etwas gerechter verteilt sein. Wobei mir völlig klar ist, dass jeder seine Entscheidung zum Leben allein trifft , da kann man niemanden reinquatschen.
Du hattest in einem anderen Thema ein Buch empfohlen. Gibst das bitte hier auch nochmal an, ich weiss nicht mehr, wo das war und alles noch durchsuchen, hm, keine Energie.
Viele Grüsse


Ylvi, das was du schreibst, macht durchaus Sinn. Ich kenne diese Unsicherheit.

Ich sehe viele Wege, rational betrachtet steht mir die Welt offen. Unabhängig, finanziell abgesichert, meine kids würden mich auch nach Neuseeland auswandern lassen. Hauptsache, mir geht es gut und ich lebe.

ABER - ich bin in Starre gefangen, wie eingefroren. Der Verkauf des Hauses, die Suche nach einer Wohnung, das hat meine letzte Kraft gekostet. Ich stecke fest. Natürlich würde noch Vieles gehen. Das sagt mir mein Verstand. Aber irgendwie scheint es, als wäre tief in mir drin eine Blockade, die sich gegen Alles wehrt.

puhh. das Schreiben fällt mir schwer.

Danke für dein Interesse. Wie gesagt, wer nicht weiter lesen mag, muss es nicht

Liebe Grüße
Emilie

22.07.2019 08:36 • x 1 #24


Lilly-18
Hallo ihr Lieben,
ich kann zwar nichts Produktives zu dem Thema beitragen, muss euch aber sagen, dass mich das Thema sehr anspricht und ich auch meinen Senf dazu abgeben möchte. Mein Lebensmotto ist zwar, mich nicht über Dinge aufzuregen die ich nicht ändern kann, aber ich habe das sehr lange nicht auf meinen psychischen Zustand bezogen. Ich habe auch immer versucht, normal zu sein und darauf hingearbeitet. Aber warum?
Ich habe mir inzwischen Lebensumstände geschaffen, in denen ich einen geregelten Tagesablauf habe, mir nicht zu viel Stress zumute. Ich kann schlecht mit Veränderungen aller Art umgehen, so wie du, emilie, immer wieder von vorne anzufangen, das hätte ich nicht gepackt.
Es ist ein Problem, immer zu sehen, wie ANDERE leben, diese tollen Familien, tolle Häuser, tolle Berufe, tolle Kinder, tolle Urlaube usw. Vielleicht ist genau das der Fehler, zu meinen, die sind alle NORMAL nur ich nicht? Seit ich ehrlich zu mir selber bin und lerne, mich so zu nehmen wie ich bin gehe ich auch anders auf die Menschen zu. Ich gebe niemandem mehr das Gefühl, sich vor mir verstellen zu müssen. Und ich erfahre viel hinter diesen ganzen Masken. Die sog. NORMALEN sind es teilweise genauso wenig wie ich.
Ich gehe noch 1 x im Monat zum Therapeuten, habe inzwischen einen Teilzeitjob, der mich nicht mehr auffrisst und mir genug Zeit für mich lässt, meine Medikamente dosiere ich grade langsam runter und beobachte, was passiert. Immer mit der nötigen Akzeptanz, dass da etwas passieren KANN. Das ist neu für mich, bisher hatte ich schon immer vorher die Panik, dass ich damit nicht klar kommen werde. Jetzt nehme ich es einfach an. Und habe diesmal überraschenderweise viel weniger Symptome als das letzte Mal. Wahrscheinlich ist das auch Kopfsache.
Liebe emilie, ich finde deinen Weg in Ordnung. Ist doch egal was die anderen denken. Lass das mit der Maske. Dann lernst du auch die Menschen anders kennen und findest wahrscheinlich schnell jemanden, mit dem du dich austauschen kannst. Ein offener Umgang mit dem nicht-normal-sein erleichtert das finden anderer nicht-Normale. Zu verlieren hast du doch nichts. Und es ist weniger anstrengend, glaub mir das.
Ach ja, und auch noch ein Kompliment an Maya. Ich lese deine Beiträge auch wahnsinnig gerne! Immer auf den Punkt, toll formuliert, immer genau auf das Thema zugeschnitten. Eine tolle Begabung, sich so ausdrücken zu können.

22.07.2019 09:09 • x 4 #25


Lilly-18
Zitat von emilie0864:
ABER - ich bin in Starre gefangen, wie eingefroren. Der Verkauf des Hauses, die Suche nach einer Wohnung, das hat meine letzte Kraft gekostet. Ich stecke fest. Natürlich würde noch Vieles gehen. Das sagt mir mein Verstand. Aber irgendwie scheint es, als wäre tief in mir drin eine Blockade, die sich gegen Alles wehrt.


Hab grade noch deinen Beitrag gelesen. Ganz ehrlich, das was du grade hinter dir hast würde auch einen Gesunden wahnsinnig anstrengen. Natürlich hat dich das Kraft gekostet! Was erwartest du? Dass du das einfach so wegsteckst? Sei doch realistisch, gib dir Zeit, hab Geduld mit dir. Es ist so wie es ist (einer meiner neuen Lieblingssätze).

22.07.2019 09:18 • x 2 #26


maya60
Hallo Lilly, ich finde deine Antwort an emilie sehr produktiv und sehr informativ und ermutigend nämlich auch für mich, die ich ja auch solch einen Weg der Annahme der Depression gehe. Und was sich hinter der Normalofassade der anderen verbirgt an bloß verleugneten krankheitswertigen Zuständen, na, schweigen wir von was anderem, so häufig sehe ich das.

Und danke für deine wertschätzenden Worte zu meinem Schreiben, es kribbelt direkt vor Freude in mir darüber, denn das ist ja meine Lieblingsbeschäftigung und wie absolut schön, wenn es gerne gelesen wird.

Liebe Grüße! maya

22.07.2019 09:28 • x 3 #27


Y
Hallo Lilly,
da kann ich mich nur dem anschliessen, was maya geschrieben hat. Ich habe auch die Maske fallen lassen, zwangsweise sozusagen, ich hatte keine Kraft mehr zum Schauspielern. In Folge ist mir zum zweiten Mal der Freundeskreis weggebrochen und dennoch, es war die richtige Entscheidung. Und nun bin ich auf dem neuen Weg unterwegs und das was du schreibst macht mir Mut weiterzugehen.
Liebe Grüsse

22.07.2019 11:23 • x 3 #28


Y
Hallo Emilie,
ich finde mich total in dem wieder, was Lilly beschreibt. Irgenwie ist es komisch, wenn ich so zurück schaue. Meine Diagnose war schwerste Depression und selbstmordgefährdet und ich habe einen Weg eingeschlagen, wohl mehr instinktiv. Ich glaube kaum, dass ich über irgendwas nachgedacht habe, da war ja nichts mehr, ich war völlig leer.
Vielleicht ist das eine Option für dich um aus der Starre zu entwischen. Wie siehst du das?
Ich glaube sagen zu können, ich habe meine Krankheit angenommen. Ja, ich würde sogar soweit gehen zu sagen, dass mich die Depression auch positiv verändert hat, für mich und dadurch vielleicht auch für andere.
Viele Grüsse

P.S. Ich denke mal, das jeder der hier liest und schreibt, das auch möchte.

22.07.2019 12:17 • x 3 #29


A


Hallo Ex-Mitglied,

x 4#15


Mabaja
Emilie,
Zitat von emilie0864:

Meine Antwort auf deine Nachricht liest sich wahrscheinlich unfreundlich und undankbar. Aber.du scheinst meinen Text nicht verstanden zu haben

Lies bitte nochmal, bei Fragen gerne melden

Was habe ich nicht verstanden?

Alles, was ich dir schrieb, meinte ich auch so.

Es ging nicht darum, dass du darauf warten sollst, dass dich jemand im Forum auffängt. Du kannst alles ausprobieren, was dir hilfreich erscheint. War ein falscher Weg darunter und du fällst, dann kannst du darauf bauen, dass du hier zu jeder Tageszeit jemanden finden wirst, der dich auffängt. So war es von mir gemeint.

Gruß
Julienne

22.07.2019 12:37 • x 2 #30

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